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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.12.2022

Penibel recherchiert und opulent erzählt

Die Henkerstochter und die schwarze Madonna (Die Henkerstochter-Saga 9)
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In seinem 9. Band rund um die Henkersfamilie Kuisl zieht Autor Oliver Pötzsch wieder alle Register.

Seit Beginn der Reihe hat sich die Familie von Jakob Kuisl natürlich vergrößert. So ist die aufmüpfige ...

In seinem 9. Band rund um die Henkersfamilie Kuisl zieht Autor Oliver Pötzsch wieder alle Register.

Seit Beginn der Reihe hat sich die Familie von Jakob Kuisl natürlich vergrößert. So ist die aufmüpfige (und Titel gebende) Henkerstochter Magdalena nun die ehrbare Ehefrau von Medicus Fronwieser und hat drei Kinder. Peter, Paul und Sophia, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Peter studiert in INgolstadt Medizin und Paul ist Lehrling bei Onkel Georg. Nesthäkchen Sophia wegen ihres Klumpfußes gehänselt und steht ihrer Mutter in Sachen Aufmüpfigkeit nur wenig nach. Einzig Jakobs Sohn Georg lebt als Henker in Schongau.

Max Emanuel, der machtbesessene Kurfürst von Bayern, will in Altötting mit Kaiser Leopold I. eine Heilige Allianz gegen die Türken schmieden. Allerdings fürchtet der misstrauische Max Emanuel den einen oder anderen Anschlag. Um solches zu verhindern, wird Peter samt Familie inklusive Großvater - als Wallfahrer getarnt - nach Altötting beordert.

Wenig später sieht man sich einem Meuchelmörder gegenüber, der wie ein Phantom auftaucht, zuschlägt und in der Menge verschwindet. Gleichzeitig verfolgt der Kurfürst noch andere Ziele als das Bündnis mit dem Kaiser. Um diese zu erreichen, spielt er mit den Mitgliedern der Familie Kuisl-Fronwieser ein intrigantes Spiel.

Inzwischen sind die Mitglieder der Familien Kuisl und Fronwieser in die Jahre gekommen. Besonders Jakob geht es gesundheitlich nicht wirklich gut, was er aber geflissentlich zu verbergen versucht. Selbst sein Scharfsinn leidet ein wenig und so weiß man nicht genau, wer Freund oder Feind ist.

Meine Meinung:

Wie gewohnt ist dieser historische Roman penibel recherchiert und opulent erzählt. Natürlich gibt es jede Menge bekannte Charaktere und einige neue, die nur hier eine Rolle spielen und getrost ermordet werden oder im Kampf sterben. Um den Überblick zu behalten gibt es zu Beginn eine Übersicht der dramatis personae.

Oliver Pötzsch gelingt es wieder, seine Leser durch mehrfache Perspektivenwechsel in den Bann zu ziehen. Die Spannung steigt langsam aber stetig, um ab der Hälfte des Buches die Leser nicht mehr loszulassen. Immer wieder tauchen neue Gestalten auf, die durchaus Potenzial zum Attentäter haben. Doch dieser ist gerissen und kann regelmäßig entwischen. Doch dann kommt Hilfe von gänzlich unerwarteter Seite.

Wie schon in den Vorgängern enthält das Nachwort interessante Informationen zu den realen historischen Ereignissen. Dort, wo Oliver Pötzsch das eine oder andere zu Gunsten der Dramaturgie geglättet hat, wird dies erwähnt.

Fazit:

Ein penibel recherchierter historischer Roman, der opulent erzählt wird. Gerne gebe ich hier 5 Sterne und eine Leseempfehlung. Allerdings sollte bei Band 1 begonnen werden.

Veröffentlicht am 11.12.2022

Kärnten hat auch im Winter einiges zu bieten

Winterzeit in Kärnten
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Anita Arneitz, Reisejournalistin und Schreibberaterin entführt uns in diesem Buch in das winterliche Kärnten.

Sie teilt Österreichs südlichstes Bundesland in fünf Gebiete:

Rund um den Wörthersee
Süden
Norden
Westen ...

Anita Arneitz, Reisejournalistin und Schreibberaterin entführt uns in diesem Buch in das winterliche Kärnten.

