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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.04.2026

Hochspannend und abwechslungsreich bis zum Schluss

Beth is dead
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Am Neujahrsmorgen wird Beth, eine der aus dem gerade recht populären Roman ihres Vaters bekannten March-Schwestern tot aufgefunden. Beth ist schon zuvor im Buch ihres Vaters zu Tode gekommen und nun hat ...

Am Neujahrsmorgen wird Beth, eine der aus dem gerade recht populären Roman ihres Vaters bekannten March-Schwestern tot aufgefunden. Beth ist schon zuvor im Buch ihres Vaters zu Tode gekommen und nun hat sich diese Fiktion letztendlich bewahrheitet. Die Polizei geht von einem Mord aus und plötzlich gibt es eine große Anzahl an Verdächtigen, auch ihre verbliebenen Schwestern gehören dazu!

Dem Roman mit dem Titel „Beth is dead“ verfasst von Autorin Katie Bernet, liegt die amerikanische Romanfassung „Little Women“ von 1868 zugrunde. Bernet versetzt die vier Schwestern allerdings in unsere Zeit und konstruiert eine spektakuläre Mordgeschichte um Beth March. Gelesen habe ich diesen Kriminalroman leider, ohne das historische Pendant zu kennen, finde aber die Idee dahinter absolut faszinierend.
Die Autorin benutzt die historischen Charaktere und versieht ihre Handlung mit spannungsvollen Wendungen und Verdächtigungen bis zum Schluss.
Es war sehr unterhaltsam den Erlebnissen der Schwestern auf den Grund zu gehen und sich in ihre Rolle zu versetzen. Auch wenn es sich hier eigentlich um ein Jugendbuch handelt, fand ich die ganze Handlung durchaus interessant und fesselnd.
Das auffallend pinke Cover und die ganze Aufmachung des Buches mit passendem Lesezeichen im Umschlag ist sehr gut gelungen und hat sofort meine Aufmerksamkeit erregt.

Mein Fazit:
Ein sehr spannungsreicher Krimi, mit vielen überraschenden Wendungen. Auch die dahinter liegende Idee finde ich äußerst gelungen! Leseempfehlung auch für junggebliebene ältere Leser;).

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Veröffentlicht am 19.04.2026

Spannungsvolles tödliches Intermezzo von der Skipiste

Am Hang des Todes
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Zurückgekommen von seiner Weltreise muss Commissario Gauner in einen spektakulären Mordfall im Grödner Tal ermitteln. Beim Weltcuprennen auf der bekannten Saslong wird das lokale Nachwuchstalent während ...

Zurückgekommen von seiner Weltreise muss Commissario Gauner in einen spektakulären Mordfall im Grödner Tal ermitteln. Beim Weltcuprennen auf der bekannten Saslong wird das lokale Nachwuchstalent während seines Abfahrtslaufs erschossen. Zufällig sind gerade seine Assistenten Inspettore Claudio Saltapepe und Silvia Tappeiner vor Ort am Urlauben und werden somit Zeugen des Mordes. Vom Druck der Medien verfolgt beginnen sogleich die Ermittlungen.

Auch der Kriminalfall „Am Hang des Todes“, die 11. Episode mit dem Südtiroler Ermittlungsteam um Commissario Grauer hat mich wieder komplett abgeholt. Es ist immer wieder erstaunlich wie viele schöne Ecken es in Südtirol gibt und gerade das Grödnertal kenne ich sehr gut, bin selbst schon diese Piste hinuntergesaust. Daher hat mich der Mordfall und die Ermittlungen drum herum, dieses Mal besonders gut unterhalten. Auch wenn ich wie Grauner dem Skizirkus schon längst fernbleibe, gedanklich war ich gerne wieder vor Ort.
Wie in jedem Kriminalroman von Lenz Koppelstätter ist die Geschichte raffiniert gestrickt. Der Leser wird auch mit privaten Gefühlen der Ermittler konfrontiert, das macht sie menschlich und nahbar. Es geht auch immer an besondere Orte und Gegenden unterlegt mit speziellen Lokalkolorit, was ich absolut unterhaltsam finde. Es wäre wirklich schade, wenn Gauner jetzt in den Ruhestand geschickt wird;)!

