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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.01.2019

Cold Case aus dem Norden, mit neuer heißer Spur

Tödliches Pilsum. Ostfrieslandkrimi
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Ein Auto wird aus dem Ems-Jade-Kanal in Ostfriesland geborgen, es ist der Dienstwagen des seit 5 Jahren vermissten Hamburger Biochemikers Robert Gerber. Kommissar Faber und seinem Team der Kripo Emden ...

Ein Auto wird aus dem Ems-Jade-Kanal in Ostfriesland geborgen, es ist der Dienstwagen des seit 5 Jahren vermissten Hamburger Biochemikers Robert Gerber. Kommissar Faber und seinem Team der Kripo Emden haben die Absicht den Fall neu aufzurollen. Der damals spektakuläre Entführungsfall, verlief nämlich im Sande. Trotz eines medienwirksamen Aufrufs durch seine Frau und Kinder, ist Gerber bislang nicht wieder aufgetaucht. Bei ihren Recherchen, stellt das Team Emden sogleich fest, es gab damals wohl grobe Ermittlungslücken und Fehler der Hamburger Kollegen. Der Fall Gerber führt plötzlich in eine ganz neue Richtung……

Der neue 4. Fall „Tödliches Pilsum“ von Autorin Elke Nansen, lässt die Kripo Emden/Leer mit Chefermittler Richard Faber in einem Alt-Fall ganz neue Erkenntnisse gewinnen! Das sympathische, ambitionierte Team um Faber, findet durch geschickte Kombinationsgabe neue kluge Ansätze, das Geheimnis um einen verschwundenen Familienvater zu lösen.
Trotz anstrengender Ermittlungsarbeit, bleibt im Buch auch etwas Zeit für die persönliche Seite der Kriminalbeamten, es „menschelt“ dabei, würde jetzt der Bayer sagen;)
Opa Knut sorgt dabei, mit seinem plattdeutschen Dialekt, für den nötigen Lokalkolorit im Krimi, damit auch der Humor nicht zu kurz kommt. Die kleinen Kabbeleien zwischen Kriminalhauptkommissar Ferber und seinen Freund Pathologe Dr. Schorlau machen auch richtig Freude und geben dem Krimi nötige Leichtigkeit, als Ausgleich zum Ernst der Handlung, die uns in den medizinischen Bereich führt! Der Fall bietet wirklich eine überraschende ungewöhnliche Auflösung. Er bleibt daher, durch seine aufregenden Wendungen und einen steigenden Spannungsbogen, bis zum Ende kontinuierlich spannend.
Das Buch überzeugt positiv, durch seinen flüssig zu lesenden Schreibstil und bietet einen hervorragend recherchierten Background.
Die Lektüre ist problemlos möglich, auch ohne die Vorgängerfälle zu kennen.

Mein Fazit: Ein klasse Regionalkrimi, mit einem interessanten Thema, großartigen Protagonisten und jeder Menge Spannung. Absolut gelungene kriminelle Unterhaltung, deshalb klare Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 03.01.2019

Nette Romanze in NY

Bad Bachelor
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Als plötzlich die neue Männerbewertungsapp „Bad Bachelor“ in den sozialen Netzwerken auftaucht, scheint es mit dem Ruf und der Karriere des erfolgreichen New Yorker Womenitzer und PR-Agenten Reed McMahon ...

Als plötzlich die neue Männerbewertungsapp „Bad Bachelor“ in den sozialen Netzwerken auftaucht, scheint es mit dem Ruf und der Karriere des erfolgreichen New Yorker Womenitzer und PR-Agenten Reed McMahon steil bergab zu gehen.
Unglaublich viele Frauen stellen mit ihren negativen Bewertungen und Kommentaren, den gut aussehenden Junggesellen an den Pranger und er mutiert zum meist gehassten Mann der Stadt. Während PR-Mann Reed nun um sein eigenes Image kämpfen muss, verarbeitet die tief enttäuschte junge Bibliothekarin Darcy gerade den Frust um ihre geplatzte Hochzeit, mit Männern geht sie nur noch vorsichtig um! Als die beiden Singles zunächst beruflich aufeinander stoßen, fliegen erst einmal die Funken, den auch Darcy hat sich diese App heruntergeladen……

Der Roman „Bad Bachelor“ der Autorin Stefanie London ist eine wirklich amüsante und unterhaltsame Geschichte und zeigt auf, welche Überraschungen in der schönen neuen digitalen Welt durch Bewertungs-Apps auf uns warten können. Es geht um Mobbing, Verbreitung von Unwahrheiten und Diffamierungen, mit denen der bedauernswerte Protagonist hier zu kämpfen hat. Das Reed McMahon bislang kein Unschuldsengel war, ist selbst ihm klar, doch dass die Frauenwelt hat sich derartig gegen ihn verschworen hat, findet er nicht gerade glaubwürdig!

