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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.07.2019

Packender Thriller mit Gänsehautfeeling

Der Kinderflüsterer
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In Featherbanks verschwindet der kleine sechsjähriger Neil Spencer. Das Kind bleibt trotz intensivster polizeilicher Suche wie vom Erdboden verschluckt.
Der Polizist Pete Willis erinnert sich mit Schrecken ...

In Featherbanks verschwindet der kleine sechsjähriger Neil Spencer. Das Kind bleibt trotz intensivster polizeilicher Suche wie vom Erdboden verschluckt.
Der Polizist Pete Willis erinnert sich mit Schrecken an vergangene Fälle, denn in Featherbanks sind vor 20 Jahren schon einmal Kinder verschwunden, getötet vom „Kinderflüsterer“! Er hatte damals die Ermittlungen geleitet und den Täter Frank Carter hinter Gitter gebracht. Der Mann sitzt immer noch im Gefängnis, doch als Neils Mutter erzählt, das ihr Sohn vor seinem Verschwinden Angst vor einem flüsterndem Monster hatte, wird die Polizei hellhörig……

Das Debüt „Der Kinderflüsterer“ des britischen Autors Alex North ist als Geschichte angelegt, in der ein Autor seinem kleinen Jungen Jake die Handlung des Geschehens niederschreibt. Tom Kennedy und Jake ziehen neu in den Ort Featherbanks und werden unverhofft Teil der Ereignisse.
Dieses Konstrukt aus polizeilicher Ermittlungsarbeit und andererseits der Sichtweise eines alleinerziehenden Vaters ist eine interessante Darstellungsweise. Durch die abwechselnden Szenerien erfährt der Leser häppchenweise immer mehr Details und der Spannungsbogen bleibt auf einem kontinuierlichen Niveau angespannt.
Schon gleich zu Beginn als ein merkwürdiger Fremder, der sich den kleinen Jungen schnappt, startet das Buch mit einer richtig unter die Haut gehenden ersten Episode. Unterschwellig liegt über dem Buch sowieso eine düstere und geheimnisvolle Stimmung, die der Autor Alex North ganz gezielt und gekonnt aufbaut. Das hat bei mir in gewissen Abschnitten immer wieder für etliche Gruselmomente gesorgt.

Dieser Thriller von hat mich von der ersten Seite an gepackt, schon der Titel erzeugte Gänsehaut!
Einmal begonnen hat mich die Geschichte dann auch gleich in ihren Bann gezogen, daher kann diesen Thriller wirklich empfehlen, mich hat er sehr gut unterhalten.

Veröffentlicht am 09.07.2019

Unterhaltsam aufregend anderer Thriller

Something in the Water – Im Sog des Verbrechens
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Erin und Mark sind ein glückliches Londoner Paar! Mit Mark hat sie ihren Traummann gefunden, die beiden sind beruflich erfolgreich und zelebrieren mit Hingabe ihren Jahrestag, freuen sich auf ihre Zukunft ...

Erin und Mark sind ein glückliches Londoner Paar! Mit Mark hat sie ihren Traummann gefunden, die beiden sind beruflich erfolgreich und zelebrieren mit Hingabe ihren Jahrestag, freuen sich auf ihre Zukunft und wollen heiraten. Doch Mark kämpft schon seit längerem gegen die schwieriger werdenden Zeiten in der Finanzbranche und verliert durch eine dumme Aktion kurz vor der Hochzeit seinen Job. Erin merkt nicht, dass plötzlich ihr Leben mit Mark sich verändert.....



Der Debüt-Thriller "Something in the water" geschrieben von der englischen Autorin und Schauspielerin Catherine Steadman, startet mit einer bedrückenden „Beerdigungs-Szene“ in der Erin, der Hauptcharakter der Handlung ein Grab für ihren frisch angetrauten Mann schaufelt.

Sogleich fragt man sich natürlich “Was mag denn da nur vorgefallen sein!?”

In „ich“ Form erzählt uns Erin dann ihre ganze unglaubliche und wahrhaft erschütternde Geschichte!

Die Autorin versteht es hervorragend den Leser in Erins Gefühlswelt zu entführen. Ihre Handlungen und Reaktionen kamen mir absolut glaubhaft vor, auch wenn sie oft ein wenig abenteuerlich oder vielleicht naiv anmuten. Erins Nerven möchte man gerne haben;)

Der Spannungsbogen steigt kontinuierlich und die Möglichkeit sich mit der Protagonistin zu identifizieren ist gegeben, meiner Meinung eine absolut gelungene Eigenschaft dieses Thrillers. Erin entwickelt sich zu einer tragischen Heldin, man fühlt und leidet mit ihr!

