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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.06.2020

Der bsiher schwächste Krimi der Reihe

Mission Blindgänger
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Seit dem letzten Fall („Das Revier der schrägen Vögel“) ist einige Zeit vergangen, denn die Chefin der Truppe, Anne Capestan, ist inzwischen Mutter der 16 Monate alten Joséphine. Während Anne sich noch ...


Seit dem letzten Fall („Das Revier der schrägen Vögel“) ist einige Zeit vergangen, denn die Chefin der Truppe, Anne Capestan, ist inzwischen Mutter der 16 Monate alten Joséphine. Während Anne sich noch im Mutterschaftsurlaub befindet, verbüßt der Kindesvater Paul eine Gefängnisstrafe.

Diesmal dreht sich (fast) alles um Eva Rosière, die Polizistin und Krimiautorin. Eines der Bücher, ausgerechnet die Geschichte der eigenen Chaos-Truppe soll verfilmt werden, ohne dass die Betroffenen etwas davon wissen. Das Filmbusiness ist schon im Normalfall eine Welt für sich und als der Regisseur ermordet wird, ist das Chaos perfekt. Zudem hat Eva kein Alibi und zuvor allen, die es (auch nicht) wissen wollten erklärt, den Regisseur umbringen zu wollen.

Natürlich ist Eva unschuldig und deshalb wird interveniert, dass das Kommando Abstellgleis den Mord aufklären soll.
Was dann folgt, ist teilweise ein wenig unstruktiert, jedenfalls aber schwierig.

Meine Meinung:

Mit Spannung habe ich diesen dritten Fall für das „Kommando Abstellgleis“ erwartet und bin leider enttäuscht worden.

Die Leichtigkeit der Vorgängerbände ist irgendwie verloren gegangen genauso wie Annes Instinkt. Sie wirkt unkonzentriert und schleppt Joséphine überall mit, weil sie sich von ihrem Kind nicht trennen kann. Ein Dilemma was viele Mütter haben. Obwohl gerade in Frankreich auch für die Betreuung von Babys gesorgt ist.

Die vielen komischen Situationen, die es vorher gab, sei es durch Josè Torrez, den Unglücksraben oder Le Diament oder Dax sind fast zur Gänze verschwunden. Vielmehr kreist die ganze Story um Eva Rosière und die Dreharbeiten. Die schrägen Vögel von Capestans Truppe scheinen von einer nicht minder schrägen Filmcrew abgelöst zu werden. Erst als Eva die Regie übernimmt, scheinen zumindest die Dreharbeiten besser zu laufen.

Die Ermittlungen gestalten sich nach wie vor als schwierig, denn Annes kriminalistischer Instinkt ist zwischen Schlafmangel, Schnuller und Windeln versteckt. Er taucht erst wieder (ab S. 263) auf als Paul aus dem Gefängnis entlassen wird, sich um seine Tochter kümmert und Anne endlich einmal ausschlafen kann. Das ist mir ein bisserl zu wenig.

Der Leser hat zwar recht schnell eine Vermutung wer der Täter sein könnte, allein die Überführung bedarf einer ausgeschlafenen Madame le Commissaire und ihrer Kombinationsgabe.

Fazit:

Leider hat mich dieser dritte Fall für das „Kommando Abstellgleis“ nicht überzeugt. Daher kann ich mit ruhigem Gewissen nur 3 Sterne vergeben. Schade!

Veröffentlicht am 11.06.2020

Ein etwas anderer Wanderführer

Widerstand. Verfolgung. Befreiung.
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Das Autorn-Duo Thomas Neuhold und Andreas Praher heften sich mit diesem Wanderbuch auf die Spuren von Widerständlern, Verfolgten, Befreiern und auch Nazi-Größen in Salzburg, Oberösterreich, der Steiermark ...

