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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.04.2025

Fesselnd bis zur letzten Seite

Ostseedämmerung
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In ihrem 20. Fall sollen Pia Korittki und ihr Team dem Verschwinden von Mia Schneider, einer Studentin der Archäologie, nachgehen, deren Akte den Vermissten zugerechnet wird. Nun aber haben zwei Kinder ...

In ihrem 20. Fall sollen Pia Korittki und ihr Team dem Verschwinden von Mia Schneider, einer Studentin der Archäologie, nachgehen, deren Akte den Vermissten zugerechnet wird. Nun aber haben zwei Kinder ein Artefakt aus Wikingerzeiten gefunden, das zuletzt in Mias Besitz war. Nach wie vor ist nicht klar, ob Mia sich abgesetzt hat oder einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist.

Korittki und Broders befragen die Nachbarn in Hövelau, dem letzten Wohnsitz der Vermissten, und schon tauchen die ersten Ungereimtheiten auf. Wenig später wird es zur Gewissheit: Mia Schneider ist ermordet und in einem Waldstück vergraben worden.

Nur, wer ist der Täter? Der Ehemann, der darauf drängt, Mia für tot erklären zu lassen, um seine neue schwangere Freundin heiraten zu können? Oder der Grabungsleiter, der augenscheinlich etwas zu verbergen hat? Oder das Faktotum des herrschaftlichen Anwesens, in dessen Kate Mia zuletzt gewohnt hat?

Das Verschwinden von Mia ist nun ein Mord, den es aufzuklären gilt. Und die junge Frau wird nicht die einzige Tote bleiben ...

Meine Meinung:

Eva Amstädt ist für ihre komplexen Krimis rund um Pia Korittki bekannt. So müssen Korittki und ihr Team unterschiedlichen Hinweisen und Spuren, die häufig in einer Sackgasse münden, nachgehen. Die Story ist schlüssig erzählt. Die oft mühsame Polizeiarbeit und das Privatleben der Ermittler sind gut ausbalanciert.

Die Charaktere des Lübecker K1 haben sich über die Jahre sehr gut entwickelt. Teamwork wird groß geschrieben. Hin und wieder gibt es einen Alleingang der Ermittler, der nicht immer glimpflich abgeht. Diesmal trifft es Broders. Die unterschiedlichen Handlungsstränge werden letztlich sehr gut verknüpft. Interessant ist das Setting in dem kleinen Ort Hövelau, wo die Bewohner alles über ihre Nachbarn zu wissen glauben. Manchmal sieht man nur, was man schon kennt, oder zu kennen glaubt. Der Standesdünkel hat sofort einen Verdächtigen, während der wahre Täter lange unerkannt bleibt.

Fazit:

Gerne gebe ich dieser gelungenen Fortsetzung 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 07.04.2025

Eine gelungene Fortsetzung

Grado im Glück
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„Du willst das alles nicht wirklich wissen.“

Dieser 10. Krimi rund um die Gradeser Commissaria Maddalena Degrassi ist ein wenig anders als die neun vorherigen. Es geht weniger um klassische Ermittlungsarbeit ...

„Du willst das alles nicht wirklich wissen.“

Dieser 10. Krimi rund um die Gradeser Commissaria Maddalena Degrassi ist ein wenig anders als die neun vorherigen. Es geht weniger um klassische Ermittlungsarbeit sondern eher um das Psychogramm einer langjährigen Freundschaft unter sechs Frauen, die einander doch nicht ganz so vertrauen wie sie glauben. Die Tote ist (fast) nur Nebensache.

Der Krimi beginnt mit dem Auffinden einer zunächst unbekannten toten Frau am Fuße einer Treppe in einem Wohnhaus in Grado, in dem die Bewohner auffallend schweigsam sind. Ein unglücklicher Treppensturz oder hat hier jemand nachgeholfen?

In zahlreichen Rückblicken erhalten wir Leser Einblick in die letzten zehn Tage VOR dem Tod der Frau, die sich als eine der sechs Freundinnen, die sich regelmäßig treffen, um über gelesene Bücher zu diskutieren. Carolina, Romina, Mariella, Anastacia, Giorgia und Ludmilla - wer von diesen Frauen ist die Tote?

Meine Meinung:

Wer sich einen Krimi nach der bekannten Schreibweise von Andrea Nagele erwartet, wird hier ein wenig irritiert sein. Andrea Nagele, langjährige Psychotherapeutin, legt diesen Krimi ein wenig anders an. Statt wie gewohnt, einen Whodunit-Krimi in den Händen zu halten, sind wir Leser mit Abgründen der menschlichen Seele konfrontiert.

Der Satz „Du willst das alles nicht wirklich wissen.“ zieht sich durch das ganze Buch.

