Platzhalter für Profilbild

Venatrix

Lesejury Star
offline

Venatrix ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Venatrix über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.07.2021

Eine gelungene Fortsetzung

Kalt flüstern die Wellen
0

Statt seinen 35. Geburtstag, der diesmal mit der „Bonfire Night“ („Guy-Fawkes-Nacht“ oder „Gun-Powder-Plot“, an dem traditionell Freudenfeuer abgebrannt werden, mit Freunden im Pub zu feiern, hat DI Ben ...

Statt seinen 35. Geburtstag, der diesmal mit der „Bonfire Night“ („Guy-Fawkes-Nacht“ oder „Gun-Powder-Plot“, an dem traditionell Freudenfeuer abgebrannt werden, mit Freunden im Pub zu feiern, hat DI Ben Kitto Dienst. Wie es die Autorin so will, finden die Feierlichkeiten ein jähes Ende, als in einem der Scheiterhaufen die verkohlten Überreste eines Menschen gefunden werden.

Die Identität ist bald klar: Ein Neuankömmling, der auf der Insel eine Sternwarte errichten wollte, um mehr Touristen anzulocken. Das ist einigen der konservativen Inselbewohnern, die lieber ihre Ruhe haben wollen, ein Dorn im Auge. Dennoch ist bald ein potenzieller Täter ausgemacht: Der Vogelmann, ein Außenseiter, der aufgrund eines traumatischen Ereignisses in der Kindheit kaum sprechen kann, aber mit Hingabe verletzte Vögel gesund pflegt.

Als auch andere Zugereiste mehr oder weniger deutliche Botschaften erhalten, lässt Ben Kitto den Schiffsverkehr zu den Nachbarinseln einstellen, denn der Mörder ist noch auf St. Agnes. Defacto stellt er die achtzig Einwohner der Insel unter Hausarrest, was dem einen oder anderen so gar nicht gefällt.

Meine Meinung:

Kate Penrose erzählt diesen Krimi aus zwei Perspektiven: Einerseits aus Ben Kittos und andererseits aus der Sicht von Jimmy Curwen, dem Vogelmann. Während wir Leser Ben Kitto als Ich-Erzähler sehr nahe sind, kommen wir dem Vogelmann kaum nahe. Seine Ängste sind jedoch nachvollziehbar.

Gut gefällt mir das Motto der Kriminaltechnikerin Liz Gannick „meine Loyalität gehört den Toten, nicht den Lebenden“, die mit ihrem eigenen Schicksal eine große Last zu tragen hat.

Dieser dritte Fall für Ben Kitto ist spannend angelegt und zeigt das raue Leben auf den unwirtlichen Scilly-Inseln. Die Insulaner sind verschwiegen und verbergen ihre kleinen und größeren Geheimnisse, sodass sich die Suche nach dem Täter als sehr schwierig erweist.

Fazit:

Der Fall lebt – wie schon die vorherigen Bände – vor allem von der tollen Beschreibung der Inseln und ihren Bewohnern. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

Veröffentlicht am 11.07.2021

Schöner Schreibstil

Flucht nach Patagonien
0

"Ich liebe Anfänge. Anfänge erfüllen uns mit Erstaunen." (Eugenia Errázuriz/Februar 1937).

Jana Revedin, die durch biografische Romane wie „Margherita“ und „Man nennt mich hier Frau Bauhaus“ bekannt ...

"Ich liebe Anfänge. Anfänge erfüllen uns mit Erstaunen." (Eugenia Errázuriz/Februar 1937).

Jana Revedin, die durch biografische Romane wie „Margherita“ und „Man nennt mich hier Frau Bauhaus“ bekannt ist, hat sich diesmal zweier interessanter Persönlichkeiten angenommen. Zuerst einmal Eugenia Errázuriz (1860-1951), jener aus Chile stammenden Kunstmäzenin, die die Karrieren von Coco Chanel, Pablo Picasso und Blaise Cendrars gefördert hat. Zweite Hauptfigur in diesem Buch ist Jean-Michel Frank (1895-1941), Cousin von Otto Frank, dem Vater von Anne Frank.

