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Veröffentlicht am 05.02.2020

Spannung und was fürs Herz

Diabolic – Fatales Vergehen
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In einer heißen Sommernacht haben die drei Highschool Freundinnen Shiloh, Kat und Ruth aus Prairie Creek ein traumatisches Erlebnis. Eine von ihnen wird bei dieser Aktion brutal vergewaltigt und nur in ...

In einer heißen Sommernacht haben die drei Highschool Freundinnen Shiloh, Kat und Ruth aus Prairie Creek ein traumatisches Erlebnis. Eine von ihnen wird bei dieser Aktion brutal vergewaltigt und nur in letzter Minute können die drei Teenager ihrem brutalen Peiniger entkommen. Die Mädchen schwören sich Stillschweigen! Ihre Wege trennen sich, Shiloh muss noch in dieser Nacht aus dem Ort verschwinden, da sie vor ihrem brutalen Stiefvater entfliehen muss. 15 Jahre später kehrt Shiloh zurück in ihren verhassten Heimatort und plötzlich beginnt der damalige Horror die nun erwachsenen Frauen einzuholen....



Der Thriller „Diabolic Fatales Vergehen“, handelt von drei Frauen und wurde auch geschrieben von drei Autorinnen, Lisa Jackson, Nancy Bush und Rosalind Noonan.

Die Geschichte startet unheimlich spannend und schon nach der aufregenden Leseprobe wollte ich unbedingt wissen wie es mit den drei Mädels aus Wyoming weitergeht! Deren Lebensweg war auch insgesamt spannend zu verfolgen! Allerdings wandelte sich das Buch zur Mitte hin und jede Protagonistin startete dort durch, mit ihrer persönlichen Lebens- und Liebesgeschichte, was an sich ja ganz interessant war, die aber dem Thriller an sich, ein wenig von seiner Power raubte. Es tauchten auch immer wieder so viele Verdächtige auf, die dem Täterprofil von Ruths Mantra entsprachen, das man sich als Leser irgendwann nur noch völlig überfordert fühlte!

Das Ende kam dann auch recht überraschend und schnell und fühlte sich dann auch wie ein kitschiges Happy End an. Schade, nach diesem mega Start fühlte man sich dann doch irgendwie ernüchtert und wie in einer Lovestory gelandet! Dabei fand ich den Schreibstil wirklich gut und flüssig zu lesen und es gab auch genügend schockierende gute Momente. Für einen Thriller fehlte es mir aber auch Details zum Täter zu erfahren, Gründe für seine perfide Grausamkeit, nicht nur die Nebenrolle als grausames Sexmonster, das war mir definitiv zu wenig.



Insgesamt gibt es eine befriedigende Bewertung von mir, die Unterhaltung war schon da, aber da ich doch einen spannungsgeladenen Thriller erwartet hatte, war ich dann doch etwas überrascht auch noch einen Liebesroman serviert zu bekommen! Es war mir dann doch zu viele Love-Story an Board, obwohl ich den Mädels ihre Sahneschnitten am Ende wirklich von Herzen gegönnt habe;)

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Veröffentlicht am 04.02.2020

Die erste Liebe- Beschreibung einer einprägsamen Zeit

Sweet Sorrow
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Leider beginnt der Sommer des Jahres 1997 für den 16-jährigen Charlie aus einer englischen Kleinstadt gar nicht gut. Bei seinem Vater, verstärkt sich die Depression, an der dieser leidet, seitdem seine ...

Leider beginnt der Sommer des Jahres 1997 für den 16-jährigen Charlie aus einer englischen Kleinstadt gar nicht gut. Bei seinem Vater, verstärkt sich die Depression, an der dieser leidet, seitdem seine Platten-Läden pleite gegangen sind, durch einen neuen Schicksalsschlag gerade ganz enorm. Charlies Mutter beschließt im Frühjahr, samt Tochter Billie auszuziehen und lässt Charlie kurzerhand bei seinem kranken Vater zurück! Dass Charlie daher nicht gerade motiviert in seine Abschlussprüfungen startet, ist da schon absehbar. Charlie ist einfach alles egal und startet nach seinem Prüfungen auch recht unmotiviert in die Ferien, ohne große Ziele und Vorsätze, er rechnet sowieso nicht mit einem guten Ergebnis. Doch da begegnet ihm unerwartet ein Mädchen, das ihn aus seinem Dornröschenschlaf weckt…..



