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Veröffentlicht am 15.05.2025

Grandioser Dilogie-Auftakt

To Kill A Shadow (Die verfluchten Lande, Band 1)
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Nur wenige Menschen wussten, dass die Nacht sprechen konnte. Und noch weniger, wie man ihr antwortete, wenn sie es tat. In diesem Moment verspottete sie mich. - Seite 11

"To Kill A Shadow" stand schon ...

Nur wenige Menschen wussten, dass die Nacht sprechen konnte. Und noch weniger, wie man ihr antwortete, wenn sie es tat. In diesem Moment verspottete sie mich. - Seite 11

"To Kill A Shadow" stand schon auf meiner Wunschliste, bevor die deutsche Übersetzung überhaupt angekündigt war. Die düstere Romantasy Geschichte klang genau nach meinem Geschmack. Entsprechend habe ich mich umso mehr über die Ankündigung, dass das Buch auf Deutsch kommt, gefreut.

Stell dir vor, du lebst in einem Land, in der Dunkelheit herrscht. Ein tödlicher Nebel umgibt Asidia, die Nahrungsmittel werden aufgrund der fehlenden Sonne immer knapper und es scheint keine Lösung in Sicht. In dieser Welt lebt Kiara, die in ihrem Dorf aufgrund eines Vorfalls als verflucht gilt. Ihr Leben ändert sich schlagartig, als sie ausgerechnet von Kommandant Jude Maddox, der Hand des Todes, als Anwärterin für die Ritter des Ewigen Sterns rekrutiert wird, die für den König nach einem Weg suchen, die Sonne zurückzuholen. Was Jude nicht ahnt - Kiara weckt etwas in ihm, von dem er nicht geglaubt hat, es je wieder zu fühlen. Ihre Mission führt sie schon bald in den gefährlichen Nebel, in dem nicht nur ein Kampf ums Überleben, sondern auch einige Geheimnisse auf sie warten..

Kaum ist das Print bei mir eingezogen, habe ich es auch schon vom SuB befreit und zusammen mit meiner lieben Jassy (@lowin1000 auf Instagram) als BuddyRead gelesen.

Bereits die ersten 100 Seiten konnten mich so begeistern, dass mir schnell klar war, dass ich mit "To Kill A Shadow" ein Highlight in den Händen halte. Katherine Quinn erzählt die Geschichte abwechselnd aus Sicht von Kiara und Jude, was ich unheimlich gern mochte. Der Schreibstil las sich flüssig und einfach nur toll.

Kiara gefiel mir direkt unfassbar gut. Sie ist eine unheimlich starke Person, die sich nicht unterkriegen lässt. Sie ist wirklich richtig cool. Der Kommandant Jude Maddox, die Hand des Todes, gefiel mir auch von Anfang an sehr. Sämtliche Figuren sind wunderbar und überzeugend dargestellt, konnten mich teils sehr überraschen und einfach nur mitreißen.

"To Kill A Shadow" spielt in einer finsteren Welt, die von der Dunkelheit beherrscht wird. Vor Jahren ist die Sonnengöttin, und mit ihr auch die Sonne, aus der Welt verschwunden. Entsprechend düster ist auch die gesamte Atmosphäre im Buch, es wird brutal und blutig. Am Ende vom Buch gibt es auch Content Notes, die ihr euch vorm Lesen unbedingt anschauen solltet, wenn ihr auf bestimmte Themen sensibel reagiert.

Doch die Story ist so viel mehr als nur brutal und blutig. Es wird überraschend tiefgründig, steckt voller Emotionen. Einfach grandios, wirklich. Die Handlung beginnt spannend und richtig interessant und wird im Verlauf nur noch spannender und interessanter. Katherine Quinn hat mich mit den Wendungen, der Entwicklung der Handlung und den bisher enthüllten Geheimnissen oft überrascht und jedes Mal, wenn ich eine Lesepause eingelegt habe, konnte ich es nicht erwarten, erneut zum Buch zu greifen. Es ist ein packender Pageturner, der mich wirklich begeistern konnte.

Bei dem Buch handelt es sich um den Auftakt einer Dilogie, Teil 2 ist gerade ganz frisch erschienen. Der Cliffhanger ist gemein und ich kann es kaum erwarten, den zweiten Band zu lesen.