Mein Fazit:
Das ist eine meiner absoluten Lieblingskrimiserien, allein schon wegen der Location Südtirol, für uns Münchner ist das ja sozusagen unsere zweite Heimat;)

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Veröffentlicht am 16.04.2026

Erfrischend amüsanter Roman von der Küste

Willkommen in Deerhusen. Scheitern mit Seeblick
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Als plötzlich die Polizei in ihre Villa am Starnberger See eindringt und ihren Mann in Gewahrsam nimmt, steht Society Lady Isabel Duval plötzlich vor dem Nichts! Zusammen mit ihren beiden erwachsenen Kindern, ...

Als plötzlich die Polizei in ihre Villa am Starnberger See eindringt und ihren Mann in Gewahrsam nimmt, steht Society Lady Isabel Duval plötzlich vor dem Nichts! Zusammen mit ihren beiden erwachsenen Kindern, dem Jung-Anwalt Lukas und Clara einer verwöhnten Möchtegern-Influencerin flieht Isabel vor Presse und Schande, quer durch die Republik, zurück in ihr altes friesisches Heimatdorf Deerhusen. Ihre Schwester Stine ist alles andere als begeistert, das sich nach so langer Zeit die feine Isabel samt ihrer Brut in ihrer kleinen Pension breit machen. Vor allem fehlt es an Geld, denn die Zugfahrt hat das letzte Bargeld der Gestrandeten gekostet und auch Stine hat keine müde Mark übrig. Da heißt es nun kreativ sein!

Zwei Autorinnen stecken hier hinter dem lustigen Pseudonym Bente van der Meer. Die Beiden haben sich für ihren amüsanten Wohlfühlroman „Willkommen in Deerhusen – Scheitern mit Seeblick“ eine richtig abenteuerliche Geschichte ausgedacht.
Der kriminelle Ehemann von Isabel, ließen mich gleich entfernt an diverse andere prominente Betrügereien denken, sprich Benko oder Wirecard und deren dreistes Auftreten in der Finanzwelt.
Nach extravaganten Schwelgen in Luxus endete auch für unsere Betroffenen hier der Reichtum abrupt! Aus ihrer Villa vertrieben, heißt es plötzlich zurück zu den Wurzeln, die Lady Isabel alias Tomke zum Glück noch besitzt, besser als nichts! Wie sich ihre Rückkehr ins ehemalige Elternhaus gestaltet fand ich wirklich zum Schreinen komisch dargestellt. Es gibt reichlich abstruse Szenen, das ist einfach herrlich unterhaltsam. Alle Protagonisten werden hervorragend charakterisiert und sie dürfen ihre Gefühle demonstrativ äußern, in jedem Kapitel kommt die Sicht eines anderen Familienmitglieds zum Ausdruck. Dieser Umstand ist hier ein gekonnt eingesetztes Stilmittel und bringt die Geschichte auf das nächste Level. So wird geschickt Spannung aufgebaut, denn neben dem Bankrott und dem Abtauchen der drei Duvals geht es auch noch um eine alte Rechnung, die Stine mit ihrer Schwester auszutragen hat. Es ist also einiges los im beschaulichen Deerhusen, da kommt keine Langeweile auf.
Das bezaubernde Cover erregte auch sofort meine Aufmerksamkeit, so cool gemacht, ich kann mich gar nicht genug daran satt sehen, denn es ist so erfrischend anders.

Mein Fazit:
Absolut gelungene Unterhaltung, der Roman hat mich komplett abgeholt. 
Sehr humorvoll und kurzweilig geschrieben, die perfekte Urlaubslektüre oder ab damit auf aufs Sofa.

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Veröffentlicht am 10.04.2026

Es fehlt mir ein wenig der Spritz im Limoncello

Limoncello Criminale
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Spitzenköchin Doro Ritter genießt mit ihrem Freund Vinc die Zeit im Haus ihres Vaters in Limone am schönen Gardasee. Die Beiden haben vor Ort und in der nahen Nachbarschaft schon einen sympathischen Freundeskreis ...