Sie teilt Österreichs südlichstes Bundesland in fünf Gebiete:

Rund um den Wörthersee
Süden
Norden
Westen
Osten

Mit viel Liebe zum Detail werden hier Möglichkeiten zum Winterurlaub abseits überfüllter Pisten und alkoholschwangerer Hüttengaudi beschrieben.

Hier ist für jeden etwas dabei. Ob Schifahren auf dem Nassfeld, Eislaufen auf dem Weißensee, Eisschwimmen im Wörthersee (Brrrrrrrrrrr) oder gemütliche Wanderungen sowie Eintauchen in historische Rundgänge von Villach, Klagenfurt oder Friesach - jeder kommt hier auf seine Kosten. Kinder freuen sich auf eine Wanderung mit den Alpakas.

Anita Arneitz gibt Tipps für gutes Essen, Bewegung und Entspannung.

Als Wienerin mit Villacher Wurzeln, die die väterliche Heimat eher im Sommer und Herbst besucht, haben sich auch einige Tipps für einen Kurzurlaub im Winter eröffnet.

Fazit:

Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

Veröffentlicht am 11.12.2022

Eine gelungene Fortsetzung

Amsel, Drossel, tot und starr
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In diesem zweiten Krimi rund um den Ex-Polizisten Manne und Caro, die nun ganz offizielle eine Detektei betreiben, bekommen es die beiden mit einer Brandstiftung in der Schrebergartensiedlung zu tun. Während ...

In diesem zweiten Krimi rund um den Ex-Polizisten Manne und Caro, die nun ganz offizielle eine Detektei betreiben, bekommen es die beiden mit einer Brandstiftung in der Schrebergartensiedlung zu tun. Während die Nachbarn versuchen das Feuer mit allen möglichen Flüssigkeiten zu löschen, entdeckt Caro im Inneren der Hütte eine Leiche. Schnell stellt sich heraus, dass dies der Eigentümer ist.

Diesmal dürfen die beiden beinahe fast ganz offiziell recherchieren, denn die verschworene Gemeinschaft der Schrebergärtner lässt die Polizei ziemlich auflaufen und beauftragt die Detektei mit zusätzlichen Ermittlungen. Das muss nun auch der verärgerte Kriminalkommissar Lohmeyer zur Kenntnis nehmen.

Meine Meinung:

Uns Leser erwartet auch diesmal wieder ein humorvoller und turbulenter Kriminalroman, der die Eigenheiten der Schrebergartenbewohner ziemlich gute beschreibt. Man ist eine eingeschworene Gemeinschaft, in der Fremde nichts verloren haben. Das gilt auch für die polizeilichen Ermittler. Den Detektiven, die ja im Auftrag des Vereins arbeiten, erzählt man da schon ein bisschen mehr.

Natürlich lebt dieser Krimi wie sein Vorgänger von den Charakteren Manne, Caro und deren Widerpart Lohmeyer.

Der Krimi lässt sich wieder leicht und locker lesen.

Fazit:

Eine gelungene Fortsetzung, der ich gerne 5 Sterne gebe.

Veröffentlicht am 11.12.2022

Leider nicht ganz so gut wie die anderen Bände

Perchtoldsdorfer Punsch
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In seinem dritten Krimi rund um Charlotte Nöhrer nimmt uns Autor Christian Schleifer in das vorweihnachtliche Perchtoldsdorf mit.

Doch die Stimmung mit Punsch und Schnee wird jäh durch den Tod von Pfarrer ...

In seinem dritten Krimi rund um Charlotte Nöhrer nimmt uns Autor Christian Schleifer in das vorweihnachtliche Perchtoldsdorf mit.

Doch die Stimmung mit Punsch und Schnee wird jäh durch den Tod von Pfarrer Kraus gestört. Er ist vom Kirchturm gestürzt. Schnell ist klar, dass da jemand nachgeholfen hat. Als dann noch kryptische Bekennerschreiben, die auf einen möglichen weiteren Anschlag hinweisen, auftauchen, wird die Gruppe Asylwerber, die im Kulturzentrum untergebracht ist, verdächtigt.