Jean-Michel Frank ist die tragische Figur in diesem Buch. Er ist das dritte Kind des jüdischen Ehepaars Léon und Nannette Frank. Jean-Michels Brüder sterben 1915 auf dem Schlachtfeld, der Vater begeht wenig später Selbstmord, weil er sein Vermögen und seine Reputation in Paris verliert und Angst hat, als deutscher Jude an Deutschland ausgeliefert zu werden.

Der homosexuelle Jean-Michel selbst ist aufgrund einer Krankheit behindert, wird Innenarchitekt und Designer. Er arbeitet mit den Brüdern Giacometti zusammen. Er richtet zahlreiche Studios verschiedener Modeschöpfer wie Elas Schiaparelli oder Marcel Rochas ein und lernt die Mäzenin Eugenia Errázuriz kennen.

Eugenia Errázuriz erkennt in beinahe prophetischer Weitsicht, dass Juden in Europa durch den Antisemitismus im Allgemeinen und den Nationalsozialismus im Besonderen gefährdet sind. Sie lädt daraufhin Jean-Michel Frank ein, ihr Grandhotel, das sie unter Einsatz ihres gesamten Vermögens in den Anden errichten will, auszustatten.

Auf ihren Reisen zwischen Paris, New York, Patagonien und Buenos Aires treffen Eugenia und Jean-Michel das Who-is-Who der damaligen Welt, unter anderem die Flugpionierin Amelia Earhart und ihren Navigator Fred Noonan sowie den noch unbekannten Walt Disney, der mit der Geschichte eines Rehkitz‘ namens „Bambi“ aus der Feder des Wiener Juden Felix Salten einen Welterfolg landen wird.

Dazwischen versuchen sie gemeinsam bedrohte Juden aus Deutschland und den vn Nazis besetzten Ländern herauszuholen. Manchmal gelingt es, bei der Familie von Otto Frank gelingt es nicht.

Meine Meinung:

Wie schon in ihren biografischen Romanen „Margaritha“ und „Man nennt mich hier Frau Bauhaus“ hat sich Jana Revedin, selbst Architektin, einer beinahe vergessenen Persönlichkeit angenommen.

Ihre penible Recherche und ihr schöner Schreibstil lassen die Zeit und die Menschen plastisch auferstehen. Dafür gibt es von mir 5 Sterne.

Veröffentlicht am 11.07.2021

Macht Appetite auf Dresden

111 Orte in Dresden, die man gesehen haben muss
0

Auch wenn wir schön langsam und mit Einschränkungen wieder reisen dürfe, sind die (Reise)Abenteuer doch noch eher im Kopf.

Diesmal zieht es mich nach „Elb-Florenz“ wie die schöne Stadt Dresden auch genannt ...

Auch wenn wir schön langsam und mit Einschränkungen wieder reisen dürfe, sind die (Reise)Abenteuer doch noch eher im Kopf.

Diesmal zieht es mich nach „Elb-Florenz“ wie die schöne Stadt Dresden auch genannt wird.

Wie wir es aus der 111er-Reihe aus dem Emons-Verlag gewöhnt sind, präsentiert uns die Autorin Gabriele Kalmbach eher unbekannte Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Als Vermesserin darf natürlich ein Besuch des „Gradmessers“ (34), einem Triangulierungspunkt 1. Ordnung des königlichen-sächsischen Triangulierungsnetzes, das von 1862-1890 angelegt wurde, nicht fehlen. Auch die Sternwarte (91) mit dem altehrwürdigen Refraktor aus der Werkstatt Carl Zeiss Jena ist einen Besuch wert.
Ebenso interessant sind die zahlreichen Hochwassermarken, die anlässlich des verheerenden Hochwassers von 2002, das weite Teile Europas überflutet hat, angebracht worden sind (41).
Eisenbahnfans werden von einer Besichtigung des Hauptbahnhofs (36), der Modelleisenbahn (62) oder der Parkeisenbahn (67) begeistert sein.
Ich freue mich schon, wenn ich 2022 anlässlich einer Fachtagung nach Dresden reisen darf. Dieses Buch ist mit im Gepäck, versprochen.

