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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.10.2021

Hat mich nicht überzeugt

Goldenes Gift
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Xavier Kieffer, ehemaliger Haubenkoch, der nun in seiner Heimat Luxemburg nur mehr Bodenständiges auf den Teller bringt, ermittelt nun zum 7. Mal. Diesmal sind er und seine Freundin Valerie Gabin unabhängig ...

Xavier Kieffer, ehemaliger Haubenkoch, der nun in seiner Heimat Luxemburg nur mehr Bodenständiges auf den Teller bringt, ermittelt nun zum 7. Mal. Diesmal sind er und seine Freundin Valerie Gabin unabhängig voneinander gepanschtem Honig auf der Spur. Sie in Amerika, er in Luxemburg, weil der Imker, der die Stadtbienen versorgt, plötzlich tot neben den Bienenstöcken liegt.

Was dann folgt ist eine Art Schnitzeljagd (!) durch die halbe Welt und eine Menge Klischees. Diesmal trifft es vor allem die Chinesen, die ja alles kopieren.

Wieder mit dabei sind Pekka Vatanen, Finne und Liebhaber von mindestens einer Flasche „Rivaner“ pro Tag sowie die luxemburgische Polizistin, die gerne Motorrad fährt. Natürlich wird wie in allen Vorgängern geraucht was die Lunge so hergibt. Muss das wirklich sein? Vor allem das beinahe weinerliche Bedauern, dass in den USA und Europa nirgends mehr geraucht werden darf, in China sei man Gott sei Dank noch nicht so weit.

Dass Honig zu den am häufigsten ge- bzw. verfälschten Lebensmitteln gehört, ist nichts Neues. Das Gerücht von „Killerbienen“ gibt es auch schon ewig. Allenfalls neu ist, dass in den diversen Labors an besonderen Königinnen herumgezüchtet wird.

Fazit:

Dieser Krimi ist mein erster und wird auch mein letzter Krimi rund um Xavier Kieffer sein, denn der Fall wirkt ziemlich an den Haaren herbeigezogen und sympathisch sind weder der Koch noch das andere Personal. Hier gibt es nur 2 Sterne von mir.

Veröffentlicht am 31.10.2021

Hat mich nicht überzeugt

Die unhöfliche Tote
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Diesmal führt uns die Autorin direkt in den Buckingham Palace. Die Queen ist not amused, dass das Vereinigte Königreich aus der EU ausgetreten ist. Daneben machen ihr ihre Corgies Sorgen. Dann findet Sir ...

Diesmal führt uns die Autorin direkt in den Buckingham Palace. Die Queen ist not amused, dass das Vereinigte Königreich aus der EU ausgetreten ist. Daneben machen ihr ihre Corgies Sorgen. Dann findet Sir Simon Holcroft eine Leiche im königlichen Schwimmbad und die Queen vermisst zu allem Überdruss ein Gemälde. Nun, sie besitzt über 7.000 davon, da käme es auf das eine oder andere nicht an, vor allem, wenn es noch dazu eher hässlich ist, meint Prinz Philipp mit seinem höchst eigenwilligen Humor.

Doch die Queen kann das „Kriminalisieren“ nicht lassen und beginnt heimlich zu ermitteln. Dass sie dabei nicht als Person in Erscheinung treten kann ist klar und so bedient sie sich wieder ihrer Privatsekretärin Rozie, die ihre Erkundigungen einzieht. Dabei stößt Rozie auf einige Ungereimtheiten, die das Leben der Toten betreffen und wird selbst Ziel von Mobbing.

Meine Meinung:

Dieser zweite Fall für die Queen enthält wie schon der erste Fall „Das Windsor-Komplott“ keine unerträgliche Spannung. Stellenweise wirkt das Buch sogar sehr langatmig. Der Einblick in das Leben der Queen ist zwar interessant, aber für den Leser, der einen fesselnden Krimi erwartet, nicht gar so spannend.
Möglicherweise hängt der fade Eindruck mit der Übersetzung zusammen. Schon beim Titel „Die unhöfliche Tote“ hapert es ein wenig - im Original heißt das Buch „A three dog problem“.

Gut gefallen hat mir der typisch britische Humor, der vor allem durch den Herzog von Edinburgh verkörpert wird. Ein witziger Einfall ist auch, die Queen, wie seinerzeit als Kind, in einen Kasten schlüpfen zu lassen und sie somit unsichtbare Ohrenzeugin eines vielsagenden Gesprächs zu werden.

Das jeweilige Cover (Band eins in pink, dieser hier in leuchtendem türkis), passt gut zur farbenfrohen Kleidung der Queen.

Fazit:

Ich finde es schade, dass aus dieser Idee, der ermittelnden Queen, nicht mehr herausgeholt worden ist. Auch diesmal gibt es nur 3 Sterne.

Veröffentlicht am 31.10.2021

Streifzug durch die alpenländische Küche

Alpenkulinarik
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Spitzenkoch Roland Essl teilt mit uns nicht nur seine köstlichen Rezepte, sondern erzählt auch Schmankerl zu Zutaten und Gerichten.

Viele Rezepte der alpenländischen Küche wurden seinerzeit mündlich weitergeben. ...

Spitzenkoch Roland Essl teilt mit uns nicht nur seine köstlichen Rezepte, sondern erzählt auch Schmankerl zu Zutaten und Gerichten.

Viele Rezepte der alpenländischen Küche wurden seinerzeit mündlich weitergeben. Früher kochte man wirklich regional, eben was Haus und Hof hergegeben hat, und saisonal. Erdbeeren im Winter? Nein, Kletzn oder anderes Dörrobst oder eingerexte Früchte - das waren die Vitaminspender seinerzeit.

