Hat mich nicht überzeugt
Das Geheimnis der weißen WeihnachtDer Verlag Klett-Cotta bringt seit einigen Jahren weihnachtliche Krimis heraus, die durch gediegene Aufmachung aus der Masse der Kriminalromane hervorstechen. Die Autoren sind durchwegs wenig bekannt. ...
Der Verlag Klett-Cotta bringt seit einigen Jahren weihnachtliche Krimis heraus, die durch gediegene Aufmachung aus der Masse der Kriminalromane hervorstechen. Die Autoren sind durchwegs wenig bekannt. Der diesjährige Krimi stammt, wie schon jener aus dem Jahr 2022 („Geheimnis am Weihnachtsabend-7“) aus der Feder von Gladys Maude Winifred Mitchell (1901-1983). Die Autorin hat insgesamt 66 Krimis geschrieben, von denen nur eine Handvoll in deutscher Sprache erschienen sind. Der vorliegende ist der 23. aus der Reihe.
Worum geht’s?
Die Psychoanalytikerin und Nervenärztin Adela Bradley mit Praxis in Oxford hat sich in London einen Namen als erfolgreiche Amateurdetektivin gemacht.
Nun, zu Weihnachten folgt sie abermals der Einladung ihres Neffen Carey Lestrange, der nun frisch verheiratet ist, nach Cotswolds, um gemeinsam mit anderen Gästen entspannte Feiertage verbringen will. Doch es kommt wieder einmal anders. Denn in die ländliche Idylle wird bald durch anonyme Briefe, die pikante Details enthüllen, merkwürdige Fußspuren im frisch gefallenen Schnne sowie einer geheimnisvollen Nachbarin und einem Mord, der nicht der einzige bleiben wird, unterbrochen.
Gut, dass Tante Adela vor Ort ist, denn trotz ihres nicht besonders einnehmenden Äußerem (oder gerade deswegen), verfügt sie über einen messerscharfen Verstand, mit dem sie auch diesen Kriminalfall souverän aufklärt.
Meine Meinung:
Ich gebe ja Autorinnen und Autoren gerne eine 2. Chance, weshalb ich diesen Krimi, der wie schon der erwähnte andere Weihnachtskrimi als „Lesegenuss“ bzw. als Pendant zu Agatha Christie hoch gelobt wird, gelesen habe.
Nun ja, wie schon zuvor, kann ich mich dieser Bewertung nur bedingt anschließen. Ja, zahlreiche skurrile Charaktere bevölkern diesen Krimi. Allen voran Adela Bradley, die als scharfsinnig und intelligente Frau beschrieben wird (eh klar, sonst könnte sie keine Nervenärztin und Psychoanalytikerin sein). Als Patientin würde ich mich allerdings vor ihrem Äußeren fürchten, denn ihre Mimik wird mit dem einer Schlange bzw. Alligators beschrieben, die mit ihrem „teuflischen Grinsen“ und „meckerndem Lachen“ die Leute verschreckt. Auch ihre mageren, klauenartigen Hände mit den gelben Fingern werden häufig erwähnt, was sie mir nicht sympathischer macht. Manchmal habe ich den Eindruck, dass sie selbst ihre eigene Patientin wäre. Vor allem dann, wenn sie jedes Gegenüber mit „mein Kind“ anspricht, egal ob es sich Freund oder Feind, ein wirkliches Kind oder gar den Polizeipräsidenten handelt.
Warum die Autorin eine solche Hauptfigur entworfen hat, erschließt sich mir nicht.
Der Schreibstil ist mir persönlich ein wenig zu langatmig, obwohl ich ruhige Krimis ohne viel Action sehr schätze.
Und nein, einen dritten Versuch einen Krimi von Gladys Mitchell zu lesen, starte ich trotz der gediegenen Aufmachung nicht.
Fazit:
Mir war dieser Krimi ein bisschen zu langatmig und die Ermittlerin höchst unsympathisch, daher nur knappe 3 Sterne.