Spannende Ghostbuster Story mit viel Gefühl
The Girls Ghostbusting Agency – Crazy Spooky LoveMelody Bittersweet hat die Nase voll. In den florierenden Familienbetrieb ihrer Mutter und Großmutter wollte sie nie einsteigen denn sie sieht den Sinn ihres Lebens nicht darin Verstorbene im Auftrag von ...
Melody Bittersweet hat die Nase voll. In den florierenden Familienbetrieb ihrer Mutter und Großmutter wollte sie nie einsteigen denn sie sieht den Sinn ihres Lebens nicht darin Verstorbene im Auftrag von Hinterbliebenen nach verschwundenen Dingen zu befragen. Also beschließt sie, nach etlichen beruflichen Reinfällen zusammen mit ihrer besten Freundin Marina ihre eigene Agentur zu gründen und Geister zu vertreiben. Zu den beiden gesellen sich dann noch Artie Elliot als Geisterjäger Azubi (der seine Stelle dem Geist seines Vaters verdankt), das Organisationstalent Glenda Jackson (Teilzeitsekretärin und die Effizienz in Person) und der einohrige Mops Lestat. Den ersten Job den Melody ergattert muss sie sich allerdings mit ihrem Exfreund Leo, einem Star der Frühstücksfernsehens und ebenfalls professionellen Geistervertreibers, teilen. Es erwarten sie: eine hochherrschaftliche Villa, drei Geisterbrüder die nicht ins Jenseits eingehen können und deshalb in ebendieser Villa spuken und der habgierige Nachkomme der die Villa unbedingt so schnell wie möglich verscherbeln möchte. Kein leichte Aufgabe für Melody und ihr Team …
Mit ihrem leichten und spritzigen Schreibstil konnte mich Josie Silver direkt begeistern. Schon alleine die Namen fand ich toll gewählt, ob nun Melody Bittersweet, Fletcher Gunn oder Leo Dark, alle zeugen von dem herrlichen Humor der Autorin. Dazu kommen noch die schwungvollen Dialoge bei denen ich oft ziemlich grinsen musste.
Die detaillierten Beschreibungen haben mich direkt in die Handlung gezogen. Ich konnte mir den Ort Chapelwick direkt bildlich vorstellen ebenso wie das alte Herrenhaus Scarborough House oder das Heim der Bittersweets. Ebenso begeistert hat mich die lebendige Figurenbeschreibung. Jede der Personen, sogar die gruseligen Zwillingsschwestern und Leo Dark Fangirls, ist toll beschrieben und wirkt auf mich äußerst lebendig. Richtig schön wird auch die Familiendynamik beschrieben. Man merkt genau wie sehr Melody, ihre Mutter Silvana und ihre Großmutter Paradise „Dicey“ einander zugewandt sind – auch wenn sie sich manchmal ziemlich auf die Nerven gehen, Silvana gerne Melodys Leben bestimmen möchte und Dicey getreu ihrem Motto „Irgendwo ist es immer fünf Uhr“ auch schon mal Champagner zum Frühstück trinkt was von ihrer Tochter heftig missbilligt wird.
Auch den Kriminalfall den Melody zusammen mit ihrer Freundin Marina und dem Auszubildenden Artie (der übrigens keine Angst vor Geistern hat) lösen muss um das Herrenhaus zu „entspuken“ fand ich gut konstruiert. Es war spannend zu lesen wie sich die Fäden allmählich entwirrt haben bis der ganze Fall klar vor den Ghostbustern (und mir als Leser) lag.
Was ich auch sehr gelungen fand ist der Umgang der Autorin mit den in der Geschichte vorkommenden Geistern. Es wird nie klamaukhaft sondern sie geht dieses Thema mit Respekt und Gefühl an. Die Gespenster werden nie als bloße Witzfiguren charakterisiert auch wenn sie manchmal Stereotypen entsprechen.
Das einzige was für mich nicht so recht in die Geschichte gepasst hat war die sich entwickelnde Dreiecks Liebesgeschichte und die spicy Szenen. Melody schmachtet auf der einen Seite ihren Ex Leo an und auf der anderen Seite kann sie sich der Anziehung die der Reporter Fletcher auf sie ausübt nicht entziehen. Das war für mich dann doch manchmal etwas zu viel des Guten. Aber das ist ja Ansichtssache.
Humorvoll, spannend und mit viel Gefühl geschrieben konnte mich der erste Teil der „Girls and Ghosts“ Reihe begeistern und ich freue mich schon darauf zu erfahren wie es mit Melody und ihren Freunden weitergeht.