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Veröffentlicht am 10.06.2023

Spezielles Fachbuch für Hardcore GoT-Fans

Die Wissenschaft von Game of Thrones
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Das Fachbuch mit dem sperrigen Titel „Die Wissenschaften von Game of Thrones - Wie George R.R. Martin die Welt von Westeros erfand“ von Herausgeber Jean-Sébastien Steyer beschäftigt sich auf wissenschaftlicher ...

Das Fachbuch mit dem sperrigen Titel „Die Wissenschaften von Game of Thrones - Wie George R.R. Martin die Welt von Westeros erfand“ von Herausgeber Jean-Sébastien Steyer beschäftigt sich auf wissenschaftlicher Ebene mit der Saga „Game of Thrones“ und deren Verfilmung. Zusammen mit anderen sieben Mitwirkenden wurden Geschichte, Schiffe, Geografie und Geologie, Klima, Sprache, Psychologie sowie andere Hintergründe intensiv beleuchtet und interpretiert. Dass alle Autoren einen französischen Hintergrund haben, ist sofort merkbar, gerade Themen wie Sprache und Geschichte betreffend, ist diese Betrachtung auffällig französisch geprägt.

Die Texte sind teils recht fachlich angelegt, diese Herangehensweise war für mich manchmal anstrengend, aber auch interessant. Konzentration war gefordert, mal mehr oder auch weniger, eben je nach Interesse und Thema. Gefehlt haben mir im Buch die Bereiche Mode, Stil und Kostümgeschichte, zu dieser Richtung gab es leider keinen Beitrag. Besonders gelungen fand ich die Beitrage zur Sprache und zur Psychologie im Buch sowie die künstlerischen Darstellungen. Aber das ist sicherlich den Interessen jedes Lesers untergeordnet und individuell recht unterschiedlich.

Ob der Autor bei der Schaffung seiner Fiktion wirklich all diese Themen so genau recherchiert und bewusst gewählt hat, fragte ich mich das die oder andere Mal schon?

Das Buchcover ist ein wenig düster geraten, wobei ich die Illustrationen von William Simpson wirklich schön finde. Auch die sonstigen Grafiken/Darstellungen sind als ergänzende Erklärung und Ausschmückung ansprechend eingefügt.



Mein Fazit:

Die Buchreihe/Serie mag ich zwar gerne, doch eine so intensive Beschäftigung damit, ist dann schon ein wenig anstrengend! Es ist ein sehr spezielles Buch, mit dem Hardcore-Fans von GoT sicherlich ihre Freunde haben werden. Für mich persönlich war es zwar teilweise interessant, aber auch manchmal etwas ermüdend, besonders bei Themen, die mich weniger angesprochen haben. Gute dreieinhalb Sterne vergebe ich aber gerne:).

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Veröffentlicht am 01.06.2023

Anrührende Nachkriegsgeschichte über den Freiheitskampf von Berlin 48/49

Die Kinder der Luftbrücke
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Berlin 1948
Nora lebt nach dem Krieg mit ihren zwei Kindern, ihrer Mutter und ihrer jüngeren Schwester auf beengten Raum im Westsektor Berlins. Ihr Mann gilt bereits seit fünf Jahren als vermisst und ...

Berlin 1948
Nora lebt nach dem Krieg mit ihren zwei Kindern, ihrer Mutter und ihrer jüngeren Schwester auf beengten Raum im Westsektor Berlins. Ihr Mann gilt bereits seit fünf Jahren als vermisst und die Frauen kämpfen täglich ums nackte Überleben. Aufgrund ihrer guten Englischkenntnisse gelingt es Nora einen Job als Übersetzerin in Tempelhof bei den US-Alliierten zu ergattern. Sie kann ihr Glück kaum fassen, doch die nächste Herausforderung Berlins steht bevor und beginnt mit der Blockade der Sowjets. Nora ist ganz nahe am Geschehen, denn Tempelhof entwickelt sich zum Mittelpunkt der Luftbrücke. Einer der vielen amerikanischen Piloten, erregt Noras Aufmerksamkeit, doch sie ist ja eigentlich eine verheiratete Frau!