Fazit:
Macht Appetit auf eine Reise nach Dresden. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

Veröffentlicht am 11.07.2021

Eine Firmengeschichte

Eine zündende Idee
0

Von diesem Buch bin ich ein wenig enttäuscht, denn ich habe hier etwas anderes erwartet.

Das Buch liest sich stellenweise wie ein nüchterner Konzernbericht und andererseits ein wenig wie eine Selbstbeweihräucherung. ...

Von diesem Buch bin ich ein wenig enttäuscht, denn ich habe hier etwas anderes erwartet.

Das Buch liest sich stellenweise wie ein nüchterner Konzernbericht und andererseits ein wenig wie eine Selbstbeweihräucherung. Für welche Zielgruppe ist es geschrieben? Der Text könnte genauso gut auf der Firmenwebsite stehen. Manches wird mehrfach wiederholt.

Zahlreiche Personen, die von und mit der Firma Austin Power leben kommen zu Wort: Der Eigentümervertreter etwa, einige aktive und pensionierte MitarbeiterInnen oder der Betriebsrat oder Bürgermeister und andere Behördenvertreter.

Die Herausgeberin Andrea Schneider gewährt den Lesern einen Seitenblick auf die Umgebung und die Landschaft sowie auf das Stift St. Lambrecht. Zahlreiche Fotos aus dem Konzern und Faksimiles von Dokumenten vervollständigen die Unternehmensgeschichte.

Ich hätte mir mehr Geschichte zum Sprengstoff selbst und zur Entwicklung der Zündkapsel, die dessen Verwendung sicherer machen, erwartet. Daher kann ich nur 3 Sterne vergeben.

Veröffentlicht am 11.07.2021

Reif für die griechischen Inseln?

Gebrauchsanweisung für die griechischen Inseln
0

Ich muss gestehen, erst einmal in Griechenland gewesen zu sein: auf der schönen Insel Rhodos inklusive Abstecher nach Symi.

Nach der Lektüre dieser „Gebrauchsanweisung“ rückt Griechenland wieder ein ...

Ich muss gestehen, erst einmal in Griechenland gewesen zu sein: auf der schönen Insel Rhodos inklusive Abstecher nach Symi.

Nach der Lektüre dieser „Gebrauchsanweisung“ rückt Griechenland wieder ein bisschen in den Fokus meiner Sehnsuchtsorte. Vielleicht wird es ja im Frühling 2022 oder 2023 so weit sein. Brütende Hitze ist ja nicht unbedingt mein Ding, aber den April oder Mai stelle ich mit recht angenehm in Griechenland vor.

Stella Bettermann ist Halbgriechin und zeigt uns IHR Griechenland. Sie lädt uns ein, auf die 3.054 Inseln zu kommen - für jeden Geschmack und für jede Geldbörse ist etwas dabei. Die einen können antike Kunstschätze (Kreta) ansehen, die anderen mit der Seele baumeln oder an den zahlreichen Festen teilnehmen.

Der Autorin gelingt es perfekt, ihre Leser für Griechenland zu interessieren. Sie beschreibt Land und Leute mit viel Humor und verschweigt auch nicht, dass es auf den griechischen Inseln manchmal recht laut zugeht.


Fazit:

Es gibt viele Gründe, Griechenland zu erkunden. Diese Gebrauchsanweisung hilft dabei, eine Auswahl zu treffen. Gerne vergebe ich dafür 5 Sterne.