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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.11.2025

Verbunden fürs Leben

Lebensbande
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Das Buch umfasst eine Zeitspanne vom zweiten Weltkrieg bis zum Mauerfall, in der wir die Geschichte der drei Frauen Lotte, Lene und Nora erfahren und die uns vom Niederrhein bis in die damalige Sowjetunion ...

Das Buch umfasst eine Zeitspanne vom zweiten Weltkrieg bis zum Mauerfall, in der wir die Geschichte der drei Frauen Lotte, Lene und Nora erfahren und die uns vom Niederrhein bis in die damalige Sowjetunion führt, sowie nach dem Mauerfall nach Kühlungsborn an der Ostsee. Erst nach und nach erfahren wir, zum Teil in Rückblenden, wie die Geschichten der Frauen zusammenhängen, schreibtechnisch für mich sehr gut gelöst.
Der Roman beruht auf wahren Begebenheiten und hat mich direkt in seinen Bann gezogen, zumal die Geschichte zu großen Teilen in meiner Heimat spielt und ich natürlich einige beschriebene Örtlichkeiten direkt wiedererkannt habe. Die Autorin hat einen sehr fesselnden und mitreissenden Schreibstil, die Zerrissenheit der Figuren, aber auch ein tiefes Band von Freundschaft, Liebe und Zusammenhalt wurde hier sehr gut transportiert. Einige Abläufe im "kleinen Grenzverkehr" kannte ich bereits aus Beschreibungen meiner Eltern, dennoch habe ich hier auch wieder Einiges an Neuem aus der Historie erfahren. Gerne habe ich dieses so interessante Buch gelesen und spreche daher meine volle Leseempfehlung aus!

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Veröffentlicht am 13.11.2025

Mutige Frauen

Wir dachten, das Leben kommt noch
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Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen: 1998 erhält die für die BBC tätige Reporterin Gwen den Auftrag, über eine britische Organisation zu recherchieren, bei der im zweiten Weltkrieg im Auftrag der britischen ...

Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen: 1998 erhält die für die BBC tätige Reporterin Gwen den Auftrag, über eine britische Organisation zu recherchieren, bei der im zweiten Weltkrieg im Auftrag der britischen Regierung junge englische Frauen, die der französchen Sprache mächtig waren, als Agentinnen nach Frankreich gechickt wurden. Dort sollten sie sich der französischen Resistence im Kampf gegen die Deutschen anschließen. Im Zuge dieser Recherchen lernt sie die alte Dame Pat kennen.
Die Vergangenheitsebene ist 1942 angesiedelt, hier erfahren wir einiges über die Mission der jungen Engländerinnen.
Die Schilderungen in und um den zweiten Weltkrieg waren hier für mich eindeutig der interesantere Part der Geschichte. Basierend auf Tatsachen, wurde hier einmal den Frauen ein Forum gegeben, deren gefährliche Tätigkeit wohl nie richtig gewürdigt wurde. Dies war mir insgesamt neu und für mich auch hochinteresant. Die Schilderungen in der Neuzeit sind mir dabei stellenweise zu lang geraten. Dennoch eine empfehlenswerte Lektüre.

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Veröffentlicht am 13.11.2025

Düstere Familiengeheimnisse

Das Forsthaus
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Die Journalistin Katharina und ihr Mann, der Architekt Philip, ziehen aus Berlin in den beschaulichen Westerwald, um dort zur Ruhe zu kommen, Katharina erholt sich gerade nur langsam von einer Fehlgeburt. ...

Die Journalistin Katharina und ihr Mann, der Architekt Philip, ziehen aus Berlin in den beschaulichen Westerwald, um dort zur Ruhe zu kommen, Katharina erholt sich gerade nur langsam von einer Fehlgeburt. Ohne Absprache mit seiner Frau hat Philip dort gerade das alte heruntergekommene Forsthaus als neuen Familiensitz erworben. Schnell stellt sich heraus, dass dort vor Jahren ein grausamer Mord geschehen ist. Wie hängen die seinerzeit ebenfalls tragischen Geschehnisse um den sogenannten "Engelmacher" damit zusammen, der sich an kleinen Mädchen vergriffen und sie umgebracht hat? Und was zeiht Philip ausgerechnet in diese einsame Gegend?

Dieser Thriller hat mich von Beginn an in seinen Bann gezogen mit seinem absolut fesselnden Schreibstil, der schnell so eine Sogwirkung für mich entwickelt hat, dass ich das Buch kaum beiseite legen konnte. Von Beginn an transportiert die Geschichte eine sehr düstere, fast gruselige Atmosphäre, der man sich nur schwerlich entziehen kann. In wechselnden Zeitebenen, die in den 50er/60er Jahren einerseits und im Jahr 2011 andererseits spielen, wird man allmählich an die Hintergründe der damaligen Tat herangeführt. Dabei habe ich als Leser zwischen Ratlosigkeit und doch auch wieder einigen Verdachtsmomenten geschwankt, um am Ende doch wieder überrascht zu werden. Von dieser Qualität sind Thriller, die ich liebend gerne lese, eine absolute Empfehlung von mir!