Ein sehr interessantes und fesselndes Buch, mit einer gelungenen Auflösung und einer eigenen Energie am Ende, die mich gleichzeitig ein wenig amüsiert hat. Der Sog des Verbrechens ist absolut spürbar! Dieses Debüt hat mir gefallen und mich wirklich gut unterhalten.

Veröffentlicht am 09.07.2019

Nettes modernes Märchen

Der Geist von Cavinello d'Alba
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Die junge 25-jährige Konditorin Cornelia aus Essen übt ihren Job in Mattek’s Feinbäckerei aus. Ihr Chef ist ein ganz Lieber, von dem man viel Lernen kann. Aber der Sohn des Hauses Martin Mattek, geht ihr ...

Die junge 25-jährige Konditorin Cornelia aus Essen übt ihren Job in Mattek’s Feinbäckerei aus. Ihr Chef ist ein ganz Lieber, von dem man viel Lernen kann. Aber der Sohn des Hauses Martin Mattek, geht ihr dafür gehörig auf die Nerven! Überhaupt hat Cornelia nicht nur Probleme mit dem Junior, sondern auch ihr Freund Frank macht Probleme, hartnäckig versucht er sie zum Heiraten zu drängen. Als Cornelia diese Heiratsabsichten ihren Eltern eröffnet, sehen sich diese gezwungen das Geheimnis von Cornelias Geburt zu lüften, denn diese ist nur ihre Pflegetochter. Cornelias eigentlicher Name lautet nämlich „Donatella di Cavinello d’Alba“.....



Carolina Sesta hat mit ihrem Buch „ Der Geist von Cavinello D’Alba“ ein schönes modernes Märchen geschrieben. In der Hauptrolle die junge Konditorin Cornelia, aufgewachsen bei Pflegeeltern in Deutschland, wird unverhofft zur Erbin eines klangvollen Adelstitels, zu einer von und zu und erbt dazu auch noch ein altes Castello im Piemont. Der Roman ist eine moderne Aschenputtel Geschichte, nur das es am Ende nicht um einen Prinzen geht, sondern um Geldprobleme, Titeljäger und einen charmanten Geist.

Cornelia/Donatella ist eine ungewöhnliche Mischung aus deutscher Kleinbürgerlichkeit, gepaart mit einer ungewollten Unterwürfigkeit, die sie verzweifelt versucht abzusteifen! Sie versucht sich zu emanzipieren, ihr Geburtsrecht und ihre Wurzeln erforschen! Diese Verwandlung gibt der Story eine besondere Note und auch einen Grund sich zu amüsieren. Das Ende finde ich außergewöhnlich, zwar ein wenig fantastisch, aber auch wunderbar romantisch-märchenhaft:)


Eine nette unterhaltsame Geschichte, a la „Prinzessin aus dem Ruhrpott“;) gut zu lesen für zwischendurch. Hat mir gut gefallen hat!

Veröffentlicht am 08.07.2019

Einfach köstlich dieses Buch hab mich selten so sehr amüsiert wie mit den K&K-Schwestern

Manche mögen's tot
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Frühmorgens im Wald auf ihrer Pilzsuche, ertappt Kriemhild den stadtbekannten Politiker Giesing dabei, wie er seine Frau erschießt. Dummerweise wird sie seinerseits aber auch entdeckt und von ihm beschossen! ...

Frühmorgens im Wald auf ihrer Pilzsuche, ertappt Kriemhild den stadtbekannten Politiker Giesing dabei, wie er seine Frau erschießt. Dummerweise wird sie seinerseits aber auch entdeckt und von ihm beschossen! Währenddessen wird Kriemhild schon von ihrer Schwester Konny vermisst, ist sie doch die einzige in der Pension, die ein Frühstück vernünftig zubereiten kann! Wo treibt sich ihre Schwester bloß wieder herum....!?



Die Kriminalkomödie „Manche mögen’s tot“, ist nun schon der dritte Fall mit den kriminell neugierig schnüffelnden ungleichen Zwillingsschwestern Kriemhild und Konny und stammt aus der Feder von Autorin Tatjana Kruse.