Interessant ist auch zu lesen, dass Krebse im Mittelalter eine Fastenspeise bzw. ein Arme-Leute-Essen war. Da hat sich einiges geändert ....

Neben zahlreichen Köstlichkeiten begegnen wir auch so mancher historischen Persönlichkeiten wie Anna von Österreich, Joseph Wenzel Radetzky von Radetz oder den Bierbrauer Ignaz Mautner-Markhof, der das untergärige Bier „erfunden“ hat.

Die schönen Fotos machen Appetit auf die Speisen. Das eine oder andere werde ich gerne nachkochen.

Fazit:

5 Sterne für die Alpenkulinarik, auch wenn das Waldviertel geologisch zur Böhmischen Masse gehört.

Veröffentlicht am 31.10.2021

Österreich - mon Amour

So sah ich Mein Österreich. Life is a story - story.one
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Als der österreichische Journalist Hugo Portisch am 1. April 2021 im 94. Lebensjahr verstorben ist, habe ich, so wie viele andere Menschen große Trauer empfunden.
In diesem kleinen Buch, das aus einen ...

Als der österreichische Journalist Hugo Portisch am 1. April 2021 im 94. Lebensjahr verstorben ist, habe ich, so wie viele andere Menschen große Trauer empfunden.
In diesem kleinen Buch, das aus einen etwas zehn Jahre zuvor mit Hannes Steiner geführt hat, spricht er über „sein“ Österreich nach 1945. Dabei spart er die politische Anbiederung so mancher Partei an die Nazis nicht aus. Zunächst waren sehr strenge Gesetze, viel strenger als in Deutschland, niedergeschrieben, bis hin zur Todesstrafe für diejenigen, die z.B. Durch Denunziation am Tod von jüdischen Familien schuld waren (S.41). 1945 durften die Nazis noch nicht wählen. Aber 1949 buhlten die Parteien um die Stimmen dieser Bürgerinnen und Bürger ...
Dieses kleine Buch ist das zweite einer Reihe mit dem Titel „So sah ich ..“. Neben dem vorliegenden ist bereits „So sah ich mein Leben“ erschienen. Ein drittes „So sah ich die Welt“ ist in Vorbereitung.
Hugo Portisch‘ oberster Prinzip im Journalismus war: Check - Recheck - Doublecheck. Etwas, was ich im heutigen Journalismus vermisse. Heute werden Nachrichten oft der Sensationsgier wegen ungeprüft unter die Leute gebracht.
Er wird mir fehlen, der Hugo Portisch!

Veröffentlicht am 31.10.2021

In den Fängen des stalinistischen Terrors

Zuckerkind
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Die russische Journalistin und Schriftstellerin Olga Gromowa erzählt in diesem biografischen Roman die Geschichte ihrer Nachbarin Stella Nudolskaja.
Stellas Vater, ein gebildeter Mann, wird 1937 von einem ...

Die russische Journalistin und Schriftstellerin Olga Gromowa erzählt in diesem biografischen Roman die Geschichte ihrer Nachbarin Stella Nudolskaja.
Stellas Vater, ein gebildeter Mann, wird 1937 von einem Tag auf den anderen verhaftet und als „Volksfeind“ zu Zwangsarbeit verurteilt.

Auch seine Ehefrau Julia und die kleine Tochter Stella bekommen das Stalin-Regime zu spüren und werden als Angehörige eines Volksfeindes in ein Arbeitslager nach Kirgisien deportiert. Dort beginnt der Kampf ums nackte Überleben. Die beiden sind aber mit ihrem Schicksal nicht alleine sondern erhalten immer wieder (verbotenerweise) Hilfe von anderen Lagerinsassinnen. Stellas Mutter ist eine gebildete Frau, die wegen einer Lungentuberkulose hinkt und häufig ihr Plansoll nicht erreicht. Da springen Leidensgenossinnen ein und sichern damit den beiden das Überleben. Schikanen und Prügel sind an der Tagesordnung, doch dir Reichtum an Geschichten, Liedern und Märchen, die Stellas Mutter zu erzählen weiß, lassen Stella in eine andere Welt abgleiten. Das und die Gespräche mit der Mutter, die geduldig die Fragen der kleinen Stella beantwortet, retten mehrmals die Leben der beiden.

Erst nach 1947 dürfen Stella und ihre Mutter wieder nach Moskau zurückkehren. Der Vater ist inzwischen in der Lagerhaft ums Leben gekommen. Nach Stalins Tod wird die Familie wegen „fehlenden Strafbestandes“ rehabilitiert.
„Der Bürgerin Julia Jewgenjewna Lichtmacher, geb. 1902, wird bescheinigt, dass der Beschluss der NKWD-Verwaltung des Moskauer Gebiets von 28. August 1937, aufgrund durch Beschluss der Verwaltung des KGB beim Ministerrat der UdSSR für die Stadt Moskau vom 18. Dezember 1958 aufgehoben wurde.“

Ob die Verhaftung wegen des deutschen Nachnamens erfolgt ist? Oder wegen der Denunziation des Nachbarn, der es auf die wenigen Besitztümer der Lichtmacher abgesehen hat?

1988 lernen Stella und Olga sich kennen. Stella schreibt ihre Geschichte auf und Gromowa veröffentlicht diesen biografischen Roman. Zahlreiche Bilder sind erhalten und bereichern dieses Buch.

In den Aufzeichnungen klingt es, als ob es keine schlechten Menschen um Stella und Julia gegeben hätte, doch das stimmt natürlich nicht. Wie Stella Olga erzählt, verweigert sie die Erinnerung an die bösen Menschen.

Fazit:

Ein berührender biografischer Roman, dem ich gerne 5 Sterne gebe.