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Veröffentlicht am 10.08.2024

Zauberhafter Liebesroman mit Tiefgang

Einmal die perfekte Braut
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Die Geschichte beginnt in einem abseits der üblichen Routen gelegenen Wirtshaus das zwischen Worms und Wiesbaden gelegen ist und dessen unheimlicher Wirt ein Gespräch zwischen zwei Gästen belauscht die ...

Die Geschichte beginnt in einem abseits der üblichen Routen gelegenen Wirtshaus das zwischen Worms und Wiesbaden gelegen ist und dessen unheimlicher Wirt ein Gespräch zwischen zwei Gästen belauscht die nicht ganz zu seiner üblichen Kundschaft zu passen scheinen.
Nach dem mehr als geheimnisvollen Gespräch wechselt der Handlungsort und wir befinden uns in Schloss Landau bei Heidelberg im trauten Familienkreis des Grafen zu Landau der seinem drittgeborenen Sohn Caspar soeben eröffnet hat dass er ein unbekanntes Edelfräulein, Elisabeth von Griesheim zu heiraten habe. Widersprechen dürfe er zwar nicht, aber es sei ihm erlaubt zunächst, zwecks besserem Kennenlernen, brieflich Kontakt mit ihr aufzunehmen.
Die erwähnte Elisabeth lernen wir im folgenden Kapitel kennen und erfahren etwa über ihre Vorgeschichte und die häusliche Situation in der sie lebt. Die passionierte Rosenliebhaberin und -züchterin wird von ihrem Vater von der geplanten Heirat informiert der ihr auch gleich Caspars ersten Brief übergibt...
Wie es mit Caspar und Elisabeth weitergeht? Nun, das müsst ihr schon selber lesen. Ich habe das mit dem allergrößten Vergnügen getan...
Caspar und Lissy sind zwei ausnehmend sympathische Protagonisten. Die von der Autorin sehr authentisch und lebensecht beschrieben werden. Ihre befohlene Heirat ist der Auftakt einer Brieffreundschaft die sich langsam zu einer zarten Liebe entwickelt. Ich fand es sehr schön, das Anna Dietrich den Beiden die Zeit zugestanden hat sich kennenzulernen und die Stärken und Schwächen des Anderen kennenzulernen. Das macht dann auch den Heiratsantrag und die Beziehung der Verlobten sowie Caspars Reaktion auf seine Braut glaubwürdig. Gemeinsam entwickeln sie sich selbst und ihre Beziehung weiter was ich als Leserin sehr schön fand.
Auch die Nebenfiguren waren ein supersympathisches Figurenensemble welches ganz und gar nicht papierpuppenmäßig daherkommt sondern, manchmal nur mit ein paar Worten, sehr treffend auf den Punkt gebracht und lebendig beschrieben wird. (Der Wirt im Prolog, der Bäcker …) Ebenso super sympathisch beschrieben sind die „Haupt“ Nebenfiguren wie die Gute Inge und ihr Schwager Johann, meine heimlichen Lieblinge. Über sie und über Inges Gedankengänge musste ich ebenso oft herzlich lachen wie ich gerührt war.
Über wen ich keinesfalls gerührt war waren die Antagonisten des Romans. Anna Dietrich beschreibt diese so herzlich unsympathisch das ich keine Sekunde in Versuchung geraten bin diese auch nur etwas zu mögen. So sollen für mich Bösewichte sein...
Was ich ebenfalls sehr mochte waren die lebendigen Landschafts- und Ortsbeschreibungen durch die ich mir alles lebhaft vorstellen konnte und die Häuser und Gärten, die Dörfer, Felder und Wälder praktisch vor mir sah. Der humorvolle, flotte, leichte und gut lesbare Schreibstil der Autorin tat sein übriges um mich vollends in das Buch hineinzuziehen. Große Leseempfehlung für diesen wunderbaren Regency RomCom Roman.

