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Veröffentlicht am 13.04.2026

Was treibt dich bis zum Äußersten? Was hält dich vom Äußersten ab?

Zugvögel
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Franny, ist in sich selbst gefangen, mit den Bürden die sie sich im Laufe ihres Lebens auferlegt hat. Und doch ist Franny ein Freigeist, der nichts mehr widerstrebt als gefangen zu sein, in einem Raum, ...

Franny, ist in sich selbst gefangen, mit den Bürden die sie sich im Laufe ihres Lebens auferlegt hat. Und doch ist Franny ein Freigeist, der nichts mehr widerstrebt als gefangen zu sein, in einem Raum, an einem Ort, in einer Situation.

Franny liebt das Meer, ist mit ihm verbunden und sie liebt Vögel, seit ihrer Kindheit. Eben diese Liebe verbindet sie mit ihrem Mann, dem sie seinen Lebenstraum erfüllen will. Sie will beweisen das die Küstenseeschwalben nicht ebenso ausgestorben sind, wie viele der Tierarten in der Welt in der sie mittlerweile lebt.

Franny begibt sich auf eine Reise, von ihren Wanderfüßen getragen, findet sie die Schwalben und folgt ihr auf ihrem Zug rings um den Globus. Nichts ahnend, dass das Ende dieser Reise anders sein wird als sie es für sich geplant hat. Nicht ahnend, dass sie außer den Vögeln sich selbst findet, inneren Frieden. Nicht ahnend wie weit sie bereit sie bereit ist zu gehen und dass das Äußerste, was sie sich vorstellt und bereit ist zu tun, nicht annähernd das ist was sie am Ende erwartet.

Dieses Buch ist ein emotional und mental konstruiertes Meisterwerk. Man versinkt in Frannys Gedanken, in ihrer Vergangenheit, ihrer Gegenwart und fragt sich was die Zukunft mit ihr anstellen wird. Über all diese Gedanken hinaus, stellt das Buch auch gesellschaftliche Fragen, Fragen die sich die Protagonistin für alle Leser stellt und jeder für sich selbst beantworten muss.

Ich muss denke ich nicht erwähnen, das ich jedem empfehle es zu lesen, wenn sich die Möglichkeit bietet.

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Tragisch schön

Der Fährmann
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Das Buch ist gespickt mit kleinen Zwischenkapiteln die immer mit „Anderswo“ betitelt sind und eben mit einem solchen beginnt das Buch. Man wird sofort mit einem sich anbahnenden Unglück konfrontiert und ...

Das Buch ist gespickt mit kleinen Zwischenkapiteln die immer mit „Anderswo“ betitelt sind und eben mit einem solchen beginnt das Buch. Man wird sofort mit einem sich anbahnenden Unglück konfrontiert und somit auch mit der Struktur des Romans, immer damit rechnen zu müssen, dass dieser seltene schöne Moment, diese idyllische Ruhe, das friedlich geführte Gespräch in etwas mündet, das nicht gut endet.

Am Anfang lernen wir die vier Hauptprotagonisten kennen und mit ihnen gefühlt auch das halbe Dorf bzw. die halben Dörfer, denn es dreht sich schließlich um zwei, die direkt an der Grenze von Österreich und Deutschland liegen, getrennt durch die Salzach, einzig verbunden durch die Fähre. Man wird als Leser schnell mit den gesellschaftlichen Normen und Gepflogenheiten konfrontiert & eben auch mit der Ungerechtigkeit die daraus hervorgeht.

Das Buch ist nicht zimperlich mit dem Leser, kaum schöpft man etwas Hoffnung, das die Brutalität endet und man sich der romantischen Vorstellung hingeben könnte, wird der Moment in die Realität zurückgeholt. Trotzdem liest man weiter, so wie man vielleicht an das Gute in jedem Menschen glaubt, will man das Gute in dem Buch erreichen, das versöhnliche Ende, das doch kommen muss, bei all der Grausamkeit und dem Leid, was die Leute erleben. Ob es dies gibt, muss jeder selbst erfahren bzw entscheiden, ob es ein Ende ohne Schrecken oder doch ein Schrecken ohne Ende ist oder Beides ist, sein kann.

Das Setting an der Salzach fand ich wundervoll gewählt, tatsächlich hatte ich mehr als einmal das Gefühl, das der Fluss sinnbildlich für Mehr steht, für die Gesellschaft, die ebenfalls nicht ausbrechen kann, wie der Fluss es nicht aus seinem Flussbett schafft, wie es in den Menschen brodelt, so wie auch die Strömungen unter der Oberfläche sprudeln. Vielleicht kann mir Regina Denk beantworten ob dieser Eindruck ein bißchen wahr ist?

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Veröffentlicht am 29.03.2026

(K)ein Sachbuch

Ein Date mit deinem Gehirn
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„Wer wir sind, ist ein Echo all dessen, was vor uns war.“ S.10, 1. Kap.

Dieses Buch war für mich kein klassisches Sachbuch & vor allem ist es kein Buch, was man abends vor dem Fernseher wegsnackt, dafür ...

„Wer wir sind, ist ein Echo all dessen, was vor uns war.“ S.10, 1. Kap.

