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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.07.2025

Informative Biografie

Elizabeth Scheu Close
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Der Verlag Anton Pustet hat seit einiger Zeit Bücher über Architektinnen und Architekten im Programm. Diese Monografie beschreibt das Leben und Wirken der Architektin Elizabeth Scheu Close (1912-2011), ...

Der Verlag Anton Pustet hat seit einiger Zeit Bücher über Architektinnen und Architekten im Programm. Diese Monografie beschreibt das Leben und Wirken der Architektin Elizabeth Scheu Close (1912-2011), die in Wien geboren ist. Ihre Mutter ist Jüdin, der Vater Sozialdemokrat. Sie lassen sich vom bekannten Architekten Adolf Loos ihre Villa in Hietzing, dem 13. Bezirk von Wien eine moderne Villa bauen. Zu modern, wie die meisten Zeitgenossen sagen.
Diese Villa in der Larochegasse 3 wird den Zweiten Weltkrieg nahezu unversehrt überstehen, mehrmals verkauft werden, ist aktuell im Besitz der Stadt Wien und steht unter Denkmalschutz.

Beeindruckt vom Sozialen Wohnbau des Roten Wien, beginnt sie 1930 als einzige Frau unter Dutzenden Männern an der TU Wien das Studium der Architektur. Wie sie später erzählt, hat man es ihr und den Studentinnen anderer Fakultäten nicht leicht gemacht. Sei es, dass man den jungen Frauen keine Toiletten zur Verfügung stellen wollte, oder sei es, dass man ihre Arbeiten um einiges strenger beurteilt hat. Weil sie aus einem jüdisch-sozialistischem Elternhaus stammt, wandert sie 1932 in die USA aus. Dort lernt sie ihren Studienkollegen Winston Close kenne, den sie 1938 heiratet.

Gemeinsam gründen das Ehepaar ein Architekturbüro. Sie werden zahlreiche Firmensitze, Geschäftsgebäude und Einfamilienhäuser planen und bauen. Um nach dem Zweiten Weltkrieg schnell ausreichend Wohnraum zur Verfügung stellen zu können, arbeiten sie mit Fertigteilhäusern. Bekannt sind auch ihre Gartensiedlungen, für die Immobilienspekulanten bestehende Arbeiterwohnviertel abreißen. Damit sollen Häuser für weiße, gut verdienende Familien errichtet werden.

Zeit ihres langen Lebens - sie wird fast 100 Jahre alt - schwingen die Entwürfe des sozialen Wohnbau im Roten Wien
sowie die einfache und klare Struktur eines Adolf Loos in ihren eigenen Arbeit mit.

Fazit:

Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen. Zahlreiche Abbildungen aus dem Privatbesitz der Architektin, Pläne und Fotos ihre Studien bzw. errichteten Gebäuden vervollständigen dieses interessante Buch über Elizabeth Scheu Close, einer amerikanischen Architektin mit Wiener Wurzeln. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

Veröffentlicht am 15.07.2025

Hier ist wenig, wie es scheint

Aschetod
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Der 16. Fall für Chief Kate Burkholder wird recht schnell persönlich, als ihre Kollegen Mona Kurtz und Chuck Skidmore bei einem heimlichen Stelldichein, einen brennenden Scheiterhaufen entdecken, in dem ...

Der 16. Fall für Chief Kate Burkholder wird recht schnell persönlich, als ihre Kollegen Mona Kurtz und Chuck Skidmore bei einem heimlichen Stelldichein, einen brennenden Scheiterhaufen entdecken, in dem ein Mann hilflos verbrennt, weil er an einen Pfahl gefesselt ist. Der Tote ist Milan Swanz, ein Amischer, der auf Grund zahlreicher Gewalttaten und anderer Verstöße gegen die amischen Vorschriften exkommuniziert worden ist.

Recht schnell gerät Kates Bruder Jacob in den Fokus der Ermittler, denn ein Zeuge berichtet von einem Streit der beiden, den er angeblich beobachtet haben will, was Jacob aber heftig bestreitet.

So wird muss Kate den Fall abgeben, da man ihr Vertuschung vorwirft. Das hält sie aber nicht ab, auf eigene Faust zu ermitteln. Als sie entdeckt, dass es in der Vergangenheit ähnliche Fälle von Morden an Amischen gegeben hat, scheint das Gerücht um eine abtrünnigen Gruppe von Amischen, die sich als Rächer sieht, neue Nahrung zu bekommen. Gemeinsam mit ihrem Ehemann John Tomasetti verfolgt sie die Spur dieser Gruppe und weiß nicht, welches Risiko sie damit eingeht.