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Veröffentlicht am 02.08.2024

Spannende Zeitreise

Geile Zeit
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Niclas Seydack beschreibt, ausgehend von seiner Kindheit das Leben seiner Generation, der Generation der um 1990 geborenen oder, wie er es sagt: Der ersten Generation der es nicht besser gehen wird als ...

Niclas Seydack beschreibt, ausgehend von seiner Kindheit das Leben seiner Generation, der Generation der um 1990 geborenen oder, wie er es sagt: Der ersten Generation der es nicht besser gehen wird als ihrer Vorgängergeneration. Und er tut dies auf durchaus unterhaltsame und spannende Art und Weise. Der flotte, ja fast atemlose Schreibstil lässt mich als Leser nur so durch die Seiten fliegen. Und, so wie ich es verstanden habe, ist dies auch das Mantra dieser Generation: Höher, schneller, weiter. Eins folgt sofort auf das Andere. Keine Pause, keine Lücke im Lebenslauf, immer bereit, immer da. Und dann folgt, irgendwann, plötzlich die Ernüchterung wenn man begreift das das Alles, das ganze Bemühen, nicht wertgeschätzt wird und man quasi mit leeren Händen dasteht...
Seydack macht das Dilemma seiner Generation im wesentlichen an zwei Dingen fest: 09/11 – der Tag an dem Flugzeuge ins World Trade Center und ins Pentagon stürzten und sich damit auch die heile Welt seiner Kindheit in Rauch auflöste und die zunehmende Gefahr von Amokläufen auch an deutschen Schulen und die Aufklärungsarbeit wie die Schüler sich im Falle eines Falles zu verhalten hätten.
Es ist durchaus logisch und nachvollziehbar beschrieben warum seine Generation diesen Weg gegangen ist, wie sie von Lehrern und Eltern und nicht zuletzt von den Massenmedien und schlussendlich auch vom Internet, geprägt wurden und was vor allem das Internet und die Handys, dieses 24/7 bereit sein und ständig informiert sein, dieser Informationsüberfluss für sie bedeutet haben.
Und dann, als sie endlich erwachsen waren und durchstarten wollten kam Corona. Und wieder wurde alles anders als sie erwartete hatten, als ihnen versprochen wurde. Sie saßen, statt im Büro mit Kollegen, alleine zuhause. Die Erwartungen die sie an das Berufsleben hatten, die Dinge die sie für selbstverständlich gehalten hatten, erfüllten sich ein weiteres mal nicht.
All dies baute, so Niclas Seydack, in den Köpfen dieser Generation ein Schuldgefühl auf, mit dem sich nicht so einfach fertig werden lässt, eine Idee das sie selbst daran schuld sind das es bei ihnen nicht genauso gut läuft wie bei den vorangegangenen Jahrgängen... Und daran, so der Autor, müssen sie arbeiten: Dieses Schuldgefühl nicht länger zuzulassen.
Inhaltlich kann man das Buch in zwei Teile teilen: Der erste Teil „Autobiographie“ beschreibt die Kindheit und Jugend des Autors zwischen Schule, Zuhause, Lan Partys und Krabben pulen. Dieser Teil ist sehr nostalgisch angehaucht und liest sich einfach kuschelig, ein Wohlfühlteil.
Der zweite Teil „Generation“ ist eine Generationsanalyse, vom Schreibstil schneller und sachlicher gehalten aber auch sehr interessant zu lesen.
Auch wenn es für mich nicht ganz nachvollziehbar ist das Dilemma einer ganzen Generation an zwei Ereignissen festzumachen ( Hey, wir hatten immerhin auch den „Deutschen Herbst“ und „Tschernobyl“) konnte ich die Gedankengänge gut nachvollziehen und bin jetzt etwas schlauer was die Millennials betrifft.
Leseempfehlung für alle diejenigen die dem Gefühl dieser Generation nachspüren wollen, die sich informieren wollen oder die einfach gerne Bücher wie „Generation Golf“ gelesen haben.
Der leichte und flockige aber auch nachdenklich machende Schreibstil des Autors macht es einem leicht das Buch zu lesen und zu mögen.

