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Veröffentlicht am 28.02.2021

Eine Frau, die ihrer Zeit voraus war

Die Frau von Montparnasse
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Das war Simone de Beauvoir! Dieser Roman beleuchtet ihr Leben und - wie könnte es anders sein - ihre Beziehung zu Sartre. Eine ungewöhnliche Frau war sie, in vielen Aspekten ihrer Zeit weit voraus. Und ...

Das war Simone de Beauvoir! Dieser Roman beleuchtet ihr Leben und - wie könnte es anders sein - ihre Beziehung zu Sartre. Eine ungewöhnliche Frau war sie, in vielen Aspekten ihrer Zeit weit voraus. Und klug wie keine andere, was den jungen Sartre schnell faszinierte.

Er wollte sie, aber er wollte auch andere: in diesem Roman kam es für mich so rüber, als ob sie sich zunächst seinen Bedürfnissen beugte, sich dann jedoch selbst einfand in dieser Art zu leben - wenn auch mit Einschränkungen.

Denn Sartre nahm sich, was er brauchte - Simone hingegen gab und nahm. In genau der Reihenfolge.

Dem Leser offenbaren sich neue Aspekte der berühmten Denkerin -wir lernen sie als wanderfreudigen Naturmenschen kennen. Große Strecken legte sie zurück, war oftmals wochenlang unterwegs - die Bewegung in der Natur scheint eine Art Lebenselexir für sie gewesen zu sein.

Ebenso wie auf der anderen Seite die Stadt Paris mit ihren Cafés und vor allem Hotels - viele Jahre lebte Simone in Hotelzimmern in ihrer Heimatstadt und richtete sich erst in der zweiten Lebenshälfte eine eigene Wohnung ein.

Eine Frau, die am Puls der Zeit lebte - auch das war Simone de Beauvoir. Sie kannte alle wichtigen Leute ihrer Zeit in Frankreich, einige davon prägte sie. Und sie gestaltete sich ihre eigene Familie - unkonventionell wie (fast) alles in ihrem Leben.

Ja, in allem konnte Simone nicht, wie sie wollte, dafür war sie zu früh geboren worden - noch waren die Pforten des Lebens in zahlreichen Bereichen noch nicht für Frauen geöffnet. Frauenrechte - das war eines ihrer Lebensthemen.

Die Autorin Caroline Bernard hat eine fesselnde Romanbiographie geschaffen, in der mir lediglich die Darstellung der Geisteswelt Beauvoirs zu kurz kommt. Und Simones Pariser Viertel Montparnasse, das sogar im Titel vorkommt, bleibt ein bisschen farblos. Ingesamt jedoch kann ich diesen Roman allen empfehlen, die Simone de Beauvoir etwas besser kennenlernen möchten.

Veröffentlicht am 26.02.2021

Vestas Welt

Der Tod in ihren Händen
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Diese befindet sich nun, nach dem Tode ihres Mannes mitten in einem einsamen Wald. Vesta ist dort allein mit ihrem Hund und ihren Gedanken. Und findet Hinweise auf eine tote Frau - Magda nämlich.

Ich ...

Diese befindet sich nun, nach dem Tode ihres Mannes mitten in einem einsamen Wald. Vesta ist dort allein mit ihrem Hund und ihren Gedanken. Und findet Hinweise auf eine tote Frau - Magda nämlich.

Ich habe mich sehr schwer damit getan, in diesen Roman, in Vestas Welt also, einzudringen, auch wenn das Buch etwas hatte. Aber ich konnte den Sog, den die englischsprachige literarische Welt in ihren Rezensionen verhieß, nicht wahrnehmen.

Ich empfand die Geschichte vielmehr als verwirrend und irritierend. Ist Vesta Regisseurin oder Spielfigur? Oder etwas dazwischen? Ein Roman, der irgendwie an mir vorbei ging.

Veröffentlicht am 25.02.2021

Lucy und Rebecca

Die Frau vom Strand
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Lucy, die mit Freunden ein überaus erfolgreiches Start-Up für Computerspiele der besonderen Art aufgebaut und Rebecca, Physiotherapeutin in Elternzeit, sind ein Ehepaar, das einander sehr zugetan ist. ...

Lucy, die mit Freunden ein überaus erfolgreiches Start-Up für Computerspiele der besonderen Art aufgebaut und Rebecca, Physiotherapeutin in Elternzeit, sind ein Ehepaar, das einander sehr zugetan ist. Doch schnell wird klar: hier gibt Rebecca den Ton an. Lucy ist ihre erste gleichgeschlechtliche Partnerin, sie wurde und wird zudem noch von Männern umschwärmt. Ja, Rebecca ist ein Schuss, der sich den/die Partner*in aussuchen kann und entsprechend tanzt Lucy nach ihrer Pfeife, auch wenn sie sich dessen nicht unbedingt bewusst ist.

Aber: Rebecca wollte ein Kind. Sie hat jetzt eine Tochter. Sie wollte nicht mehr in Hamburg, sondern in Rerik an der Ostsee leben, obwohl das Lucy, die in Hamburg arbeitet, Umstände macht. Beides hat sie erreicht und genießt nun ihr zurückgezogenes Leben mit Kind.