Meine Meinung:

Dieser 16. Fall für Kate Burkholder hat es in sich. Sie ist als Amische geboren, hat sich aber dann von der Gemeinschaft losgesagt. Sie kennt die Bräuche sowie die Glaubenssätze der verschworenen Gemeinde, die, obwohl Pazifisten, schon auch die eine oder ander Auseinandersetzung untereinander haben. Diese lösen sie aber intern und rufen nie, niemals die „englische“ Polizei zu Hilfe. Sie weiß, dass Milan Swanz massiv gegen die Regeln verstoßen hat, nur das ganze Ausmaß ist ihr zunächst nicht bekannt.

Kate ist toughe Chefin, die sich um ihr Team kümmert, weshalb man ihr auch während ihrer kurzen Auszeit die nötigen Informationen zum Fall Swanz zuspielt.

Völlig unaufgeregt erklärt Linda Castillo die Lebensgewohnheiten der Amischen. Die Autorin macht das recht geschickt, in dem sie Kate Burkholder ihren Chefs bzw. den Kollegen darüber berichten lässt. Das finde ich sehr interessant, denn über das Leben der Amischen weiß ich relativ wenig. Nachdem ich in dieser Reihe erst mit dem 15. Fall eingestiegen bin, muss ich mich langsam an den Beginn vortasten, denn mich interessiert, warum sie sich von den Amischen losgesagt hat.

Der Schreibstil ist fesselnd und dieser 16. Fall wird nach dem 15. nicht mein letzter Thriller sein, den ich von Linda Castillo, die mit einigen Amischen befreundet ist und daher weiß, worüber sie schreibt, lesen werde.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem fesselnden Thriller 5 Sterne.

Veröffentlicht am 13.07.2025

Ein berührender Abschluss der Trilogie

Wir sehen uns wieder am Meer
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In diesem dritten und letzten Teil der Trilogie steht Birgit, die Freundin von Tekla aus „Als Großmutter im Regen tanzte“ im Mittelpunkt der Ereignisse. Trude Teige erzählt die bewegende Geschichte einer ...

In diesem dritten und letzten Teil der Trilogie steht Birgit, die Freundin von Tekla aus „Als Großmutter im Regen tanzte“ im Mittelpunkt der Ereignisse. Trude Teige erzählt die bewegende Geschichte einer Frauenfreundschaft während der deutschen Besatzung in Norwegen. Doch von Beginn an:

In der Gegenwart erhält Juli, Teklas Enkelin einen Anruf von der ihr zunächst unbekannten Anna Borch, die sich als Großnichte von Birgit vorstellt und Juli Birgits Geschichte erzählt.

Im Jahr 1944 hat Birgit eben ihre Ausbildung zur Krankenschwester abgeschlossen und entschließt sich, in einem Krankenhaus weit im Norden Norwegens zu arbeiten. Dort begegnet sie sowjetischen Zwangsarbeiteri, die unter menschenunwürdigen Bedingungen leben und schwer arbeiten müssen. Unter ihnen ist auch Nadia, eine junge Ukrainerin, mit der sie eine enge Freundschaft verbindet. Da Birgit in ihrer Jugend in Oslo Russisch gelernt hat, wird sie immer wieder von den Ärzten als Dolmetscherin eingesetzt. Bald engagiert sie sich im Widerstand und gerät, wie unschwer zu erraten ist, zunehmend in Gefahr, entdeckt zu werden. Das Krankenhaus dient nicht nur als Versteck für verletzte Widerstandskämpfer und geflohene Zwangsarbeiter, sondern als Drehscheibe für die Kommunikation unter den Widerständlern. Als sie sich in Sascha, einen geflohenen russischen Gefangenen verliebt, bringt sie sich und die Widerstandsgruppe in große Gefahr, denn die Gestapo ist ihr auf den Fersen.

Wenig später ist der Zweite Weltkrieg zu Ende. Doch die Repressalien sind noch nicht zu Ende. Nun sind es die norwegischen Behörden, die alle jene, die der Kollaboration mit den deutschen Besatzern verdächtigt werden, verfolgen. Norwegische Frauen, die sich mit den Deutschen eingelassen haben, werden geächtet und in einem Lager auf einer Insel gefangen gehalten.

