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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.11.2025

Ich pass auf Dich auf!

Der Nachbar
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Ein schrecklicher Unfall in der Kindheit raubte Sarah Wolff ihren Bruder, und ein psychopathischer Serienmörder zerstörte später den Rest ihrer Familie. Heute arbeitet Sarah als Strafverteidigerin – stark, ...

Ein schrecklicher Unfall in der Kindheit raubte Sarah Wolff ihren Bruder, und ein psychopathischer Serienmörder zerstörte später den Rest ihrer Familie. Heute arbeitet Sarah als Strafverteidigerin – stark, kontrolliert, aber innerlich zerbrochen. Seit den traumatischen Erlebnissen leidet sie an Monophobie, der panischen Angst, allein zu sein. Nach ihrem Umzug an den Rand Berlins scheint sie jedoch Glück zu haben: Ihr neuer Nachbar ist aufmerksam und hilfsbereit. Er gießt ihre Blumen, wenn sie verreist, füllt ihren Kühlschrank, wenn sie lange arbeitet, und bleibt sogar nachts an ihrem Bett, wenn die Albträume sie wieder einholen.
Alles scheint perfekt – bis der Nachbar beschließt, ihre Beziehung auf eine neue Ebene zu heben. Er beginnt, all jene zu töten, die er für Sarahs seelisches Leid verantwortlich macht. Dabei riskiert er, dass Sarah endlich erkennt, wer er wirklich ist – und dass er schon viel länger Teil ihres Lebens ist, als sie ahnt.



Ich war ein wenig enttäuscht, da ich auf einen wirklich überraschenden, zerrüttenden Plot-Twist gehofft hatte. Doch die Auflösung war letztlich vorhersehbar, und die Verbindung zum Nachbarn, obwohl erst spät deutlich, kam nicht unerwartet. Trotzdem war das Buch spannend aufgebaut, mit vielen Momenten, in denen man unbedingt weiterlesen wollte. Besonders die kurzen Kapitel sorgten für einen angenehmen Lesefluss und machten das Buch trotz der düsteren Thematik leicht lesbar.

Die Idee hinter der Geschichte ist stark – das Zusammenspiel aus Trauma, Angststörung und obsessiver Abhängigkeit bietet viel Potenzial. Leider hat die Umsetzung dieses Potenzial nicht vollständig ausgeschöpft. Einige Wendungen wirkten zu früh angedeutet, sodass der Überraschungseffekt verloren ging. Insgesamt aber bleibt es ein fesselnder Psychothriller mit einer dichten Atmosphäre und einem spannenden Thema, das lange nachwirkt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 01.11.2025

Spezieller Blumenladen

Plant Lady
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Yu-hee kann mit Menschen nur wenig anfangen. Ihre wahre Leidenschaft gilt den Pflanzen, und so tauscht sie ihren frustrierenden Bürojob gegen einen eigenen kleinen Pflanzenladen in Sejin. Zwischen Avocado, ...

Yu-hee kann mit Menschen nur wenig anfangen. Ihre wahre Leidenschaft gilt den Pflanzen, und so tauscht sie ihren frustrierenden Bürojob gegen einen eigenen kleinen Pflanzenladen in Sejin. Zwischen Avocado, Agave und Rosmarin fühlt sie sich endlich zuhause. Ihr „Pflanzen-Shop“ wird schnell zu einer Oase – nicht nur für sie selbst, sondern auch für andere Frauen, die hier einen Rückzugsort vor ihren persönlichen Sorgen und Dramen finden, die häufig mit übergriffigen Männern zu tun haben. Für ihre Kundinnen hat Yu-hee immer ein offenes Ohr. Doch sie geht noch weiter: Sie sorgt dafür, dass die Männer, die Frauen schaden, verschwinden. Für immer.
Lange bleibt sie jedoch nicht unentdeckt. Detective Cha Do-kyung beginnt, Nachforschungen anzustellen, und schon bald hängt er sich an ihre Fersen. Die Geschichte ist in mehrere Kurzgeschichten unterteilt, in denen immer wieder ein Mann bestraft wird, weil er Frauen oder Yu-hees Pflanzen missachtet hat. Ein roter Faden zieht sich über die Ermittlungen des Polizisten, der Hinweise sammelt und versucht, die Taten zu verstehen.

