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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.06.2019

einfältige Dialoge

Wilder Winter
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Auf den Rosenfelder im Osten Texas schlagen sich Hap und Leonard durchs Leben. Hap kommt immer noch nicht los von seiner Exfrau Trudy, die ihn verlassen hat, als er als Kriegsverweigerer für den Vietnamkrieg ...

Auf den Rosenfelder im Osten Texas schlagen sich Hap und Leonard durchs Leben. Hap kommt immer noch nicht los von seiner Exfrau Trudy, die ihn verlassen hat, als er als Kriegsverweigerer für den Vietnamkrieg im Gefängnis saß. Leonard, ein schwuler Schwarzer, war im Krieg und ist froh, es überstanden zu haben. Beide sind ständig in Geldsorgen und so sagen sie zu, als Trudy den Beiden ein Angebot macht. Ihr zweiter, nun auch Exmann, saß ebenfalls im Gefängnis und hat dort von einem Bankraub und einer großen Summe Geld gehört, die in einem Fluss versenkt worden ist. Dieser Schatz muss nur gehoben werden. Die Truppe, in der es so manche Reibereien und Eifersüchteleien gibt, macht sich in den Sümpfen Texas auf die Suche. Spielen alle mit offenen Karten?
Mit dem so hochgelobten Krimi konnte ich nicht viel anfangen. Der Anfang ist sehr langatmig, erst ab der Hälfte wird es leidlich spannend. Die Dialoge sind einfältig bis nervtötend, die Wortwahl einfach gestrickt. Es geht um Schlägereien, Schießereien und Brutalität. Nichts für mich.

Veröffentlicht am 28.06.2019

Ermittler mit Ecken und Kanten

All die unbewohnten Zimmer
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In der Abteilung K111 der Münchener Kriminalpolizei gibt es gleich zwei Todesfälle aufzuklären. Auf offener Straße wurde eine Frau erschossen und ein zufällig anwesender Polizist verletzt. An einer anderen ...

In der Abteilung K111 der Münchener Kriminalpolizei gibt es gleich zwei Todesfälle aufzuklären. Auf offener Straße wurde eine Frau erschossen und ein zufällig anwesender Polizist verletzt. An einer anderen Stelle wurde ein junger Polizist von einem Pflasterstein erschlagen. In die Gruppe um den ehemaligen Mönch Polonius Fischer, genannt die 12 Apostel, wurde die erfahrene Ermittlerin Fariza Nasri versetzt, nachdem sie ihre Strafe, sie hat ihren ehemaligen Chef des Missbrauches bezichtigt, abgesessen hat. Fariza ist bekannt für sehr unkonventionelle Ermittlungsmethoden, sie geht keiner Gefahr aus dem Weg. Da diese Fälle die Kapazitäten der Behörde sprengen nehmen sie dankbar die Hilfe ehemaliger Kollegen an. So ist Tabor Süden, der inzwischen als Privatermittler vermisste Personen aufspürt und Jakob Franck, der als Pensionär im Auftrag der Polizei Todesnachrichten an die Verwandten überbringt, mit im Einsatz.
Im Vordergrund steht nicht die Aufklärung der Fälle sondern vielmehr, was Menschen dazu treibt. Was haben sie durchgemacht, mit wem sind sie in Kontakt gekommen, welche Lebensläufe lassen nur dieses Ende zu. Ebenso sind die Ermittler ganz besondere Persönlichkeiten mit Ecken und Kanten und unerfüllte Wünsche und Sehnsüchte. Schriftstellerisch herausragend.

Veröffentlicht am 28.06.2019

langweiliger Eintopf war gestern

Die One-Pot-Challenge
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Die gesamte Mahlzeit auf einem Topf, einer Pfanne oder einem Backblech zuzubereiten ist genau nach meinem Geschmack. Dazu sind die Rezepte abwechslungsreich und sehr pfiffig in ihren Zutaten. Bei der Caprese ...

