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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.02.2025

EIne Leseempfehlung!

Wie Diktatoren stürzen
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Als Milizionäre am 8. Dezember 2024 die Einnahme von Syriens Hauptstadt Damaskus verkünden, ist eine langjährige Diktatur kollabiert. Während über dem Palast von Bashar al-Asad dunkle Rauchwolken hochstiegen, ...

Als Milizionäre am 8. Dezember 2024 die Einnahme von Syriens Hauptstadt Damaskus verkünden, ist eine langjährige Diktatur kollabiert. Während über dem Palast von Bashar al-Asad dunkle Rauchwolken hochstiegen, feierte am anderen Ende von Damaskus eine Menschenmenge die Flucht des verhassten Diktators. Vor der fahnengeschmückten Umayyaden-Moschee tönt es aus einem Lautsprecher:

«Wir verkünden euch den Sieg der großen syrischen Revolution! Der Sieg nach dreizehn Jahren Geduld und Opfer!»

Die bange Frage, die sich zahlreiche Minderheiten und vor allem die Frauen stellen ist: Was kommt danach? Eine Demokratie, wie wir sie aus West- und Mitteleuropa kennen, vermutlich nicht.

Ist der Fall des Diktators wirklich überraschend? Wieso geschieht der Fall meist abrupt? Und weshalb ist das brutalste Regime der Welt (Nordkorea) nach 77 Jahren immer noch an der Macht?

Marcel Dirsus zeigt in diesem Buch, wovon es abhängt, dass eine Alleinherrschaft implodiert. Dazu hat er akribisch geforscht und unter anderem mit Anführern von Revolutionen, mit Rebellen und Soldaten auf der ganzen Welt Gespräche geführt.

In den folgenden zehn Kapiteln gewährt er seinen Lesern einen Blick in das Innere der Machtstrukturen von Diktaturen. Gleichzeitige erklärt er, welche Faktoren den Sturz eines Diktators auslösen.

Einleitung: The Golden Gun
Die Tretmühle des Diktators
Der Feind im eigenen Haus
Das Militär schwächen
Rebellen, Waffen und Geld
Feinde im In- und Ausland
Wer schießt, verliert
Keine andere Option
Vorsicht vor dem, was man sich wünscht
Wie man Diktatoren stürzt

Anhand von Beispielen aus der Gegenwart und der Geschichte entwickelt er eine Systematik, die es erlaubt, den Mechanismus der Macht zu verstehen.

Für Diktatoren gibt es kaum Ausstiegsszenarien: Macht oder deren Verlust, der häufig mit Exil oder Tod endet. Dass ein autoritärer Machthaber gefangen genommen wird wie Saddam Hussein oder Slobodan Milosevic, kommt eher selten vor. Beide wurden unter anderem wegen Völkermords vor Gericht gestellt. Hussein verurteilt und hingerichtet. Milosevic erlebt das Ende des Prozesses nicht mehr.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem interessanten Sachbuch, das sich eingehend mit dem Sturz von Diktaturen beschäftigt, 5 Sterne.

Veröffentlicht am 09.02.2025

Macht Lust auf Spargel & Erdbeeren

Spargel & Erdbeeren
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Ich kann es jedes Jahr kaum erwarten, bis die Spargel- und Erdbeersaison beginnt. Nachdem ich am Stadtrand von Wien, nahe den Spargel- und Erdbeerfeldern wohne, habe ich es zu den erntefrischen Köstlichkeiten ...

Ich kann es jedes Jahr kaum erwarten, bis die Spargel- und Erdbeersaison beginnt. Nachdem ich am Stadtrand von Wien, nahe den Spargel- und Erdbeerfeldern wohne, habe ich es zu den erntefrischen Köstlichkeiten nicht allzu weit. Deshalb bin ich immer auf der Suche nach Anregungen, wie ich Spargel & Erdbeeren auf den Teller bringen kann.

Dieses Kochbuch von Gräfe & Unzer hat mich nicht enttäuscht. Allerdings haben sich einige Rezepte, die weder mit Spargel noch mit Erdbeeren in Zusammenhang stehen, hineingeschmuggelt (z. B. Karotten/Möhren-Muffins, Topfenknödel mit Rhabarberkompott oder gebackene Hollerblüten).