Der Schreibstil der Autorin ist angenehm, für meinen Geschmack beinahe ein wenig zu detailliert und ausufernd. Die zwei Hauptcharaktere sind sympathisch (besonders Reed;) dargestellt und die Chemie zwischen den beiden spürbar, doch ihr Geplänkel streckenweise etwas zu langatmig für meinen Geduldsfaden. Die Idee zur Story dagegen fand ich großartig erdacht, ein tolles Thema mit ernsten Hintergrund. Das Buch ist Auftakt einer Trilogie um das Mädchen Darcy und ihre beiden besten Freundinnen.


Der Roman hat mich gut unterhalten, Romantik, Sex, Gefühl, alles vorhanden. Toller Schauplatz, verlockendes Cover!
Geschichten aus New York sind einfach cool;)

Veröffentlicht am 30.12.2018

Aufregender spannender Krimi mit tierischen Kronzeugen

Das Extrawurscht-Manöver
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Der Augsburger Privatdetektiv und Ex-Polizist Sven Schäfer bekommt von der steinreichen und bildschönen südafrikanischen Schmuckhändlerin Rebecca Trondhoff den Auftrag ihre verschwundene Assistentin Iris ...

Der Augsburger Privatdetektiv und Ex-Polizist Sven Schäfer bekommt von der steinreichen und bildschönen südafrikanischen Schmuckhändlerin Rebecca Trondhoff den Auftrag ihre verschwundene Assistentin Iris Gulden ausfindig zu machen.

Als Sven schließlich einer Spur folgt, findet er leider nur eine tote Iris vor, einen flüchtigen Mörder, der ihm entwischt und dazu einen tierisch verfressenen Zeugen, einen Mops! Verzweifelt ruft er seine Ex-Kollegin Kommissarin Elsa Dorn um Hilfe…..



Der schwäbische Lokalkrimi „Das Extrawurscht-Manöver“, von Autor Franz Hafermeyer ist schon der dritte Fall für das zwar ungewöhnliche, aber sehr sympathische Augsburger Ermittlerteam Sven Schäfer und Elsa Dorn.

Die beiden haben es mit einem wirklich haarsträubenden Fall zu tun, dessen Weg mit einigen Opfern gepflastert ist. Aber Sven und Elsa kämpfen mit allen Mitteln, um die Wahrheit zu ergründen. Es ist nicht immer leicht, besonders für Elsa mit ihrem kritischen nervigen Chef und ihrer neugierigen Mutter im Nacken.

Ein angenehm flüssig zu lesender Schreibstil, dazu ein kontinuierlich ansteigender Spannungsaufbau, lassen die Zeilen nur so dahinfliegen.

Für Humor ist gesorgt, er kommt in Gestalt eines niedlichen Hundes, dessen Gestalt auch das Cover ziert. Auch die ein oder andere Situationskomik lockert die Geschichte auf. So werden die sehr ernsten Themen um Menschenhandel, Prostitution und mafiöse Strukturen ganz ohne Klamauk gekonnt aufgelockert.



Ein wunderbar rasanter Krimi, mit nur dezentem Lokalkolorit, der mich vom Anfang bis zum Ende gefesselt hat!

Das tolle Protagonisten-Team Schäfer/Dorn, macht auch Lust auf die Vorgängerbände, die ich mir sicherlich auf meine Wunschliste setzen werde. Großartige spannende Krimi Unterhaltung, die ich wirklich nur empfehlen kann:)

Obacht, die etwas gruseligen Tötungsmethoden sind nicht für schwache Nerven!

Veröffentlicht am 27.12.2018

Wortpoesie vom Feinsten

Der Wortschatz
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Ein kleines Wort, wird von Stimmbändern verschluckt und verliert dabei sich und seine Bedeutung. Nachdem es ausgesprochen wird, fällt es in Ohnmacht und weiß nicht mehr, wie seine Buchstaben lauten. Zum ...

Ein kleines Wort, wird von Stimmbändern verschluckt und verliert dabei sich und seine Bedeutung. Nachdem es ausgesprochen wird, fällt es in Ohnmacht und weiß nicht mehr, wie seine Buchstaben lauten. Zum Glück landet es bei der Dichterin und dem Denker, die es gesundpflegen und aufmuntern. Um sich selbst wieder zu finden, begibt sich das Wörtchen auf eine abenteuerliche Reise…..