Das Autorn-Duo Thomas Neuhold und Andreas Praher heften sich mit diesem Wanderbuch auf die Spuren von Widerständlern, Verfolgten, Befreiern und auch Nazi-Größen in Salzburg, Oberösterreich, der Steiermark und Kärnten.
Wir lernen auf 35 Wanderrouten die Schicksale von unterschiedlichen Menschen kennen. Wir treffen auf bekannte Namen wie Stefan Zweig, Franz Jägerstätter, Rosa Hofmann, Sepp Plieseis und einer ganzen Reihe von nicht so geläufigen Namen von Gegnern, die ihren Mut im Kampf gegen das Regime mit ihrem Leben bezahlen mussten. Auch den vielen namenlosen Opfern in den diversen Lagern und/oder Rüstungsbetrieben wird so gedacht.

Ein Hotspot der NS-Vergangenheit und deren Folgen scheint die Stadt Salzburg zu sein. Gleich sieben Wanderungen beschäftigen sich mit diesem Thema. Dabei kommt so manches zu Tage, das ein wenig unverständlich ist: So wird dem Nazi-Künstler Josef Thorak nicht nur eine große Bedeutung beigemessen in dem man eine Straße nach ihm benannt hat, während um die Anbringung jedes Stolpersteins zu Erinnerung an ein Opfer des NS-Regimes gerungen werden muss, sondern auch, dass nach wie vor einige seiner Skulpturen im öffentlichen Raum ausgestellt sind.

Das Buch zeichnet die mühsamen, oft verschlungenen und gefährlichen Weg auf, die zu Verstecken oder in eine vermeintliche Freiheit geführt haben. Interessant sind auch die Geschichten der abgeschossenen Piloten der Alliierten.

Jede Wanderung beinhaltet einen kurzen Abriss der Lebensgeschichte des Porträtierten sowie eine fundierten historischen Kontext, einen Ausschnitt einer Wanderkarte sowie Angaben zu Länge, Schwierigkeitsgrad und Dauer der zeitgeschichtlichen Wanderung.
Fotos der Namensgeber bzw. von Gedenkstätten ergänzen die Beschreibung der Routen.

Wer sich noch weiter in das Thema vertiefen will, findet am Ende des Buches zahlreiche Anregungen und Tipps zu weiterführender Literatur.

Ich bin häufig in Salzburg-Stadt und werde mir als erstes den Spaziergang „Jüdisches Salzburg“ rund um den Bahnhof vornehmen.

Fazit:

Ein etwas anderer Wanderführer, der uns auf den Spuren von Widerständlern, Verfolgten, Befreiten und Tätern wandern lässt. Gerne gebe ich 5 Sterne.

Veröffentlicht am 11.06.2020

Leider nicht das beste Krimi rund um Leander LOst

Schwarzer August
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Dieser Krimi ist der vierte Fall für den den sympathischen Austauschkommissar aus Deutschland, Leander Lost.

Leanders Leben hat sich grundlegend geändert. Er darf weiter im Dienst der portugiesischen ...

Dieser Krimi ist der vierte Fall für den den sympathischen Austauschkommissar aus Deutschland, Leander Lost.

Leanders Leben hat sich grundlegend geändert. Er darf weiter im Dienst der portugiesischen Polícia Judicária in Faro ermitteln. Außerdem genießt er die traute Zweisamkeit mit seiner Herzensdame Soraia Rosado, der Schwester seiner Vorgesetzten Graciana.

Die romantische Idylle wird durch einen Bombenanschlag auf eine Bank jäh unterbrochen. Miguel Duarte, der einzige Spanier im Team vermutet entgegen aller Wahrscheinlichkeit einen islamischen Terrorakt. Leander Losts analytischer Verstand bezweifelt das allerdings. Warum dann ein paar Tage später drei Tunfisch-Trwaler in die Luft fliegen, ist allen vorerst ein Rätsel. Die Bekennerschreiben, die eintreffen geben wenig Information zu Motiv und Täter.

