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Veröffentlicht am 15.05.2023

erwachsen werden in Bulgarien

Samuels Buch
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Der bekannte Schauspieler Samuel Finzi erzählt aus seinem Leben, seine Kindheit und Jugend bis zu seinem 23. Lebensjahr und der Beginn seiner Schauspielkarriere in Deutschland. Er wuchs in einem Künstlerhaushalt ...

Der bekannte Schauspieler Samuel Finzi erzählt aus seinem Leben, seine Kindheit und Jugend bis zu seinem 23. Lebensjahr und der Beginn seiner Schauspielkarriere in Deutschland. Er wuchs in einem Künstlerhaushalt in Sofia, Bulgarien, auf, die Mutter war Konzertpianistin, der Vater Schauspieler. Sie förderten ihren Sohn bereits in sehr jungen Jahren, er bekam außerschulischen Unterricht, wurde zu Konzerten und Theateraufführungen mitgenommen. Er erzählt von einer unbeschwerten Kindheit, die ihn, durch die jüdische Vergangenheit der Familie und der weit verstreuten Familie, auch eine Reise mit seinen Eltern nach Frankreich führte. Mit zunehmendem Alter und besonders nach dem Kennenlernen der westlichen Kultur und Freiheit wird sein Wunsch immer drängender, in den Westen zu kommen.
Auch wenn Samuels Buch seine Lebensgeschichte ist, so steht er nicht im Mittelpunkt, sein Leben wir immer im Kontext mit der gesellschaftlichen und politischen Lage Bulgariens erzählt. Da mir die Historie wie auch das Leben der Menschen dort fremd ist, wobei ich annehme, dass das Leben in einem Künstlerhaushalts nicht dem Durchschnitt entspricht, ist dieses Buch für mich eine Bereicherung. Es ist chronologisch aufgebaut mit einem humorvollen Schreibstil.

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Veröffentlicht am 04.04.2023

Menschen und Tiere in der Nacht

Lebendige Nacht
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Während wir in der Nacht schlafen krabbeln, fliegen und laufen so einige Lebewesen um uns herum, viel mehr als gedacht. Sophia Kimmig nimmt uns mit in diese vielseitige unbekannte Welt. Dass Fledermäuse, ...

Während wir in der Nacht schlafen krabbeln, fliegen und laufen so einige Lebewesen um uns herum, viel mehr als gedacht. Sophia Kimmig nimmt uns mit in diese vielseitige unbekannte Welt. Dass Fledermäuse, Käuze und Waschbären nachts unterwegs sind, haben die meisten von uns bereits erfahren, die nächtliche Tierwelt ist jedoch deutlich reichhaltiger. Und auch Pflanzen richten sich darauf ein. Einerseits werden in diesem Sachbuch Tiere der Nacht beschrieben und wie es überhaupt zur Aktivität in der Nacht kam, andererseits wird die Wirkung der Nacht auf den Menschen beleuchtet. Wie gehen wir damit um, wie haben wir durch die zunehmende Beleuchtung das Leben in der Nacht gestört und verändert, wie können wir den nachtaktiven Tieren ihr gewohntes Leben erhalten. Neben wissenschaftlichen Texten wird Sophia Kimmig auch persönlich und lockert so die abwechslungsreichen, leicht lesbaren Texte auf. Ich hätte mir mehr Beschreibungen und Fotos der hiesigen nachtaktiven Tierwelt gewünscht, mehr Informationen des Lebens um uns herum, wie es der Untertitel vermuten lässt und weniger die Wirkung der Nacht auf den Menschen.

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Veröffentlicht am 04.04.2023

Pilgerreise einer Schriftstellerin

Der weiße Fels
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Im Jahr 2020 befindet sich eine namenlose Schriftstellerin auf einer Pilgerreise zum weißen Felsen an der mexikanischen Küste. Viele Tage fährt sie bereits mit ihrer kleinen zusammen gewürfelten Truppe, ...

Im Jahr 2020 befindet sich eine namenlose Schriftstellerin auf einer Pilgerreise zum weißen Felsen an der mexikanischen Küste. Viele Tage fährt sie bereits mit ihrer kleinen zusammen gewürfelten Truppe, ihrer dreijährigen Tochter und ihrem Mann im beengten heißem Van. Dieser Felsen wird von den Ureinwohnern der Gegend, den Wixarikas, verehrt. Der erste Europäer, der diesen Felsen sah, war im Jahr 1775 ein spanischer Leutnant. 1969 versteckte sich dort ein Sänger vor seinen Fans und gab sich dort dem Alkohol und Drogen hin. Auch für ein namenloses mexikanisches Mädchen, die mit ihrer älteren Schwester verschleppt wurde, landet an diesem weißen Felsen. Erst in den Anmerkungen der Autorin erfährt man näheres über die namenlosen Protagonisten der Geschichten, die es wirklich gab.
Vier sehr unterschiedliche Geschichten aus verschiedenen Zeitebenen werden in sehr ansprechendem Schreibstil beschrieben, private, politische und gesellschaftliche Probleme stehen im Mittelpunkt des Geschehens. Leider haben, bis auf die Verschleppung des Mädchens, die Geschichten bei mir keine Emotionen ausgelöst, ich konnte mich nicht in sie hineinversetzen. Ebenso negativ empfand ich die Stückelung der Kurzgeschichten.

