Himmlischer Frieden von Autorin Lai Wen ist ein Buch, das mich von der ersten Seite an ...
Titel: Himmlischer Frieden
Autor:in: Lai Wen
Verlag: Ullstein
Genre: Literarische Fiktion
Reihe: Einzelband
Himmlischer Frieden von Autorin Lai Wen ist ein Buch, das mich von der ersten Seite an gepackt hat. Wir begleiten das Leben von Protagonistin Lai, die in China nach Maos Kulturrevolution aufwächst, von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter. Es ist eine Coming-of-Age Story, doch auch so viel mehr als das. Durch die aufmerksamen Augen der jungen Chinesin und ihre scharfe Beobachtungsgabe lernen wir viel über die politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen der Erwachsenen zu dieser Zeit. Dabei sehen wir die ganze Bandbreite an menschlichen Reaktionen, von Resignation bis aufflammendem Protest. Der Schreibstil der Autorin dieses autofiktionalen Romans ist poetisch und kraftvoll. Sie wählt oftmals leisere Töne, die das Gesagte nur umso lauter und erschütternder in mir nachhallen ließen. Auch wenn das Werk auch mit etwas weniger Seiten ausgekommen wäre, gibt es von mir eine klare Empfehlung!
Vielen Dank an Vorablesen und den Ullstein Verlag für mein Rezensionsexemplar!
Titel: Hearts and Falcons. Im Herzen wild und frei.
Autor:in: Nora Lynn
Verlag: Knaur
Genre: Historical Romance
Reihe: Einzelband
Eine spannende Rivals-to-Lovers Romance mit einem historischen Setting ...
Titel: Hearts and Falcons. Im Herzen wild und frei. Autor:in: Nora Lynn Verlag: Knaur Genre: Historical Romance Reihe: Einzelband
Eine spannende Rivals-to-Lovers Romance mit einem historischen Setting im Wien des 19. Jahrhunderts!
Cover: Die Gestaltung des Covers gefällt mir gut. Die Goldelemente passen perfekt zum historischen Setting im prunkvollen Wien. Das Cover gibt mir Romantasy-Vibes. Auch wenn die Geschichte keine Fantasy-Elemente hat, hat sie doch etwas magisches!
Inhalt: Wir begleiten die freiheitsliebende Hedwig durch ihren geliebten Wienerwald, wo sie als Falknerin arbeitet und so sich und ihre jüngere Schwester Valerie versorgt. Hedwigs Traum ist es, als erste Frau mit ihrem Falken am anstehenden Jagdturnier teilzunehmen und zu gewinnen. Doch ihre Pläne geraten durcheinander, als der Adlige Konrad Ahnen sie erpresst ihn in der Beizjagd zu unterrichten, um selbst am Turnier teilnehmen zu können. Beim Training kommen die beiden Rivalen sich näher und die Funken beginnen zu sprühen. Wer wird das Turnier am Ende für sich entscheiden können?
Als begeisterte Leserin von Bridgerton und ähnlichen Büchern musste ich diese Geschichte einfach lesen! Die Autorin beschreibt die Atmosphäre des Wienerwaldes im vergangenen Jahrhundert sehr authentisch und poetisch. Ich konnte mich sehr gut in die Zeit und die Gegend hinein versetzen. Auch fand ich es sehr interessant etwas über die Beizjagd bzw. die Falknerei zu lernen. Ich musste beim Lesen an die Filme „Sissi“ und „Drei Nüsse für Aschenbrödel“ denken, nicht zuletzt wegen der starken und eigensinnigen Hedwig.
Charaktere: Im Zentrum der Geschichte steht natürlich unsere junge Protagonistin Hedwig. Sie musste schon früh Verantwortung übernehmen und lässt niemanden so leicht an sich (oder ihre Schwester) heran. Sie hatte sich gedanklich bereits mit einem Leben in der Einsamkeit abgefunden - bis Konrad auftaucht und sie ihre Prinzipien infrage stellen lässt! Konrad lässt zunächst den privilegierten Städter raushängen, kann Hedwig aber schließlich mit seiner entwaffnenden Aufrichtigkeit für sich gewinnen. Ich fand den Kontrast zwischen den komplett gegensätzlichen Lebensrealitäten der beiden sehr spannend. Trotzdem hätte ich mir gewünscht, dass die Persönlichkeit der beiden noch komplexer dargestellt worden wäre. Gerade gegen Ende fand ich das Thema „Hedwig = liebt den Wald“ ein kleines bisschen repetitiv und es hat mich beim Lesen etwas ausgebremst.
