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Ullap

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.11.2025

Zwischen Pflicht und Liebe

Lübecks Töchter. Der Traum von Bildung und Freiheit
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Zeitlich befinden wir uns im Lübeck der 1870er Jahre. Amelie, eine junge Lehrerin, kehrt in ihre Heimatstadt zurück, um dort gemeinsam mit ihren Schwestern an deren privatem Pensionat nicht nur Mädchen ...

Zeitlich befinden wir uns im Lübeck der 1870er Jahre. Amelie, eine junge Lehrerin, kehrt in ihre Heimatstadt zurück, um dort gemeinsam mit ihren Schwestern an deren privatem Pensionat nicht nur Mädchen zu unterrichten, sonder auch ein Lehrerinnenseminar zu gründen. Dieses Ansinnen wird von gewissen Herren der Schulbehörde eher belächelt, es scheint ein steiniger Weg bis zum Ziel zu werden. Die Tatsache, dass Amelie ihren Jugendfreund Richard wiedertrifft, zu dem die Gefühle neu entflammt, macht die Angelegenheit nicht gerade einfacher.

Die Autorin Anna Husen hat uns hier wieder eine wunderbare Geschichte mit einem tatsächlichen historischen Hintergrund präsentiert. Lübeck als Kulisse dieses Romans hat mich genauso begeistert, wie die so schön beschriebenen Beziehungen der Lehrerinnen zu ihren Schülerinnen als auch der Mädchen untereinander. Die jungen berufstätigen Damen hatten es damals wahrlich nicht leicht, wurde von ihnen doch erwartet, dass sie sich eher auf Ehe, Kinder und Haushalt vorbereiten. Das seinerzeit herrschende sogenannte Lehrerinnenzölibat macht hier die so schöne Liebesgeschichte zwischen Amelie und Richard noch mal um so einiges schwieriger. Gerade die junge Lehrerin ist zerrissen zwischen Beruf und persönlichem Glück.

Dieses Buch kann ich jedem ans Herz legen, ein bereits geplanter Nachfolgeband lässt hoffentlich nicht zu lange auf sich warten!

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Veröffentlicht am 08.11.2025

Das Hier und Jetzt zählt

Jetzt gerade ist alles gut
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Der Ich-Erzähler hat gerade eine schlimme Sepsis überstanden und ist dem Tod nur knapp von der Schippe gesprungen. Nach diesem eindringlichen Erlebnis ändert sich seine Sicht der Dinge, die Wahrnehmung ...

Der Ich-Erzähler hat gerade eine schlimme Sepsis überstanden und ist dem Tod nur knapp von der Schippe gesprungen. Nach diesem eindringlichen Erlebnis ändert sich seine Sicht der Dinge, die Wahrnehmung seiner Familie, von Freunden und der Umwelt wird eine ganz andere, bisherige Nichtigkeiten werden plötzlich wichtig.
Der Autor hat uns hier ein ganz wunderbar leises, aber doch so aussagekräftiges Buch präsentiert. Was ist wichtig im Leben, welchen Wert haben Freundschaften oder auch die ganz kleinen einfachen Dinge im Leben? Die kurzen Episoden lesen sich mit einer Leichtigkeit und lassen einen doch etwas nachdenklich zurück, ohne jedoch den mahnenden Finger zu heben.
Der einfühlsame Sprachstil hat mich dabei sofort gefangen genommen.
Dieses Buch war leider viel zu schnell beendet, ich kann es nur jedem wärmstens ans Herz legen, jeder sollte daraus seine eigene Botschaft für sich mitnehmen.

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Veröffentlicht am 03.11.2025

Eine starke Frau

Ein gutes Ende
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Das Buch ist eine Romanbiografie über die Schriftstellerin Hedwig Courths-Mahler, die Ende des 19. Jahrhunderts mit ihren Geschwistern bei der alleinerziehenden Mutter in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen ...