„Die Kinder der Luftbrücke“, ist ein ergreifender Roman von Autorin Juliana Weinberg und behandelt die Nachkriegsgeschichte Berlins und den Kampf um die Freiheit des Westteils der Stadt. Zusammen mit der sympathischen Nora und ihrer Familie erlebt der Leser diese aufregende Zeit der Luftbrücke und den Kampf der West-Berliner um die Freiheit. Nora befindet sich hautnah am Geschehen, sie erlebt sogar die historische Rede des Bürgermeisters Ernst Reuters. Doch auch Ihr persönliches Schicksal hat die Autorin mit allerlei Aufregung gepflastert. Diese aufregende Zeit und Noras Familiengeschichte wird ganz anrührend und großartig erzählt. Gerade die geschickt in die Handlung integrieren historischen Augenblicke finde ich dabei sehr gelungen.
Auch das Cover passt hervorragend zur Story und im hinteren Umschlag verbirgt sich zudem noch eine informative Übersicht der einzelnen Besatzungszonen und Details zur Luftbrücke.

Mein Fazit:
Die Autorin schildert ein wirklich ergreifendes Frauenschicksal und bietet daneben einen ziemlich realitätsnahen Blick in das Zeitgeschehen. Habe das Buch sehr genossen, es hat mich exzellent unterhalten.

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Veröffentlicht am 28.05.2023

Grandiose Krimiunterhaltung Frankreichfeeling inclusive:)

Provenzalische Täuschung
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Wie unbeliebt kann man sein?

Gilbert Langlois, der kürzlich zugezogene und am wenigsten beliebte Mann in ganz Sainte-Valérie, wird erstochen im Wald aufgefunden. Eigentlich könnte jeder im Ort sein Mörder ...

Wie unbeliebt kann man sein?

Gilbert Langlois, der kürzlich zugezogene und am wenigsten beliebte Mann in ganz Sainte-Valérie, wird erstochen im Wald aufgefunden. Eigentlich könnte jeder im Ort sein Mörder gewesen sein, selbst Pierre Durand war Gilbert verhasst. Der Commissaire tippt allerdings sofort auf den Bürgermeister Maurice Marechal, mit dem der Tote sich völlig zerstritten hatte. Doch als in der Wohnung von Langlois die Indizien für allerlei Erpressungen der Einwohner und dabei auch viele Fotos von Pierre gefunden werden, steht Durand selbst plötzlich im Focus der Ermittlungen und wird kurzerhand vom Dienst beurlaubt! Das kann Pierre aber so nicht auf sich sitzen lassen!

Sophie Bonnets neunter Regionalkrimi aus der Provence trägt diesmal den prägenden Titel „Provenzalische Täuschungen“, denn nichts ist hier wie es scheint, jeder im Ort könnte ein Motiv haben, so unbeliebt und verhasst war der Tote. In seinem 9. Fall steht selbst Commissaire Pierre Durand unter Mordverdacht. Er bekommt einiges zu tun, um seinen Platz im Ermittlerteam wiederzuerlangen. Zu dem, gestalten sich seine Hochzeitsvorbereitungen mit Charlotte als äußerst schwierig, da ihre Vorstellungen zu konträr sind und sie einfach keinen gemeinsamen Nenner finden. Auch Zeitgeschichtliches fliest dieses Mal in die Handlung mit ein, die "Pieds Noire" und der Algerienkonflikt sind ein interessantes Thema am Rande.
Es ist also wieder einiges los in dem kleinen französischen Ort, es wird nicht langweilig und an guter Inspiration, besonders was die Kulinarik anbelangt, wird nicht gespart, dem Leser wird regelrecht der Mund wässrig gemacht! Man sollte sich also nicht hungrig an die Lektüre machen.

Mein Fazit:
Diese Krimiserie ist wie ein Urlaub, man trifft interessante Menschen, lernt etwas über Land, Leute und ihr Lebensgefühl sowie auch ihre Vergangenheit kennen. Es war wieder ein aufregendes Rätselraten und eine ereignisreiche neunte Episode, die mich glänzend unterhalten hat. Freue mich schon auf Fortsetzung!

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Veröffentlicht am 24.05.2023

Filmreife fünfte Gangsterepisode aus der Pfalz

Traubentod
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Im beschaulichen Elwenfels hat sich ein Filmteam breit gemacht, das mit dem kriminellen Drehtitel “Village of the Wicked”, unterwegs ist. Und wie wenn der Titel sie gerufen hätte, sind auch plötzlich die ...

Im beschaulichen Elwenfels hat sich ein Filmteam breit gemacht, das mit dem kriminellen Drehtitel “Village of the Wicked”, unterwegs ist. Und wie wenn der Titel sie gerufen hätte, sind auch plötzlich die Bösen vor Ort! Carlos Herb erkennt anhand eines Leichenfundes im Wald, dass seine Verfolger aus der Hamburger Vergangenheit ihm dicht auf der Spur sind und seine Entdeckung in Elwenfels nur noch eine Frage der Zeit ist. Doch so einfach werden es die Verbrecher nicht haben, denn die Elwenfelser versprechen ihm Beistand und auch der Filmdreh wird das Dorf in Sachen Verbrechensmanagment in Atem halten;).

