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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.12.2023

Ein gelungener Regionalkrimi

Garmischer Wut
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Ben Wiesegger ist vor einiger Zeit wieder in seine Heimat Garmisch-Partenkirchen zurückgekehrt, nachdem er vor mehr als zwanzig Jahren in die USA geflüchtet ist. Anlass dafür war ein Streit mit einem Freund, ...

Ben Wiesegger ist vor einiger Zeit wieder in seine Heimat Garmisch-Partenkirchen zurückgekehrt, nachdem er vor mehr als zwanzig Jahren in die USA geflüchtet ist. Anlass dafür war ein Streit mit einem Freund, der wenig später tot am Berg gefunden worden ist. Obwohl es keinerlei Beweise für Bens Schuld gegeben hat, hält ihn die ganze kleine Garmischer Welt für den Mörder. Besonders der Poschinger, der örtliche Polizist, der noch ein privates Hühnchen mit Ben zu rupfen hat, hat ihn im Auge.

Blöderweise stolpert er beim Waldspaziergang mit Beppo, seinem neuen Jagdhund, über die Leiche seines Journalistenkollegen, dessen Tod so manchem nicht ganz ungelegen kommt. Dass der Tote nach einem Hundebiss in den Unterleib verblutet ist, lässt die Menschen in der näheren und weiteren Umgebung eine Jagd auf einen Wolf machen, weil Ben, auf Geheiß seines Chefs, einen reißerischen Artikel über den Toten geschrieben hat.

Gemeinsam mit der Tierärztin Laura, die einen Hundebiss von jenem eines Wolfes sehr wohl unterscheiden kann, versucht er die Büchse der Pandora, die er mit seinem Bericht geöffnet hat, wieder zu schließen.

Meine Meinung.

Obwohl dieser Krimi der zweite einer Reihe ist, lässt er sich unabhängig vom ersten lesen, denn einige Hinweise auf die Vergangenheit sind geschickt eingeflochten. Allerdings schadet es nicht „Garmischer Mordstage“ zu kennen.

Was ich von Ben Wiesegger halten soll, habe ich noch nicht ganz herausgefunden. Er wirkt trotz seiner Zeit in den USA ein wenig unbedarft. Ein so langer Auslandsaufenthalt sollte einen Menschen doch reifen und erwachsen werden lassen. Immer wieder tappt er ins Fettnäpfchen, obwohl er eigentlich nur wissen will, was seinerzeit am Berg oben passiert ist. Auch die anderen Protagonisten haben so ihre Ecken und Kanten.

Gut gelungen ist es dem Autor Roland Krause, das emotionsgeladene Thema Wolf in seinem Krimi unterzubringen. Das Pro und Kontra geht hier quer durch die Familien. Ein weiteres ernstes Thema ist das mit gefälschten Herkunftszertifikaten importierte Holz, das aus nicht EU-Ländern stammt und in der EU mit hohen Gewinnmargen verkauft wird.

Der Schreibstil ist für einen Regionalkrimi aus Bayern passend. So mancher spricht wie ihm oder ihr der Schnabel gewachsen ist. Zünftiges Essen, Bier und das eine oder andere Schnapserl, dürfen natürlich auch nicht fehlen. Das winterliche Garmisch dient hier als Kulisse.

Fazit:

Wer einen flott geschriebenen Krimi mit viel bayerischem Charme und jeder Menge Lokalkolorit sucht, ist hier richtig. Gerne gebe ich diesem Krimi aus dem Emons-Verlag 4 Sterne.

Veröffentlicht am 18.12.2023

Leichte Kost

Die Zuckerbäckerin von Cold Creek Valley
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Dieser Liebesroman ist der zweite rund um die aufgeweckte und lebhafte Italienerin Chiara, die es der Liebe wegen nach Colorado zieht. Hier will sie nicht nur ihr Liebesglück finden, sondern sich auch ...

