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TochterAlice

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.01.2025

Hoppla, jetzt komme ich!

Not your Darling
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England in der Nachkriegszeit - das ist kein Land, in dem Margaret leben möchte! Mit List und Tücke katapultiert sie sich in die Vereinigten Staten und mit noch etwas mehr davon nach Hollywood, ...

England in der Nachkriegszeit - das ist kein Land, in dem Margaret leben möchte! Mit List und Tücke katapultiert sie sich in die Vereinigten Staten und mit noch etwas mehr davon nach Hollywood, dem Ort, an dem Stars geboren werden. Sie tauft sich um in Loretta und sucht einen Job. Dabei weiß sie genau, was sie will und es ist keine Rolle in einem Film. Nein, sie will Maskenbildnerin werden und diesen Job von der Pike auf erlernen!

Dass das nicht einfach ist , so ganz ohne Geld und vor allem ohne Erfahrung, ist klar Aber Loretta hat etwas anderes, nämlich einen eisernen Willen, Selbstbewusstsein und Standvermögen. Obwohl sie ein paarmal auf die Nase fällt und zwar so richtig, gibt sie nicht auf.

Ein Roman, den ich vor allem aufgrund des Stils und der Sprache gern gelesen habe. Autorin Katherine Blake (und ebenso ihre Übersetzerin) haben die Vorstellung von wagemutigen Tausendsassas geschaffen, die vor nichts Angst haben, um in Hollywood erfolgreich zu sein. Leider konnten dabei die Präsentation der Charaktere und der Handlung als solcher nicht ganz mithalten. Ich war zwar im richtigen Jahrzehnt am passenden Ort, fand da aber nicht ganz diejenige, die ich suchte.

Veröffentlicht am 27.01.2025

Um die Welt mit der "Völkerfreundschaft"

Fernwehland
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Einem großen Kreuzfahrtschiff nämlich, das in Stockholm gefertigt wurde und nach einem Unfall von der DDR aufgekauft wird. Für Henri, der schon als Kind vom Seefahrerleben träumte, werden damit seine ...

Einem großen Kreuzfahrtschiff nämlich, das in Stockholm gefertigt wurde und nach einem Unfall von der DDR aufgekauft wird. Für Henri, der schon als Kind vom Seefahrerleben träumte, werden damit seine kühnsten Träume wahr. Im Gegensatz zu seinem Vater Erwin, der nur vom Meer geträumt hat, ist es ihm nämlich gelungen, eine Ausbildung zum Matrosen zu machen und nun kennt er keine Grenzen mehr. Sein Arbeitgeber allerdings schon, weil er die vom Staat gesetzten Grenzen einhalten muss, aber das ist für Henri kein Thema - zunächst jedenfalls. Denn obwohl er selbst sich nicht allzusehr um die Politik schert, kommt ihm diese irgendwann in der Quere.

Wir begleiten Leser*innen begleiten aber nicht nur Henri, sondern auch seinen Vater Erwin von Kindheit auf und dazu zeitweise auch einige andere Menschen wie die Schwedin Ida, deren Lebensgeschichte wie die von Henri und seiner früheren Kollegin Simone ganz fest mit der "Völkerfreundschaft", die inzwischen "Astoria" heißt, verbunden ist.

Kati Naumann ist eine der Autorinnen, deren Romane ich voller Sehnsucht erwarte, sobald ich von ihnen gehört habe. In ihnen wird die Vergangenheit auf eine Art zum Leben erweckt, die informiert berührt und mich mit allen Sinnen packt. Ich kann ihre Bücher nicht aus der Hand legen, bis ich am Ende angelangt bin. Sie sind nicht nur eindringlich und anregend geschrieben, nein, die Autorin hat auch mehr als sorgfältig recherchiert und könnte - da bin ich überzeugt - aus dem ihr vorliegenden Material noch zwei oder drei weitere Werke erschaffen. Ich habe mit den Protagonisten gelacht und gelitten. Ein wundervoller Roman, den ich mit Sicherheit das ein oder andere Mal wieder lesen werde - wenn ich mir etwas besonders Gutes tun will!


Veröffentlicht am 26.01.2025

In der Natur verankert

Middletide – Was die Gezeiten verbergen
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Elijah Leith und seine Freundin Nakita sind seit ihrer Kindheit tief in der Natur um sie herum verwurzelt, sie leben in ihr und mit ihr. Es ist ein bescheidenes Leben für beide, das Nakita genügt, ...