Mit dem Buchtitel „Traubentod“ hat der fünfte Teil der amüsanten Pfälzer Krimireihe vom Autorenduo Britta und Christian Habekost seinen filmreifen Auftritt. Der ehemalige LKA Ermittler Carlos Herb, wird letztendlich von seiner Vergangenheit eingeholt und muss um sein Leben bangen. Er vertraut darauf, dass die Wunder von Elwenfels ihn auch diesmal nicht in Stich lassen werden. Der ehemalige LKA Ermittler Carlos Herb, wird letztendlich von seiner Vergangenheit eingeholt und muss um sein Leben bangen. Er vertraut darauf, dass die Wunder von Elwenfels ihn auch diesmal nicht in Stich lassen werden.
Zusätzlich wird der Ort zur Filmlocation und ein äußerst nerviger Hauptdarsteller treibt sein Unwesen. Mancher Dorfbewohner sieht sich selbst schon im Rampenlicht, besonders Otto und Willi sind dabei kaum zu bremsen. Da bleibt kein Auge trocken;). Ob Paten-Imitatoren oder dumme Sprüche, es wird jede Chance ergriffen, um sich beim Regisseur in Szene zu setzen, besonders nachdem Pfarrer Karl unerwartet eine Rolle ergattert hat!
Während der Leser sich gebannt durch die aufregende Handlung liest, dabei reichlich in Pfälzer Mundart schwelgt, sparen die Autoren weder an Komik noch an außergewöhnlichen Wendungen.
Mein Fazit:
Eine Regionalkrimireihe der Extra-Klasse;) Die Elwenfels-Serie war wieder ein faszinierendes Lese-Erlebnis und ich habe es sehr genossen! Auch der fünfte Teil bietet wieder reichlich Spannung und eine filmreife, kriminelle Geschichte, die wirklich Spaß macht! Hier wird man zum Fan der Pfälzer Lebensart:) Weeschwieschmaän?

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Veröffentlicht am 15.05.2023

Perfekt inszeniertes Dorfdrama

Diabolisch
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Kratzt man einmal an der Oberfläche, kommt Verborgenes ans Licht!

1995 vergisst ein Vater seine beiden Kinder vom Sport abzuholen, dabei wird der kleine Alex nie wieder nach Hause zurückkehren.
27 Jahre ...

Kratzt man einmal an der Oberfläche, kommt Verborgenes ans Licht!

1995 vergisst ein Vater seine beiden Kinder vom Sport abzuholen, dabei wird der kleine Alex nie wieder nach Hause zurückkehren.
27 Jahre später findet in diesem Ort eine Entführung eines kleinen Jungen und ein grauenvoller Mord an dessen Nachbarn statt. Doch das ist nur der Beginn einer merkwürdigen Anreihung von Todesfällen, welche die Polizei in diesen beschaulichen kleinen Ort führt. Ermittlerin Larissa Flaucher versucht den Ursachen und Ereignissen auf den Grund zu gehen und entdeckt monströse Abgründe unter der augenscheinlichen Dorfidylle.

In dem Thriller „Diabolisch“ führt der Autor Jonas Wagner den Leser sehr geschickt durch seine komplexe Handlung, mit interessanten Figuren aus einem kleinen Dorf. Der Leser sieht dabei jeweils immer die Situation oder Aktion aus der Sicht und Gefühlswelt des gerade Agierenden. Dabei wird so mancher Schrecken, manche Begierde oder gar bitterböse Absicht des Betreffenden sichtbar. Das ist von Autor wirklich geschickt eingefädelt, inszeniert und beschrieben. Der Wechsel zwischen 1995 und der Gegenwart trägt für weitere Spannung bei und enthüllt immer mehr Details zu Personen und Geschehen. Auch wenn man vielleicht zu Beginn schon eine gewisse Ahnung bekommt, wohin die Geschichte führen wird, bleibt die Lektüre abwechslungsreich und spannend.
Titel und Cover, finde ich sehr gelungen gewählt, sie passen perfekt zum Inhalt und haben bei mir sofort die Neugierde auf das Buch geweckt.

Mein Fazit:
Trotz meiner Vorahnung hat mich diese perfide kriminelle Geschichte abholen können, denn durch die komplexe Konstruktion und die immer wieder neuen Zusammenhänge, ergab sich eine unterhaltsame Mischung, die mich bis zum Ende gefesselt hat. Auch schon mit seinem Thriller-Debüt „Böse“ ist mir der Autor positiv aufgefallen und hat mir spannungsvolle Stunden beschert.

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