„Sweet Sorrow“ ist eine herzerwärmende Liebesgeschichte aus der Feder des bekannten englischen Bestseller-Autors David Nicholas („Zwei an einem Tag“).
Eigentlich ist der Roman in erster Linie eine tragische und recht pubertäre Jugendgeschichte, es gibt falsche Freunde, unglückliche Entwicklungen, Trennung der Eltern und ein trostloses Umfeld. Der Hauptcharakter Charlie, ist wirklich zu bedauern und eigentlich prädestiniert dafür auf die schiefe Bahn zu geraten oder total abzustürzen, doch die Liebe wird ihn retten;)
Am meisten begeistert hat mich aber an der Geschichte die Sprachgewandtheit des Autors. Viele seiner sehr originellen Formulierungen und kreativen Einfälle, oft auch derben Vergleichen haben mich dabei durchs Buch getragen.



Lieblings-Zitat: “Aber manchmal erwischte ich mich dabei, wie ich mir eine Welt vorstellte, in der man Freundschaft anders ausdrückte, als jemandem ins Gesicht zu rülpsen."



In der Story geht es hauptsächlich um Charlie, seine Familie, seine Gefühlswelt, seine erste Liebe und das Theaterstück Romeo und Julia von Shakespeare.
Oft genügt eben ein kleiner Schubs von Außen oder die Überwindung mal etwas anderes auszuprobieren um über seinen Horizont hinauszusehen, um etwas an sich zu ändern oder über sich hinauszuwachsen. Diese Erfahrungen macht Charlie im Buch gleich mehrfach. Es zeigt, das es manchmal gut ist alte Pfade zu verlassen und sich neu zu orientieren.
In diesem Sommer trifft Charlie nicht nur seine erste große Liebe, sondern er gewinnt auch Freunde, die ihn weiterbringen und ihn nicht zurücklassen oder nicht ernst nehmen. Das wird ihm auch erst recht spät bewusst, doch ohne Alex und Helen wäre Charlies Leben wohl anders verlaufen. Aber auch diese beiden Freunde hätte er ohne Fran gar nicht näher kennengelernt.

Ein schönes Buch über die Weichen des Lebens, über unvergessliche erste Liebe, Freundschaften, genutzte und verpasste Gelegenheiten. Das Theaterstück Romeo und Julia am Rande hat auch gepasst! Darauf habe ich aber gar nicht so mein Augenmerk gelegt, es war für mich mehr Dekoration am Rande. Ein Stück als Metapher, das jeder im Leben seine für ihn ideale Rolle finden kann. Dieser Sommer hat Charlie geprägt, er wird ihn so schnell nicht wieder vergessen!
Charlie scheint am Ende des Buches, aber seine Rolle im Leben gefunden zu haben, mit der er glücklich sein kann, das ist eine sehr schöne Botschaft!

Der Roman hat mich auf alle Fälle gut unterhalten, auch wenn es manchmal ein wenig zäh wird. Im Leben ist der Weg das Ziel, auch wenn er Umwege, lange Strecken und ähnliche Herausforderungen aufweist….also einfach so machen wie Charlie: Durchhalten;)

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Veröffentlicht am 29.01.2020

Tragische Jugendgeschichte, die von der dunklen Seite des Ostens erzählt

Nichts mehr wie es war
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Cedric zieht mit seiner Mutter von Hamburg nach Cottbus, um nach der Firmenpleite und dem Freitod des Vaters einen Neuanfang zu wagen. Dort angekommen bekommt er erst einmal eine Art Kulturschock. Plattenbauten ...

Cedric zieht mit seiner Mutter von Hamburg nach Cottbus, um nach der Firmenpleite und dem Freitod des Vaters einen Neuanfang zu wagen. Dort angekommen bekommt er erst einmal eine Art Kulturschock. Plattenbauten und eine neue Schule im Brennpunkt, regiert von einer Neonazigang, das ist seine neue Welt.
Er, der bislang nie Probleme mit Kontakt zu seinen Mitschülern hatte, sieht sich plötzlich in der Außenseiterrolle und das nur aufgrund seiner Kleiderwahl. Dazu kommt auch noch, das er sich prompt in das falsche Mädchen verliebt. Nachdem er aber merkt, dass Integration hier mehr als schwierig ist, gesellt er sich dann doch lieber zu den anderen Außenseitern, wie dem dicken Julius, genannt Schwabbel-Bernd oder die verschlossene Kathleen.