Wie schon der Titel „Der Wortschatz“ des Buches verspricht, befindet sich im Inneren, unter dem ganz liebevoll gestalteten Umschlag, mit dem haptisch fühlbaren Titel, ein wundervoller kleiner Schatz aus Geschichten und Wortpoesie, geflossen aus der Feder des Debütanten Elias Vorpahl.
Die Geschichte ist mit bezaubernden Illustrationen und Initialen verziert, gestaltet von der Münchner Künstlerin Julia Marie Stolba.


Märchenhafte Fantastereien a la Michael Ende lassen eine fantasievolle Welt der Worte und Sprache entstehen, die einen konzentrierten Leser erwartet, der ein Buch nicht eben schnell verschlingen, sondern ihm Aufmerksamkeit und Fürsorge schenken will!
Wortgewandt verzaubert Autor Elias Vorpahl den Leser und entführt ihn in ein magisches Land der Buchstaben und Wörter, in dem er diese agieren lässt. Anspruchsvolle Spielereien mit Artikeln, Wortpaaren, Bedeutung, Umstellung und Zweideutigkeiten.
Wenn man sich darauf einlässt, kann man die großartigsten Wortspielereien erleben und erfahren, auch wenn man ab und an einen Satz zweimal lesen muss, um den versteckten Sinn dahinter zu entdecken;)

Ein Büchlein mit Sprachakrobatik, für Liebhaber von kleinen Geschichten, Sprachpoesie, Wortspielerei und deren tieferer Sinn und Deutung.
Grandiose und einzigartige Lektüre, die mich begeistert und sehr gut unterhalten hat:)

Veröffentlicht am 22.12.2018

Historisch bewegender Münchener Krimi, aus den stürmischen 20er Jahren

Herbststurm
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Während der Münchener Kommissär Reitmeyer nach Mördern fahndet, wird sein Schulfreund Rechtsanwalt Sepp Leitner von einer reichen Exil-Russin beauftragt, nach deren Tochter zu suchen. Beide führen ihre ...

Während der Münchener Kommissär Reitmeyer nach Mördern fahndet, wird sein Schulfreund Rechtsanwalt Sepp Leitner von einer reichen Exil-Russin beauftragt, nach deren Tochter zu suchen. Beide führen ihre Recherchen tief in die Abgründe der damaligen politischen Gruppierungen. Revolutionieren Freicorps, Exilmonarchisten und auch linke kommunistische Gruppierungen. In den 20er Jahren ist Politik keine leichte Sache. Sind ihre Fälle etwa miteinander verwoben!?



Der Kriminalroman „Herbststurm“ von Autorin Angelika Felenda ist nach der „Der eiserne Sommer“ und Wintergewitter“ der dritte Band einer Serie mit Kommissär Reitmeyer, der im historischen München der 20er Jahre spielt. Damals keine einfache Zeit, Verschwörungen, Putschversuche und die unterschiedlichsten politisch extremen Richtungen, die allesamt miteinander kollidieren.

Das muss der Kommissär am eigenen Leib erfahren, gerät er doch zunehmend mit der politischen Abteilung im Polizeipräsidium in Konflikt, je tiefer er versucht die Strukturen eines merkwürdigen rechten Bundes „Treu-Oberland“ zu ergründen. Gekonnt sind in der Geschichte Fiktion mit Historie verbunden. Die Protagonisten Reithuber, dessen Freund Sepp Leitner, die Ärztin Caroline und der Kriminalassistent Radler sind wirklich treffend charakterisiert und sehr sympathisch.

Ein flüssig zu lesender Schreibstil unterstützt den Lesefluss, auch der Spannungsbogen bleibt während der Story kontinuierlich angezogen und man muss schon ein wenig aufpassen, während sich die Geschichte entwickelt, da die Verhältnisse nicht gerade unkompliziert sind. Der Leser erfährt viel über die damaligen Verhältnisse, Politik und das Münchener Stadtleben. Auch in den Anmerkungen am Ende kann man noch interessante Informationen zur damaligen politischen Lage lernen.

Als ortskundige und langjährige Münchener Innenstadtbewohnerin lag mein Focus besonders auf den Beschreibungen des damaligen Stadtbildes, eine Zeitreise, die ich wirklich großartig fand.

Als Thriller würde ich das Werk nicht gerade betrachten (wie auf der Rückseite charakterisiert), sondern schon ehr als historischen Kriminalroman, mit ein bisserl Münchener Lokalkolorit und 20er Jahre-Flair gewürzt. Auch ohne seine Vorgänger zu kennen ist das Buch hervorragend zu lesen und hat mich großartig unterhalten.