Mein liebster Nebencharakter war Graf Hohenberg! Seine Liebesgeschichte und seine Freundschaft zu Hedwig haben mich berührt. Gut, das sie in ihm einen Verbündeten hat. Ich fand es wichtig, dass durch ihn die Situation von queeren Menschen thematisiert wurde, sowie durch Hedwigs Teilnahme am Turnier die gesellschaftlichen Hürden, die Frauen in den Weg gelegt werden.
Tropes: historical romance, rivals to lovers, slow burn
Fazit: Die Kombination von Historical Romance und New Adult hat mich überzeugt. Eine sehr schöne Liebesgeschichte, die ich empfehlen würde! Ich möchte gerne noch weitere Bücher von Nora Lynn lesen.
Vielen Dank an LovelyBooks und den Knaur Verlag für mein Rezensionsexemplar!
Titel: The Summer We Fell
Autor:in: Elizabeth O‘Roark
Verlag: LYX
Genre: Romance
Reihe: Band 1/3
Dieses Buch war nicht ganz was ich erwartet hatte, als es mit „sad girl summer“ beworben wurde. Ich wollte ...
Titel: The Summer We Fell Autor:in: Elizabeth O‘Roark Verlag: LYX Genre: Romance Reihe: Band 1/3
Dieses Buch war nicht ganz was ich erwartet hatte, als es mit „sad girl summer“ beworben wurde. Ich wollte romantische Sommer-Melancholie wie aus einem Lana del Rey Song - stattdessen hat das Buch mich einfach actually sad gemacht!
Cover: Das Cover in den Farben eines Sonnenuntergangs am Meer gefällt mir sehr gut und passt auch zur Geschichte. Auch die aufgeprägten Blumen sind sehr schön und aufwändig gestaltet. Einen Farbschnitt oder Illustrationen im Buch gibt es leider nicht.
TW für das Buch: Vergew/ltigung, Tod, Missbrauch, Homophobie
Inhalt: Die Story handelt von Juliet, die als Teenagerin in die Familie eines Kleinstadt-Pfarrers und seiner Frau aufgenommen wird, da ihre eigene Familie sie misshandelt hat. Der Sohn der Familie, Danny, verliebt sich in sie und die beiden beginnen eine Beziehung. Juliet hat das Gefühl, der Familie Allen viel zu schulden und lässt sich daher wie eine Hausangestellte behandeln. Auch wenn Juliet Danny liebt, ist sie doch mehr aus Pflichtgefühl mit ihm zusammen und sein streng religiöser Lebensstil erfüllt ihr Bedürfnis nach Nähe nicht. Eines Sommers bringt Danny seinen Freund Luke vom College mit nach Hause, der die Saison über ebenfalls bei den Allens wohnen wird. Obwohl die beiden keine drei Sätze miteinander sprechen, ist die Anziehung und das innere Verständnis zwischen Juliet und Luke sehr hoch. Luke ist der erste, der die traumatisierte Juliet nicht wie eine Fußmatte behandelt und für sie einsteht. Doch Juliet fühlt sich gefangen in ihrer Situation und kann Danny nicht verlassen...
Der Schreibstil von Elizabeth O‘Roark ist sehr immersiv und nach den ersten paar Seiten dachte ich noch, dass ich hier eventuell ein Jahreshighlight vor mir habe. Das Setting in einer Kleinstadt am Meer, die Surfer und der Sommer-Vibe haben mir besonders gut gefallen.
Auch der Erzählstil mit dem Einsatz von Flashbacks und zwei Erzählzeiten in der Vergangenheit und Gegenwart hätten Potenzial gehabt. Leider hat in den sieben Jahren dazwischen nahezu keine Charakterentwicklung der Hauptfiguren stattgefunden, was den Zeitsprung überflüssig machte.
- Spoiler Warnung -
Charaktere: Auch wenn es aufgrund der traumatischen Vorerfahrungen sehr nachvollziehbar war, haben sich nahezu alle Charaktere dieses Buches problematisch verhalten, was mir das Weiterlesen zwischenzeitlich erschwert hat.
