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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.04.2022

Penibel recherchiert und opulent erzählt

Das Mädchen und der Totengräber (Die Totengräber-Serie 2)
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In diesem zweiten Fall bekommt es Criminalinspector Leopold von Herzfeldt mit einem bizarren Mordfall zu tun: Der bekannte Ägyptologe Professor Strössner wird mumifiziert in der Ägyptischen Sammlung des ...

In diesem zweiten Fall bekommt es Criminalinspector Leopold von Herzfeldt mit einem bizarren Mordfall zu tun: Der bekannte Ägyptologe Professor Strössner wird mumifiziert in der Ägyptischen Sammlung des Wiener Kunsthistorischen Museums gefunden. Woran ist Strössner, der sich vor einiger Zeit mit einer hochkarätigen Forschergruppe in Ägypten befunden hat, gestorben? Um die Gerüchte über einen „Fluch des Pharaos“ hinanzuhalten, soll die Akte - auf „höchsten Wunsch“ (sprich auf Befehl des Kaiserhauses) geschlossen werden. Als Herzfeld herausfindet, dass neben Strössner noch zwei andere Expeditionsteilnehmer verstorben sind, klingeln bei ihm alle Alarmglocken.

Gleichzeitig beschäftigt eine Reihe von Morden an jungen Männern, die sich augenscheinlich als männliche Prostituierte verdingen, die Wiener Polizei. Allerdings werden die Leichen in verschiedenen Bezirken Wiens gefunden, sodass der Zusammenhang anfangs nicht wahrgenommen wird, obwohl eine Gemeinsamkeit unübersehbar ist: Den Toten wurden Penis und Hoden entfernt.

Während Herzfeldts Kollegen Leinkirchner und Loibl diese Mordserie nur mit mäßigen Interesse verfolgen und deren Aufklärung betreiben, verschafft sich Herzfeld einen Überblick über die Fundorte der verstümmelten Leichen. Er hängt einen Plan von Wien an die Wand, markiert die Auffindungsorte und entdeckt eine weitere Gemeinsamkeit.

Natürlich dürfen auch Totengräber Augustin Rothmeyer und Polizeifotografin Julia Wolf nicht fehlen. Die beiden haben einen wesentlichen Anteil an Herzfelds Ermittlungsergebnissen.

Meine Meinung:

Oliver Pötzsch ist mit diesem zweiten historischen Krimi rund um Leopold von Herzfeldt, Augustin Rothmeyer und Julia Wolf eine fesselnde Fortsetzung gelungen. Der Autor vermittelt den Lesern die Gegensätze der morbiden sogenannten „Besseren Gesellschaft“, die sich mit Mumien-Partys die Zeit vertreibt und den täglichen Überlebenskampf der unterprivilegierten Einwohner Wiens. Oliver Pötzsch zeigt seinen Lesern das ungeschönte Wien, die Prostitution oder den Antisemitismus, der auch tief in den Polizisten verwurzelt ist.

Sehr interessant ist auch Herzfeldts Ausflug in die Wiener Kanalisation, die nicht erst seit Graham Greens Nachkriegsthriller „Der dritte Mann“, bekannt ist.

Wenn wir heute Krimi lesen (und sehen) sind uns Whiteboards, DNA-Abgleiche etc. vertraut und Verbrecher werden oft durch Fallanalytiker überführt. 1894 aber, steckt die moderne Kriminologie noch in den Kinderschuhen. Selbst die Daktyloskopie, die in England schon eingeführt ist, stößt hier in Wien noch auf Ablehnung.

Gut gefällt mir, dass beiden Fällen genügend Raum gegeben wird. Interessant ist auch der Ausflug in die „Völkerschau“ im Prater Tiergarten. Eine damals übliche, wenn auch üble Attraktion, bei der Menschen aus Afrika wie Tiere im Zoo bestaunt werden konnten. Natürlich gerät auch ein Mitglied dieser Gruppe unter Mordverdacht, als ein Tierpfleger angeblich von einem Löwen zerfleischt worden ist. Dass hier etwas ganz anderes dahintersteckt, versteht sich von selbst.