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Veröffentlicht am 12.11.2025

Ehrlich währt am Längsten

Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels
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In diesem Roman begleiten wir die junge Wienerin Angelika Moser durch einige Jahrzehnte ihres Lebens, ein Großteil des Buches bezieht sich jedoch auf ihre Zeit als junge Frau und danach frisch gebackene ...

In diesem Roman begleiten wir die junge Wienerin Angelika Moser durch einige Jahrzehnte ihres Lebens, ein Großteil des Buches bezieht sich jedoch auf ihre Zeit als junge Frau und danach frisch gebackene Mutter. Angelika stammt aus einfachsten Verhältnissen, steht im angesehenen Wiener Grandhotel als Buchhalterin in Lohn und Brot, als sie dort von ihrem Chef dazu verleitet wird, die Bilanzen des Hotels zu frisieren. Als dies immer besser gelingt, kommt Angelika auf die Idee, vom Fimenkonto auch etwas für ihre privaten Zwecke abzuzweigen, darlehnsweise, wie sich es sich anfänglich noch schönredet. Das ganze Konstrukt entwickelt sich allmählich zu einem Selbstläufer.

Diese unterhaltsame Geschichte verbreitet feinsten Wiener Schmäh, Angelika ist eine eigentlich sympathische Figur, hat aber mir Männern kein gutes Händchen. Der Aufbau des Romans, bei dem man eigentlich von Beginn an durch kurze eingestreute Interviews aus der Gegenwartsebene von Angelikas späterem Betrug weiss, hat mir gut gefallen, ist er doch mal etwas Neues. Auch die ganz besondere österreichische Lebensart wird hier hervorragend transportiert. Allerdings sind mir diverse Passagen zwischendurch eindeutig zu lang geraten, so dass ich einige Seiten immer nur quer gelesen habe. Wer sich hierauf einlassen möchte, den erwartet eine ausgefallene Geschichte mit einer für mich ungewöhnlichen und trotz ihres Betrugs doch sehr positiv erscheinenden Protagonistin. An einigen Figuren werden sich hier in der Leserschaft jedoch die Geister scheiden. Aber das macht den Roman ja gerade so interessant.

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Veröffentlicht am 09.11.2025

Zwischen Pflicht und Liebe

Lübecks Töchter. Der Traum von Bildung und Freiheit
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Zeitlich befinden wir uns im Lübeck der 1870er Jahre. Amelie, eine junge Lehrerin, kehrt in ihre Heimatstadt zurück, um dort gemeinsam mit ihren Schwestern an deren privatem Pensionat nicht nur Mädchen ...

Zeitlich befinden wir uns im Lübeck der 1870er Jahre. Amelie, eine junge Lehrerin, kehrt in ihre Heimatstadt zurück, um dort gemeinsam mit ihren Schwestern an deren privatem Pensionat nicht nur Mädchen zu unterrichten, sonder auch ein Lehrerinnenseminar zu gründen. Dieses Ansinnen wird von gewissen Herren der Schulbehörde eher belächelt, es scheint ein steiniger Weg bis zum Ziel zu werden. Die Tatsache, dass Amelie ihren Jugendfreund Richard wiedertrifft, zu dem die Gefühle neu entflammt, macht die Angelegenheit nicht gerade einfacher.

Die Autorin Anna Husen hat uns hier wieder eine wunderbare Geschichte mit einem tatsächlichen historischen Hintergrund präsentiert. Lübeck als Kulisse dieses Romans hat mich genauso begeistert, wie die so schön beschriebenen Beziehungen der Lehrerinnen zu ihren Schülerinnen als auch der Mädchen untereinander. Die jungen berufstätigen Damen hatten es damals wahrlich nicht leicht, wurde von ihnen doch erwartet, dass sie sich eher auf Ehe, Kinder und Haushalt vorbereiten. Das seinerzeit herrschende sogenannte Lehrerinnenzölibat macht hier die so schöne Liebesgeschichte zwischen Amelie und Richard noch mal um so einiges schwieriger. Gerade die junge Lehrerin ist zerrissen zwischen Beruf und persönlichem Glück.

Dieses Buch kann ich jedem ans Herz legen, ein bereits geplanter Nachfolgeband lässt hoffentlich nicht zu lange auf sich warten!

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