Elijah Leith und seine Freundin Nakita sind seit ihrer Kindheit tief in der Natur um sie herum verwurzelt, sie leben in ihr und mit ihr. Es ist ein bescheidenes Leben für beide, das Nakita genügt, Elijah jedoch nicht. Er zieht nach seinem Schulabschluss nach San Francisco, um dort ein erfolgreicher Schriftsteller zu werden und verpasst darüber das fest vereinbarte Treffen vier Jahre nach seinem Abschied. Es vergehen mehr als zehn weitere Jahre, bis er zurückkehrt als gescheiterter Mann, dessen einzige Publikation sich kaum verkauft hat, so dass sein Verlag nicht bereit ist, weiter mit ihm zu arbeiten. Er baut die Hütte seiner Eltern wieder auf und versucht, sich ein eigenes Leben darin einrichten - durchaus erfolgreich.

Doch einige Zeit später holt ihn seine Vergangenheit in einer Art ein, die er sich nie hätte träumen lassen. Zunächst sieht es so aus, als könnte aus ihm und der inzwischen verwitweten Nakita wieder ein Paar werden, doch er muss erkennen, dass dem viele Umstände im Weg stehen - und es werden noch mehr.

Ein Roman, den ich in einem Rutsch ausgelesen habe - er enthält Botschaften, ebenso wie interessante und wichtige Informationen zum Leben der Native Americans und Elemente eines Spannungsromans. Besonders geeignet erscheint er mir für Leser*innen, die gern über die Verbindung von Menschen zur Natur lesen. Ein warmherziger Roman, in dem jedoch auch die Grausamkeit, zu der Menschen in bestimmten Situationen fähig sind, thematisiert wird

Es ist der erste Roman der Autorin Sarah Crouch und sie versteht es, die Figuren inmitten ihrer Heimat lebendig werden zu lassen. Ihr kraftvoller, empathischer und vielseitiger Stil wird uns hoffentlich noch weitere Lesefreuden bescheren!

Veröffentlicht am 17.01.2025

So war das nicht geplant!

Von hier aus weiter
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Marlene ist frisch verwitwet - und dabei war doch etwas ganz anderes abgesprochen mit Rolf, mit dem sie seit über 30 Jahren verheiratet war. Sie hatte sozusagen eine Familie auf Distanz - seine drei Söhne ...

Marlene ist frisch verwitwet - und dabei war doch etwas ganz anderes abgesprochen mit Rolf, mit dem sie seit über 30 Jahren verheiratet war. Sie hatte sozusagen eine Familie auf Distanz - seine drei Söhne waren bereits vorhanden, als sie im Alter von 37 mit ihm zusammen kam.

Als er nicht mehr konnte und auch nicht wollte, da sah sie auch keinen Sinn mehr in ihrem Leben, aber nun ist er fort und sie ist noch da. Und trifft aus Zufall einen Bekannten aus früheren Zeiten, mit dem jetzt auf Augenhöhe ist: Jack war nämlich in der Grundschule in ihrer Klasse, jetzt hingegen ist er ihr Klempner und zieht bei ihr ein.

Eine ungewöhnliche, berührende Geschichte, die stellenweise fast das Niveau von "Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster" erreicht, es am Ende aber doch leider etwas zu eilig hat, so dass der Schluss aus meiner Sicht etwas knapp ausfällt und der gesamten Handlung nicht ganz gerecht wird.

Dennoch hat es Spaß gemacht, die Charaktere der Autorin Susann Pásztor zu begleiten und näher kennenzulernen!

Veröffentlicht am 16.01.2025

Ein bisschen anders als die mir bisher bekannten Bücher der Autorin

Verlassen
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Dies ist bereits der vierte Krimi der isländischen Autorin Eva Björg Ægisdóttir, den ich gelesen habe und ich muss gestehen, dass ich zunächst etwas verwirrt war, weil sich dieser Band nicht ...

Dies ist bereits der vierte Krimi der isländischen Autorin Eva Björg Ægisdóttir, den ich gelesen habe und ich muss gestehen, dass ich zunächst etwas verwirrt war, weil sich dieser Band nicht so recht in die bisherige Reihe um Ermittlerin Elma einfügen wollte. Im Verlauf der Lektüre wurde dann aber klar, dass er eigentlich den anderen Büchern vorangestellt ist, Elma ist noch nicht als Ermittlerin nach Akranes zurückgekehrt.

Auch die Handlung ist etwas außergewöhnlich, geht es hier doch um eine der reichsten Familien Islands, die sich zu einem Familienwochenende in einem schicken Hotel inmitten der Natur trifft. Alte und neue Verbindungen und ebensolche Differenzen blitzen wieder auf und irgendwann gibt es eine Leiche - oder doch nicht?

Die Autorin vermag die Spannung im großen und ganzen durch ihren Stil - es wird aus der Perspektive unterschiedlicher Charaktere berichtet - zu halten, wenngleich es für mich hilfreich gewesen wäre, wenn manche Fakten früher dargelegt worden wären. Nicht der gelungenste Fall der Autorin Eva Björg Ægisdóttir, aber einer, den ich durchaus gern gelesen habe.