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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.02.2020

Neue Wege

Diese goldenen Jahre
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Paul studiert am Bauhaus und hat das Glück, gleich eine ganze ganze Clique kennenzulernen. Doch dann gibt es sowohl Missverständnisse als auch Misstrauen. Die Gruppe entzweit sich bzw. spaltet sich in ...

Paul studiert am Bauhaus und hat das Glück, gleich eine ganze ganze Clique kennenzulernen. Doch dann gibt es sowohl Missverständnisse als auch Misstrauen. Die Gruppe entzweit sich bzw. spaltet sich in Paare - und in Einzelne.

Und später kam dann auch noch die schwierige politische Situation dazu. Gab es von vorneherein einen Verräter? Das Buch ist stellenweise durchaus spannend und charmant, hat aber etwas von einer Räuberpistole. Und bringt der ganzen Bauhaus-Bewegung nicht genug Achtung entgegen. So scheint es mir, als ob sich die Autorin möglicherweise nicht gründlich in das Thema eingearbeitet hätte.

Veröffentlicht am 17.02.2020

Im Exil

Der Empfänger
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Joe ist ausgewandert in die Staaten, irgendwann nach dem Großen Krieg und ist in New York gelandet, wo er sich ganz gut durchschlägt und zwar wegen seiner Vorliebe für die Technik, er puzzelt ...

Joe ist ausgewandert in die Staaten, irgendwann nach dem Großen Krieg und ist in New York gelandet, wo er sich ganz gut durchschlägt und zwar wegen seiner Vorliebe für die Technik, er puzzelt gerne an Maschinen rum und ist Hobbyfunker.

Dann, irgendwann, taucht Hitler auf in Deutschland. "Vaterland" wird nun wieder ein wichtigeres Wort, gerade auch unter Exilanten. Wohlgemerkt unter einem Teil der Exilanten, die auch entsprechende Versammlungen und Feiern organisieren. Joe rutscht da mehr oder weniger rein und hat auf einmal regelmäßig zwei Funker bei sich rumrocken.

Bis es auf einmal um Spionage geht und Joe im Knast landet.

Wir lesen zu großen Teilen aus dem "Danach": 1949. Joe ist ausgewiesen worden aus den Staaten und kommt im heimischen Rheinland unter. Bei der Familie seines Bruders Carl in Neuss. Doch auch hier fühlt er sich gewissermaßen im Exil, fühlt sich unwillkommen, obwohl man sich Mühe gibt, vor allem aber missverstanden. Es zieht in weiter nach Südamerika.

Ulla Lenze schildert hier die Geschichte eines ewigen Exilanten, eines, der sich nirgendwo zuhause und schlimmer: irgendwann nirgendwo mehr willkommen fühlt. Mit sparsamen Worten, oft in Andeutungen lässt sie den Leser mit Josef durch die Handlung ziehen, setzt auf eine reduzierte Art und Weise auf Gefühle, spielt, nein: arbeitet mit den Empfindungen des Lesers.

Ein sehr interessantes Buch zu einem ebenso interessanten Thema. Ich kann nicht sagen, ob mich die Handlung mehr faszinierte oder der Stil. Nur manchmal, da fühlte ich mich befremdet und ganz, ganz weit weg. Aber vielleicht war das ja gewissermaßen eine Absicht.

Veröffentlicht am 17.02.2020

Leider nicht richtig zielführend

Wohlfühlgewicht
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Sein eigenes Wohlfühlgewicht finden - wer möchte das nicht. Für mich hat das etwas von Freiheit: nicht mehr abhängig zu sein von der Meinung anderer, sondern ganz und gar seinen eigenen Weg gehen, was ...


Sein eigenes Wohlfühlgewicht finden - wer möchte das nicht. Für mich hat das etwas von Freiheit: nicht mehr abhängig zu sein von der Meinung anderer, sondern ganz und gar seinen eigenen Weg gehen, was das Gewicht, dessen Verteilung und damit auch das persönliche Aussehen angeht.

Die Ärztin Dr. Mareike Awe möchte den Lesern - und mehr noch, den Nutzern ihres Programms, das man im Internet abonnieren kann - dazu verhelfen, in jeder Hinsicht die richtige Einstellung zu erreichen, um das eigene Wohlfühlgewicht zu erlangen.

Das hat natürlich mit der Art und der Menge des Essens zu tun, mehr noch jedoch mit dem eigenen Körperbewusstsein. Und nicht nur mit dem. Es geht nicht, ohne dass man sich selbst liebt und das umfasst alle Bereiche!

Dazu hat Dr. Awe nun ein ganzes Buch verfasst, das dem neuen Wohlfühlgewichtigen zur Seite stehen soll. Und das ist aus meiner Sicht nicht so richtig zielführend, denn sie kommt vom Hölzchen aufs Stöckchen, verweilt an der ein oder anderen Übung und ist bemüht, sowohl geistige als auch praktische Impulse zu geben, doch findet das alles in einem ziemlichen Durcheinander statt und auch die Vorschläge selbst sind aus meiner Sicht nicht so durchstrukturiert, dass ich mir auf deren Basis einen Konzeptplan für mein Vorgehen erstellen können!