Unsere Hauptfigur Juliet musste schon früh im Leben so viel durchmachen, dass ich sie einfach gerne in den Arm genommen hätte. Der Missbrauch durch ihre Familie, die Vergew/ltigung durch ihren Stiefbruder und auch die schlechte Behandlung durch die Allens machen ihre Geschichte zu keiner leichten Lektüre. Juliet selbst verhält sich ebenfalls übergriffig und missachtet Grenzen bis hin zu einer Non-Con Szene mit ihrem Freund Danny, die nur schwer zu ertragen war.
Ihr Freund Danny wurde von Anfang an als nett und unbedrohlich, aber dennoch egoistisch und ignorant beschrieben, wodurch er keine wirkliche Konkurrenz für Luke darstellte und Juliet’s Konflikt für mich nicht überzeugend war. Luke mochte ich als Charakter sehr gerne und die aufrichtige Art mit der er sich für Juliet einsetzt hat mich beim Lesen sehr berührt. Trotzdem ist auch er Typ morally grey und sein gewalttätiges Verhalten, wenn auch aus nachvollziehbaren Motiven, ebenfalls problematisch. Was mich persönlich auch irritiert hat, war, dass er in den spicy Szenen mit Juliet sehr rough und fordernd war und nicht auf consent geachtet hat. Dagegen habe ich in Büchern grundsätzlich nichts, aber im Kontext einer Minderjährigen, die kurz zuvor Missbrauch und Vergew/ltigung durchleiden musste? Für mich persönlich zu früh zu viel.
Nach etwa zwei Dritteln des Buches kam dann endlich ein Part, der so war, wie ich es mir erhofft hatte - die bittersüßen Gefühle, das Sehnen, die Melancholie! Trotz allem habe ich mir ein Happy End für Juliet und Luke gewünscht. Das nun folgende Zuspitzen der Ereignisse wurde von der Autorin sehr spannend erzählt und hat mich mitfiebern lassen. Und dann, dieses Ende! Ich hatte wirklich gehofft, das Buch kriegt jetzt nochmal die Kurve, aber das Ende hat mich persönlich verzweifeln lassen! Wir haben das ganze Buch über miterlebt, wie Juliet von Danny‘s Familie in die Rolle der Hausfrau und Mutter gezwängt wird, was überhaupt nichts für sie ist, und dass sie dort ausbrechen und ihre Karriere als Sängerin verfolgen möchte. Auch Luke hat ihr immer wieder gesagt, dass das Leben als wifey nichts für sie ist. Und welches Ende bekommen wir? Ja, sie bekommt ihr „Happy End“, in dem sie Luke’s Ehefrau ist, schwanger und zuhause bleibt während er surfen geht - von ihrer erfolgreichen Karriere als Sängerin hören wir nichts mehr. Ja, ich freue mich für die beiden, aber nach dieser Geschichte hätte ich mir einfach mehr für Juliet erhofft und ein Happy End, das besser zu den beiden passt.
Tropes: boyfriend’s best friend, forbidden love, he falls first, second chance,
Fazit: Trotz einiger Kritikpunkte hat mich „The Summer we fell“ durchaus gefesselt und hatte einige spannende und emotionale Momente. In der Summe für mich aber eher ein durchwachsenes Leseerlebnis.
Titel: Nowhere Heart Land
Autor:in: Emily Marie Lara
Genre: zeitgenössische Literatur
Verlag: Pola
Reihe: Einzelband
„Nowhere Heart Land“ von Emily Marie Lara ist ein bedrückendes Debüt, das existenzielle ...
Titel: Nowhere Heart Land Autor:in: Emily Marie Lara Genre: zeitgenössische Literatur Verlag: Pola Reihe: Einzelband
„Nowhere Heart Land“ von Emily Marie Lara ist ein bedrückendes Debüt, das existenzielle Fragen stellt. Bei diesem Buch ist mir die Entscheidung bei der Sterne-Vergabe schwer gefallen. Wie bewertet man ein Buch, dessen Protagonistin man selbst sein könnte? Ich war sehr neugierig auf „Nowhere Heart Land“, da ich in der Hauptfigur Rosa so viel von mir selbst sehe. Ich bin im selben Alter, bin mit den selben Songs aufgewachsen. Ich war ebenfalls auf einer Klosterschule und habe Latein und Altgriechisch gelernt. Selbst die Abbildung auf dem Cover sieht mir ähnlich?! Die Referenzen zu Songtexten und das willkürliche switchen von deutsch zu englisch, Latein und Altgriechisch stelle ich mir für viele Leser:innen verwirrend vor, mich hat es aber nur noch mehr abgeholt. Ich habe die Textpassagen verstanden und mich dadurch verstanden gefühlt. Rosa gets it.