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Veröffentlicht am 04.04.2023

leicht und verständlich erzählt

Mythen und Sagen der Griechen
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Die Mythen und Sagen der Griechen sind sehr umfangreich und, so zumindest in den von den alten Geschichtenschreibern verfassten Werken, oft schwere Kost. Dieses Werk von Sylvia Seelert liest sich dagegen ...

Die Mythen und Sagen der Griechen sind sehr umfangreich und, so zumindest in den von den alten Geschichtenschreibern verfassten Werken, oft schwere Kost. Dieses Werk von Sylvia Seelert liest sich dagegen leicht und verständlich. Ein extra Teil beschäftigt sich mit den Göttern und dem Olymp und einem Teil von Zeus Kindern von den unterschiedlichsten Göttinnen und Sterblichen. Der dünne Band umfasst nur die wichtigsten Sagen der alten Griechen, auf Vollständigkeit wird keinen Wert gelegt, die Schrift ist groß gehalten, die einzelnen Kapitel in einer chronologischen Abfolge verfasst. Besonders schön ist die künstlerische Gestaltung, viele Zeichnungen der Gottheiten und der Sagen vervollständigen den Eindruck, den man durch das äußerst gut gelungene Cover des Buches bereits erhält. Durch die einfache und klare Sprache ist dieses Buch für Erwachsene wie auch etwas ältere Kinder besten geeignet. Als einziges, wirklich sehr kleines Manko ist die am Ende des Buches feststellbare Vernachlässigung der korrekten Rechtschreibung zu bemängeln.

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Veröffentlicht am 04.04.2023

Hawaii - Japan 1941

Fünf Winter
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Das Leben von Joe McGrady wäre völlig anders verlaufen, wenn er in seiner Stammkneipe auf Hawaii im November 1941 bei seinem Feierabendbier nicht ans Telefon gegangen wäre. So ermittelt er gemeinsam mit ...

Das Leben von Joe McGrady wäre völlig anders verlaufen, wenn er in seiner Stammkneipe auf Hawaii im November 1941 bei seinem Feierabendbier nicht ans Telefon gegangen wäre. So ermittelt er gemeinsam mit Detective Fred Ball vom Honolulu Police Department an einem grausamen Doppelmord. Der junge tote Mann ist der Neffe des Oberbefehlshaber der Pazifikflotte, die junge Frau eine Asiatin. Wurden sie gefoltert um Geheimnisse preiszugeben? Da Joe einen Reisepass besitzt wird er auf die Spur des Verdächtigen John Smith gesetzt, dessen Spur nach Hongkong führt. In der Hoffnung, bald wieder zurück zu sein, plant er ein romantisches Wochenende mit Molly, die er aufrichtig liebt.
Doch es kommt anders, in Hongkong wird er verhaftet und nach Japan gebracht. Der Diplomat Takahashi Kansei erfährt davon und schleust ihn aus dem Gefängnis zu sich nach Haus. Die junge, getötete Asiatin war seine Nichte, die bei ihm und seiner gleichaltrigen Tochter Suchi lebte. In dieser Zeit führt Joe ein Tagebuch für Molly, die Gedanken an ihre Liebe hält ihn aufrecht. Viele Jahre vergehen, wird sie immer noch für ihn da sein?
Fünf Winter ist ein Thriller, da es um die Aufklärung des Doppelmordes geht, doch das ist nur eine Seite des sehr gut geschriebenen Romans. Die politische Lage im zweiten Weltkrieg zwischen Japan und den USA, der Angriff auf Pearl Harbour, die Gegenangriffe und die Atombomben auf Japan spielen genauso mit hinein wie die kulturellen und gesellschaftlichen Unterschiede der beiden Nationen. Wir werden mitgenommen in die Kriegswirren und Grausamkeiten des Krieges wie auch in eine aufblühende Liebesgeschichte voller Zartheit. Dieses Buch bereitet in allen Genres höchstes Lesevergnügen. Ein Extralob geht an die Buchgestaltung, die mit einem hervorragenden Cover ohne Umschlag überzeugt.

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