Die stramm rechtsgerichtete Partei des Gemeinderates Adefris macht weiter Stimmung gegen alles was fremd und, ihrer Meinung nach, widernatürlich ist. Dazu zählt auch Charlotte (bitte ohne „e“), die mit ihrer Freundin Andrea zusammenlebt und kein Hehl aus ihrer lesbischen Beziehung macht, sehr zum Leidwesen ihrer Mutter, die gerne Enkelkinder hätte.

Meine Meinung:

Die Aufklärung des Mordes an Pfarrer Kraus wird über Punsch und Glühwein sowie den Auftritten der rechten Burschenschafter fast zur Nebensache. Natürlich braucht es bei einem möglicherweise politisch motivierten Mord andere Polizeieinheiten als den Dorfpolizisten. Da ist mir persönlich zu wenig Krimi.

Allerdings ist mir einiges anderes zu viel: Während der vierzehn Tage, in der dieser Fall spielt, wird sehr viel Alkohol konsumiert. Vor allem Charlotte ist auf dem besten Weg eine Schnapsdrossel zu werden. Von der (eigenen) Punschhütte in die Bar und ziemlich betrunken wieder zurück. Mit Kater und Restalkohol Auto fahren - nein das geht für mich gar nicht, zumal Charlotte früher eine Polizistin war. Das dauernde Betonen der lesbischen Liebesbeziehung zu Andrea, mehrfaches Erwähnen von deren Vorliebe für neckische Unterwäsche oder die Unschlüssigkeit der kleinen Schwester Flora in Liebesdingen. Lieber Herr Autor, wir Leser können uns solche Inhalte merken. Da braucht es keine permanenten Wiederholungen.

Den Themen Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus wird sehr viel Raum gegeben. Beides zieht sich seit dem ersten Band durch die Reihe. Diesmal erhalten wir auch Einblick in das Wesen der Burschen- bzw. Mädelschaften. Dazu muss aber gesagt werden, dass nicht alle Studentenverbindungen rechtsgerichtet sind, sonst könnte hier ein falscher Eindruck entstehen.

Gut gelungen ist die Beschreibung der Winzerarbeit rund um das Lesen des Eisweins. Davon haben die wenigsten Leser eine Ahnung.

Fazit:

Dieser Krimi ist leider schwächer als seine Vorgänger. Deshalb kann ich nur 3 Sterne vergeben.

Veröffentlicht am 11.12.2022

Fesselnd bis zur letzten Seite

Kaltbad
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„Kaltbad“ ist der 4. Fall der Reihe rund um Oberleutnant Valérie Lehmann und ihrem Team.

Als man den Juristen Justus Maibach erfroren auf der Rigi Scheidegg findet, geht man von einem bedauerlichen Unfall ...

„Kaltbad“ ist der 4. Fall der Reihe rund um Oberleutnant Valérie Lehmann und ihrem Team.

Als man den Juristen Justus Maibach erfroren auf der Rigi Scheidegg findet, geht man von einem bedauerlichen Unfall unter Alkoholeinfluss aus. Doch als seine schwanger Geliebte wenig später von einem Auto angefahren und tödlich verletzt wird, glaubt Valérie Lehmann nicht an einen Zufall.

Schwebt die Familie Maibach in Gefahr? Und warum reagieren die Familienmitglieder so eigenartig? HIer ist nicht, wie es scheint.

Der Fall verlangt nicht nur Valérie Lehmann sondern auch ihrem Team alles ab, denn die Familie ist alles andere als kooperativ.


Meine Meinung:

Nach „Tod an der Goldküste“ ist dieser Krimi mein zweiter von Silvia Götschi in diesem Jahr. „Kaltbad“ finde ich sehr fesselnd.

Die Autorin hat den Brand im Hotel Kaltbad von 1961 mit elf toten Hotelgästen zum Anlass genommen, einen fesselnden Kriminalroman rundherum zu schreiben.

Der aufmerksame Leser kann bald einen Verdacht haben, dennoch ist es spannend zu lesen, ob die Polizei ähnliche Schlüsse zieht.

Die Ermittler haben alle ihre Ecken und Kanten und sind nicht immer vom bisherigen Leben verwöhnt worden.

Ich glaube, ich muss mir die Vorgänger besorgen.

Fazit:

Ein fesselnder Krimi bei dem wenig so ist wie es scheint. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.