Mein Fazit:
"To Kill A Shadow" ist ein grandioser Dilogie-Auftakt, der mich vollkommen überzeugt hat. Egal ob es die starken Charaktere oder die düstere, brutale und überraschend tiefgründige Romantasy Geschichte ist.. ich bin begeistert von diesem Pageturner und kann es nicht erwarten, die Fortsetzung zu lesen.

Veröffentlicht am 12.05.2025

Tolle Fortsetzung

Ein mysteriöser Gast
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Meine geliebte Großmutter alias Gran arbeitete ihr gesamtes Leben als Dienstmädchen, und ich bin in ihre Fußstapfen getreten. Das ist nur eine Redewendung. Ich konnte gar nicht im Wortsinn in ihre Fußstapfen ...

Meine geliebte Großmutter alias Gran arbeitete ihr gesamtes Leben als Dienstmädchen, und ich bin in ihre Fußstapfen getreten. Das ist nur eine Redewendung. Ich konnte gar nicht im Wortsinn in ihre Fußstapfen treten, weil sie keine hinterlässt, nicht mehr. - Seite 9

Vor ein paar Jahren konnte mich Nita Prose mit ihrem ersten Krimi rund um das Zimmermädchen Molly Gray überraschenderweise sehr überzeugen. Ich bin eigentlich kein großer Krimi Fan und greife eher zu anderen Genre, doch ich konnte mich wunderbar in Molly hineinversetzen und fand die Story nicht nur spannend, sondern auch sehr unterhaltsam.

Als dann "Ein mysteriöser Gast" angekündigt wurde, habe ich mich sehr gefreut, noch mehr von Molly und dem Regency Grand Hotel, in dem sie arbeitet, zu lesen. Molly ist mit ganzem Herz Zimmermädchen, sie liebt ihren Beruf und versetzt mit Hingabe die Hotelzimmer in einen Zustand der Perfektion. Eigentlich sollte es ein besonderer Tag werden, als der berühmte Krimiautor J. D. Grimthorpe im gerade neu eröffneten Teesaal des Hotels eine Ansprache halten will. Nun.. besonders kann man den Tag nennen, doch auf andere Weise, als gedacht. Denn gerade als er mit seiner Rede beginnt, fällt er tot von der Bühne und dem Hotel steht eine erneute Mordermittlung bevor. Schon bald gibt es die ersten Gerüchte und Molly muss tief in ihre Vergangenheit hinabtauchen - denn sie kannte J. D. Grimthorpe..

Nita Prose erzählt die Geschichte erneut im Ich-Erzähler aus der Sicht von Molly, was einfach perfekt zu der Geschichte passt. Immer wieder taucht sie in die Vergangenheit unserer Protagonistin, da diese mit dem verstorbenen Autor zusammenhängt.

Ich war total gespannt, was es mit all dem auf sich hat und wie genau alles zusammenhängt. Die Autorin konnte mich schnell in den Bann der Geschichte ziehen und wenn ich die Möglichkeit gehabt hätte, hätte ich das Buch vermutlich in einem Rutsch verschlungen. "Ein mysteriöser Gast" strotzt zwar nicht vor Action und fesselte mich auch nicht atemlos an die Seiten, ist aber auf seine ganz eigene Art unheimlich spannend und sehr unterhaltsam - so wie es bei Cozy Crime halt der Fall ist.

In Molly konnte ich mich richtig gut hineinversetzen und sie war mir, wie schon im ersten Band, sofort sehr sympathisch. Ihre Art ist einfach.. ich weiß nicht, wie ich es beschreiben soll. Sie ist gründlich, nimmt alles ganz genau und achtet wirklich auf jedes kleinste Detail. Ich mochte sie hier fast schon mehr als im ersten Teil. Sie ist wunderbar dargestellt und auch die vielen anderen Charaktere überzeugten mich, wobei mir diese zum Teil erneut ein klein wenig zu blass blieben.

Molly unterstützt in diesem Band die Ermittlungen aktiv, schließlich hat das Hotel einen Ruf zu verlieren und sie will ihrer Kollegin helfen, die unter Verdacht geraten ist. Im Verlauf erfährt man einiges über Mollys Vergangenheit und natürlich wie diese mit der Gegenwart zusammenhängt. Oft wird Molly unterschätzt, doch ihre Fähigkeiten sind eine entscheidende Hilfe. So kommen ein paar wirklich überraschende Details ans Licht, anderes fand ich persönlich weniger überraschend, was mich bei diesem Buch aber überhaupt nicht gestört hat.

