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Veröffentlicht am 13.06.2026

Die Mutsch macht Urlaub?

Pina fällt aus
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Ein Satz, eine Frage, eine Aussage! Ein Alternativ-Titel? Pina, alleinerziehende Mutter & obwohl ihre Person titelgebend ist, spielt sie nur eine untergeordnete Rolle, denn Pina fällt aus! Aus all ihren ...

Ein Satz, eine Frage, eine Aussage! Ein Alternativ-Titel? Pina, alleinerziehende Mutter & obwohl ihre Person titelgebend ist, spielt sie nur eine untergeordnete Rolle, denn Pina fällt aus! Aus all ihren Pflichten, die sich um das Muttersein, die Versorgung & den Alltag um Leo drehen.

„Leo, 20, Hansastraße 22, ich werde Busfahrer.“ Sohn, Autist, arbeitet in der Werkstatt, zu der er täglich mit dem Bus gefahren wird. All das könnte Leo sagen, tut er aber nicht. Leos Kopf funktioniert anders, Leo kommuniziert anders, in Fragen die für ihn Aussagen sind. Leo braucht Routinen, damit er ruhig bleibt, damit in seinem Kopf kein Chaos entsteht.

„Zola, 18, nein 16, Hansastraße 22, Versagerin.“ Ist für mich die tragende Figur in diesem Buch. Sie nimmt sich Leo am meisten an & will zeigen, dass sie das kann. Sie, die von ihrem Vater in sein Mietshaus gesteckt wurde & bis zum Ausfall von Pina in ihrem eigenen Tag-Nacht-Rhythmus lebt.

„Inge Russeck, 86, Hansastraße 22, geht nicht mehr einkaufen.“ Soll wie jede Woche kurz auf Leo aufpassen, damit Pina einkaufen gehen kann. 1 bis 1,5 h länger nicht, das ist eine von Leos Routinen, die an Tag X so erstmals durchbrochen wird.

„Wojtek Borszcykowski, 34, Hansastraße 22, macht Home office.“ Tatsächlich kommt er Mentalität von Leo am nächsten. Trotz oder gerade deshalb, muss er von den beiden Damen in seine Rolle geschupst werden.

„Drei Vögel für Leo“ nennt sich die Gruppe, die nach dem Pina vom Einkaufen nicht zurückkommt, sich um den eigentlich erwachsenen Leo kümmert.

Dieses Buch zeigt wundervoll auf, was wir zu leisten im Stande sind, wenn wir wollen, die Frage stellt sich aber auch, ob wir denn müssen? Zwischenmenschlich ein feinfühliges Werk über Unterschiede, Vorurteile, Inklusion, Verständnis & ein miteinander das möglich ist, wenn jeder einmal nicht nur an sich selbst denkt.

Dieses Buch war für mich kein Highlight, aber ein schönes Buch, was sich mit ernsten Themen auf eine Art beschäftigt, dass ich auch jetzt noch über einzelne Passagen nachdenke. Danke an Vera Zischke für diese Zeilen.

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Veröffentlicht am 13.06.2026

Wie Ödnis so einen Sog erzeugen kann?

Ich, die ich Männer nicht kannte
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Einem über 30 Jahre alten BookTok-Hype konnte ich mich nicht entziehen. TikTok gibt es noch nicht so lange, denken jetzt einige. Das stimmt, aber den Roman „Ich, die ich Männer nicht kannte“ von Jacqueline ...

Einem über 30 Jahre alten BookTok-Hype konnte ich mich nicht entziehen. TikTok gibt es noch nicht so lange, denken jetzt einige. Das stimmt, aber den Roman „Ich, die ich Männer nicht kannte“ von Jacqueline Harpamnn, welcher 1995 erstmals erschienen ist & dank TikTok eine Wiederbelebung erfahren hat. Ich kann Marie-Luise Goldmann nur zustimmen, die am 9. März 2026 (welch Zufall, dass das mein Geburtstag ist) in Welt am Sonntag meinte: „… vermutlich das Beste, was TikTok je angestoßen hat!“

„Mir fehlen wohl einige der Erfahrungen, die einen erst zum Menschen machen.“ S. 133

Was ist so besonders an dieser Dystopie? Alles & Nichts könnte man sagen. 39 Frauen & 1 Mädchen gefangen in einem unterirdischen Käfig, einem künstlichen Zeitrhythmus ausgesetzt, Tag für Tag eine Routine, die sie selbst nicht beeinflussen können, bewacht von Männern, die nicht sprechen, aber alles sehen. Ein Ereignis was den Frauen & dem Mädchen zur Flucht verhilft. Eine Flucht wohin?