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Veröffentlicht am 16.07.2024

Küstenkrimi mit Luft nach oben

Möwen, Strand und Küstentod - Das Geheimnis in den Dünen
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Der ehemalige Bürgermeister der kleinen Stadt Ückeritz auf Usedom verstirbt am Vorabend des Tages an dem er eine große Enthüllung machen will unter verdächtigen Umständen. Das finden zumindest Ulla Sonnenberg ...

Der ehemalige Bürgermeister der kleinen Stadt Ückeritz auf Usedom verstirbt am Vorabend des Tages an dem er eine große Enthüllung machen will unter verdächtigen Umständen. Das finden zumindest Ulla Sonnenberg die neu in der Stadt lebende Berlinerin und das Usedomer Urgestein Bernhard Dornbusch.
Und wie schon im ersten Band nehmen sie begeistert (und ziemlich leichtsinnig) die Ermittlungen auf. Ob es nun ein Mord war und was das Ganze mit einem geheimen Bunker aus Weltkriegstagen zu tun haben könnte, das müsst ihr selber herausfinden...
Mich konnte die Geschichte leider nicht abholen. Die Story an sich ist zwar sehr spannend und in sich schlüssig geschrieben und auch die Auflösung des Fall fand ich gut, aber mit den Hauptfiguren konnte ich so gar nicht warm werden. Ulla Sonnenberg ist mit ihren Alleingängen wirklich der Alptraum eines jeden Polizisten und ihre Motive für dieselben waren für mich als Leser so auch nicht nachvollziehbar. (Und die Sache mit ihrem Zeh fand ich etwa albern.) Schön fand ich das sie innerhalb des Krimis eine gewisse Entwicklung durchmacht was die Beziehung zu ihrem Exmann betrifft aber alles in allem war es ein Hauch Drama zu viel der der Dame zugeschrieben wurde, für meinen Geschmack.
Auch den Schreibstil der Autorin fand ich eher beschreibend als lebhaft. So las ich schon das die Freunde sich zu Kaffee und Kuchen trafen und wusste welchen sehr guten Kuchen sie aßen, aber ich konnte es beim Lesen nicht vor mir sehen, war meistens nicht dabei bei ihren Aktivitäten
Trotzdem gab es auch einige spannende und sehr realistisch beschriebene Momente bei denen ich manchmal auch mitfiebern konnte. Für das nächste Buch ist da also durchaus noch Luft nach oben. Alles in allem ein netter Krimi für einen gemütlichen Nachmittag am Strand – oder im Strandcafé bei Kaffee und Kuchen.

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Veröffentlicht am 01.07.2024

Vergnügliche Fortsetzung

Morden ohne Sorgen - Der tote Gärtner im Marmorsaal
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Frederik Loebell und Wilhelm sind zurück! Zwischen Haferschleim und FKK Campern müssen sie ihren zweiten Fall lösen. Dieses Mal geht es um einen Gärtner auf dessen Leiche sie auf einer Nachtwanderung durch ...