Doch was Birgit widerfährt, ist wohl unter anderem ihren russischen Sprachkenntnissen und der Nähe Norwegens zur UdSSR geschuldet. Sie wird vom norwegischen Geheimdienst rekrutiert und tritt in Moskau eine Stelle in der Botschaft an. Geködert hat man sie mit der Nachricht, Sascha lebe dort. Als sie entdeckt, dass ihre große Liebe nicht das ist, was sie erwartet hat und sie vom KGB erpresst wird, verlässt sie tief getroffen Moskau. Damit nicht genug, wird sie in Norwegen der Spionage FÜR die Sowjetunion angeklagt und verurteilt.

Meine Meinung:

Mit diesem Abschluss ihrer Trilogie spricht Autorin Trude Teige ein heikles Thema, das nicht nur in Norwegen gerne verdrängt wird an: Kollaboration mit den Nazis. Obwohl es auch Männer gibt, die mit den Besatzern sympathisiert haben, sind es die Frauen, die geächtet werden. Besonders dann, wenn sie, weil ja deutlich sichtbar, Kinder aus den Beziehungen mit den Soldaten entstehen. Das muss auch Nadia, die ukrainische Zwangsarbeiterin erfahren, die sich ausgerechnet in Harald, den Sohn einer norwegischen Familie, die die Nazis bewundern, verliebt.

Wie die Autorin im Nachwort schreibt, beruht dieses Buch auf wahren Begebenheiten.
Dieser historische Roman fesselt bis zur letzten Seite und zeigt, dass es nicht nur in Deutschland rechtspopulistische Strömungen gegeben hat. Antisemitismus ist nicht nur den Deutschen exklusive vorbehalten. Dieses Gedankengut findet man so gut wie in jedem Land, wie durch die aktuelle politische Situation deutlich zu sehen ist.

Dieser dritte Teil der Trilogie lässt sich auch ohne die beiden anderen Teile (Als Großmutter im Regen tanzte und Und Großvater atmete mit den Wellen) sehr gut lesen, rundet aber die Geschichte sehr gut ab.

Ich habe schon einige Bücher zu Norwegen in der Besatzungszeit gelesen. Diese Trilogie hat die Ereignisse sehr gut dargestellt.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem Abschluss der Trilogie, sowie der gesamten Reihe eine Leseempfehlung und 5 Sterne.

Veröffentlicht am 10.07.2025

Fundierte Analyse

Die Rückkehr des Krieges
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Dieses, vom österreichischen Militäranalysten und Journalisten Franz Stefan Gady verfasste Sachbuch spricht das an, was spätestens seit dem 24. Februar 2022 in die Köpfe von uns in Europa Lebenden zurückgekehrt ...

Dieses, vom österreichischen Militäranalysten und Journalisten Franz Stefan Gady verfasste Sachbuch spricht das an, was spätestens seit dem 24. Februar 2022 in die Köpfe von uns in Europa Lebenden zurückgekehrt ist: Krieg in Europa. Nach dem Ende der NS-Diktatur sind Kriege zwischen einzelnen europäischen Staaten nicht mehr vorhanden, wenn man vom Jugoslawien-Krieg, der eher in die Kategorie Bürgerkrieg eingeordnet werden sollte, und der Annexion der Krim 2014, die man rückwirkend als Blaupause für den aktuellen Krieg in der Ukraine ansehen muss, aber 2014 mehr oder weniger achselzuckend ignoriert hat, absieht.

Franz Stefan Gady erläutert in insgesamt sieben Kapiteln, die in drei Abschnitte zusammengefasst sind, warum es notwendig ist, die Armeen in Europa (vor allem jene Deutschlands und Österreichs) wieder in Stand zu setzen.

„Denn in Europa haben wir vergessen, was der eigentliche Zweck einer Armee ist: Krieg gar nicht zuzulassen. Es wäre gut, wenn wir uns wieder daran erinnern. Möglichst schnell.“

Teil 1: Warum der Krieg wieder zurück ist
Kapitel 1: Fehleinschätzung als Kriegsgrund
Kapitel 2: Technologische Fehleinschätzungen
Kapitel 3: Strukturelle Fehleinschätzungen

Teil 2: Was wir über den Krieg wieder lernen müssen
Kapitel 4: Die konstante Natur des Krieges
Kapitel 5: Der wechselnde Charakter der Kriegsführung

Teil 3: Kriege der Zukunft
Kapitel 6: Was tun, wenn Kriege wahrscheinlicher werden?
Kapitel 7: Mit welchen Kriegen ist zu rechnen?