Das Privatleben der drei Hauptbeteiligten, Herzfeldt, Wolf und Rothmeyer, findet auch seinen Platz in diesem Krimi. Dabei darf sich vor allem Julia Wolf weiterentwickeln. Ich bin schon auf den dritten Fall gespannt, der sicherlich wieder fesselnd zu lesen sein wird.

Für Leser, die sich in Wien nicht so gut auskennen, gibt es einen Stadtplan und ein Glossar, das die geläufigsten Ausdrücke übersetzt.

Fazit:

Diesem penibel recherchierten und fesselnd erzählten historischen Kriminalroman gebe ich leichten Herzens 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 14.04.2022

Interesser Einblick in die Welt des Schweins

Saugut und ein wenig wie wir
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Dieses Sachbuch aus dem Westend-Verlag habe ich gerne gelesen. Autor Kristoffer Hatteland Endresen ist dem Wesen des Hausschweins auf den Grund gegangen. Dazu hat er sich ein gutes halbes Jahr auf einem ...

Dieses Sachbuch aus dem Westend-Verlag habe ich gerne gelesen. Autor Kristoffer Hatteland Endresen ist dem Wesen des Hausschweins auf den Grund gegangen. Dazu hat er sich ein gutes halbes Jahr auf einem Bauernhof quasi als Knecht verdingt. Er hat einen Wurf Schweine von ihrer Geburt bis zu ihrer Schlachtung begleitet. Dabei hat er Bekanntes und Unbekanntes über Schweine und ihre Halter entdeckt und berichtet schonungslos über diese Erlebnisse.

In 17 Kapiteln erzählt er über das Schwein und seine Beziehung zum Menschen. Er beginnt bei den ersten Höhlenmalereien, die eine solche Koexistenz bereits seit 44.000 Jahren belegen. In seinem Epilog philosophiert Endresen über die Parallelen des Corona-Virus und des Erregers der Schweinepest, deren Verbreitung durchaus ähnlich erscheinen.

Meine Meinung:

Bereits in der Antike hat die Medizin, vor allem Galen, entdeckt, dass Mensch und Schwein einander ähneln, also einiges am Aufbau des Körpers. Sowohl der Mensch als auch das Schwein sind echte Allesfresser, die auch vor Artgenossen nicht Halt machen. Bei den Menschen verhindert ein anerzogener Moralkodex den Kannibalismus, wenige Ausnahmen bestätigen die Regel.

Wegen dieser Ähnlichkeiten ist es nicht verwunderlich, dass so manches „Ersatzteil“ für den menschlichen Körper aus Zellen des Schweines erzeugt wird. Das meiste ist noch im laboratorischen Versuchsstadium. Doch erst vor wenigen Wochen hat ein Patient, dem ein für menschliche Bedürfnisse adaptiertes Schweineherz transplantiert worden ist, Schlagzeilen gemacht. Ob das die Zukunft sein wird? Seit die Genschere erfunden und die letzten Geheimnisse des Genoms entschlüsselt worden sind, scheint es hier kaum Grenzen zu geben.

Doch zurück zum Buch und dem Schwein. Neben seiner sachlichen Darstellung der Schweinezucht und Schweinemast berichtet Endresen über die Symbolkraft des Schweines, die ziemlich ambivalent ist. Einerseits wird das Schwein als Glückssymbol verehrt, andererseits ist es Symbol für alles Unreine. Religionen wie der Islam oder das Judentum verbieten den Genuss von Schweinefleisch. Doch auch in unserer christlichen Welt wurde das Schwein immer wieder verfolgt und „vor Gericht gestellt“. Ein Procedere, das uns heute ein wenig abstrus erscheint.