Die skurrile Handlung und der Charme der Charaktere hat mich auch sofort wieder in seinen Bann gezogen. Am liebsten würde ich sofort als Gast in dieser Pension einziehen;) erlebt man dort doch die aufregendsten Sachen:)

Einen allzu ernsthaften Krimi sollte man nicht erwarten, sondern sich darauf freuen köstlich unterhalten zu werden! Zum Vorgänger, den ich auch schon genial kurios fand, steigert sich dieser Band, meiner Meinung nach, sogar noch!

Mein absolutes Lieblingszitat habe ich auch gefunden:))))

"Geh mit Problemen um wie ein Hund: Wenn du es nicht fressen und nicht damit spielen kannst, dann pinkele es an, und geh weiter!"

Man findet auch so etwas wie:

“ Ich mag Kinder! Gut durch und mit viel Soße.

(W.C. Fields)



Absolut gelungene Unterhaltung, skurril hoch drei, erfrischend und köstlich anders, mit viel Humor zum einfach mal ablachen:) Nach der Lektüre freut man sich schon auf weitere Abenteuer mit den taffen und liebenswerten Schwestern. Perfekt zum Abschalten im Urlaub oder auf der Couch. Bitte mehr davon!

Veröffentlicht am 23.06.2019

Historisches Konfliktpotential, im Diskurs mit Katharina der Großen

Die Zarin und der Philosoph (Sankt-Petersburg-Roman 2)
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Katharina die Große reißt im Jahre 1762 die Macht an sich, krönt sich selbst zur Zarin und sieht sich fortan als aufgeschlossene moderne Herrscherin. Mit ihr an der Spitze soll sich Russland zur Weltmacht ...

Katharina die Große reißt im Jahre 1762 die Macht an sich, krönt sich selbst zur Zarin und sieht sich fortan als aufgeschlossene moderne Herrscherin. Mit ihr an der Spitze soll sich Russland zur Weltmacht entwickeln. Um Inspiration bemüht begibt sie sich gerne mit klugen Köpfen, korrespondiert mit den Mächtigen ihrer Zeit, Herrschern wie Friedrich dem Großen, Voltaire, Denis Diderot und lädt sie ein an ihren Hof nach St. Petersburg zu kommen.
Der Preußenkönig schickt ihr den jungen Philosophen Stephan Mervier und seine junge Gattin Johanna, eine begabte Porträtmalerin.
In Russland zieht eine Zeit des Umbruchs heran, doch die Zarin zaudert, ihr fehlt es an Mut und sie will ihre Macht nicht teilen…..

Der historische Roman „Die Zarin und der Philosoph“ ist ein gelungenes Sittenporträt einer spannenden Epoche des 18. Jahrhunderts, aus der Feder von Martina Sahler. 
Die Zarin ist sich zwar der Zeit der Aufklärung und des gesellschaftlichen Wandels bewusst, kann ich jedoch nicht entschließen das bestehende russische Feudalsystem zu reformieren. Die Widerstände nehmen zu, auch wenn einige Reformen was Bildungsangebot und Fortschritt anbelangt verbessert werden. Katharina sieht sich gerne als Mäzenin und Förderin junger Talente, so nimmt sie auch ein begabtes kluges junges Waisenmädchen mit dem Namens Sophia auf, der sie all ihre Liebe schenkt. Doch gerade die Bildung ist es, die Hoffnung weckt und die Menschen über ihr Schicksal nachdenken lässt!
Mit ihren klug gewählten Figuren regt die Autorin eine geschickte Diskussion an. „Kann es eine friedliche Revolution geben!?“ 
Ihre historischen und fiktiven „Dichter und Denker“, geben dazu auf etlichen Seiten ihre Meinungen an. Ein Stoff, über den es sich Nachzudenken lohnt, denn auch heute noch stellen wir uns noch die Frage nach einer gerechten Welt! Der Schreibstil ist flüssig und gut zu lesen, die Handlung interessant gestrickt, detailreich ausgearbeitet und gut recherchiert.

Das Buch beschreibt eine spannende Epoche und eine sehr interessante historische Persönlichkeit, die sehr konsequent ihre Machtposition nutzt und ausbaut. Die Beschreibung Katharinas ist meiner Meinung nach sehr gut geglückt, letztendlich bleibt sie aber doch ein Kind ihrer Zeit, die zwar Gedanken der Freiheit zulässt, aber voller Angst vor Veränderung, durch Verlust von Macht gehemmt. Gerade am Ende wird dieser Zwiespalt gekonnt herausgestellt.
Ein tolles Buch für historisch und philosophisch begeisterte Leser, es hat mir gut gefallen.