Dieser Liebesroman ist der zweite rund um die aufgeweckte und lebhafte Italienerin Chiara, die es der Liebe wegen nach Colorado zieht. Hier will sie nicht nur ihr Liebesglück finden, sondern sich auch den Traum einer eigenen Konditorei erträumt.

Dass nicht alle Wünsche so einfach in Erfüllung gehen und so manche Hürde genommen werden muss, versteht sich von selbst.

Meine Meinung:

Wie es sich für einen Liebesroman gehört, ist wenig Tiefschürfenden zu erwarten. Ein bisschen Hin und Her, eine eifersüchtige Schwester und ein sympathischer Retter, der Chiara aus höchster Not rettet . Hier wird kaum ein Klischee ausgelassen. Nur die böse Stiefmutter fehlt. An deren Stelle eben die Schwester steht.

Das Cover passt perfekt zum Inhalt: Zuckerguss und Glitzer.

Der Schreibstil ist einfach und das Buch lässt sich in Nullkommanix lesen. Die Erzählung wird abwechselns aus Chiaras und Gabriels Sicht erzählt.

Fazit:

Für alle jene, die einen leichten Liebesroman vor romantischer Kulisse lesen wollen, ist dieses Buch sicher ein kurzweiliges Lesevergnügen. Für mich ist die Geschichte ziemlich vorhersehbar und seicht. 3 Sterne.

Veröffentlicht am 16.12.2023

Hochwasserschutz in Salzburg

Platz da!
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Hochwasserschutz hört niemals auf

Nach den verheerenden Unwettern und den darauffolgenden Hochwässern der Jahre 2002 und 2005 hat im Bundesland Salzburg ein Umdenken, was die tradierten Ansicht zu Flüssen ...

Hochwasserschutz hört niemals auf

Nach den verheerenden Unwettern und den darauffolgenden Hochwässern der Jahre 2002 und 2005 hat im Bundesland Salzburg ein Umdenken, was die tradierten Ansicht zu Flüssen als Wasserstraßen begonnen. Anders als in den Jahrzehnten zuvor, in denen Bäche und Flüsse in betonierte, möglichst gerade Flussbetten gezwängt wurden, empfehlen die Wasserbauer, den Flüssen genau in jenen Abschnitten, die zuvor massiv begradigt worden sind, mehr Raum zu geben.

Anhand von sechs plakativen Beispielen zeigt Autor Michael J. Mayr, was zu tun ist, welche Widerstände es seitens der Bevölkerung und der Landesbehörden gibt und wie es gelingen kann, nicht nur die Flüsse sicherer zu machen, sondern auch so manchen Abschnitt für die Freizeit zu gestalten.

Es wurden insgesamt in 23 Flussbau-Gebieten Maßnahmen gesetzt. In diesem Buch werden die spannendsten Flüsse/Gebiete vorgestellt:

Oberndorf
Salzburg
Golling
Mittersill
Altenmarkt
St. Michael im Lungau

Autor Michael J. Mayr ist Journalist und hat ein sachliches Buch über ein höchst emotionales Thema geschrieben. Er beschreibt die einzelnen Projekte zunächst als „Problemaufriss aus fachlicher Sicht“. Anschließend kommen Politiker, Wasserbauer, Befürworter und Gegner der Maßnahmen sowie von früheren Hochwässern Betroffene zu Wort. Das wohl plakativste Ereignis ist der Untergang des Salzach-Ausflugsschiffes „Amadeus“, das innerhalb von einer Minute gesunken ist.

Geben wir den Flüssen Teile ihres angestammten Platzes zurück!

Fazit:

Abschließend muss festgestellt werden, dass Hochwasserschutz nicht an Bundesländer- und Staatsgrenzen aufhört. Gerne gebe ich diesem interessanten Buch, dass ein emotionales Thema sachlich darstellt, 5 Sterne.