Gady zitiert mehrmals Clausewitz, der „Kriege als Fortsetzung der Politik“ sieht. Wenn Putin nach dem Zerfall der UdSSR von einer Wiederauferstehung eines Russlands in der Größe eines Zarenreiches oder gar eines stalinistischen träumt, und dies nicht auf einem Verhandlungsweg möglich ist, weil sich zahlreiche Sowjetrepubliken sich von der UdSSR losgesagt haben, und in seinen Augen abtrünnige Provinzen sind, die gewaltsam wieder in das Russische Reich zurückgeholt werden müssen, ist der Krieg in der Ukraine für ihn ein legitimes Mittel zur Fortsetzung der Politik.

Kommt uns das bekannt vor? Man muss sich nur an 1938 zurück erinnern, als die Appeasement-Politik die Annexion Österreich und der Tschechoslowakei („Heim ins Reich!“) durch Hitler-Deutschland hingenommen hat und erst mit dem Einmarsch in Polen quasi „aufgewacht“ ist. Soll es wieder soweit kommen, dass ein Land andere überfällt, um die Großmachtsfantasien eines Diktators zufriedenzustellen?

Der Autor sieht sich nicht als Kriegstreiber, sondern zeigt Fakten auf, die für den einen oder anderen Leser unbekannt und/oder verstörend sein können. Am Beispiel vergangener Kriege analysiert Gady die konstante Natur des Krieges (Kap. 4) sowie die sich wandelnden Charaktere der Kriegsführung (Kap. 5).

Dieses Buch sollte von all jenen Politikern gelesen werden, die die eigene Landesverteidigung seit Jahrzehnten kaputt gespart haben und sich darauf verlassen haben, dass andere ihnen im Ernstfall zu Hilfe kommen werden. In einem Ernstfall, der möglicherweise schneller eintritt, als erwartet. Daher sollte man sich auf den eigentlichen Zweck einer Armee besinnen: Einen Krieg gar nicht zulassen.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem fundierten Sachbuch, das einige unangenehme Tatsachen auf den Tisch legt, 5 Sterne.

Veröffentlicht am 09.07.2025

Eine Leseempfehlung!

Gamechanger Protein
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Viele von uns, die auf ihre Linie achten (freiwillig oder medizinisch indiziert), zählen eher Kalorien als dass sie auf eine ausgewogene und eiweißreiche Nahrung achten. Ich bin da keine Ausnahme. Ich ...

Viele von uns, die auf ihre Linie achten (freiwillig oder medizinisch indiziert), zählen eher Kalorien als dass sie auf eine ausgewogene und eiweißreiche Nahrung achten. Ich bin da keine Ausnahme. Ich betrachte Gemüse eher nur als Beilage oder gar als Dekoration, denn als Hauptgericht und nehme eher Kohlehydrate als Eiweiß zu mir, was mir immer wieder Heißhungerattacken beschert.

In diesem Ratgeber beantwortet Dr. Matthias Riedel einerseits Fragen zum Thema Eiweiß und andererseits räumt er mit den diversen Mythen über das Eiweiß auf. Wir erfahren, dass Proteine unter anderem unser Wohlbefinden stärken und das Leben verlängern können.

Wieso? Weshalb? Warum? das wird in diesem Buch ausführlich und verständlich erklärt. Das besonders Wichtige wird in Info-Kästen zusammengefasst und dargestellt.

Das gibt es eine Aufstellung welche Proteine besonders geeignet sind und in welchen Nahrungsmittels sie vorhanden sind. Zusätzlich gibt es zahlreiche Rezepte mit denen es gelingt, seine Essgewohnheiten anzupassen.

Nach der Lektüre dieses Ratgebers von Gräfe & Unzer habe ich jedenfalls begonnen meine Essgewohnheiten zu überarbeiten. Dazu habe ich eine Liste meiner Lieblingsgerichte erstellt und sie - so gut wie möglich - nach Eiweiß-, Kohlehydrat- und Fettgehalt überprüft. Dann substituiere ich z.B. Teigwaren aus Hartweizengrieß durch solche aus roten Linsen. Oder mache aus einem Zucchino mittels Spiralschneider Spaghetti, die ich mit einer kleinen Dose Thunfisch und Kräutern verfeinere.

Der Grundtenor: Zu jeder Mahlzeit Eiweiß - und seien es nur ein paar Mandeln oder Nüsse über den Salat, helfen, dass das Sättigungsgefühl länger anhält. Die Empfehlung täglich rund 500 Gramm Gemüse zu essen, schaffe ich allerdings nach wie vor nicht.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem gelungenen Ratgeber 5 Sterne.