Frederik Loebell und Wilhelm sind zurück! Zwischen Haferschleim und FKK Campern müssen sie ihren zweiten Fall lösen. Dieses Mal geht es um einen Gärtner auf dessen Leiche sie auf einer Nachtwanderung durch das Neue Palais stoßen...
Auch der zweite Teil von „Morden ohne Sorgen“ konnte mich wieder restlos begeistern. Ich mag einfach Frederik Loebell und seine Chaostruppe. Die Figurenbeschreibungen gelingen dem Autor auch in diesem Buch wieder ganz großartig. Bis in die kleinsten Nebenrollen ist jede Person liebevoll und lebendig beschrieben was sehr zur Lebendigkeit der Geschichte beiträgt.
Der Spannungsbogen ist gut aufgebaut und dank der kleinen verstreuten Hinweise setzt sich alles zu einem logischen Bild zusammen. Wer den Gärtner letztendlich auf dem Gewissen hat – nun, das müsst ihr schon selbst beim Lesen herausfinden. Ich kam auch erst ziemlich zum Schluss drauf, aber das Rätseln hat mir sehr viel Spaß gemacht.
Auch diesem Band merkt man die Ortskenntnis und -liebe des Autors an. Dank der bildhaften Sprache konnte ich mir die Szenerie ganz genau vorstellen: Das Haus von Loebells Mutter, das neue Palais, den Campingplatz – das alles entstand beim Lesen vor meinem inneren Auge und trug viel zum Lesevergnügen bei.
Der witzige und flüssige Schreibstil von Andreas K. Buchholz tut ein übriges um mich als Leser nur so durch die Seiten fliegen zu lassen. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und verfolgte gespannt die turbulente Handlung. Ganz große Leseempfehlung.
Abschließend sei angemerkt das man, um in den vollen Lesegenuss zu kommen, auf jeden Fall zuerst Band 1 der Reihe lesen sollte. Wer gerne Cozy Crime mit viel Lokalkolorit und tollen Figuren liest ist mit diesen Büchern bestens bedient.

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Veröffentlicht am 30.06.2024

Wunderschön gezeichnete Graphic Novel die die Essenz der Geschichte gut wiedergibt

Stolz und Vorurteil - Die Graphic Novel nach Jane Austen
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Um es gleich zu sagen: Ich bin restlos begeistert von dieser wunderschönen Graphic Novel.
Hier haben Verlag, Autorin und Zeichnerin alles richtig gemacht und ein zauberhaftes Gesamtkunstwerk geschaffen. ...

Um es gleich zu sagen: Ich bin restlos begeistert von dieser wunderschönen Graphic Novel.
Hier haben Verlag, Autorin und Zeichnerin alles richtig gemacht und ein zauberhaftes Gesamtkunstwerk geschaffen.
Die Geschichte als solche dürfte den Meisten bekannt sein: Die Familie Bennet (Eltern und 5 Töchter) lebt im England der Regency Zeit. Da damals nur männliche Nachkommen erbberechtigt waren ist es das Hauptanliegen der Mutter ihre Töchter möglichst gut zu verheiraten. Als der wohlhabende Mr. Bingley ein Anwesen in der Nachbarschaft mietet und zusammen mit seinem Freund Mr. Darcy (noch wohlhabender) in der Gegend erscheint versucht Mrs. Bennet alles um ihrer älteste Tochter eine gute Partie zu ermöglichen... Es folgen Verwirrungen, Missverständnisse und Intrigen – und ein wunderschönes Happy End. Soweit zu dem Roman von Jane Austen.
Die Graphic Novel fängt die Stimmung der Vorlage perfekt ein.
Das Buch ist aufgeteilt in vier Kapitel (Frühling, Sommer, Herbst, Happy End) Vorangestellt ist jedem Kapitel eine Doppelseite. Auf der linken Seite ist ein Zitat aus dem Roman von Jane Austen, auf der rechten Seite ein zur Jahreszeit passender Blumenstrauß. Dem Grundton dieser beiden Seiten ist die Farbgestaltung des Kapitels angepasst. Eine wunderschöne Idee wie ich finde. Zum Schluss folgen noch 5 Seiten mit nicht colorierten Zeichnungen aus dem Skizzenblock der Künstlerin. Das Buch ist als Einstieg in die Welt und das Werk von Jane Austen bestens geeignet und macht definitiv Lust auf mehr. Sei es in Romanform oder in Form einer weiteren Graphic Novel aus der Feder der beiden Künstlerinnen.
Natürlich kann eine Graphic Novel nicht den ganzen Roman detailliert und in aller Ausführlichkeit wiedergeben. Doch die pointierten Dialoge bringen das Geschehen genau auf den Punkt und man hat nicht das Gefühl etwas zu vermissen. Und das perfekte Zusammenspiel von Text und Zeichnungen tut ein übriges um das Buch zu einem wirklichen Lesevergnügen zu machen.
Ganz große Empfehlung, nicht nur für Jane Austen Fans.

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