Das Buch ist eine Romanbiografie über die Schriftstellerin Hedwig Courths-Mahler, die Ende des 19. Jahrhunderts mit ihren Geschwistern bei der alleinerziehenden Mutter in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen ist. Schon früh hat Hedwig versucht, durch verschiedene Jobs irgendwann ein besseres Leben führen zu können mit einer Arbeit, die einem bestenfalls Freude bringt und den täglichen Broterwerb sichert. Durch kleine, selbsterdachte Geschichten hat sie dabei schon früh die Grundlage zu ihrem späteren Erfolg gelegt, wurde dabei aber oft von ihren Mitmenschen belächelt und nicht zuletzt von ihrem Ehemann daran gehindert, durch den Verkauf ihrer Geschichten zum Familieneinkommen beizutragen. Eine Ehefrau gehört schließlich ins Haus und zu den Kindern.
Mit leichtem Schreibstil wurden uns hier Hedwigs Anfangsjahre als Mädchen und Jugendliche bis zu ihren allerersten kleinen Erfolgen dargelegt. Ein sehr steiniger Weg, der aber immer von Hedwigs geschickter Vorgehensweise und ihrer Gradlinigkeit geprägt war. Wieder einmal musste man erfahren, dass die sogenannte Emanzipation der Frau seinerzeit noch weniger als nur in den Kinderschuhen steckte. Es bedurfte aber solcher zielstrebiger Frauen wie Hedwig, die als Vorkämpferin der heutigen Frauengenaration so einiges bewirkt hat.
Ich habe hier eine tolle Geschichte mit sicherlich einigen fiktionalen Elementen lesen dürfen, die mich von Beginn an in ihren Bann gezogen hat. Ein kleines Nachwort über das weitere Leben und die Erfolge Hedwigs wäre dabei noch eine schöne Zugabe gewesen.

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Veröffentlicht am 02.11.2025

Hochzeit an der Ostsee

Weihnachtszauber in Warnemünde
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Wieder einmal kehren wir zu den Feiertagen zurück an die Ostsee nach Warnemünde in die Pension Meerblick. Vor einem Jahr hat Sven-Ole, der Inhaber der kleinen Pension, seiner Susanne bereits einen Antrag ...

Wieder einmal kehren wir zu den Feiertagen zurück an die Ostsee nach Warnemünde in die Pension Meerblick. Vor einem Jahr hat Sven-Ole, der Inhaber der kleinen Pension, seiner Susanne bereits einen Antrag gemacht, ein Termin zur Hochzeit steht jedoch immer noch aus. Kurzentschlossen nimmt jetzt Susanne das Heft in die Hand, als sie sich in Begleitung ihrer Freundin in einem Brautmodengeschäft in ein Kleid verliebt und dieses spontan kauft. Wird sich ihr Verlobter jetzt endlich zu einem Termin im Standesamt aufraffen können?

Die Geschichten rund um die Pension Meerblick sind immer wie ein "Nach-Hause-Kommen", sie können aber dennoch unabhängig voneinander gelesen werden. Familiäre und freundschaftliche Zusammenhänge ergeben sich aus der Geschichte. Neben altbekannten und liebgewonnenen Gästen der vergangenen Jahre lernen wir auch wieder neue Figuren kennen, die den Pensionsalltag beleben und manchmal auch richtig aufmischen.

Ganz wunderbar ist es der Autorin auch wieder gelungen, die winterlich-weihnachtliche Stimmung an der Ostsee einzufangen, so dass bei mir direkt wieder ein tolles Urlaubsfeeling aufkam. Man fühlt sich beim Lesen einfach mittendrin im Geschehen. Für mich gibt es mit Warnemünde wieder einmal ein Wunschziel für den Urlaub, welches auf meiner Liste ganz nach oben gerutscht ist. Daher von mir eine klare Leseempfehlung für ein tolles unterhaltsames Buch und verdiente 5 Sterne!

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Veröffentlicht am 24.10.2025

Frauen an die Macht!

Die Frau der Stunde
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Wir befinden uns Ende der 70er Jahre im politischen Bonn, der damaligen Bundeshauptstadt. Der amtierende liberale deutsche Außenminister stolpert über eine Frauengeschichte und muss schweren Herzens zum ...

Wir befinden uns Ende der 70er Jahre im politischen Bonn, der damaligen Bundeshauptstadt. Der amtierende liberale deutsche Außenminister stolpert über eine Frauengeschichte und muss schweren Herzens zum Wohle der Koalition zurücktreten. Als vermeintlich geschickter Schachzug wird die ambitionierte Außenpolitikerin Catharina Cornelius als erste deutsche Frau mit dem Ministerposten betraut. Manchen männlichen Politikern gefällt nun so gar nicht, dass Catharina ihre Sache mehr als gut macht und frischen Wind in das Amt bringt.

Was für eine großartige Geschichte! Die Autorin verwebt hier geschickt Realität und Fiktion in einer seinerzeit sehr männerdominierten politischen Welt. Als Leser macht man sich wiederholt Gedanken, welche realen Politiker sich hinter den Figuren verbergen. Tatsächliche eingeflochtene weltpolitische Geschehnisse lassen die Geschichte mehr als lebendig erscheinen. Mit viel versteckter Ironie und einer großen Prise Wahrheit erleben wir hier ein Jahrzehnt, in dem sich die politisch aktiven Frauen (leider) erst noch beweisen mussten, oft mit mehr Leistung als ihre männlichen Gegenüber, aber auch mit einem gewissen Grad an Rafinesse.

Eine sehr gelungener Roman, bei demir auch einige der weiblichen Nebenfiguren sehr ans Herz gewachsen sind!

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