Im Roman „Nichts mehr wie es war“, versucht das Autorenduo „Abigail Rock“ bestehend aus Vater und Tochter, konkrete Jugend-Konflikt-Situationen aus dem vom Neo-Faschismus verseuchten Osten darzustellen. Es geht um Vorurteile, Hass und Hetze, falsche Vorbilder und Manipulation.

Die Handlung spielt sich auf zwei Zeitebenen ab, auf der einen Seite geht es um den 17-jährigen Ralle, einen grellen Punk, der von zu Hause und auch aus Cottbus abhauen wollte, um dem täglichen Hass und dem Kampf zwischen Links und Rechts zu entgehen.
Im Mittelpunkt der acht Jahre später spielenden Geschichte steht der Junge Cedric, aufgewachsen in einer noblen Hamburger Ecke, der frisch und unbedarft in Cottbus eintrifft und sich dort erst einmal zurechtfinden muss. Seine Entwicklung ist wirklich spannend zu beobachten und die Szenen aus beiden Ebenen wechseln sich dabei stetig ab. Man fragt sich natürlich wie das alles zusammenhängt, das hebt die Spannung und man wird am Ende überrascht.

Der Schreibstil ist jugendlich frisch, liest sich gut und die Autoren bringen die Handlung auch sehr vorurteilsfrei herüber. Bildhaft werden im Buch erschreckende Szenen heraufbeschworen, die man sich auf diese Weise durchaus so vorstellen kann. Ein „Denn sie wissen nicht was ist tun“ des 21. Jahrhunderts mitten aus dem sozialen Brennpunkt Ost-Deutschlands.

Meiner Meinung nach ist dieser Roman ein großartiges Jugendbuch, das die Probleme im Ostens aufgreift und darstellt. Es zeigt aber auch generell die Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens, die Gefahren falscher Freunde, die Suche der Jugendlichen nach Anerkennung und Selbstfindung. Hat mit wirklich gut gefallen!

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Veröffentlicht am 24.01.2020

Drei Frauen in der Nachkriegswirren Ende 1918- recht unspektakulär

Die Frauen vom Alexanderplatz
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Drei Frauen, eine Stadt-Berlin Ende 1918
Der Erste Welt-Krieg ist vorüber und drei Frauen sind auf der Suche nach neuen Perspektiven.
Vera sieht ihre Zukunft in der Schneiderei ihres Vaters. Sie möchte ...

Drei Frauen, eine Stadt-Berlin Ende 1918
Der Erste Welt-Krieg ist vorüber und drei Frauen sind auf der Suche nach neuen Perspektiven.
Vera sieht ihre Zukunft in der Schneiderei ihres Vaters. Sie möchte eine Wiedereröffnung, muss aber mit ihrem fanatischen Bruder einen üblen Kampf ausfechten, denn dessen Herz schlägt für den Freikorps und das Militär, für das er selbst seine Familie und sein Erbe opfern würde…..
Hanna hat im Krieg als Hilfsschwester an der Front gearbeitet und möchte auch nach Kriegsende ihre Selbstständigkeit nicht mehr aufgeben. Verzweifelt versucht sie eine Ausbildung, als Krankenschwester zu finden und ihre Eltern zu überzeugen, das sie nicht verheiratet werden möchte…..
Fritzi reist vom Land und die Hauptstadt um ihren Verlobten ausfindig zu machen. Er ist nach dem Krieg nicht nach Hause zurückgekehrt und sie hofft ihn bei seinem Cousin Wolfgang zu finden….

