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Venatrix

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Veröffentlicht am 27.10.2018

Eine gut recherchierte Biografie

Queen Victoria
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Autorin Julia Baird liefert eine gut strukturierte Biografie von Queen Victoria (1819-1901).
In der Einleitung schreibt sie über die Schwierigkeiten, geschönte und zensurierte Quellen zu beurteilen. Besonders ...

Autorin Julia Baird liefert eine gut strukturierte Biografie von Queen Victoria (1819-1901).
In der Einleitung schreibt sie über die Schwierigkeiten, geschönte und zensurierte Quellen zu beurteilen. Besonders Tochter Beatrice hat zahlreiche Briefe und Dokumente vernichtet, die einen zu persönlichen Eindruck der Königin hinterlassen hätten können.

Mit hat vor allem fasziniert, wie sich Victoria gegen ihre Mutter und deren Liebhaber (?) John Conroy durchsetzen musste und ein ziemliches Faible für Lord Melbourne hatte. Interessant, dass sich die Herrscherin über ein riesiges Weltreich nach ihrer Heirat mit Prinz Albert von Sachsen-Gotha sich ihm als besonders konservativ entpuppt: sie unterwirft sich ihrem Gemahl als Frau und Mutter, allerdings nicht als Regentin. Das wird erst später offenbar, dass sie sich immer mehr von ihm beeinflussen lässt. Ziemlich unmöglich finde ich, dass Albert seine Frau als „liebes Kleines“ anspricht. Für mich klingt das geringschätzend. Allerdings scheint er Victoria sehr geliebt zu haben und auf außereheliche Affären verzichtet zu haben. Deswegen haben ihn die Untertanen beinahe verachtet, weil für die Mächtigen damals unüblich.
Die Zeit nach Alberts frühen Tod ist für Victoria recht schwierig. Interessant, dass niemand auf die Idee gekommen ist, die Königin möge abermals heiraten. Das habe ich noch nirgends gelesen.

Einen breiten Raum nehmen auch die beiden Männer in ihrem späteren Leben ein: John Brown und Abdul Karim. Vor allem letzterer gilt als Hochstapler und hat die Sehnsucht der Königin nach Zuneigung schamlos ausgenützt.

An den Ratgebern der Queen übt die Autorin leise Kritik, weil sie ihr nur ein recht einseitiges Bild ihrer Länder vermittelt haben. Mit ein bisschen mehr Durchblick hätte sich die Irland-Frage, die das Vereinigte Königreich bis heute beschäftigt, lösen lassen.

Meine Meinung:

Eine gut gelungene Biografie, die einen Einblick in das Leben dieser Herrscherin bietet, die 63 Jahre lang über ein Weltreich geherrscht hat. Sehr gut finde ich, dass die (Selbst)Zweifel von Victoria nicht ausgespart werden. Queen Victoria war eine beeindruckende Persönlichkeit mit vielen Facetten und voller Gegensätze.

Der Schreibstil ist flüssig und wird durch eine Vielzahl von Zitaten sowie Illustrationen ergänzt.
Das Cover ziert das Porträt der jungen Königin, gemalt 1843 vom deutschen Maler Franz Xaver Winterhalter.

Für historisch Interessierte gibt es im Anhang eine ausführliche Bibliografie.

Fazit:

Gerne gebe ich für diese gut recherchierte Biografie 5 Sterne.

Veröffentlicht am 27.10.2018

BUrgenland kulinarisch

Sautanz
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Dieses Kochbuch entführt uns in das Burgenland, wo der „Sautanz“ eine lange Tradition hat. Die bäuerliche Feldarbeit ist erledigt und die kalten Temperaturen garantieren eine längere Haltbarkeit der Lebensmittel.
Spitzenkoch ...

Dieses Kochbuch entführt uns in das Burgenland, wo der „Sautanz“ eine lange Tradition hat. Die bäuerliche Feldarbeit ist erledigt und die kalten Temperaturen garantieren eine längere Haltbarkeit der Lebensmittel.
Spitzenkoch und Autor Max Stiegl nimmt uns auf einen Sautanz in den Winzerort Purbach der Gegenwart mit, wo eine begrenzte Haltbarkeit des Fleisches ob der Kühltruhen keine Rolle mehr spielt. Hier dominiert die Freude, nachhaltige Lebensmittel zu verarbeiten.
Meist unter Mithilfe der Nachbarschaft wird das Schwein geschlachtet, da es ziemlich aufwändig ist, alle Teile der Sau zu verwerten. Und, kein Teil wird verschwendet!
Dass heikle Waschen der Därme wird den kundigen Händen der Frau Rüssel überlassen, die diese Kunst wie keine Zweite beherrscht.
Wer kennt noch geschmorte Schweinsbackerl? Viele der aufgezeichneten Rezepte sind heutzutage schon als rare Delikatesse zu bezeichnen. Selbst wenn das Fleisch den heutigen Ernährungsgewohnheit, in denen alles fettlos sein soll nicht entspricht, schmeckt ein Schweinsbraten, aus einem langsam gemästeten und freilaufenden Mangalitza-Schwein, einfach himmlisch. Fett ist und bleibt ein Geschmacksträger.
Die vielfältigen Zubereitungsarten der einzelnen Schweineteile werden durch wunderschöne Fotos großartig in Szene gesetzt. Hier läuft einem sprichwörtlich das Wasser im Mund zusammen.