Der Fall rund um den Mord an J. D. Grimthorpe wurde gut abgeschlossen. Am Ende des Buches bekommt Molly ein Angebot, das mich hoffen lässt, dass es noch weitere Bücher mit ihr in der Hauptrolle geben wird. Ich würde mich zumindest sehr darüber freuen.

Mein Fazit:
"Ein mysteriöser Gast" ist eine spannende und sehr unterhaltsame Fortsetzung rund um das ermittelnde Zimmermädchen Molly Gray, die dieses Mal den Mord an einem Krimiautor aufklären muss. Wenn ihr Cozy Crime mögt, solltet ihr euch die Reihe unbedingt genauer ansehen!

Veröffentlicht am 09.05.2025

Highlight!

Blood over bright haven
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Thomil hatte den langen Rückweg vom Auskundschaften genommen. Wider besseres Wissen schob er die Wolfslederkapuze vom Kopf und hieß die Nadeln des Winds willkommen, während er sich durch die heulende Dunkelheit ...

Thomil hatte den langen Rückweg vom Auskundschaften genommen. Wider besseres Wissen schob er die Wolfslederkapuze vom Kopf und hieß die Nadeln des Winds willkommen, während er sich durch die heulende Dunkelheit vorankämpfte. - Seite 9

Als ich "Blood over bright haven" das erste Mal gesehen habe, wusste ich, dass ich dieses Buch unbedingt lesen muss. Ich habe mich nicht nur sofort in das wunderschöne Äußere des Buchs verliebt, auch die Story klang unheimlich spannend.

Hier geht es um Sciona, die seit über zwanzig Jahren all ihre Zeit in ihr Magiestudium steckt. Sie will die erste Frau werden, die es jemals in das Hohe Magisterium schafft. Tatsächlich werden ihre Bemühungen belohnt, doch kaum hat sie ihr Ziel erreicht, gehen die Probleme erst richtig los. Ihre Kollegen, allesamt männlich, wollen sie nicht in ihren Reihen haben und lassen sie das deutlich spüren.
Im Versuch sie noch weiter auszugrenzen und auszubremsen, bekommt sie anstatt eines qualifizierten Laborassistenten den Hausmeister Thomil an die Seite gestellt. Was keiner ahnt - er scheint genau die richtige Person, für diese Aufgabe zu sein und gemeinsam kommen sie einem uralten Geheimnis auf die Spur, das einfach alles verändert.

"Blood over bright haven" war so ganz anders, als ich es erwartet hatte. Aber auf gute Weise.. verdammt gute Weise. Die Welt, die M. L. Wang hier erschaffen hat, ist unheimlich spannend und auch das Magiesystem ist hochinteressant. Alles wirkt so viel.. technischer und moderner, als ich es mir vorm Lesen vorgestellt habe.

Die Akademie ist ein von Männern dominierter Ort. Generell hat man als Frau hier wenig Chancen auf Erfolg, sollte am besten nur dafür da sein, sich um Haushalt und Kinder zu kümmern. Das ist aber so überhaupt nicht Scionas Fall und so gibt sie alles dafür, als erste Frau ins Hohe Magisterium aufzusteigen. Doch selbst dann, als sie ihr Ziel erreicht hat, versuchen ihre Kollegen sie herabzusetzen, erkennen ihre Leistungen nicht an, belächeln sie. Sciona ist eine unglaublich starke Person, die im Lauf des Buches eine gigantische Entwicklung durchgemacht hat. Ich finde sie wirklich sehr beeindruckend.

Thomil arbeitet als Hausmeister in der Akademie und wird Sciona als Laborassistent zugeteilt, um ihr noch mehr zu zeigen, dass sie nicht erwünscht ist. Denn Thomil ist ein Kwen, jemand von außerhalb der Kuppel. Sein Volk wird in der Stadt nur geduldet, wenn sie auch etwas leisten können, sie gelten als Abschaum und müssen niedere Arbeiten verrichten. Doch in Thomil steckt so viel mehr und das zeigt er im Lauf des Buches auf eindrucksvolle Art und Weise.

Schnell wurde mir klar, dass ich mit "Blood over bright haven" ein absolutes Highlight in den Händen halte. Die rund 500 Seiten sind vollgepackt mit einer komplexen Story und es folgt ein Schlag und eine Wendung auf die Nächste - dabei wirkte das Buch aber keinesfalls überladen oder zu kompliziert. Gemeinsam decken Sciona und Thomil ein Geheimnis auf, das so viel tiefer geht, so viel grausamer ist, als sie es sich je hätten vorstellen können.