Kann eine langjährige Freundschaft so viele Geheimnisse und Lügen überstehen? Wie weit kann, darf oder muss Freundschaft gehen? Soll oder muss der Ehemann, der eine Frau regelmäßig misshandelt, angezeigt werden? Auch gegen deren Willen? Wie sehr darf eine Freundschaft strapaziert werden? Ist es legitim darauf zu hoffen, Geld geliehen zu erhalten?

Fragen über Fragen, mit denen wir hier konfrontiert werden.

Interessant ist, dass auch hier, wie in beinahe jedem meiner jüngst gelesenen Krimi, gleichgeschlechtlich Liebende, eine Rolle spielen. Diese Geschichte dieses Paares hat allerdings auf den Fortschritt der Geschichte bzw. die Ermittlungen keinen Einfluss.

Fazit:

Kein Krimi im herkömmlichen Sinn, aber nicht weniger interessant. 4 Sterne.

Veröffentlicht am 04.04.2025

Fesselnd bis zur letzten Seite

Der irische Fremde
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Mary Shean, die als Maria Schubert in Deutschland aufgewachsen ist, begegnet am Flughafen von Oslo einem Mann, der ihr vage bekannt vorkommt und bei ihr eine Panikattacke hervorruft. Ist das der Mann, ...

Mary Shean, die als Maria Schubert in Deutschland aufgewachsen ist, begegnet am Flughafen von Oslo einem Mann, der ihr vage bekannt vorkommt und bei ihr eine Panikattacke hervorruft. Ist das der Mann, den sie vor 25 Jahren, als ihre Eltern beim Brand des eigenen Hotels in Irland ums Leben gekommen sind, gesehen haben will?

Irritiert kehrt sie an den Schauplatz des Dramas zurück, beauftragt eine Detektei um diesen geheimnisvollen Fremdem auszuforschen und gerät selbst, durch Erinnerungsfetzen in akute Lebensgefahr. Was ist damals wirklich passiert?

Meine Meinung:

Der Krimi beginnt langsam, doch als versierte Krimileserin und politisch Interessierte, klingelt es recht bald. Ein Unbekannter, ein augenscheinliches Unglück, ein Kind als Zeugin, das außer Landes gebracht worden ist sowie Menschen, die nicht immer alles oder die Wahrheit sagen, zusammen mit dem Wort „irisch“, haben mich schnell in eine bestimmte Richtung denken lassen. Und ja, diese Ahnung hat sich als richtig herausgestellt, wenn auch auch ein wenig anders, als erwartet.

Das Buch lässt sich leicht lesen. Durch zahlreiche unerwartete Wendungen erhöht sich die Spannung zusehends, um mit einer spannenden Lösung aufzuwarten.

Die Charaktere sind sehr gut herausgearbeitet. Mary ist interessant dargestellt. Ihr Selbstbild weicht vom Fremdbild deutlich ab. Während sie sich selbst als zielstrebig sieht, urteilen die Außenstehenden ganz anders. Sie wirkt unstet, bisweilen bedrohlich und desorientiert, weshalb man sie in einer psychiatrische Behandlung unterziehen will. Ihr fragmentarischen Flashbacks an den Tod ihrer Eltern widersprechen den damaligen polizeilichen Ermittlungen.
Hat man ihre Erinnerungen manipuliert?

Fazit:

Diesem fesselnden Krimi, der uns nach Irland führt, gebe ich gerne 5 Sterne.

Veröffentlicht am 04.04.2025

Eine gelungene Fortsetzung

Die Hausboot-Detektei - Tödliche Blüten
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Wenige Tage vor der alljährlichen Eröffnung des Mekkas der Tulpen, dem berühmten Keukenhof, haben Wühlmäuse ausgerechnet die Tulpenbeete der aktuellen Neuzüchtungen, von denen sich der Direktor einen Preis ...

Wenige Tage vor der alljährlichen Eröffnung des Mekkas der Tulpen, dem berühmten Keukenhof, haben Wühlmäuse ausgerechnet die Tulpenbeete der aktuellen Neuzüchtungen, von denen sich der Direktor einen Preis erhofft, zerstört. Die Polizei hat werde Zeit und Kapazität zu ermitteln, handelt es sich doch bloß um eine Sachbeschädigung. Der Direktor des Keukenhof sieht das natürlich anders und engagiert die Hausboot-Detektei, um zunächst einmal undercover zu recherchieren.

Erst als eine Mitarbeiterin niedergeschlagen wird und eine andere spurlos verschwindet, wird die Polizei aktiv. Dabei ist die Truppe der Hausboot-Detektive den offiziellen Ermittlern ein wenig voraus, haben sie doch mit Elin ein Kriminalromane schreibendes Mitglied, das sich ziemlich kriminelle Szenarien ausdenken kann.

Bei ihren Recherchen entdecken sie, dass es im Umfeld des Keukenhofs eine auffällig hohe Rate von sitzengelassenen Ehefrauen gibt. Ob das im Fall der zerstörten Tulpenbeete eine Rolle spielt?