Endresen berichtet von Massentierhaltung, von unwürdigen Haltungsbedingungen wie kupierten Schwänzen und Spaltenböden. Allerdings gibt es auch Landwirtschaften, in denen die Tiere beinahe artgerecht gehalten werden. Warum nur beinahe? Das Hausschwein ist seit Jahrtausenden domestiziert, sodass es mit seiner Wildform, nur wenig Ähnlichkeit hat. In manchen Bauernhöfen dürfen die Schweine tagaus tagein im Freien leben. Doch das ist eher die Ausnahme und nur für eine überschaubare Anzahl von Tieren möglich.

Wie ähnlich Mensch und Schwein sind, hat schon George Orwell in seiner Parabel „Animal Farm“ entdeckt. Hier ist mir der Zeichentrickfilm von John Halas und Joy Batchelor aus dem Jahr 1959 in Erinnerung, bei dem am Ende die Grenzen zwischen Mensch und Schwein verschwimmen.

Fazit:

Ein interessantes Sachbuch über das Schwein, dem ich gerne 5 Sterne und eine Leseempfehlung gebe.

Veröffentlicht am 11.04.2022

Hat mich bestens unterhalten

Eierkratz-Komplott
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Wer bei dem Begriff „Eierkratzen“ an den oft unwillkürlichen Griff der Männer an ihre „Private Parts“ denkt, ist in guter Gesellschaft, und liegt doch bei diesem Burgenland-Krimi völlig falsch. Hier geht ...

Wer bei dem Begriff „Eierkratzen“ an den oft unwillkürlichen Griff der Männer an ihre „Private Parts“ denkt, ist in guter Gesellschaft, und liegt doch bei diesem Burgenland-Krimi völlig falsch. Hier geht es um das alte Stinatzer Kunsthandwerk, bei dem gefärbte Eier durch Aus- und Abkratzen der Farbe kunstvoll verziert werden.

Während Gruppeninspektor Sifkovits mit seiner Mutter Nachschub für das Eierkratzen besorgt, erreicht ihn die Nachricht, dass es einen Toten gibt: Erstochen mit einem Eierkratzmesser, das blöderweise seiner Mutter Baba gehört. Natürlich glaubt Sifkovits keine Sekunde daran, dass seine Mutter den Horvatits umgebracht hat. Also verschweigt er vorerst diese Tatsache, die dann selbstverständlich ans Tageslicht kommt. Allerdings hat niemand mit der wehrhaften Baba gerechnet, die schönsten Burgenland-Kroatisch, den Oberst Taschner vom LKA Eisenstadt die Leviten liest und ihn mit dem besten Makarul, jenem Stinatzer Strudel, den man mit Mohn- oder Nussfülle backen kann, abfüllt.

Nachdem Baba Sifkovits sich wieder dem Eierkratzen hingeben kann, versucht die Kopftuchmafia, also Baba, die Grandits-Resl, die Resetarits-Hilda und der Greißler Franz Maikits, dem burgenländischen Columbo bei der Aufklärung zu helfen. Wird es dem Quartett auch diesmal gelingen, den Mörder zu überführen?

Meine Meinung:

Auch der dritte Krimi des gebürtigen Steirers, der nun im Burgenland lebt, gefällt mir ausgezeichnet. Das liegt natürlich an den Charakteren, wie Inspektor Sifkovits selbst, sowie an der Kopftuchmafia, die ja mit dem ersten Krimi ein extra Buch erhalten hat. Inspektor Sifkovits, obwohl schon verheiratet und über vierzig, wird von seiner Mutter immer noch „Schatzl“ genannt. Sein Verhältnis zu ihr ist liebevoll und sorgt für zahlreiche Schmunzler, wenn wir einige Anekdoten aus seiner Kindheit erfahren.

