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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.07.2026

Schonungslose Abrechnung, unerschrocken persönlich dargestellt

Mein Traumjob bei Facebook und wie ich alle meine Ideale verlor
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Das Buch mit dem sperrigen deutschen Titel „Mein Traumjob bei Facebook und wie ich alle meine Ideale“ von Autorin Sarah Wynn-Williams zeigt eine außerordentlich persönliche Darstellung ihres Lebens, insbesondere ...

Das Buch mit dem sperrigen deutschen Titel „Mein Traumjob bei Facebook und wie ich alle meine Ideale“ von Autorin Sarah Wynn-Williams zeigt eine außerordentlich persönliche Darstellung ihres Lebens, insbesondere ihres Berufslebens.
Der englische Titel „Carless People“ gefällt mir dabei aber um Welten besser, denn er ist kurz und prägnant.

Sarah schlägt nach ihrem Studium zunächst eine politische Karriere ein, indem sie bei der UN und der neuseeländischen Botschaft arbeitet. Nachdem sie das große politische Potenzial der neuen weltweit agierenden Plattform Facebook entdeckt hat, tritt sie an dessen Führungsriege heran, um dort eine neue Stelle anzustreben. Doch ihr Traum, Facebook in eine politisch korrekt inszenierte Bühne zu verwandeln, scheitert an der Ignoranz und dem Desinteresse ihrer Chefs. Die Chance, eine bessere Welt zu erschaffen, wird leichtfertig vertan. In jeglicher Beziehung verwandelt sich Sarahs Traumjob in einen grenzenlosen Alptraum!

Selbst wenn nur die Hälfte aller Ausführungen von Sarahs Erfahrungen bei Facebook wahr sind, ist das ein Skandal. Allein schon die Arbeitsbedingungen, was Arbeitszeit und Pensum angeht, grenzen meiner Ansicht nach an Sklavenarbeit und sind in jeder Hinsicht unmenschlich. Selbst ohne all die haarsträubenden Verfehlungen, was Datenschutz, Frauenrechte, Geschäftspraktiken und den lazy fairen Umgang mit den Daten ihrer Nutzer umzugehen, lässt mich dieses Buch fassungslos zurück.


Mein Fazit:
Meine Meinung über die amerikanische Gesellschaft ist nach dieser Lektüre noch mehr gesunken, und falls das alles wirklich der Wahrheit entspricht, ist das einfach nur entsetzlich!

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Veröffentlicht am 12.07.2026

Faszinierendes Wissen zum Thema Zucker

Die Zucker-Revolution
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Mit dem Thema Ernährung und Longevity habe ich mich schon öfter beschäftigt und viel darüber gelesen. Das Thema Zucker im Speziellen wurde dabei aber meist nur am Rande behandelt oder Zucker wurde generell ...

Mit dem Thema Ernährung und Longevity habe ich mich schon öfter beschäftigt und viel darüber gelesen. Das Thema Zucker im Speziellen wurde dabei aber meist nur am Rande behandelt oder Zucker wurde generell verteufelt. Daher hat mich hier der Titel und diese spezielle Fokussierung des Buches gereizt und ich wurde auch nicht enttäuscht.
Die Auswirkungen von Haushaltszucker und handelsüblichen Süßungsmitteln auf unseren Körper werden im Buch sehr verständlich beschrieben.
Besonders interessant fand ich aber vor allem die Zusammenhänge zwischen Zucker und Krebs, das war selbst für mich als völligen Laien äußerst gut erklärt.
Es dauerte zwar ein wenig, bis die Sprache auf die für unseren Körper hilfreichen Zuckerarten eingegangen wurde, das war dann jedoch ein sehr hilfreicher Abschnitt, denn viele dieser Zuckerarten waren mir bislang gar kein Begriff.

Das Autorenduo Dr. rer. nat. Johannes Coy und Judith Finlayson haben jedenfalls mit ihrem Fachbuch „Die Zucker-Revolution“ bei mir einen Nerv getroffen. Bislang habe ich mich zwar gesund, mit viel frischen Lebensmitteln sowie wenig Fertigprodukten ernährt und dabei meist so gut es ging auf Zucker verzichtet.
Doch dass es solche hoffnungsvollen Zucker gibt, die noch kaum Beachtung finden, ist einerseits traurig, weckt aber Hoffnung. Das spricht sich hoffentlich auch bis in die Lebensmittelindustrie herum.
Auf die Gliederung der einzelnen Kapitel gehe ich nicht des Weiteren ein, da könnte vielleicht ein wenig gestrafft werden, da sich manche Aussagen wiederholen, doch so bleibt es vielleicht besser im Gedächtnis hängen. Die gesunden Ernährungsempfehlungen in den letzten zwei Kapiteln fand ich am interessantesten. Kurz und knapp zusammengestellt, kann man immer mal wieder nachschlagen. Hätte mir vielleicht noch eine Tabelle gewünscht, die alle einzelnen Zucker und ihre jeweiligen Funktionen noch einmal gegenüberstellt.