Meine Meinung:

Amy Achterop ist wieder eine spannende Fortsetzung gelungen. Neben der personellen Änderung, Jack ist nicht mehr dabei, wird es auch bei den tierischen Mitgliedern Änderungen geben. Hund, der Labrador sieht dem Ende seines Lebens entgegen während Fru Gunilla zuerst einmal ausbüxt, um dann trächtig zurückzukehren. Das verspricht für den nächsten Band jede Menge Aufregung.

Die Hausboot-Detektive ermitteln wieder in ihrer üblichen etwas unkonventionellen Art, auch wenn sie diesmal wegen Hund und Fru Gunilla in Sorge sind.

Die Autorin legt zahlreiche Spuren, die durchaus einen möglichen Hintergrund haben. Aber, wie wir schon aus den vier Vorgängern wissen, ist das Offensichtliche Amy Achterops Sache nicht. Zahlreiche Wendungen erhöhen die Spanung und fesseln die Leser dieses Tulpenkrimis.

Ich bin ja ein erklärter Tulpenfan, weshalb ich diesen Krimi unbedingt lesen musste. Interessant ist der Einblick in die Arbeit der Gärntner beim wohl bekanntesten Tulpenzüchter. Jedes Jahr nehme ich mir vor, das Blütenmeer in Augenschein zu nehmen. Vielleicht wird es 2026 gelingen.

Fazit:

Ein gelungener 5. Fall für die Hausboot-Detektive, dem ich gerne 5 Sterne gebe.

Veröffentlicht am 04.04.2025

Eine gelungene Fortsetzung

Ich mach' mein Ding
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Dieser Krimi ist der vierte aus der Reihe rund um Lukas Hammerstein, in dem Udo Lindenberg einen Cameo-Auftritt hat bzw. der Buchtitel aus einem seiner Lieder stammt.

Diesmal drückt er wegen einer Reportage ...

Dieser Krimi ist der vierte aus der Reihe rund um Lukas Hammerstein, in dem Udo Lindenberg einen Cameo-Auftritt hat bzw. der Buchtitel aus einem seiner Lieder stammt.

Diesmal drückt er wegen einer Reportage über Hamburg Elite-Gymnasium Elyseum für einen Monat als außerordentlicher Schüler die Schulbank. Es gibt nämlich Gerüchte, man könne, so ferne man genug Kleingeld hat, durch eine Geldspende das Wohlwollen einiger Lehrer kaufen, um dem lieben, aber mitunter faulen, Fortpflanz zu besseren Noten zu verhelfen.

Natürlich kommt das bei der Leserschaft der „Hamburg News“ nicht gar so gut an und die betuchte Klientel kündigt reihenweise ihre Zeitungsabos. Gleichzeitig verschwindet die Direktorin des Gymnasiums. Sofort wird ein Zusammenhang mit der Bestechung der Lehrer vermutet und die Direktorin der Mitwisserschaft sowie ihres Selbstmords geziehen.

Doch ist das wirklich so? Und was hat der TV-Moderator, dessen Kinder sowie der Kindermädchen gemeinsam die Privatschule besuchen damit zu tun?

Meine Meinung:

Ach, wie kommt mir das Thema Privatschule und Notenkauf bekannt vor! Auch in Österreich gibt es solche Gerüchte, die ich als ehemalige und langjährige Vorsitzende des Elternvereins eines Privatgymnasiums nur zu gut kenne. Auch eine Liebesbeziehung zwischen Lehrkaft und Schüler(in) ist nicht ganz unbekannt. Das gab’s schon zu meiner Gymnasialzeit in den 1970er-Jahren. Geht natürlich gar nicht. Aber wo die Liebe (?) hinfällt, wächst oft kein Gras mehr ....

Wie schon seine drei Vorgänger ist auch dieser Krimi hier flott und flüssig geschrieben. Lars Haider lässt seine Leser sowohl an den polizeilichen Ermittlungen als auch an den Recherchen der Journalisten teilhaben. Natürlich gibt es da immer wieder Konflikte, zumal Lukas‘ Freund Enno, Kriminalbeamter und Mitglied der „Vier Flaschen“ sowie der Lebensgefährte von Polizeireporterin Kaja ist. Lukas und Kaja haben gegenüber der Polizei den Vorteil, das eine oder andere Gesetz zu ihren ermittlungstechnischen Gunsten ein wenig zu dehnen.

Wieder mit dabei sind Lukas‘ Familie und Schiwegerfamilie sowie Dackelin Finchen, deren unbedachter Ausflug, winselnde Folgen hat.

Ein Fixpunkt in den Hammerstein-Krimis ist neben dem Cameo-Auftitt von Udo Lindenberg auch das monatliche Treffen der „Vier Flaschen“, in dem Lukas und seine Freunde nicht nur jeweils vier unterschiedliche Weine verkosten, sondern auch das eine oder andere politische Thema der Hansestadt besprechen.

Fazit:

Eine gelungene Fortsetzung dieser Krimi-Reihe aus meiner Lieblingsstadt in Deutschland. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.