Fazit:

Ein Kochbuch für Traditionsbewusste, dem ich gerne 5 Hauben gebe. Auch als Geschenk eine gute Wahl.

Veröffentlicht am 27.10.2018

AUf Spurensuche einer vertriebenen Welt

Jüdisches Burgenland
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Das Autoren-Duo Christof Habres und Elisabeth Reis hat sich auf Spurensuche in das jüdische Burgenland bzw. in das was das Nazi-Regime von einer prosperierenden Gesellschaft übriggelassen hat, begeben. ...

Das Autoren-Duo Christof Habres und Elisabeth Reis hat sich auf Spurensuche in das jüdische Burgenland bzw. in das was das Nazi-Regime von einer prosperierenden Gesellschaft übriggelassen hat, begeben.

Es ist nicht verwunderlich, dass kaum etwas davon zu sehen ist. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges sind die wenigsten Vertriebenen in ihre Dörfer und Städte zurückgekehrt, denn diejenigen, die ihre Enteignung betrieben haben, sind nach wie vor in politischen Funktionen.

Jüdische Einrichtungen wie Synagogen sind zerstört und scheinbar hat niemand großes Interesse die wenigen vorhandenen Baudenkmäler zu restaurieren.
Jüdische Friedhöfe, soweit sie nicht zerstört worden sind, sind häufig weder in Stadtplänen oder Tourismusführern erwähnt. Es ist oft nur der Initiative Einzelner zu verdanken, dass diese Friedhöfe nicht ganz dem Vergessen anheimfallen.

Eine Ausnahme ist der Kreuzstadl von Rechnitz, der durch die Initiative RE.F.U.G.I.U.S zu einem Mahnmal an das Massaker an 180 Juden und gleichzeitig ein Symbol der überregionalen Gedenkkultur geworden ist. (Näheres sieh auch www.refugius.at)

Fazit:

Ein etwas anderer Reiseführer durch das Burgenland. Gerne gebe ich dafür 5 Sterne.

Veröffentlicht am 27.10.2018

Hat mich nicht vollends überzeugt

Die Natur und ihr Recht
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„Menschliches Leben ist nur in Solidarität mit der Natur möglich.“(S. 121)

Diesen Satz werden wohl die meisten von uns unterschreiben. Doch warum handeln wir Menschen nicht danach? Ist uns die eigene ...

„Menschliches Leben ist nur in Solidarität mit der Natur möglich.“(S. 121)

Diesen Satz werden wohl die meisten von uns unterschreiben. Doch warum handeln wir Menschen nicht danach? Ist uns die eigene Bequemlichkeit lieber als der Schutz der Natur? Oder ist der einzelne geneigt, Umweltschutz „den Anderen“ zu überlassen?

Der überwiegende Teil des Buches handelt von und in den USA, die in Sachen Umweltschutz (vor allem unter der aktuellen Regierung) wenig am Hut haben. Doch auch Indien, mit dem dreckigsten aller Flüsse, dem Ganges, wird erwähnt. Einige Länder haben Umweltschutz in der Verfassung verankert, andere nicht.

Der Mittelteil des Buches lässt den nicht juristisch interessierten Leser gelangweilt die Seiten überblättern. Protokolle über langwierige Gerichtsverfahren zu lesen ist leider nicht jedermanns Sache. Dies ist allerdings der Profession des Autors geschuldet, der Umweltexperte und Professor der Rechtswissenschaften an der University of British Columbia ist. Er berät Regierungen wie z.B. von Kanada und Schweden in Umwelt- und Nachhaltigkeitsfragen. David Boyd lebt auf Pender Island in British Columbia.

Fazit:

Ein interessantes Buch, doch wegen des juristisch-lastigen Mittelteils kann ich nur 3 Sterne vergeben.