Sifkovits selbst ist so der Anti-Held der Krimiszene und wird gerne mit Inspektor Columbo verglichen. Er tritt ähnlich zerknautscht auf: ockerfarbene Hose, weißes Hemd, graue Strickweste und eine ockerfarben Ballonmütze, die er, einer Uniform gleich, mehrfach in seinem Kleiderschrank vorrätig hat. Auch, dass man Frau Sifkovits nur als Abwesende kennenlernt und, dass er mehrmals zurückkommt, um eine letzte Frage zu stellen, hat er mit seinem amerikanischen Pendant gemeinsam. Eine weitere Marotte ist der exzessive Genuss von Käsepappeltee, den der Otto-Normalverbraucher nur kurz vor dem Tod durch Verdursten trinken würde, sowie die Scheu vor allzu viel neuer Technik. Er verwendet ein Klapphandy, mit dem man nur telefonieren kann und notiert seine Gedanken lieber in sein Notizbuch. Alle diese Schrullen machen ihn liebenswert, im Gegensatz zum Toten, der ein großes Schlitzohr gewesen ist.

Diese Stinatz-Krimi zeichnen sich durch viel Liebe zum Detail aus, die neben der akribischen Ausarbeitung der Charaktere auch die Beschreibung von Traditionen der Einheimischen beinhaltet. Das sind diesmal, es ist ja bald Ostern, die Bräuche rund um dieses katholische Fest. Das Eierkratzen hat in einigen anderen Regionen wie Kroatien, Polen, Tschechien und Siebenbürgen lange Tradition. Natürlich darf auch ein Rezept aus Babas Kochbuch nicht fehlen.

Sifkovits ist auch ein scharfer Beobachter. So fallen ihm auf einem Foto bei Elfi Horvatits, der Mutter des Ermordeteten, die „Adidas Jogging High“, jene Sportschuhe auf, die damals das Nonplusultra der Jugendlichen waren, aber für die meisten unerschwinglich.

Fazit:

Ich habe mich mit diesem dritten Stinatz-Krimi wieder bestens unterhalten gefühlt. Daher gerne 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 11.04.2022

Hat mich leider nicht gepackt

Tod an der Goldküste
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Merlinde Vonlanthen, eine reiche Witwe, die nach einem Schlaganfall auf einen Rollstuhl angewiesen ist, wird auf einem Kreuzfahrtschiff überfallen und ausgeraubt. Schlimmer als der Verlust des Geldes und ...

Merlinde Vonlanthen, eine reiche Witwe, die nach einem Schlaganfall auf einen Rollstuhl angewiesen ist, wird auf einem Kreuzfahrtschiff überfallen und ausgeraubt. Schlimmer als der Verlust des Geldes und der Wertsachen ist der Verlust der körperlichen Integrität. Sie verrät niemandem, dass es das eigene Betreuungspersonal war, das für den Überfall verantwortlich ist.
Um über dieses Trauma hinwegzukommen, begibt sie sich wieder auf eine Kreuzfahrt und wird abermals überfallen, ausgeraubt und verletzt. Ein blöder Zufall oder eine absichtliche Attacke? Hat hier jemand mit Merlinde eine Rechnung offen?

Merlinde will die Angelegenheit vertuschen und rechnet aber nicht mit Milagros von Wirth, die sie kurz zuvor auf dem Kreuzfahrtschiff kennengelernt hat. Wenig später, die beiden Frauen sind in Merlindes Haus, wird Merlinde entführt und der Bodyguard getötet. Hat die halbseitig gelähmte Witwe den Mann erschossen?

Da Merlinde schon einmal unter Verdacht gestanden ist, einen Bediensteten ermordet zu haben, ist die Polizei schnell vor Ort.

Milagros wendet sich an ihren Sohn Maximilian, der mit seiner Freundin Federica Hardegger eine Detektei leitet, um Merlinde zu helfen. Während der Such nach der Wahrheit tun sich menschliche Abgründe auf, von denen auch Maximilian und Federica nicht verschont werden.

Meine Meinung:

Dieser Krimi ist der 5. Fall für das Ermittler-Duo Maximilian von Wirth und Federica Hardegger. Für mich ist es das Erste aus dieser Reihe. Obwohl ich üblicherweise kein Problem habe, eine Reihe quasi von hinten aufzurollen, habe ich diesmal den Eindruck, einige Lücken in den Lebensläufen der Privatdetektive zu entdecken, die meinem Verständnis für die Handlungen der Charaktere fehlen.