Bis auf einmal eine Frau, die sie unter ganz besonderen Umständen kennengelernt und mit der sie sich angefreundet hat, spurlos verschwunden ist. Und bald darauf passiert noch was viel, viel Schlimmeres. Und es bringt Verbindungen mit sich, an die niemand auch nur zu denken wagte.

Petra Johann hat hier einen sehr ungewöhnlichen Thriller geschaffen: mit sehr charismatischem Personal. Die Entwicklungen waren für mich nicht immer klar und schlüssig nachzuvollziehen, dennoch konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen! Für Thrillerfreunde, die einen Sinn für Abgründe im Alltag haben, genau die richtige Lektüre!

Veröffentlicht am 20.02.2021

Gott weist den Weg

Dein Licht durchbricht die Dunkelheit
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Wir begegnen hier Wren, der Hauptfigur aus Sharon Garlough Browns Roman "Spuren Deines Lichts", die sich weiterhin auf dem Weg der Besserung von ihrer schweren psychischen Krankheit befindet. Sie erlitt ...

Wir begegnen hier Wren, der Hauptfigur aus Sharon Garlough Browns Roman "Spuren Deines Lichts", die sich weiterhin auf dem Weg der Besserung von ihrer schweren psychischen Krankheit befindet. Sie erlitt einen Rückfall, da ihr bester Freund freiwillig aus dem Leben schied.

Wren befindet sich nach wie vor bei ihrer Tante Kit, einer Pastorin, die sich viel Zeit für sie nimmt. Denn auch Wren ist tief gläubig und ihre Tante hilft ihr, über den Glauben Heilung zu finden.

In diesem kurzen, doch eindringlichen Band geht es um den Kreuzweg Jesu, den Kit jedes Jahr an Ostern mit ihrer Gemeinde nachgeht. Diesmal bereitet sie die einzelnen Stationen gemeinsam mit Wren, einer begabten Malerin vor, die für jede der acht Positionen ein Bild anfertigt. Noch ist Wren voller Zweifel, doch die Gespräche über Glauben und Kunst, vor allem über den von Wren hochgeschätzten Vincent van Gogh, helfen ihr weiter.

Auch ein Gedenkgottesdienst für ihren Freund bringt Kraft und neue Impulse, wenn auch leider aufgrund von äußeren Entwicklungen nicht nur positive.

Doch auch Kit hat schwierige Zeiten durchlebt - dadurch, dass sie diese mit Wren teilt, heilt sie sich auch selber.

Anhand des Miteinanders der beiden Frauen ist der Autorin Sharon Garlough Brown eine tiefe und innige Auseinandersetzung mit dem Sinn des Lebens und Gott - wenn nicht sowieso beides Ein und dasselbe ist - gelungen.

Mein Fazit: eine stimmungsvolle, dabei tiefgreifende religiöse Erzählung, auf die man sich ganz und gar einlassen muss.

Veröffentlicht am 19.02.2021

Meine erste Bekanntschaft mit Rabbi Klein

Der böse Trieb
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2021
Dieser Band, mittlerweile der sechste um den Zürcher Rabbi, war mein erster, somit ist meine Bekanntschaft mit ihm auch sehr frisch. Rabbi Klein ist ein ungewöhnlicher Typ, der zuhört. Und der einen ...

2021
Dieser Band, mittlerweile der sechste um den Zürcher Rabbi, war mein erster, somit ist meine Bekanntschaft mit ihm auch sehr frisch. Rabbi Klein ist ein ungewöhnlicher Typ, der zuhört. Und der einen ganz speziellen Blick auf seine Mitmenschen richtet.

Hier geht es um einen jüdischen Zahnarzt, nämlich Viktor Ehrenreich, der schon seit einigen Jahren immer wieder, einemal im Jahr, zu einem vertraulichen Gespräch zu ihm kommt. Nun ist er in seinem eigenen Haus ermordet aufgefunden worden. Seine Witwe Sonja ist sich sicher, dass der Schuldige der Sohn eines Patienten war, dem er eine Wiedergutmachung verweigert hat. Doch auch sie selbst hatte nicht das beste Verhältnis zu ihrem Mann, da er sein Leben nicht ihrem schon an Fanatismus grenzenden Kinderwunsch nicht unterordnen wollte. Oder gibt es hier andere Möglichkeiten.

Ich habe mich mit diesem Buch - das in wunderschöner Aufmachung im Kampa Verlag erschienen ist - etwas schwer getan. Diese ganze jüdische Gemeinschaft, sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland, wurde aus meiner Sicht eher schwerfällig vermittelt. Und ich habe schon etliche Bücher zu dem Thema gelesen, wo das kein Problem war. Auch wenn Rabbi Klein ohne Frage eine charismatische Gestalt ist - er lenkt nicht genug ab vom Bild der Frauen in diesem Roman, das aus meiner Sicht nicht gerade zeitgemäß ist. Diese sind - außer einer Forscherin, die aber nicht sehr weiblich wirkt - ausgesprochen abhängig von ihren Männern. Ein weiteres Problem hatte ich mit den zahlreichen jiddischen Begriffen, von denen einige übersetzt waren, andere wieder nicht. Und das waren keineswegs Wörter bzw. Redewendungen, die in aller Munde sind.

Schade, dass ich dadurch der spannenden Geschichte nicht so gebannt folgen konnte wie von mir angestrebt!