Ausprobieren werden ich jedenfalls die Parmesansuppe (S. 15), Spargeltempura (S. 33), Kartoffel-Spargel-Curry (S. 37) sowie die Hähnchenbrust mit Spargelfülle (S. 65) allerdings ohne Erdäpfelpüree ausprobieren. Der Spargelsalat mit Erdbeeren (S. 127) vereint beides und klingt köstlich. Das Erdbeer-Tiramisu schmeckt hoffentlich besser als das Bild aussieht (S.136). Der auf Seite 140 abgebildete Klassiker Erdbeer-Biskuit-Schnitte hat schon lange den Eingang in unsere Küche gefunden.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem Kochbuch, das Lust sowohl auf Spargel als auch auf Erdbeeren macht, 5 Sterne.

Veröffentlicht am 08.02.2025

Hat mich nicht ganz überzeugt

Campion. Tödliches Erbe
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Margery Allingham (1904-1966) gehört wie Agatha Christie und Dorothy L. Sayers zu den führenden Autorinnen des »Goldenen Zeitalters« der englischen Kriminalliteratur. Sie nimmt ihre Leser in "Campion – ...

Margery Allingham (1904-1966) gehört wie Agatha Christie und Dorothy L. Sayers zu den führenden Autorinnen des »Goldenen Zeitalters« der englischen Kriminalliteratur. Sie nimmt ihre Leser in "Campion – Tödliches Erbe" mit auf eine spannende Reise voller Geheimnisse, Verbrechen und unerwarteter Wendungen mit.

Die adelige Familie Gyrth bewahrt im Namen der Krone seit Generationen einen wertvollen Kelch auf ihrem Landsitz auf. Das unschätzbare Kleinod gerät in den Fokus einer Verbrecherbande, die schon zahlreiche andere Kunstwerke gestohlen und durch Repliken ersetzt haben. Die Originale verschwinden in den Tresoren rücksichtsloser, reicher Sammler in aller Welt.

Der etwas unscheinbar wirkende Detektiv Albert Campion soll sowohl Kelch als auch die Familie Gyrth schützen. Das wird ihm nicht leicht gemacht. Gemeinsam mit seinem Assistenten Lugg erlebt Campion zahlreiche Überraschungen, die das gefährliche Netz aus Dieben für die beiden bereithält, stellen.

Meine Meinung

Das Cover deutet schon auf einen klassischen Kriminalroman hin. Die Charaktere sind typisch britisch, leicht versnobt, auch wenn es die finanzielle Situation nicht immer so zulässt. Das Personal, allen voran Lugg bekommt mehr von den Eigenarten der Herrschaft mit, als denen manchmal lieb ist.

Gut gelungen finde ich den unterschiedlichen Sprachduktus der Charaktere, die ihrer Herkunft nach, so sprechen (dürfen), wie ihnen der Schnabel gewachsen ist.

Die Krimihandlung selbst, lässt eigene Ideen und eigenes Miträtseln zu. Trotz hat mir das gewisse Etwas gefehlt. Vielleicht bin ich auch nur zu nüchtern, um diese über Generationen gepflegten Traditionen zu verstehen. Ein Hausmädschen, das mir die Hausarbeit abnimmt, könnte mir aber doch gefallen.

Fazit:

Wer die typischen englischen Krimis liebt, wird hier voll auf seine Rechnung kommen. Mich hat dieser Auftakt zu der Krimireihe rund um Albert Campion nicht so ganz gepackt. Daher gibt es diesmal nur 3 Sterne.

Veröffentlicht am 08.02.2025

Ginsterburg ist überall

Ginsterburg
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Autor Arno Frank schildert in seinem neuen Roman „Ginsterburg“ das Schicksal ausgewählter Bewohner in der fiktiven Stadt „Ginsterburg“ während der NS-Zeit. Die Geschichte ist in drei Zeitabschnitte - 1935, ...

Autor Arno Frank schildert in seinem neuen Roman „Ginsterburg“ das Schicksal ausgewählter Bewohner in der fiktiven Stadt „Ginsterburg“ während der NS-Zeit. Die Geschichte ist in drei Zeitabschnitte - 1935, 1940 und 1945 - gegliedert.