Die gesamte Mahlzeit auf einem Topf, einer Pfanne oder einem Backblech zuzubereiten ist genau nach meinem Geschmack. Dazu sind die Rezepte abwechslungsreich und sehr pfiffig in ihren Zutaten. Bei der Caprese mit Auberginen benötigt man nur ein paar Zutaten und in 15 Minuten steht ein schmackhaftes Gericht auf dem Tisch. Schmorgerichte mit Rindfleisch benötigen zwar etwas länger in der Pfanne, die Zubereitung ist aber auch hier schnell erledigt. Die Rezepte sind sehr ausgewogen gewählt, vegetarisch, mit Fisch oder mit Fleisch, mediterran, asiatisch, orientalisch und auch der deutsche Sauerkraut wurde ganz neu verarbeitet. Omas Eintopf wirkt geradezu langweilig dagegen.
Die Aufmachung und die Bebilderung gefallen mir sehr gut, zu jedem Rezept gibt es ein Foto und kleine, witzige Anekdoten lockern den Text auf. Die Rezepte taugen für jeden noch so kleinen Haushalt, besonders gut kann ich sie im Urlaub in einer Ferienwohnung benutzen, in der die Töpfe meist sehr beschränkt zur Verfügung stehen.

Veröffentlicht am 09.06.2019

feinsinnig

Kaffee und Zigaretten
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Ferdinand von Schirach schreibt über seine Kindheit und sein Leben, die Jahre im Internat, die ihn prägten, Menschen, die er dort kennengelernt hat. Einige traf er Jahre später wieder, die Ausbildungen ...

Ferdinand von Schirach schreibt über seine Kindheit und sein Leben, die Jahre im Internat, die ihn prägten, Menschen, die er dort kennengelernt hat. Einige traf er Jahre später wieder, die Ausbildungen und die Elternhäuser sorgten dafür, dass sie wichtige Positionen einnehmen konnten. Von Schirach wurde Anwalt und erlebte vieles zwischen Recht und Gerechtigkeit, von Menschen, die wissentlich sträflich gehandelt haben und solchen, die nicht anders konnten. Auch davon wird in einzelnen Episoden erzählt. Seine Lebensgeschichte ist nicht chronologisch aufgebaut, immer wieder gibt es Abschweifungen, neue Erlebnisse werden mit Rückblenden nachvollziehbar und ergeben eine logische Entwicklung.


Die Allgemeinkenntnis, seine umfangreiche Bildung, die sich auch in dem Schreibstil ausdrückt, ergeben ein in kurzen Absätzen gehaltenes, leicht lesbares Buch mit sehr vielen nachdenklich machenden Aspekten.

Veröffentlicht am 31.05.2019

alte Knochen

Unbarmherzig (Ein Gina-Angelucci-Krimi 2)
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Ohne die Vorgängerkrimis um das Ermittlerehepaar Gina Angelucci und Toni Dühnfort zu kennen war ich sofort mit den beiden vertraut. Nach der Geburt von Chiara sind zwei Jahre Elternzeit vergangen und Gina ...

Ohne die Vorgängerkrimis um das Ermittlerehepaar Gina Angelucci und Toni Dühnfort zu kennen war ich sofort mit den beiden vertraut. Nach der Geburt von Chiara sind zwei Jahre Elternzeit vergangen und Gina beginnt wieder ihre Arbeit bei der Polizei im Bereich Cold Case - kalte Fälle -, ungeklärte, länger zurückliegende Todesfälle. Toni übernimmt nun die Betreuung ihrer behinderten Tochter und lebt sich gut in seine Rolle hinein. Als in einem kleinen bayerischen Ort zufällig menschliche Knochenteile gefunden werden wird Gina aktiv. Auch gegen den Widerstand ihres Chefs will sie die Namen der seit mindestens 70 Jahren Toten, ein junger Mann aus der Gegend und eine junge Frau aus dem Baltikum und warum beide erschossen wurden auf den Grund gehen. Ihre Hartnäckigkeit ist berüchtigt und mit unkonventionellen Methoden kommt sie voran. Ein Familienzwist seit vielen Jahrzehnten spielt ebenso eine Rolle wie die NS-Vergangenheit der Dorfbewohner.
Spannend und politisch wie menschlich sehr interessant wird dieser Kriminalroman in verschiedenen Handlungs- und Zeitebenen erzählt. Die abwechslungsreiche Stimme von Vera Teltz macht das Hören zu einem Vergnügen.