Diese ganzen Ansätze sind durchaus anregend, gehen aber ganz und gar nicht in die Tiefe - ich fühle mich fast ein klein bisschen veräppelt dadurch! Wie man dadurch unterstützt werden oder gar die Kraft zu einer grundlegenden Veränderung finden soll, ist mir, ehrlich gesagt, schleierhaft.

Veröffentlicht am 16.02.2020

Durchaus realistisch und überraschend knallhart

Du bist die Nächste
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Sophie Dawson ist Staatsanwältin in Atlanta und hat gerade die Abteilung am Gericht gewechselt. In ihrem neuen Fall geht es um den jahrelangen Betrug eines Angestellten an kleinen Leuten. Da Sophie - nicht ...

Sophie Dawson ist Staatsanwältin in Atlanta und hat gerade die Abteilung am Gericht gewechselt. In ihrem neuen Fall geht es um den jahrelangen Betrug eines Angestellten an kleinen Leuten. Da Sophie - nicht zuletzt aufgrund ihres starken christlichen Glaubens - einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn besitzt, stürzt sie sich voller Engagement in die neue Aufgabe und arbeitet bis spät in den Abend.

Als sie sich müde und hungrig ein paar Kleinigkeiten in einem Geschäft besorgen will, wird sie aus heiterem Himmel Zeugin eines Doppelmordes. Der - das kann sie klar bezeugen - vom jüngeren, bisher "sauberen" Bruder eines stadtbekannten Gangsters. Und der hat ganz andere Pläne für den Kleinen - der soll nämlich studieren und was ordentliches werden und daran soll dieser "Ausrutscher" nichts ändern. Dafür soll seine Anwältin Ashley Murphy sorgen.

Sophie ist nun einerseits Kronzeugin und hat andererseits ihren eigenen komplexen Fall zu verhandeln. Ihr Vater - sie kommt aus reichem Hause - engagiert einen Leibwächter für sie. Es ist Cooper, der Freund und Compagnon einen guten Bekannten, der ihr sehr sympathisch ist. Sogar mehr als das. Doch sie leben so unterschiedlichen Leben. Haben dennoch sie eine Chance?.

Ihre Lage ist schwierig, gerade auch, weil es in ihrer jetzigen Situation gewissermaßen um ihrer beider Leben geht. Denn nur allzu schnell wird deutlich, dass die Befürchtungen von Sophies Vater mehr als begründet sind.

Ein spannender Fall - und einer, in dem klare christliche Werte zur Sprache kommen. Werte wie Gewissen, die Fähigkeit, zu vergeben oder in sich zu hören.

Wobei bei weitem nicht alle Figuren nach christlichen Maßstäben agieren, was das Buch unglaublich spannend macht. Ich konnte es kaum aus der Hand legen, auch wenn einiges unlogisch bzw. nicht ganz auserzählt war. Auf jeden Fall möchte ich mehr von dieser Autorin lesen!


Veröffentlicht am 15.02.2020

Muss nur noch kurz die Welt retten

Weltretten für Anfänger
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"Weltretten" - eigenartig, dass das noch kein Wort oder Unwort des Jahres geworden ist, es ist ja nicht enfach nur in, es ist so dermaßen in aller Munde, dass man gar nicht drumherum kommt. Und jetzt auch ...

"Weltretten" - eigenartig, dass das noch kein Wort oder Unwort des Jahres geworden ist, es ist ja nicht enfach nur in, es ist so dermaßen in aller Munde, dass man gar nicht drumherum kommt. Und jetzt auch noch Frau Fröhlich. Auf ihre übliche flapsige Art, die ganz charmant rüberkommt. Wenn auch nur in Allgemeinplätzen.

Nein, kein Buch, das mich fesselte, polarisierte oder auch nur unterhielt. Ich habe mich sogar etwas geärgert, wurde ich doch sofort in eine Schublade gesteckt. Und zwar die, in sie sich die Autorinnen (ja, es gibt auch noch eine Frau Kleis, die aber weiter nicht auffällt, sich auch selbst stecken. Die der geburtenstarken Jahrgänge nämlich, denen auch gewisse Verhaltensweisen zugeordnet werden. Nämlich die, dass alles bequem sein soll. Komisch, ich dachte immer, dass Vertreter dieser Generation auch diejenigen waren, die sich an irgendwelche Bahngleise ketteten, die Großdemos der frühen 1980er begeistert besuchten und sich, während sie Familien gründeten, tiefe Gedanken über ökologische Ernährung machten.

Wie, die kennen Sie nicht, Frau Fröhlich und Frau Kleis? So wie ich auch Ihre Mitstreiter nicht getroffen habe und das uns allenfalls zeigt, wie bunt die Welt ist. Und dass für mich solche Themen wie Fleisch oder nicht, Auto oder Bahn schon gar nicht mehr aktuell sind. Es geht um das WIE (wenn Sie beide sich mit TCM beschäftigt hätten, wüssten Sie, dass weder Fleisch noch Fisch schlecht sind), immer wieder das Wie und das Was.

Das kam mir in dieser zweifelsohne launigen Abhandlung überhaupt nicht deutlich rüber. Wir sind keine Anfänger, die die Welt retten, wir müssen nur nochmal neu anfangen - und teilweise ganz anders ansetzen! Aber mit Vorkenntnissen!