Veröffentlicht am 24.10.2018

Auf zum letzten Halali

Die letzte Pirsch
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Die letzte Pirsch-3/Alexandra Bleyer/5 Sterne


Auch mit ihrem dritten Jägerkrimi erfreut Alexandra Bleyer ihre Fans mit einer skurrilen Episode aus dem, an kauzigen Figuren reichen, Mölltal.

Aufsichtsjäger ...

Die letzte Pirsch-3/Alexandra Bleyer/5 Sterne


Auch mit ihrem dritten Jägerkrimi erfreut Alexandra Bleyer ihre Fans mit einer skurrilen Episode aus dem, an kauzigen Figuren reichen, Mölltal.

Aufsichtsjäger Sepp Flattacher hat gleich mehrere Sorgen. Zum einem gockelt der Paragraphenreiter Dr. Haribert Maierbrugger um „seine“ Irmi herum und zum anderen versucht jemand das Wild verbotener Weise mit Apfeltrestern anzulocken, um gemütlich zu einem kapitalen Bock zu kommen.

Den Selbstmord von Gerfried Ragger kommentiert der grade Michl mit der Bemerkung: „So ein Depp. Das ist doch völlig fia de Fisch. Wer bringt sich denn in dem Alter noch um? Das rentiert sich doch gar nimma!“.

Anders natürlich Polizist Martin Schober, der sich an einen Anruf Gerfried Raggers vor ein paar Tagen erinnert, bei dem Gerfried von Einbrechern und Drohungen gefaselt hat. Ob seines Alters von 84 Jahren hat die Polizei das allerdings als „spinnertes Gefasel“ eines dementen Greises abgetan.

Martin beginnt also seine Nase in die Angelegenheiten der Raggers zu stecken und entdeckt ein paar unschöne Familiengeheimnisse.

Meine Meinung:

Wie immer sind Alexandra Bleyers Jägerkrimis voll von Situationskomik und skurrilen Extravaganzen.

Diesmal allerdings klingen auch ein paar ernste Töne mit: Was tun mit der immer größer werdenden Schar an dementen Personen, die das vorgestern vom heute nicht mehr unterscheiden können? Oder der langen Tradition der Bauern, dass ausschließlich Söhne die Wirtschaft erben können? Unverheiratete Frauen gehen üblicherweise leer aus und sind gerade noch geduldet am Hof. Dass ein Bauernhof nicht unter den, oft zahlreichen Kindern aufgeteilt werden, hat natürlich wirtschaftliche Gründe. Viele kleine Bauernhöfe wären nicht lebensfähig, ein großer schon.

Doch allzu lange brauchen wir nicht im Trübsal blasen versinken. Dafür sorgen schon der Postenkommandant Treichel, der nach wie vor mit Fremdwörtern auf Kriegsfuß steht, aber seine Leute zu einem „anlein-Kurs“ zum Umgang mit demenzkranken Kunden vergattert.

Herrlich auch den Flattacher beim Einkaufen zu begleiten, wo er sich über einen Kunden aufregt, der jeweils 3 Deka Wurst von mehreren Sorten kauft. Sepp ordert dann jeweils 5 Deka – ein Großeinkauf, oder?

Auch ein passionierter Aufsichtsjäger hat so seine Probleme mit dem Zielen und, anstatt die Ursache bei sich zu suchen, bring er seine Ferlacher Büchse beinahe ungesehen zum WaffenDoc.

Genial auch die Fortsetzung der nachbarschaftlichen Beziehungen zu Heinrich Belten, der das Packerl vom Sepp vor der Haustüre für eine Bombe hält.

Die leidige Sache mit dem Ankirren des Wildes lösen Irmi und Sepp gemeinsam. Das war die letzte Pirsch im Mölltal für den Paragraphenheini.

Alexandra Bleyers Schreibstil ist einfach grandios! Ständig entstehen bunte Bilder im Kopf, wie beim Erwähnen der Rotzbremse, die jetzt vielleicht nicht ganz so appetitlich ist wie das von Chief Treichel avisierte Backhendlessen.

Als halbe Kärntnerin bin ich mit dem Dialekt wohl vertraut, doch auch ich habe ein neues Wort gelernt: „Tschurehane“ = langsam arbeitender Mann. Alle anderen Leser finden ein ausführliches Wörterbuch im Anhang.

Gerne habe ich vom „KunstRaum“ und der „GrillKunst“ in Obervellach gelesen. Solche regionalen Besonderheiten mag ich besonders gerne.

Fazit:

Die skurrile Schar aus dem Mölltal ist mir ans Herz gewachsen (naja fast alle). Ich freue mich auf ein Wiederlesen. Die 5 Sterne sind dem Flattacher fix.