Der historische Roman „Die Frauen vom Alexanderplatz“ von Elke Schneefuß, spielt in einem politisch interessanten und gefährlichen Zeitabschnitt, der Nachkriegswirren in der tief erschütterten Hauptstadt Berlin. Deshalb freute ich mich schon auf eine spannende und aufwühlende Geschichte aus der Sicht dreier junger Frauen, die dort ihr Glück versuchen und hoffte auf viel Drama, informatives politisches Hintergrundwissen und spannendes Zeitgeschehen.
Leider wurde meine Erwartungen nicht ganz erfüllt, die drei Damen kamen mir etwas zu blass daher und die Handlung plätscherte so dahin. Geschrieben ist der Roman gut verständlich, aber auch in einem etwas nüchternem und sachlichen Tonfall, mir fehlte es ein wenig an Gefühl. Trotz der vielen Dialoge, fehlte die Lebendigkeit, die Handlung wirkt auf mich irgendwie steif, trotz der bewegenden Zeiten und Geschehnisse.
Mit den drei Frauen Vera, Hanna und Fritzi bin ich daher nicht ganz warm geworden, alle drei wirken grandios naiv und sehr konstruiert, wenn ich sie mit meiner letzten Lektüre vergleiche, die sich in der gleichen Zeit bewegt und deren Protagonisten mich bei weitem mehr berührt haben.
Diese kritische Zeitspanne von zwei Monaten, könnte bei weitem fesselnder dargestellt werden, gerade was die politische Aufruhr betrifft, die wirklich nur am Rande eine Rolle spielen, vertreten durch den Bruder von Vera, der sich und seine Gesinnungswandel besser erklären könnte. Für die Brisanz der Lage entwickeln sich die Interaktion doch recht harmlos und werden zu schnell abgehandelt.
Der Buchtitel erschließt sich mir am Ende ganz und gar nicht, ich finde ihn überhaupt nicht passend.
Schade, bei mir sprang der Funke einfach nicht über, deshalb mein Fazit:
Eine interessante Zeit, drei parallel laufende ganz unterhaltsame Storys, mit einem netten Ende für alle drei beteiligten Frauen, das recht originell deren Zukunft aufzeigt:)
Zum Pageturner fehlte mir aber einfach der Kick. Insgesamt vergebe ich passable 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 19.01.2020

Großartiger Serienauftakt!

Die Ärztin: Das Licht der Welt
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Brandenburg, 1876-

Ricarda, die Tochter des Gärtners auf Schloss Freistetten, verliert bei einem Unglücksfall auf den zugefrorenen See ihre Schwester. Nur die Tochter des Grafen Florentine, kann sie ...

Brandenburg, 1876-

Ricarda, die Tochter des Gärtners auf Schloss Freistetten, verliert bei einem Unglücksfall auf den zugefrorenen See ihre Schwester. Nur die Tochter des Grafen Florentine, kann sie noch aus dem Eis retten! Aus Dankbarkeit ermöglicht die Komtesse Henriette, dem 13-jährigen Mädchen eine bevorzugte Ausbildung und nimmt Ricarda mit sich als Mündel nach Berlin. Ricarda liegt plötzlich eine völlig neue Welt zu Füßen.....

In diesem ersten Band der Serie “Die Ärztin-Das Licht der Welt”, von Autorin Helene Sommerfeld, findet ein Mädchen von Lande, ihre Berufung als Ärztin. Ein wenig dauerte es, bis Ricarda selbst begreift, was in ihr steckt;) nämlich über 550 Seiten voller Höhen und Tiefen. Die Zeiten sind nicht leicht, besonders für Frauen und insbesondere für die Tochter eines Gärtners! Doch Ricarda bleibt hartnäckig, sie ist eigensinnig und steht zu ihren Überzeugungen, auch wenn sie sich damit nicht immer beliebt macht. Das bekommt auch ihre Gönnerin die Komtesse zu spüren. Ein sehr ereignisreicher Roman, die Handlung ist mitreißend, so das man das Buch kaum aus der Hand legen kann:) Die Autorin überzeugt durch ihren bildhaften und lebendigen Schreibstil, es ist eine Freude in diese Epoche einzutauchen, um die Entwicklung der Medizin, die Rolle der Frauen und besonders Ricardas Entwicklung zur ambitionierten Ärztin mitzuerleben.

Bislang kannte ich schon den dritten Teil der Serie, in dem es um die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg und um Ricardas Tochter geht. Auch dieser Teil, der in den glanzvollen Jahren des Kaiserreichs spielt, hat mich ebenso begeistert, so das ich mir natürlich auch noch den Mittelteil der Geschichte besorgen muss;)
Absolute Leseempfehlung von mir!

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