Mein Fazit:
Interessantes und spannendes Fachbuch, das mein Wissen zum Thema gesunde Ernährung bereichert hat.

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Veröffentlicht am 06.07.2026

Reiselust versus Reisefrust

Travel is broken
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Das Buch mit dem Bild eines Strandgemetzels auf dem Cover und dem Titel „Travel is Broken“ von Autor Philipp Laage macht neugierig, lässt aber erst einmal keine Urlaubsstimmung aufkommen. Der Untertitel ...

Das Buch mit dem Bild eines Strandgemetzels auf dem Cover und dem Titel „Travel is Broken“ von Autor Philipp Laage macht neugierig, lässt aber erst einmal keine Urlaubsstimmung aufkommen. Der Untertitel „Warum Reisen oft enttäuscht und wie wir es neu entdecken können“ lässt dabei Hoffnung aufkommen.
Reisen ist mittlerweile allgegenwärtig, ob mit schönen Bildern im Netz, bleibt es immer mit großen Erwartungen verbunden, die oft ausbleiben oder enttäuscht werden, denn es gibt nicht viel Neues mehr zu entdecken. Reisen wird zum Stress, dabei sollte das Fernweh doch schön sein, die freie Zeit entspannen und die schönste Zeit des Lebens sein. Der Autor beschreibt Erwartungen sowie Missstände, er stellt sogar den ganzen Reisezirkus in Frage, denn Touristen werden mittlerweile des Öfteren zum Feindbild der Locals.
Viele seiner Überlegungen sind speziell auf die Abenteuerlust und den schönen Schein der Millennials gemünzt, die sich als Influencer mit plakativen Bildern oft im Dauerurlaub befinden. Begriffe wie FOMO, Deep Travel oder Lonely-Planet-Welt waren mir bisher noch kein Begriff und ich durfte dazulernen. Es gibt einige Denkanstöße, Reisen ist nicht gut für den Klimawandel und der Over-Tourism wird zum Problem. Die Gedankensammlung im Buch brachte mich zum Nachdenken, auch über mein eigenes Reiseverhalten.
FOMO habe ich bislang beim Reisen noch nie empfunden. Das liegt vielleicht an der Denkweise oder dem Empfinden der einzelnen Generationen. Als Zugehöriger der Generation X liegt schon eine relativ lange Reisezeit hinter mir, ganz ohne Content- und Leistungsdenken von höher, weiter oder besser. Natürlich bin auch ich gegen Massentourismus, sprich Over-Tourism.
Reisen war für mich schon immer etwas sehr Individuelles, das für jeden Menschen anders aussieht. Während die einen gerne campen oder in Gruppen unterwegs sind, bin ich gerne in Städten oder kulturell unterwegs, in kleinen Hotels oder Ferienhäusern.
Der Fazit am Ende des Buches birgt daher leider keine bahnbrechenden Neuigkeiten, jedenfalls für mich. Das Leben ist letztendlich eine Reise, die jeder für sich selbst gestalten muss.

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Veröffentlicht am 27.06.2026

Ungewöhnliche Krimiserie mit Haute-Couture-Vibes

Mademoiselle Coco und der Mord im Kleinen Schwarzen
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Paris 1923 - Coco Chanel bereitet gerade eine Modenschau an der Côte Azur vor, als plötzlich einer ihrer neuesten Entwürfe in einem Mordfall verwickelt wird. Die junge Lucienne Petit, Putzfrau im Hause ...

