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Veröffentlicht am 23.04.2023

Das Café der kleinen Leute

Das Café ohne Namen
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Das Wien der Arbeiter und ähnlich hart arbeitender und wenig verdienender Menschen ist es. das Robert Seethaler hier vor uns aufrollt, das derer, die es nie einfach im Leben hatten und es aller ...

Das Wien der Arbeiter und ähnlich hart arbeitender und wenig verdienender Menschen ist es. das Robert Seethaler hier vor uns aufrollt, das derer, die es nie einfach im Leben hatten und es aller Voraussicht auch in Zukunft nicht haben werden, die aber genau wie alle anderen ihren Anteil an der Geschichte der Stadt haben. So auch in den 1960er und 70er Jahren, in denen die Handlung dieses Romans spielt.

Wir begleiten Robert Simon, der im Waisenhaus aufwuchs und später als Gelegenheitsarbeiter auf dem Markt tätig war, bis er sich eines Tages ein Herz fasst und seinen Lebenstraum erfüllt - die Eröffnung eines Cafés gleich am Markt. Sein langjähriger Gefährte und gelegentlicher Arbeitgeber ist auch hier an seiner Seite und schon bald findet sich ganz zufällig eine Mitarbeiterin.

Wir begleiten - teilweise im Stil von Erzählungen - die Besucher des Cafés, lernen ihre Träume und Hoffnungen ebenso wie ihre Sorgen und Nöte kennen und erfahren, dass von letzteren leider immer deutlich mehr vorhanden sind. Trotzdem geht das Leben weiter, es entwickelt sich eine Art Zusammenhalt, man hat ein Auge aufeinander.

Ein ebenso trauriges wie stimmungsvolles Buch, stellenweise ist es fast warmherzig - auch wenn diese Note eigentlich nicht zu Seethalers Standardrepertoire gehören will, blitzt sie, wie auch in manch anderem Werk immer wieder hervor. Und atmosphärisch ist es, ich konnte während der Lektüre stellenweise die Schauplätze der Handlung ganz klar vor meinem geistigen Auge erkennen.

Ein schönes Buch, aber für mich persönlich etwas zu melancholisch, um zum Herzensbuch zu werde. Dennoch empfehle ich es von ganzem Herzen an Leser, die sich für den Alltag der einfachen Menschen, auch den in vergangenen Zeiten, interessieren.

Veröffentlicht am 17.04.2023

Fiktiv, aber nicht unglaubwürdig

Die Macht der Wölfe
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Politiker, die nach außen hin als enge Parteifreunde gelten, sich aber in Wirklichkeit gegenseitig absägen, um selbst an die Macht zu kommen - ich bin sicher, dass das ganz oft vorkommt und zwar nicht ...

Politiker, die nach außen hin als enge Parteifreunde gelten, sich aber in Wirklichkeit gegenseitig absägen, um selbst an die Macht zu kommen - ich bin sicher, dass das ganz oft vorkommt und zwar nicht nur bei denen, denen man das ohne Weiteres zutrauen würde.

Und dass die schärfsten Kritiker der Elche, nämlich der RAF und ähnlicher Netzwerke, früher selber einmal welche waren, das wissen wir doch alle. Wendehälse, die jetzt rechts sind auf eine ähnlich militante Art und Weise. Diesen beiden Spezies widmet sich Horst Eckert in seinem neuen Politthriller.

Und Melia Adan von der Düsseldorfer Kripo muss es ausbaden - sie ereilt ein Hilferuf der (fiktiven) Bundeskanzlerin, den ihr ihr Vater, ein Parteifreund dieser Dame, einbrockt hat. Zusammen mit ihrem Kollegen und Freund Vincent Veith stellt sie sich einer quasi unlösbaren Aufgabe.

Das alles klingt so unglaublich und verzwickt, wie es tatsächlich ist und nur an den wenigsten Stellen wird es etwas zu abenteuerlich bzw. offensichtlich. Ein spannender Thriller, der sich ab und zu mal überschlägt, aber wirklich sehr süffig zu lesen ist. Man darf nur nicht die reale Politszene damit vergleichen, sonst wird einem Angst und Bange.

Veröffentlicht am 16.04.2023

Unterhaltsam und lehrreich

Der kleine Medicus. Band 1. Voll verschluckt
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Was für eine witzige und spannungsreiche Geschichte! Prof. Grönemeyer hat hier nicht einfach einzelne Körperregionen sozusagen kindgerecht aufgepeppt. Nein, er webt darum eine faszinierende Geschichte ...

Was für eine witzige und spannungsreiche Geschichte! Prof. Grönemeyer hat hier nicht einfach einzelne Körperregionen sozusagen kindgerecht aufgepeppt. Nein, er webt darum eine faszinierende Geschichte um Nano, der leichtsinnigerweise auf eine Fernbedienung drückte, geschrumpft wurde und nun die einzelnen Körperregionen bereist. Die natürlich riesig und gefährlich sind für so ein Miniwesen, wie Nano es jetzt ist.

Wer hilft ihm aus der Patsche? Oder schafft er es auf eigene Faust?

Veröffentlicht am 16.04.2023

Fiktiv, aber nicht unglaubwürdig

Die Macht der Wölfe
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Politiker, die nach außen hin als enge Parteifreunde gelten, sich aber in Wirklichkeit gegenseitig absägen, um selbst an die Macht zu kommen - ich bin sicher, dass das ganz oft vorkommt und zwar nicht ...

Politiker, die nach außen hin als enge Parteifreunde gelten, sich aber in Wirklichkeit gegenseitig absägen, um selbst an die Macht zu kommen - ich bin sicher, dass das ganz oft vorkommt und zwar nicht nur bei denen, denen man das ohne Weiteres zutrauen würde.

Und dass die schärfsten Kritiker der Elche, nämlich der RAF und ähnlicher Netzwerke, früher selber einmal welche waren, das wissen wir doch alle. Wendehälse, die jetzt rechts sind auf eine ähnlich militante Art und Weise. Diesen beiden Spezies widmet sich Horst Eckert in seinem neuen Politthriller.

Und Melia Adan von der Düsseldorfer Kripo muss es ausbaden - sie ereilt ein Hilferuf der (fiktiven) Bundeskanzlerin, den ihr ihr Vater, ein Parteifreund dieser Dame, einbrockt hat. Zusammen mit ihrem Kollegen und Freund Vincent Veith stellt sie sich einer quasi unlösbaren Aufgabe.

Das alles klingt so unglaublich und verzwickt, wie es tatsächlich ist und nur an den wenigsten Stellen wird es etwas zu abenteuerlich bzw. offensichtlich. Ein spannender Thriller, der sich ab und zu mal überschlägt, aber wirklich sehr süffig zu lesen ist. Man darf nur nicht die reale Politszene damit vergleichen, sonst wird einem Angst und Bange.