Trotz der spannenden Grundidee hatte ich Schwierigkeiten, das Buch durchgehend zu genießen. Der Schreibstil ist eher sprunghaft, es gibt häufige Perspektiv- und Zeitsprünge, die das Geschehen schwer nachvollziehbar machen. Man rätselt oft, was genau passiert ist, und verliert leicht den Überblick. Die langen Kapitel erschweren zusätzlich den Einstieg, sodass man nicht einfach ein neues Kapitel beginnen kann, ohne den Faden zu verlieren.
Insgesamt bietet das Buch interessante Ansätze und eine ungewöhnliche, düstere Prämisse, die den Leser in eine Welt zwischen Pflanzenliebe und Rache entführt. Dennoch wird die Spannung durch die unübersichtliche Erzählweise geschmälert, sodass es sich eher zäh liest.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.11.2025

Seltsamer Untermieter

Gänsehaut in Hovenäset 1. Flammenrad
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In Heidis Haus im kleinen Küstenort geschehen merkwürdige Dinge. Unter dem Fußboden entdeckt die Familie einen alten Kinderschuh, und Nacht für Nacht wütet ein heftiger Sturm. Heidi glaubt, dass jemand ...

In Heidis Haus im kleinen Küstenort geschehen merkwürdige Dinge. Unter dem Fußboden entdeckt die Familie einen alten Kinderschuh, und Nacht für Nacht wütet ein heftiger Sturm. Heidi glaubt, dass jemand neben ihrem Bett umherschleicht. Das einzige, was diesen Sommer ein wenig Freude bringt, ist das Riesenrad, das in den Ort gekommen ist. Bill, der freundliche Besitzer, zieht kurzerhand bei Heidis Familie ins Gästezimmer ein. Doch nach und nach wird Heidi klar, dass etwas nicht stimmt: Ihre schwangere Stiefmutter wirkt immer müder, und ihre Großmutter scheint vor etwas Schrecklichem Angst zu haben. Gemeinsam mit ihren Freunden Alva und Harry beginnt Heidi Nachforschungen anzustellen. Sie entdecken, dass in ihrem Haus vor langer Zeit etwas Schreckliches passiert ist – etwas, das sich möglicherweise bald wiederholen könnte.

Die Spannung baut sich geschickt auf, besonders wenn seltsame Ereignisse passieren oder sich das Finale nähert. Bei dem Klappentext hatte ich etwas Gruseligeres erwartet, doch die Geschichte ist eher subtil unheimlich als richtig furchteinflößend. Für Kinder unter zehn Jahren kann das Buch, je nach Charakter, durchaus gruselig wirken, älteren Kindern kann man es problemlos empfehlen. Besonders gut gefallen hat mir die Recherche, die sich durch die Handlung zieht und die Geschichte glaubwürdig macht.
Spoiler für Eltern: Es taucht ein Geist auf, der in der Vergangenheit seine Kinder getötet haben soll und erneut eines gefährden will. Die Kinder sterben dabei nicht, es wird lediglich vorgetäuscht, sodass die Spannung erhalten bleibt. Eltern sollten entscheiden, ob diese Thematik für ihr Kind passend ist, insbesondere wenn es sehr sensibel auf gruselige Szenen reagiert.
Insgesamt ist es ein spannendes, atmosphärisches Buch, das mit seinem leichten Grusel, der liebevoll gezeichneten Figuren und dem überraschenden Finale überzeugt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
Veröffentlicht am 01.11.2025

Bauer oder Snobs?

Bunburry - Tödliche Ernte
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Die Bewohner des beschaulichen Städtchens Bunburry sind empört: Der wohlhabende Bauunternehmer Herbert Sinclair plant, in der Gegend einen luxuriösen Golfplatz zu errichten, und versucht systematisch, ...