Meine Meinung:

Dieser vierte Band ist leider nicht ganz so spannend wie die drei Vorgänger. Leander, der als Aspi über außergewöhnliche Fähigkeiten besitzt, muss sie diesmal nicht zwingend einsetzen. Das Team rund um Garciana hätte den Kriminalfall auch ohne ihn lösen können. Vielleicht hätten sie ein, zwei Tage länger benötigt.

Auch fehlt in diesem Fall die Spritzigkeit, die sich aus dem Unvermögen Leanders, die Zwischentöne in den Anmerkungen seiner Umgebung zu deuten, ergibt. Es scheint als würde sich Lost seinen Mitmenschen zu sehr anpassen.

Der Fokus liegt diesmal auch nicht ausschließlich auf Leander Lost, sondern das Gefühlsleben von Graciana und Carlos spielt eine größere Rolle. Das hat mich schon ein wenig irritiert. Dass Garciana, als Leiterin der Ermittlung, mit einem Verdächtigen ein Pantscherl eingeht, ist höchst unprofessionell und aus meiner Sicht, durchaus verzichtbar.

Ein unerwarteter Neuzugang ist Gracianas neuer Dienstwagen: Ein grüner Ford Mustang.


Fazit:

Leider nicht der beste Krimi aus der Leander-Lost-Reihe. Mit viel Nachsicht gebe ich hier 4 Sterne.

Veröffentlicht am 11.06.2020

Eine satirische Hommage an Tirol

Tirol. Eine Landesvermessung in 111 Begriffen
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Was Sie immer schon über Tirol wissen wollten, und sich niemals zu fragen trauten ... Hier können Sie Nützliches einfach nachlesen.

Tirol - ein stolzes Bundesland, das mitunter missverstanden wird ...


Was Sie immer schon über Tirol wissen wollten, und sich niemals zu fragen trauten ... Hier können Sie Nützliches einfach nachlesen.

Tirol - ein stolzes Bundesland, das mitunter missverstanden wird (vor allem vom Rest Österreichs) wird hier sehr launig in 111 Begriffen beschrieben.

Aufgebaut wie ein Lexikon beginnt die Beschreibung bei A wie „Abgrenzung“ und endet bei Z wie „Zuagroaster“. Dazwischen dürfen wir über so manchen Begriff staunen und auch herzlich lachen.
So werden echte Berühmtheiten wie Andreas Hofer (leider ein Pustertaler, heute Südtirol), Ötzi (leider auch ein Südtiroler), Peter Anich (endlich ein echter Tiroler) oder Otto Grünmandl genannt. Niederschlag finden auch Pseudo-Promis wie Peter Schröcksnadel oder James Bond (ja, die Doppelnull) die vor allem durch ihr Macho-Gehabe bekannt sind.

Wie wir es vom traditionsbewussten, mitunter ziemlich konservativen Tirol gewöhnt sind, sind Frauen auch hier unterrepräsentiert. Es kommen Margarete Maultasch - Landesmutter(S.47) und Therese Mölk (S.51) - Erfinderin der Supermaktkette MPreis (an die sich vermutlich nicht einmal die Einheimischen erinnern) vor. Bekannter sind da schon Frau Hitt (S. 32), die mit dem Riesen HAymon und dem Bettelwurf Geist ein Trio Infernal der Tiroler Sagenwelt bildet und die Geier-Wally (S.28), deren reales Vorbild eigentlich „Adler-Anna“ heißt.

Natürlich kommt auch die lieblich, schroffe Landschaft vor, die dem Charakter mancher Einheimischer ähnelt.

Entzückend und grenzgenial sind die mit spitzer Feder gezeichneten Illustrationen geben diesem Glossar so richtig Pep.

Dieses entzückende Buch habe ich durch Zufall entdeckt und für mich als gelernte Landvermesserin mit zwei Chefs, die aus Tirol (Innsbruck und Reutte) stammen, ein unbedingtes must-have. Der Tyrolia-Verlag hat mir freundlicherweise gleich ein Rezensionsexemplar überlassen. Dazu gibt es eine passende Postkartenserie, die in Zeiten der elektronischen Kommunikation eine - durchaus zu Tirol passend - konservative Art Grüße zu übermitteln, darstellt.