Der Roman erzählt eindringlich & doch mit einer Ruhe, wie es den Frauen & der Kleinen im Käfig als auch in der Außenwelt ergeht. Eine Außenwelt, die anders ist, als Alles was die Frauen kannten, die Kleine, im Käfig aufgewachsen kannte Nichts. Weites Land, Ödnis …

„Sie fragte sich, wann wie begriffen hatten, dass wir im Freien genauso ausweglos gefangen waren wie hinter den Gittern des Käfigs.“ S. 142/143

Der Klappentext verrät Alles & Nichts. Der Roman wirft viele Fragen auf, die sich jeder selbst beantworten muss. Was macht Menschsein aus? Ist es das, was die Gesellschaft aus uns macht? Was wären wir ohne andere Menschen, ohne gewohnten Alltag, ohne das Leben selbst? Ist es angeboren, entwickelt es sich natürlich? Kann es verkümmern, wenn man es nicht auslebt? Kommen Emotionen ohne zwischenmenschliche Interaktion überhaupt auf?

„Zeit ist etwas Menschliches“ S. 210

Dieses Buch darf zu keiner Zeit wieder in Vergessenheit geraten. Es ist ein außergewöhnliches Werk & schade, das die Autorin den verspäteten Ruhm nicht mehr erleben kann.

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Veröffentlicht am 10.05.2026

Zwei Realitäten, die ein Riss trennt

Solange ein Streichholz brennt
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Kein anderer Satz in diesem Buch, beschreibt die Kluft zwischen den Leben von Alina & Bohm, von arm & reich, von ein Heim haben & obdachlos sein, besser als dieser.

Christian Huber hat mit diesem Werk ...

Kein anderer Satz in diesem Buch, beschreibt die Kluft zwischen den Leben von Alina & Bohm, von arm & reich, von ein Heim haben & obdachlos sein, besser als dieser.

Christian Huber hat mit diesem Werk eine besondere Geschichte geschaffen, eine Geschichte über Menschen die unterschiedlich nicht sein könnten & doch Menschen sind, die etwas eint, außer das Mensch sein an sich, dem Gefühl nicht genug zu sein, den Sorgen, die wohl ein jeder mit sich trägt.

Der Roman beschreibt auf eine zarte & gleichzeitig ungeschönte Art & Weise wie es Menschen in unserer Gesellschaft ergeht, wenn sie durch das Raster fallen, welchen Vorurteilen sie ausgesetzt. Vorurteile die manche scheinbar vergessen lassen, dass auch sie in diese Lage kommen könnten, Vorurteile die manche vergessen lassen, dass es sich auch hier um Menschen handelt.

Langsam & durch ihre inneren Unsicherheiten geleitet, nähern sich Alina & Bohm in der Geschichte immer näher an. Menschlich ist dies sehr schön beschrieben & die Gedanken die beide haben, zeigt nur einmal mehr wie ähnlich sie sich sind, trotz der gesellschaftlichen Unterschiede. Trotzdem fand ich die erste Hälfte des Romans besser, als die zweite. Die Beschreibung von Bohms Leben auf der Straße, was eigentlich eine Woche im Zuge einer Reportage begleitet werden soll, wich immer mehr den zwischenmenschlichen Annäherungen. Das war schön zu lesen, jedoch hätte ich mir gewünscht, dass die Reportage und damit verbundenen Sequenzen im ganzen Buch ihren Stellenwert gehabt hätten.

Das sind jetzt first-life-problems & jammern auf hohem Niveau, bei einem Thema was so facettenreich in ein Buch gesteckt wurde.

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Veröffentlicht am 10.05.2026

Braucht dieses Buch eine Triggerwarnung?

Die Namen
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Vorweg, ich habe dieses Buch voller Begeisterung gelesen! Obwohl ich dies beinahe nicht getan hätte, da mich der Klappentext nicht abgeholt hat. Danke für Empfehlung, das in diesem Buch so viel mehr steckt.

Das ...

Vorweg, ich habe dieses Buch voller Begeisterung gelesen! Obwohl ich dies beinahe nicht getan hätte, da mich der Klappentext nicht abgeholt hat. Danke für Empfehlung, das in diesem Buch so viel mehr steckt.