Die Bewohner des beschaulichen Städtchens Bunburry sind empört: Der wohlhabende Bauunternehmer Herbert Sinclair plant, in der Gegend einen luxuriösen Golfplatz zu errichten, und versucht systematisch, allen Bauern ihr Ackerland abzukaufen. Bei einer hitzigen Dorfversammlung ergreift der beliebte Farmer Tom Bradshaw das Wort und spricht sich lautstark gegen Sinclairs Pläne aus. Doch nur einen Tag später wird Tom tot auf seiner Farm aufgefunden – und der Verdacht fällt sofort auf den arroganten Unternehmer. Alfie, Liz und Marge beginnen, den Fall zu untersuchen, und stoßen dabei auf zahlreiche Geheimnisse des Farmers, die sein Bild in der Gemeinde völlig verändern. Die Ermittlungen entpuppen sich als verzwickt, denn hinter der idyllischen Fassade von Bunburry verbergen sich mehr Intrigen, als zunächst sichtbar ist.


Manchmal hatte man beim Lesen das Gefühl, etwas verpasst zu haben, etwa wie beim Vorband, in dem der Tod der Frau des Restaurantbetreibers nur kurz erwähnt wurde. Im Buch wird erklärt, dass inzwischen sechs Jahre vergangen sind und Alfie und Emma bereits drei Jahre zusammen sind. Für den Lesefluss der Serie ist das allerdings etwas störend: Als Leser glaubt man, es sei kürzlich geschehen oder man habe eine wichtige Passage übersehen. Es wäre hilfreicher, zentrale Entwicklungen direkt in einem Band zu integrieren, damit der Leser nicht überrumpelt wird.
Zurück zum Buch selbst: Der Fall ist spannend aufgebaut, und alle Verdächtigen werden detailliert betrachtet, sodass man versucht, die Puzzleteile zusammenzufügen. Dennoch fehlt manchmal ein wenig Logik, bis schließlich die überraschende Lösung enthüllt wird – auf die ich in diesem Fall selbst nicht gekommen bin. Insgesamt ein unterhaltsamer, clever konstruierter Krimi, der trotz kleinerer Schwächen im Serienfluss fesselnd bleibt.

Veröffentlicht am 01.11.2025

Das geheime Computerspiel

Erebos
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Nick ist fasziniert – ja, geradezu besessen – von Erebos, einem geheimnisvollen Computerspiel, das unter den Schülern seiner Schule im Verborgenen weitergereicht wird. Niemand weiß, wer es erschaffen hat ...

Nick ist fasziniert – ja, geradezu besessen – von Erebos, einem geheimnisvollen Computerspiel, das unter den Schülern seiner Schule im Verborgenen weitergereicht wird. Niemand weiß, wer es erschaffen hat oder woher es stammt. Doch eines ist sicher: Erebos ist kein gewöhnliches Spiel. Die Regeln sind streng und gnadenlos – jeder darf nur einmal spielen, immer allein, und niemand darf über das Spiel sprechen. Wer die Anweisungen missachtet oder seine Aufgaben nicht erfüllt, wird ausgeschlossen und verliert den Zugang für immer. Anfangs ist Nick begeistert von der düsteren Fantasywelt, den Quests und der packenden Atmosphäre. Doch schon bald verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Spiel. Erebos scheint mehr zu wissen, als ein Programm wissen sollte – persönliche Details, Geheimnisse, sogar Gedanken. Und dann wird es richtig unheimlich: Das Spiel erteilt Nick Aufträge, die er in der echten Welt ausführen muss. Schließlich fordert Erebos das Undenkbare – den Mord an einem Menschen.



Ich hatte das Buch schon einmal angefangen und damals abgebrochen – vielleicht war einfach nicht der richtige Zeitpunkt. Später hörte ich das Hörspiel und bekam Lust, Erebos noch einmal zu lesen. Dieses Mal hat mich die Geschichte vollkommen in ihren Bann gezogen. Ursula Poznanski schafft es, Spannung, Mystery und Technik perfekt zu verbinden. Die Idee, dass ein Spiel die Kontrolle über das reale Leben übernimmt, ist faszinierend und erschreckend zugleich. Man spürt die wachsende Abhängigkeit der Figuren und fragt sich ständig, wie weit sie gehen würden. Erebos ist kein Buch, das man nebenbei liest – man muss sich auf die Gaming-Atmosphäre und die vielen Details einlassen. Wer Fantasy, Psychospannung und technologische Themen mag, wird hier voll auf seine Kosten kommen. Für mich war es eine eindrucksvolle Leseerfahrung, die lange nachwirkt und zum Nachdenken über Kontrolle, Verführung und die Macht digitaler Welten anregt.