Arno Frank erzählt chronologisch die Entwicklung der Bewohner in dieser politisch eigentlich unbedeutenden Kleinstadt, die stellvertretend für reale Orte steht. Manche Personen gewinnt man recht schnell lieb, andere verhalten sich sehr bald verabscheuungswürdig.
Überhaupt mischt der Autor Fakten und Fiktion recht gekonnt. Allerdings fehlt mir persönlich ein Hinweis auf das Eine bzw. das Andere. Zwar werden durch Briefe oder Zeitungsausschnitte Bezüge zur realen Welt geknüpft, doch wäre ein Glossar am Ende des Romans oder ein Nachwort willkommen gewesen. So wird die Wunderwaffe „Natter“, die den wenigsten Lesern bekannt sein dürfte, mehrmals erwähnt.

Der Schreibstil ist ein wenig irritierend. Zahlreiche Ereignisse werden nur angerissen und der Fantasie der Leser überlassen. Für mich, die viele (Sach)Bücher über die Gräuel der NS-Diktatur gelesen hat, ist das kein Problem, sich hier zurecht zu finden. Auf andere Lesern kann dies verstörend wirken.

Fazit:

Diesem Roman, in dem Arno Frank aufzeigt, wie Menschen von einem Menschen verachtenden Regime belohnt, bestraft und korrumpiert worden sind, gebe ich 4 Sterne.

Veröffentlicht am 08.02.2025

Eine gelungene Fortsetzung

Die mysteriöse Tote vom Montmartre
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Es ist Herbst geworden in Paris, weshalb am Montmartre das beliebte Weinfest stattfindet. Auch die Familie Morel ist aus Südfrankreich angereist, um einerseits Geneviève und Olivia „Mamie“ Morel zu besuchen ...

Es ist Herbst geworden in Paris, weshalb am Montmartre das beliebte Weinfest stattfindet. Auch die Familie Morel ist aus Südfrankreich angereist, um einerseits Geneviève und Olivia „Mamie“ Morel zu besuchen und andererseits sich dem Trubel um das Weinfest hinzugeben. Die Führung rund um den kleinen Weinberg mitten in der Großstadt Paris wird jäh unterbrochen, als eine neugierige Besucherin aus Österreich eine Plane lüpft und eine tote Frau im Weinbottich entdeckt.

Es dauert ein wenig, bis die Identität der Toten geklärt ist. Die Ermittlungen führen zunächst Madame le Commissaire Geneviève Morel wenig später auch ihr Team in die Champagne, wo man sich nicht nur mit der Erzeugung von Champagner beschäftigt.

Gleichzeitig hat Genevièves Großmutter Olivia einen neuen Verehrer. Dass Olivia mit einer charmanten männlichen Begleitung unterwegs ist, ist nichts Ungewöhnliches, ist sie doch eine attraktive Frau. Stutzig wird Geneviève nur, dass er ausgerechnet der Kurator der aktuell laufenden Picasso-Ausstellung ist und in Mamies Alter ist. Üblicherweise sind deren Liebhaber wesentlich jünger. Geneviève ist sich sicher, dass ihre geliebte Großmutter wieder etwas im Schilde führt. Nur was?

Meine Meinung:
Dieser dritte Krimi aus der Reihe rund um Geneviève Morel, der Polizistin mit krimineller Familie, hat mir sehr gut gefallen. Autor René Laffite, hinter dem der österreichische Autor Christian Schleifer steckt, verzichtet diesmal auf eine besonders grausliche Zur-Schaustellung „seiner“ Leiche, die die einzige bleiben wird. Das Rundherum um die Tote ist gefinkelt angelegt, so dass es eine geraume Zeit braucht, bis sowohl Geneviève als auch die Leser die Zusammenhänge erkennen.

Witzig finde ich, dass der werte Herr Autor die Charaktere seiner Perchtoldsdorfer Krimi-Reihe einen Besuch des Weinfestes in Paris gönnt. Bei ihrem Auftritt wirken die Nöhrers ein wenig, nun ja, aufdringlich.

Schmunzeln musste ich wieder über Olivia Morel, die ihre kriminelle Energie gekonnt und nonchalant einsetzt. Entzückend gleich zu Beginn die Szene mit Pascal, dem jugendlichen Taschendieb, der versucht, ausgerechnet Olivia, der ungekrönten Königin der Taschendiebin, zu bestehlen.

Fazit:

Eine gelungene Fortsetzung, der ich gerne 5 Sterne gebe.