Spitzenköchin Doro Ritter genießt mit ihrem Freund Vinc die Zeit im Haus ihres Vaters in Limone am schönen Gardasee. Die Beiden haben vor Ort und in der nahen Nachbarschaft schon einen sympathischen Freundeskreis gefunden. Umso größer ist der Schock als kurz nach ihrer Verlobungsfeier ihre Nachbarin tot am Ufer des Gardasees liegt.

„Limoncello Criminale“ ist ein vielversprechender und spritziger Titel für einen spannenden Krimi von Gardasee und hat mich dazu verführt dieses Buch von Autorin Gudrun Grägel zu lesen.
Da es meine erste Begegnung mit der Serie war, musste ich mich zunächst einmal mit der Protagonisten auseinandersetzen, die aber zum Glück im Vorfeld gut erklärt wurden. Neben Capitano Forti von der italienischen Polizei, ermittelt aus einer für mich ungewöhnlichen ich-Perspektive Hauptprotagonistin Doro. Zunächst geht es dabei recht langsam voran, durch nicht enden wollende Ermittlungen und Überlegungen von Doro, dauerte es daher ein wenig bis ich mich in der Handlung wohlfühlte. Mit ziemlich ausführlich beschriebenen Szenarien und einem hin und her mit den Nachbarn zog sich die Geschichte gefühlt unendlich. Erst zum Ende hin kam etwas mehr Schwung ins Geschehen. Gut gefallen hat mir, das es unzählige Verdächtige gab und bis zum Schluss nicht ganz klar wurde, wer letztendlich hinter all den Morden und Mordversuchen steckte. Das Ende fand ich schlüssig mit etwas mehr Spannung versehen.
In der Handlung ging es auch immer wieder um Essen und Getränke und ein wenig Italienisch kann man bei der Lektüre auch aufschnappen. Im Anhang die Rezepte sind nett, aber auch nicht außergewöhnlich.
Mein Fazit:
Für mich ein bisschen zu langatmig, brauche einfach mehr Pep! Wird wohl nicht meine Lieblingsserie werden.

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Veröffentlicht am 13.03.2026

Einblicke in die Arbeit des rasenden Reporters

Berliner Bohème
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In dem kleinen Büchlein mit dem Titel „Berliner Bohème“ versammeln sich kurze Geschichten und Anekdoten des bekannten Prager Journalisten, Reporters und Schriftstellers Egon Erwin Kisch, die sich allesamt ...

In dem kleinen Büchlein mit dem Titel „Berliner Bohème“ versammeln sich kurze Geschichten und Anekdoten des bekannten Prager Journalisten, Reporters und Schriftstellers Egon Erwin Kisch, die sich allesamt mit dem Berliner Leben beschäftigen. Man erkennt beim Lesen sofort, schon damals war Berlin eine spannende Stadt und etwas Besonderes. Egal ob man die Polizei begleitet, skurrile Museen, Cafés oder Theater besucht, bekommt man den Eindruck von Besonderheiten, Kultur, Kunst und Innovationen. Kisch schwört den Zeitgeist der Weimarer Republik herauf und zeigt ein Berlin der golden Twenties, das schon damals ein Schmelztiegel für Menschen aus aller Welt war, offen und innovativ, bevor es in eine dunkle Zeit abtauchen musste!

In zeitkritischer ironischer, spritziger und damals gebräuchlicher Ausdrucksweise, weckten seine Berichterstattungen bei mir Sehnsüchte nach ausgefeilten, ansprechenden und anspruchsvollen Zeitungsartikeln, nach denen man heutzutage lange suchen muss.
Ein sehr schönes Nachwort zu seiner beeindruckenden Lebens- und Berufsgeschichte hat am Ende die Herausgeberin Gabi Wuttke eingefügt, fand ich sehr informativ. Sehr gelungen auch die Aufmachung und Gestaltung des Buches mit dem schlichten grauen Karton und dem auffallend violetten Kontrast der Titelschrift und seitlichem Bindung.

Mein Fazit:
Immer was los in Berlin, damals vor hundert Jahren war der rasende Reporter Kisch auf der Suche nach Geschichten und Geschichte, mit kritischen Blicken verfolgte er das Geschehen. Eine schöne Zeitreise in eine Stadt, die schon immer energiegeladen, jung, provokant und arm war. Aber extravagant, eben unverkennbar Berlin ;).

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