Paris 1923 - Coco Chanel bereitet gerade eine Modenschau an der Côte Azur vor, als plötzlich einer ihrer neuesten Entwürfe in einem Mordfall verwickelt wird. Die junge Lucienne Petit, Putzfrau im Hause Chanel, wird am Place de la Concorde vor einer einfahrenden Metro gestoßen und in ihrer Tasche befinden sich Cocos Kleiderskizzen zu einem schwarzen Kleid. Commissaire Hollande erscheint mit diesen Entwürfen, die von Chanel mittlerweile schon verzweifelt gesucht wurden. Doch anstatt ihre Skizzen zurückzubekommen, steht Coco Chanel plötzlich unter Mordverdacht. Nur unter strengen Auflagen darf Coco an die Côte Azur reisen. Allerdings beauftragt sie sogleich ihre neugierige Freundin Misa Sert, den Auftrag, ein paar Erkundungen über die Tote und ihre Lebensumstände zu machen.

Der historische Cosy-Crime-Roman von Autorin Michelle Marly mit dem Titel “Mademoiselle Coco und der Mord im kleinen Schwarzen” ist nun schon der dritte Fall in Folge, der Mademoiselle Chanel in Aufregung versetzt. Die Autorin verbindet in ihren Geschichten geschickt die mondäne Welt der Schönen und Reichen mit diversen Abgründen, in die sich Coco und ihre neugierigen Freunde begeben müssen. Dieses Mal ist Misia Sert zusammen mit dem Schriftsteller Jean Cocteau in geheimer Mission unterwegs, während Coco in Sachen Mode ermittelt. Erst ganz am Ende klärt sich die Sache auf.
Trotz der fiktiven kriminellen Handlung wird nebenbei Cocos Liebesleben beleuchtet und wirklich gelungen integriert, das gefällt mir hier besonders gut.
Auch das Cover zum Kriminalroman ist wieder sehr hübsch gestaltet und besitzt großen Wiedererkennungswert für die Serie.

Mein Fazit:
Eine ungewöhnliche Krimiserie, mit einem interessanten und wirklich unterhaltsamen Fall. Habe die Lektüre sehr genossen. Diese Reihe ist sicherlich besonders geeignet für Modebegeisterte und Fans der schillernden 20/30er Jahre in Frankreich.

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Veröffentlicht am 25.06.2026

Richtig knuffiger Krimi

Klein aber tot
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Kommissar Jojo Wunder liebt seinen kleinen Ort Knuffingen und seine alltägliche Morgenroutine, ohne große Aufregung läuft alles immer in geordneten Bahnen. Doch eines schönen Morgens sollte sich plötzlich ...

Kommissar Jojo Wunder liebt seinen kleinen Ort Knuffingen und seine alltägliche Morgenroutine, ohne große Aufregung läuft alles immer in geordneten Bahnen. Doch eines schönen Morgens sollte sich plötzlich alles ändern, der Tag fing für Jojo schon mit einer ganz merkwürdigen Semmel an und sollte mit einem Mordfall enden. Der allseits unbeliebte Schmähkritiker Friedrich Frank wird tot im Wald aufgefunden. Es gibt zwar unzählige Verdächtige, darunter befinden sich leider auch Jojos Mutter, die zuletzt aufs heftigste kritisierte Spitzenköchin der Wunderküche und seine Angebetete, die Floristin Liora Märklin. Tapfer beginnt Jojo zu ermitteln, mit tatkräftiger Hilfe von Dr. Emma Bohne und Buddha, dem Bernhardiner seines neuen Chefs.

Inspiriert vom Hamburger Miniatur-Wunderland, siedelt Autor Joe Fischler seine neue Krimi-Serie kurzerhand dort an. Durch diese, wie ich finde, absolut orginelle Idee, gibt es dort mittlerweile sogar sein Knuffingen im Maßstab von 1:87 zu bestaunen.
Die Geschichte selbst ist total liebenswert und anschaulich erzählt, besonders großartig sind dabei natürlich die einzelnen Figuren, alle sind absolut treffend charakterisiert. Man kann sich diese kleine Stadt und ihre Umgebung sehr gut vorstellen, hat deren Abbild förmlich vor Augen. Trotz der snuggly Kulisse gibt es natürlich auch einen Toten zu vermelden und es tun sich einige Abgründe auf, deren Rätsel zu lösen sind. Die Handlung ist also auch durchaus spannend und unterhaltsam angelegt, trotz der skurrilen und cozy Anklänge.
Das Cover dazu ist ganz zauberhaft und passend zum Inhalt gemacht.

Mein Fazit:
Habe mich großartig amüsiert und unterhalten gefühlt. Schnell gelesen und perfekt zum mitnehmen auf die Strandliege! Gerne mehr davon :).

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