Die Autorin verpackt hier gekonnt gesellschaftskritische Themen wie Sexismus, Diskriminierung, Rassismus, Armut, Ausbeutung, Religionskritik und Feminismus in eine unheimlich spannende Fantasy Story, die mich kaum losgelassen hat. Vieles hat mich sehr an die Realität erinnert und regt auf jeden Fall zum Nachdenken an. Es ist einfach grausam, macht wütend und fassungslos. Gleichzeitig gibt es aber auch einen Funken Hoffnung, Hoffnung auf ein besseres Leben, eine bessere Welt.

Bei "Blood over bright haven" handelt es sich um einen Einzelband, die Story ist also abgeschlossen. Das Ende hat mich erst einmal sprachlos zurückgelassen und ich musste das echt sacken lassen. Ganz, ganz großes Kino. Ich hoffe, dass wir noch sehr viel mehr von M. L. Wang zu lesen bekommen, denn ich habe ihre Art zu Schreiben wirklich sehr gemocht, fand ihre Art, wie sie die Geschichte erzählt hat, grandios, mitreißend und berührend.

Mein Fazit:
Ich hatte sehr früh das Gefühl, dass ich mit "Blood over bright haven" ein Highlight in den Händen halte.. und das sollte es auch werden. Die Story ist so ganz anders, als ich es mir erst vorgestellt habe, aber auf eine unheimlich gute, packende und mitreißende Art, die mich kaum losgelassen hat. Die Autorin hat hier gekonnt gesellschaftskritische Themen in eine Story voller Magie eingeflochten, die mich teils wütend und sprachlos gemacht haben. Doch in allem steckt auch ein wenig Hoffnung.

Veröffentlicht am 05.05.2025

Wurde leider nicht warm damit..

A Song to Drown Rivers
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An dem Tag, als ich geboren wurde, stießen die Wildgänse vom Himmel herab, und die Fische sanken auf den Grund des Teichs und vergaßen zu schwimmen, so sagte man. - Seite 7

"A Song to Drown Rivers" ist ...

An dem Tag, als ich geboren wurde, stießen die Wildgänse vom Himmel herab, und die Fische sanken auf den Grund des Teichs und vergaßen zu schwimmen, so sagte man. - Seite 7

"A Song to Drown Rivers" ist ein Buch, von dem ich ehrlich nicht genau weiß, was ich dazu sagen soll.

Es geht um Xishi, die in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen ist. Ihr Volk leidet unter dem Krieg mit dem Nachbarland der Wu, der viele Leben gekostet hat. Doch das soll sich nun ändern. Fanli, der Militärberater des Königs der Yue, will Xishi zu einer Spionin ausbilden und sie als Konkubine in den Palast schleusen. Ihre unvergleichliche Schönheit ist der Schlüssel dazu, denn sie soll den König der Wu verführen und somit in seiner Gunst steigen. Während ihrer Ausbildung entwickeln Fanli und Xishi allerdings Gefühle füreinander... doch das darf nicht sein, denn das würde den kompletten Plan zunichtemachen. Während Xishi dem König der Wu immer näher kommt, lässt sich das allerdings immer schwieriger verstecken.. und das würde nicht nur ihren Tod bedeuten, sondern den des gesamten Königreichs.

Vor ein paar Monaten habe ich das Buch schon einmal begonnen, nach rund 50 Seiten aber zur Seite gelegt, da ich gemerkt habe, dass es der falsche Zeitpunkt für die Geschichte ist.

Als ich das Buch dann erneut in die Hand genommen habe, habe ich mich schon richtig darauf gefreut - theoretisch hat die Story alles, um mich zu begeistern. Es klang so gut, eine dramatische Lovestory, Intrigen um einen schrecklichen König zu stürzen und all das basierend auf einer chinesischen Legende.

Leider stellte sich dann schnell Enttäuschung ein, ich konnte überhaupt nicht in die Geschichte eintauchen. Ich wollte dem Buch aber unbedingt eine faire Chance geben und zumindest einige Kapitel mehr lesen, als bei meinem ersten Versuch.. denn wie gesagt, theoretisch klang es genau nach meinem Geschmack und auch eine Freundin, mit der ich bei Büchern meistens einer Meinung bin, war begeistert davon.