Dieses Buch war für mich kein klassisches Sachbuch & vor allem ist es kein Buch, was man abends vor dem Fernseher wegsnackt, dafür ist es viel zu komplex. Es Reihen sich Fakten & Fachwörter aneinander, was sich vielleicht erahnen lässt, wenn man bedenkt, dass der Autor zwei Doktortitel trägt. Und doch hat er ein Buch geschaffen, in dem ich mir so viele Stellen wie in keinem anderen Buch markiert habe. Die Kapitel sind gespickt mit metaphorischen & philosophischen Sätzen, die einem das ganze Thema gedanklich näherbringen, zum nachdenken anregen & auch dabei helfen, die ganzen Fachtermini besser zu verstehen.

„Wir leben nicht in einer Welt von Datenpunkten, sondern in einem Raum des Sinns.“ S. 207

Dieses Buch zeigt sehr eindrücklich, zu was unser Gehirn, nach Millionen von Jahren der Evolution fähig ist. Es beschreibt & erklärt Mechanismen die wir zwar spüren, aber selbst heute nicht vollständig wissenschaftlich erklären können, was uns prägt, was ein lebenlang Einfluss auf uns hat, was umgelernt werden kann & was vielleicht für immer in uns bleibt. Es zeigt das Wechselspiel zwischen Umwelt & unserem Inneren. Was die Nutzung von KI mit unserem Gehirn macht & somit mit unserem Inneren, warum man sie mit Bedacht nutzen sollte & was sie uns für Möglichkeiten bietet.

„Nicht die Ki ist das Problem, sondern unsere Bereitschaft, uns von ihr das Denken abnehmen zu lassen.“ S. 199

Dieses Date mit dem Buch, mit seinem Gehirn, empfehle ich jedem. Es verändert den Blickwinkel, auf vieles was uns Selbstverständlich ist, auf Dinge die wir nicht verstehen & auf Dinge, die wir glauben längst verstanden zu haben.

„Auf das, was ist, nicht auf das, was noch sein muss.“ S. 148

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Veröffentlicht am 21.03.2026

Meer, Magie & Märtyrer

Die Seehexen von Positano
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Mari und Haven, zwei starke Frauen, getrennt durch 200 Jahre Geschichte, eine Geschichte die sich an einem wundervollen und magischen Ort am Meer vereint – Positano an der Amalfiküste. Mari eine strenghe ...

Mari und Haven, zwei starke Frauen, getrennt durch 200 Jahre Geschichte, eine Geschichte die sich an einem wundervollen und magischen Ort am Meer vereint – Positano an der Amalfiküste. Mari eine strenghe ist mit dem Meer auf eine Weise verbunden die über hunderte, tausende Jahre weitergegeben wurde und doch hadert sie mit dem Meer und dem Leid welches es ihr schon mehrfach zugefügt hat. Haven hat ebenfalls Leid erfahren, durch die raue Naturgewalt, aber schöpft hieraus Kraft und verliert ihre Liebe zum Meer und Tauchen nicht, im Gegenteil.

Der Roman knüpft eine Zeitbrücke zwischen den beiden Frauen und ihrem Leben, lässt den Erzählstrang nebeneinander her fließen und bringt so Stück für Stück Details ans Licht, die den Weg der Zukunft beeinflussen. Der Schreibstil ist sehr harmonisch und fließt regelrecht dahin, was es sehr angenehm macht das Buch zu lesen. Einiges kann man während des Lesens zwar schon erahnen, was das Buch nicht zu einem klassischen Pageturner macht und trotzdem gelingt es der Autorin mit kleinen Feinheiten die Gedanken zu komplettieren. Ein Buch das man in den nächsten Urlaub am Meer mitnehmen und während man Wellenrauschen im Ohr hat, lesen sollte.

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Veröffentlicht am 21.03.2026

„Einen schlechten Tag noch“ – Kap. 15 S. 157

Eine Frage der Chemie
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… wird kein Mensch haben der dieses Buch liest. Ein Buch über Elizabeth Zott, Chemikerin, TV Köchin, ihre kleine Tochter, ihr absolutes Mini-Me und den Familienhund, der schlauer zu sein scheint als einige ...

… wird kein Mensch haben der dieses Buch liest. Ein Buch über Elizabeth Zott, Chemikerin, TV Köchin, ihre kleine Tochter, ihr absolutes Mini-Me und den Familienhund, der schlauer zu sein scheint als einige Menchen es sind.

Ich spare mir die Zeit ausführlich über den Inhalt des Buches zu berichten, den sich jeder selbst erlesen sollte und weil ich es selbst nicht mag, Dinge zu lesen, die weit über den Klappentext hinausgehen.

Was ich mir nicht spare, eine Lobeshymne auf Bonnie Garmus für die Erschaffung des Romans und somit auch der Figur Elizabeth Zott. Mit ihr wurde eine Protagonistin geschaffen, die einem nur in ihrem Bann ziehen kann. Sie ist rational ehrlich, auf eine Weise, an der sich viele ein Beispiel nehmen könnten. Sie hinterfragt nicht ob, es sich gehört gewisse Dinge auszusprechen, sie formuliert Tatsachen, enthüllt damit gesellschaftliche Widersprüche und das in einer Zeit, wo Frauen einem bestimmten Rollenbild entsprechen sollten. Ihre Andersheit sorgt ungewollt für einige Schmunzler über doch Recht ernste Themen und trifft damit genau den Geist des Lesers.

Übersetzt von: Ulrike Wasel & Klaus Timmermann
(ohne sie wäre das Buch für viele nicht lesbar, was fast eine Tragödie wäre, danke dafür)

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