Cover: Das Cover und die Klappentexte finde ich sehr ansprechend gestaltet, wie eigentlich alle Werke, die im Pola Verlag erscheinen. Pola trifft hier mal wieder direkt auf den Nerv der twenty-thirty-somethings. Sehr gelungen.
Inhalt: In dieser Erzählung passiert nicht viel, aber genau dieser Stillstand ist das Thema. Rosa befindet sich an einem Wendepunkt in ihrem Leben. Sie kann nicht in ihren alten Job zurück und weiß nicht, wohin sie als Nächstes gehen soll. Überfordert von ihrer Situation flüchtet sie sich in Nostalgie und Melancholie, mit einer guten Prise Selbstmitleid. Alles immernoch besser als die harsh reality. Sie ist fixiert auf den Verlust ihrer ehemaligen, inzwischen abgerissenen Schule, die für Rosa symbolisch für die vielen Verluste in ihrem Leben steht - der frühe Tod ihrer Mutter, kein Kontakt zu ihrem Vater, zerbrochene Freundschaften. In den Trümmern des Nützenberg Internats sucht sie nach den Trümmern ihrer eigenen, heilen Welt.
Der Schreibstil von Emily Marie Lara ist bewusst sprunghaft, verwirrend, oft bedrückend und dabei stets poetisch. Einige Textpassagen könnten direkt als Poetry Slam vorgetragen werden. Für mich war dies kein leichtes Wohlfühl-Buch, ich musste es in mehreren Etappen lesen, immer wieder Pausen machen und mich im Mittelteil etwas zum Durchhalten zwingen. Therapeutisch habe ich mit Rosa ihre und auch meine Vergangenheit aufgearbeitet.
Charaktere: Rosa fällt in die Kategorie ‚weird girl fiction‘. Ich bin eine Freundin von unbequemen FMC‘s, die anecken und sich nicht an die Regeln halten. Trotzdem fand ich ihr Verhalten zu destruktiv sich selbst und anderen gegenüber und teilweise schwer nachvollziehbar. Rosas grenzüberschreitendes Verhalten ihrer besten Freundin Leni gegenüber fand ich zudem sehr problematisch und unreflektiert. Ich habe das ganze Buch über geschwankt, ob ich Rosa lieber,get a grip!‘ entgegenschreien oder sie in den Arm nehmen möchte. Vermutlich beides.
Fazit: Auch wenn es kein einfaches Buch ist, bin ich froh, Rosas Geschichte gelesen zu haben. Ich würde „Nowhere Heart Land“ nicht uneingeschränkt empfehlen. Aber wenn ihr euch auch gerade in einer Krise befindet oder an einem Wendepunkt steht, könnt ihr in Rosa eine gute Freundin finden.
Titel: A Fragile Enchantment
Autor:in: Allison Saft
Verlag: LYX
Genre: Romantasy, YA
Reihe: Einzelband
Cover: Dieses Buch ist ein echtes Schmuckstück! Ich liebe alles daran; das romantische Cover, den ...
Titel: A Fragile Enchantment Autor:in: Allison Saft Verlag: LYX Genre: Romantasy, YA Reihe: Einzelband
Cover: Dieses Buch ist ein echtes Schmuckstück! Ich liebe alles daran; das romantische Cover, den wunderschönen Farbschnitt, das elegante Design unter der Schutzhülle. Auch die schöne Rosen-Illustration zu Beginn jedes Kapitels trägt dazu bei, dass man sich beim Lesen wie im Märchen fühlt. Sehr gelungen!