Das Buch beginnt mit der Geburt von Bear, Julian & Gordon. Keine Drillinge, auch nicht zufällig am selben Tag geborene Kinder, sondern ein Mensch, der in drei parallel verlaufenden Handlungssträngen mit unterschiedlichen Namen, Entscheidungen, Situationen aufwächst & erwachsen wird. Der erwachsen wird trotz eines Vaters der nicht „nett“ ist …

Da bin ich auch schon beim Kern der Sache. Der Inhalt polarisiert. Beim Lesen bin ich gehäuft über Beiträge & Stimmen gestoßen, die finden, dass es hier eine Triggerwarnung gebraucht hätte. Für alle, die das Buch noch nicht gelesen haben, kurz ohne zu spoilern, häusliche Gewalt ist ein großes Thema in diesem Roman.

Ich musste über diese Forderung nachdenken, verstehe auch den Hintergrund. Seitdem schwirrt mir Einiges dazu im Kopf herum. Ist es vielleicht richtig nicht vor Allem zu warnen, um ein Thema, vor dem gesellschaftlich auch gerne mal die Augen verschlossen werden, weil es einen selbst nicht betrifft & man somit die Negativität, die real ist, nicht einfach wegschieben kann? Fangen wir an vor Allem warnen zu wollen & irgendwann zu müssen? Ich überspitze jetzt mal. Gehen wir in ferner Zukunft ins Museum & die Exponate sind verhangen, mit Hinweisschildern versehen, weil es gegebenenfalls Dinge zeigt, die aufwühlen könnten? Ist der Zeitgeist, dass wir entstehende Emotionen, vor dem Entstehen einen Riegel vorschieben? Wäre eine Ausweitung der Altersbeschränkung eine Alternative? Ich könnte die Gedanken ewig weiterführen, leider lässt die Zeichenbegrenzung das nicht zu …

Nicht das ich für unsensibel & empathielos gehalten werde. Ich habe leider im Bekanntenkreis auch eine Person (hoffe das es nur eine ist & war), die über Jahre ein Opfer war. Ich bin dankbar, dass in der Vergangenheitsform schreiben zu können. Hier habe ich die Erfahrung gemacht, dass eine Thematisierung sicherlich nicht einfach ist, aber schlimmer ist, das Schweigen!

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Veröffentlicht am 10.05.2026

Kala hat mich in ihren Bann gezogen

Kala
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Dieses Buch hat mich von Anfang an interessiert, das Cover, der Klappentext haben mich sofort abgeholt. Der erste Eindruck, das könnte mal wieder ein Buch sein, das ein so sehr geliebtes Lesegefühl weckt, ...

Dieses Buch hat mich von Anfang an interessiert, das Cover, der Klappentext haben mich sofort abgeholt. Der erste Eindruck, das könnte mal wieder ein Buch sein, das ein so sehr geliebtes Lesegefühl weckt, das ich das Buch nicht so schnell lesen kann wie ich gern wöllte und wiederum gar nicht möchte das es so schnell vorbei ist.

Dann die ersten 100 Seiten, ich war nicht enttäuscht, eher etwas entrüstet, weil es mich noch nicht so gefesselt hat, wie ich es mir erhofft hatte. Etwas fehlte mir noch, der Spannungsbogen hatte sich noch nicht so aufgebaut, die Charaktere alle schön vorgestellt & nahmen in meinem Kopf Gestalt an & doch wirkte es, etwas zu sehr konstruiert, es fühlte sich noch nicht leicht an.

Dann der Kipppunkt, der Switch, der Twist, die Eigendynamik hatte mich gecatcht. Der Wechsel zwischen Gegenwart & Vergangenheit von Helen, Musch & Joe, die Erzählung aus den unterschiedlichen Perspektiven der Protagonisten im Hier & Jetzt, wundervoll verknüpft mit Erinnerungen und Rückblenden. Fragen entstehen im Kopf, werden beantwortet, werden offengelassen. Details kommen ans Licht, werden angedeutet, Mutmaßungen die im Raum stehen …

Kurzum, Kala als Buch hatte mich fest in der Hand, so wie sie als Figur ihren Freundeskreis in ihren Bann gezogen hat. Kolin Walsh hat hier eine Geschichte konstruiert, aufgespannt & mir präsentiert, die ein wundervolles Lesegefühl hervorgerufen hat. Trotz der Startschwierigkeiten war es ein innerliches Blumen pflücken es zu lesen. Die Frage nach der Leseempfehlung erübrigt sich!

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