Durch die erste Hälfte musste ich mich ehrlich gesagt ein wenig durchbeißen und ich war wirklich am überlegen, ob ich das Buch nicht lieber abbrechen sollte. Der Schreibstil las sich allerdings trotz meiner Probleme so angenehm und flüssig, dass ich zumindest noch ein paar Kapitel weiterlesen wollte, bevor ich endgültig entscheide - wie man sieht, habe ich mich fürs Beenden vom Buch entschieden.

Nach rund der ersten Hälfte gefiel es mir so langsam besser. Zwar konnte ich bis zum Schluss nicht richtig in die Story eintauchen (und ich weiß wirklich nicht, warum), aber ich habe nicht mehr mit dem Buch gekämpft, entwickelte endlich ein Interesse dafür, wie es mit Xishi, Fanli und dem Plan, den König der Wu zu stürzen, weitergeht. Die meiste Zeit entwickelte sich die Geschichte für meinen Geschmack zu.. durchgeplant, falls das Sinn ergibt. Also klar, eine Geschichte ist natürlich im Ablauf geplant, aber hier.. fühlte es sich an, als hätte es einfach eine Liste mit Stichpunkten gegeben, die strikt der Reihe nach abgearbeitet wurde. Wirkliche Überraschungen gab es dabei auch nicht, das meiste fand ich recht vorhersehbar.

Erst die letzten rund 80 Seiten haben mich dann so gepackt, dass ich bis mitten in der Nacht weiterlesen MUSSTE, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es ausgeht. Endlich hat es sich so angefühlt, wie ich es mir für den Rest des Buches gewünscht hätte. Ich war voll drin, habe mit Xishi mitgefühlt, habe die Tragik dieser Story gespürt. Es ist keine Friede-Freude-Eierkuchen-Geschichte, im Gegenteil. Mit dem Ende hätte ich ehrlich nicht gerechnet und obwohl es wirklich herzzerreißend ist, ist es unheimlich passend. "A Song to Drown Rivers" ist ein abgeschlossener Einzelband, es bleiben keine Fragen offen.

Nicht nur mit der Story hatte ich diese Probleme, auch mit den Charakteren. In der Theorie sind sie alle richtig gut dargestellt und überzeugend, in der Praxis habe ich mich ihnen aber bis kurz vor dem Ende nie nahe gefühlt.
Xishi ist so eine starke junge Frau. Durch den Krieg hat sie und ihr Volk sehr gelitten und um den ein Ende zu bereiten, soll sie ausgerechnet den König des Volkes verführen, das ihr das angetan hat. Heimlich schmiedet sie Pläne, verstellt sich, um nicht aufzufliegen. Sie ist beeindruckend.
Fanli, der Berater des Königs der Yue, hat sie für diese Aufgabe ausgebildet. Nach außen hin zeigt er kaum eine Regung, doch man konnte spüren, wie sehr es ihm widerstrebt, Xishi dort hinzuschicken.
Der König der Wu.. puuh, ich bin ganz ehrlich. Obwohl er einer der "Bösen" ist, hatte ich teilweise schon fast Mitleid mit ihm, konnte ihn verstehen, habe mit ihm gefühlt. Ich weiß nicht warum, aber ihn fand ich tatsächlich schon fast am besten dargestellt und meine Gedanken in Bezug auf ihn sind wie hin- und hergerissen. Man hat hier, finde ich, sehr gespürt, dass es mehr als nur schwarz und weiß gibt.

Mein Fazit:
Insgesamt.. hat mich "A Song to Drown Rivers" leider eher enttäuscht. Wobei enttäuscht eigentlich auch nicht der richtige Ausdruck ist. Theoretisch hätte das Buch genau meinen Geschmack treffen müssen, in der Praxis hat es mich in der ersten Hälfte aber kaum interessiert, was hier passiert. Erst nach der Hälfte wurde es langsam besser und gerade mal die letzten rund 80 Seiten haben mir so richtig gut gefallen. Dabei kann ich, bis auf den für mich zu durchgeplant anfühlenden Handlungsverlauf, nicht mal so wirklich etwas nennen, was mir so gar nicht gefallen hat.. ich wurde einfach nicht richtig warm damit.

Veröffentlicht am 16.04.2025

Grandioser zweiter Band

Thrones and Curses – Für die Krone geboren
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In der cellarischen Schwesternschaft, hoch oben im Alder-Gebirge, geht Beatriz in ihrer Zelle auf und ab - immer zehn Schritte, von Wand zu Wand. Fünf Tage ist es her, dass sie weggesperrt wurde, in dieser ...