Fazit:

Ein tolles, witziges Geschenk für Tiroler, Nicht-Tiroler und für Menschen mit Sinn für Humor. Doch Vorsicht, kann unerwartete Nebenwirkungen wie Lachkrämpfe und Horizonterweiterungen verursachen! Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

Veröffentlicht am 09.06.2020

Eine gelungene Fortsetzung

Geisterfahrt
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Dieser Krimi ist der dritte nach „Hell-Go-Land“ und „Sturmfeuer“ mit Anna Krüger, der Polizistin auf Helgoland.

Anna und Kollegin Saskia besuchen mit dem gemeinsamen Chef Paul Freitag und dessen kleiner ...

Dieser Krimi ist der dritte nach „Hell-Go-Land“ und „Sturmfeuer“ mit Anna Krüger, der Polizistin auf Helgoland.

Anna und Kollegin Saskia besuchen mit dem gemeinsamen Chef Paul Freitag und dessen kleiner Tochter Pauline das größte Volksfest im Norden Deutschlands: den Hamburger Dom.

Anna findet gleich beim Eingang einen Ausweis, den sie einem der zahlreichen anwesenden Polizisten übergibt. Dass sie damit sich und den anderen Besuchern keinen Gefallen tut, erfährt sie wenig später. Denn der Name Marco Kovacs auf dem Dokument ist der eines mutmaßlichen Gefährders. Während die Polizei Großalarm auslöst, geht Pauline im Getümmel verloren ...

Meine Meinung:

Der Krimi ist sehr spannend und, dass sich die Ereignisse innerhalb von nur 2 Stunden abspielen, erzeugt Adrenalin pur. Doch nicht nur die hektische Suche nach der neunjährigen Pauline und dem Gefährder sorgen für das hohe Tempo. Daneben spielt sich eine tragische Liebesgeschichte ab und Pauline wird von einem Obdachlosen aufgelesen. Hier zieht der Autor alle Register und lässt die Leser an allerlei Horrorszenarien denken. Doch gleichzeitig zeigt Tim Erzberg auf, wie schnell Vorurteile Menschen in den Fokus der Behörden geraten lassen.

Saskia ist mir nach wie vor unsympathisch. Für ihre bisweilen aufdringliche Art Männern gegenüber habe ich wenig Verständnis. Selbst ihr Vorgesetzter, Paul, geht ihr auf den Leim. Ihre Arbeitsauffassung halte ich ebenfalls für fragwürdig. Sie lebt ein Leben wie auf dem Vulkan, ohne Rücksicht auf andere. Selbst das Verschwinden von Pauline kostet sie nur ein Achselzucken. Ich empfinde Saskia als krasses Gegenteil zu Anna, die rund um die Ur im Einsatz ist. Doch auch die Figur der Anna ist nicht ganz friktionsfrei. Der ausufernde Tablettenkonsum wegen ihrer Migräne, die eine posttraumatische Belastungsstörung ist, ist kaum zu tolerieren. Ich halte sie nicht für dienstfähig. Da lässt es Paul als Vorgesetzter ein wenig an Sorgfaltspflicht mangeln, denn ihr nur die Medikamente wegzunehmen ist zu wenig.

Geschickt sind einzelne kurze Rückblick in Annas Vergangenheit eingeflochten.

Das Setting - der Dom in Hamburg - flößt mir persönlich großes Unbehagen ein. Solche Menschenmassen kann ich so gar nicht leiden. Zur Spannung trägt dieser Vergnügungspark natürlich bei.
Ein bisschen hat mir die Insel Helgoland und ihre teilweise schrulligen Einwohner gefehlt.


Fazit:

Eine gelungene Fortsetzung, wenn ich auch die Insel Helgoland ein wenig vermisst habe.