Inhalt: In „A Fragile Enchantment“ entführt uns Allison Saft, die Autorin von „A Dark and Drowning Tide“, in eine magische Welt inspiriert von der Regency Era - ein charmanter Schauplatz irgendwo zwischen Disney Märchen und Bridgerton. Wir begleiten Niamh ó Conchobhair, eine junge Schneiderin, die mit ihren magischen Fähigkeiten wunderschöne Kleider anfertigt. Sie wird an den königlichen Hof gerufen, um den Prinzen und seine Braut mit ihrer Hochzeitsgarderobe auszustatten. Im Schloss angekommen, merkt Niamh schnell, dass die Dinge hier anders laufen, als sie es aus ihrem Zuhause in einfachen Verhältnissen gewohnt ist: opulente Bälle, gesellschaftliche Etikette und komplizierte politische Beziehungen werden zu einem Wirbelsturm an neuen Eindrücken. Und dann ist da natürlich noch Kit, der schroffe und arrogante Prinz, der ihr nicht mehr aus dem Kopf geht…
Es dauert nicht lange, da befindet sich Niamh mitten in einer verbotenen Liebesgeschichte, einer angespannten politischen Lage und kurz davor, einen royalen Skandal auszulösen! Befeuert wird das Ganze noch von dem mysteriösen Kolumnisten „Lovelace“, der (ganz im Stil von Lady Whistledown) über das Verhältnis zwischen dem Prinzen und Niamh, einem Mädchen aus der Arbeiterklasse, spekuliert. Kann es für die beiden, entgegen jeder Wahrscheinlichkeit, doch noch ein Happy End geben?
Charaktere: Das Herzstück dieser Geschichte sind ihre gut entwickelten Charaktere. In unsere Protagonistin Niamh konnte ich mich direkt gut einfühlen. Sie ist ein bisschen zu naiv und aufopfernd und stellt die Bedürfnisse anderer oft vor die eigenen. Sie verlangt sich viel ab um ihre Familie zu versorgen, dabei leidet sie selbst an einer chronischen Krankheit. Auch in schwierigen Situationen bleibt sie optimistisch, vertraut auf ihre Fähigkeiten als Schneiderin und zögert nicht, ihre Entwürfe auch vor grumpy Prinzen zu verteidigen!
Kit Carmine, der jüngere der beiden Prinzen des Königreichs Avaland, benimmt sich zunächst alles andere als märchenhaft - arrogant, stur und ohne Manieren. Doch hinter dieser Fassade steckt ein Mensch mit einer komplexen Vergangenheit, der unter hohem Erwartungsdruck steht. Es war schön mitzuerleben, welche enorme Entwicklung er im Verlauf der Geschichte durchmacht und zunehmend seine sensible Seite zeigt. Einer der rührendsten Momente des Buches war für mich der, in dem all seine tiefen Emotionen in Form von magischen Blumen aus ihm herausbrechen!
Ein weiteres Highlight war für mich Kits Verlobte, Infantin Rosa, die mich mit ihrem starken Charakter und mutigen Einstehen für ihre Gefühle begeistert hat. Zusammen mit dem Prinzregenten Jack, seiner Frau Sofia, Sinclair und Miriam haben wir hier ein gelungenes Beispiel für eine found family, die Wärme und Tiefe zur Geschichte beiträgt.
"Man muss sein Glück selbst wählen, wie immer es auch aussehen mag. Man kann sein Leben nicht für andere leben" (S.261)
Tropes: forbidden love, enemies to lovers, grumpy/sunshine, regency romantasy, world with magic, right person wrong time, slow burn, forced proximity
Fazit: „A Fragile Enchantment“ hat meine Liebe zu Regency Geschichten neu entfacht. Die von Allison Saft geschaffene Welt ist sowohl magisch als auch realistisch und verbindet Fantasy Elemente mit realen gesellschaftlichen Themen wie den Konflikten zwischen Arbeiterklasse und Monarchie, was die Geschichte umso relevanter macht und zum Nachdenken anregt. Besonders gefallen hat mir auch, wie geschickt die Autorin LGBTQ+ Repräsentation in die Handlung eingewoben hat. Dies hat den Beziehungen der Charaktere mehr Komplexität gegeben und die ganz eigenen Herausforderungen aufgezeigt, die damit einhergehen. Außerdem ist mir die Thematisierung von chronischer Krankheit und mentaler Gesundheit positiv aufgefallen.
Wer viel Spice erwartet, ist bei diesem Buch an der falschen Adresse. Das hat der emotionalen Intensität jedoch keinen Abbruch getan, im Gegenteil - die langsame Entwicklung der Liebesgeschichte trägt sehr zum Regency feeling bei und erinnert an „Stolz und Vorurteil“. Für mich ein richtiges Feelgood - Buch und definitiv nicht mein letztes Buch der Autorin!
Vielen Dank an den LYX Verlag und Lesejury.de für das Bereitstellen dieses Rezensionsexemplars.