In der cellarischen Schwesternschaft, hoch oben im Alder-Gebirge, geht Beatriz in ihrer Zelle auf und ab - immer zehn Schritte, von Wand zu Wand. Fünf Tage ist es her, dass sie weggesperrt wurde, in dieser kargen Kammer, mit nichts als einem schmalen Bett, einer verschlissenen Decke und einem Krug Wasser auf einem kleinen Holzschemel. - Seite 11

Im letzten Jahr habe ich mit "Thrones and Curses: Von den Sternen berührt" den Auftakt der Trilogie gelesen. Vor ein paar Jahren konnte mich Laura Sebastian schon mit ihrer "Ash Princess"-Trilogie sehr überzeugen und auch vom ersten Band der "Thrones and Curses"-Reihe war ich sehr begeistert. Mit den Wendungen am Ende hatte ich so überhaupt nicht gerechnet, entsprechend gespannt war ich schon auf "Thrones and Curses: Für die Krone", zu dem ich aus unterschiedlichen Gründen allerdings leider erst später gekommen bin, als ich wollte.

Auf eine eigene Inhaltsangabe verzichte ich an dieser Stelle, da ich ehrlich gesagt nicht weiß, wie genau ich das am besten kurz zusammenfassen könnte, sodass es auch verständlich ist und diesen Band nicht spoilert.

Der Einstieg in die Geschichte ist mir sehr leicht gefallen. Obwohl für mich ein bisschen mehr Zeit zwischen Band 1 und Band 2 lag, waren meine Erinnerungen noch ziemlich klar oder kamen direkt wieder zurück. Der Schreibstil las sich wieder richtig angenehm und sehr flüssig und ich hatte das Gefühl, nur so durch die gut 600 Seiten zu fliegen.

Erzählt wird aus Sicht der Prinzessinnen und einer weiteren Perspektive, was sehr gut zur Story passt - immerhin spielt die Geschichte parallel an mehreren Orten. Nach dem Schock vom Ende des ersten Bandes, können Daphne und Beatriz kaum glauben, was passiert ist. Sie erkennen immer mehr, was wirklich hinter den Plänen ihrer Mutter steckt, die eine früher, die andere später, und schmieden im Gegenzug ihre eigenen Pläne. Die Charakterentwicklung gefiel mir richtig gut. Schon im ersten Band ist mir aufgefallen, wie sehr sich die Prinzessinnen entwickelt haben, hier war es für mich noch deutlicher. Sie sind keine typischen perfekten Heldinnen, sondern wirken sehr menschlich, machen nicht immer alles gleich richtig. Ich konnte mich so gut in sie hineinversetzen, fand sie toll dargestellt. Das Gleiche gilt auch für sämtliche anderen Figuren.

Die Story fand ich insgesamt etwas ruhiger als den ersten Teil, ich hatte das Gefühl, dass es weniger Action gab. Das machte das Ganze aber nicht weniger spannend, im Gegenteil. Die Entwicklungen haben mich unheimlich gepackt und es ist mir sehr schwergefallen, das Buch auch nur kurz zur Seite zu legen. So viele Intrigen und Machtspiele, so viele Geheimnisse und ein riesiges Lügenkonstrukt, was nach und nach aufgedeckt wird. Oft ist es bei Trilogien so, dass der Mittelband der schwächste Teil der Reihe ist.. zumindest ist das meine Erfahrungen. Hier ist das nicht der Fall, ich finde, dass Laura Sebastian mit diesem zweiten Teil sogar noch eine Schippe drauf gesetzt hat. Das Ende verspricht ein unheimlich spannendes Finale und ich würde am liebsten sofort zum nächsten Band greifen - glücklicherweise ist der schon erschienen, ich muss ihn mir nur endlich besorgen.

In "Thrones and Curses: Für die Krone geboren" erfährt man auch immer mehr über die Welt, in der die Geschichte rund um die Prinzessinnen spielt. Das Worldbuilding finde ich wirklich grandios und sehr detailreich, ohne allerdings zu überladen oder komplex zu werden. Auch über die Magie der Sterne erfährt man immer mehr und das Ganze ist sooo faszinierend und richtig gut gemacht.

Mein Fazit:
"Thrones and Curses: Für die Krone geboren" ist ein grandioser zweiter Band, der den Auftakt der Trilogie sogar übertreffen konnte. Ich bin begeistert von der Welt, der Magie, den Charakteren und der Story voller Intrigen und Geheimnisse. Das Ende verspricht ein packendes Finale und ich kann es kaum erwarten, den dritten Band zu lesen!