Ich lese gerne komplexe Krimis, doch dieser hier ist mir ein wenig zu verstrickt. Die Autorin lässt uns durch abrupte Szenenwechsel in der Zeit und der Geschichte hin und her springen. Das stört meinen Lesefluss diesmal nachhaltig. Ich habe ja eine ganz andere Person unter Verdacht gehabt, die offensichtlich nur als Ablenkungsmanöver gedacht war. Die wirkliche Auflösung habe ich ein wenig an den Haaren herbeigezogen empfunden. Nun, vielleicht gefällt, diese Art zu schreiben, anderen Lesern besser.

Fazit:

Mir hat dieser Krimi aus dem Emons-Verlag, der mich üblicherweise mit spannender Lektüre versorgt, nicht so toll gefallen. Daher gibt es diesmal auch nur 3 Sterne.

Veröffentlicht am 09.04.2022

Auf der Suche nach den eigenen Wurzeln

Herkunft
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Die Ereignisse dieses autobiografischen Romans erstrecken sich von der Heimkehr des Erich Freytag aus der russischen Kriegsgefangenschaft bis hin zur Gegenwart.

In drei Erzählsträngen, die jeweils eine ...

Die Ereignisse dieses autobiografischen Romans erstrecken sich von der Heimkehr des Erich Freytag aus der russischen Kriegsgefangenschaft bis hin zur Gegenwart.

In drei Erzählsträngen, die jeweils eine Generation umfassen, erzählt Autor Oskar Roehler die Geschichte der Familie Freytag, die gleichsam die Geschichte Deutschlands nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs symbolisieren soll.

Der Handlungsstrang des Kriegsheimkehrers mit seiner Sprachlosigkeit und seinem Unvermögen auch nur einen Hauch Empathie für seine Frau, die sich in Marie, Erichs Schwester verliebt hat, ist bezeichnend für die Traumata der Kriegsgeneration. Erst als Erich seine Gartenzwerge-Fabrik aufbaut, scheint er ein wenig aus sich herauszugehen. Mit Sohn Rolf hat er ein, für die damalige Zeit, halbwegs normales Verhältnis. Allerdings ist er mit seiner Berufswahl, Rolf will Schriftsteller werden, nicht einverstanden. Auch Nora, die aus einer wohlhabenden Familie stammt, für die sie sich schämt, findet nicht die ungeteilte Zustimmung Erichs.

Die nächste Generation Nora und Rolf ist zwar ein Symbol für die Aufbruchsstimmung und den Wiederaufbau, aber auch gleichzeitig ein Symbol für Verdrängung. Der Selbstmord von Rolf und Nora, die am Leben scheitern, scheint hier vorprogrammiert. Übrig bleibt Sohn Robert, der bei den Großeltern aufwächst, und mit sich selbst und seiner Umwelt im Clinch liegt.

Meine Meinung:

Ich kannte den Autor Oskar Roehler bislang nicht und bin mit großer Neugier an diesen Roman herangegangen. Leider hat mich das Buch nicht wirklich gepackt. Manches ist chronologisch geordnet erzählt, manches nicht. Manches ist schlüssig dargestellt, manches nicht. Oftmals werde ich auf eine spätere Stelle im Text vertröstet.

Es scheint, als wäre dies eine ganz normale Geschichte einer ganz normalen Familie aus dem Deutschland der Nachkriegszeit bis zur Gegenwart. Einige Szenen klingen sehr vertraut, andere, für mich als Österreicherin, ein wenig skurril oder zum mindest ungewöhnlich.

Der Schreibstil des Autors ist schnörkel- und schonungslos.

Fazit:

Ein biografischer Roman, dessen Verfasser man vielleicht näher kennenlernen muss. 3 Sterne.