Veröffentlicht am 16.12.2023

Ein gelungener Ratgeber + KOchbuch

Mit 50 fitter als mit 30 - Das Rezeptbuch
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Es ist nie zu spät, die Ernährung umzustellen und Bewegung in den Alltag zu bringen

Dieses Kochbuch ist eine Ergänzung zu „Mit 50 fitter als mit 30“, in dem Autor Thorsten Tschirner Fitness-Übungen für ...

Es ist nie zu spät, die Ernährung umzustellen und Bewegung in den Alltag zu bringen

Dieses Kochbuch ist eine Ergänzung zu „Mit 50 fitter als mit 30“, in dem Autor Thorsten Tschirner Fitness-Übungen für Menschen vorstellt, die mit 50 fitter werden wollen als mit 30.

Das Kochbuch hat knapp 200 Seiten und ist gut strukturiert. Viele der Ratschläge sind nichts Neues, doch Autor, Sportwissenschaftler und Gesundheitsexperte Tschirner erklärt sie aus Sicht der 50-jährigen Zelle, die andere Ansprüche als jüngere hat.

Frisch und bunt essen
Schlechte Kohlenhydrate meiden
Mit Ballaststoffen den Darm beglücken
Gute Fette wählen
Fitness-Booster Eiweiß nutzen
Ausreichend Wasser trinken
Bewusst und genussvoll essen
Mit Essenspausen länger leben

Das Buch ist ansprechend gestaltet, wichtiges ist nochmals in Kästchen hervorgehoben. Die, für die optimale Zellerneuerung zuständigen Zutaten sind in dreizehn Gruppen von Lebensmitteln zusammengefasst. Die meisten Gerichte in sind innerhalb von 30 Minuten zuzubereiten.

Von den Rezepten gefallen mir besonders gut das Sushi-Sandwich, das mit Lachs gefüllt ist (S. 114), Nudeln mit Borotti-Bohnen, besser bekannt als „Pasta e Fagioli“ (S. 140) und Lachsfilet mit Brokkoli-Smash (S. 152).

Damit der Umstieg auf die andere Art der Ernährung leichter fällt, gibt es für die ersten vier Wochen eine Art Anleitung. Hier wird empfohlen, bisherige (Fleisch)Speisen schrittweise zu substituieren.

Und weil auch die Beweglichkeit verbessert werden soll, gibt es ein paar einfache Übungen, die ohne Geräte und mit wenig Zeitaufwand absolviert werden können.

Es ist nie zu spät, die Ernährung umzustellen und Bewegung in den Alltag zu bringen! Fangen wir einfach damit an.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem Ratgeber und Kochbuch 5 Sterne.

Veröffentlicht am 16.12.2023

Penibel recherchiert und opulent erzählt

König der Turniere
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Mit ihrem opulenten historischen Roman entführt Juliane Stadler ihre Leser in das Mittelalter, genauer gesagt in die Zeit von Henri II. Plantagenêt und seinen Söhnen Richard Plantagenêt (bekannt als Richard ...

Mit ihrem opulenten historischen Roman entführt Juliane Stadler ihre Leser in das Mittelalter, genauer gesagt in die Zeit von Henri II. Plantagenêt und seinen Söhnen Richard Plantagenêt (bekannt als Richard Löwenherz), Geoffroy Plantagenêt, Jean Plantagenêt (John ohne Land bzw. später König von England) und dem Jungen Henri. Die komplexen historischen Machtverhältnisse in Frankreich, Flandern und einzelnen deutschen Fürstentümern des 12. Jahrhunderts, inklusive der persönlichen Verflechtungen zwischen Englands Königshof und den Adelshäusern auf dem Kontinent sind sehr gut dargestellt. Damit die Leser hier ihren Durchblick behalten, gibt es einen Stammbau der Plantagenêts sowie ein ausführliches Personenverzeichnis.

Das Buch erzählt die Geschichte von Ritterehre, Turnieren, erbitterten Machtkämpfen vor allem in der Familie Plantagenêt sowie von unerfüllter Liebe, Heirat aus Staatsräson und Willkür.

Neben den fiktiven Charakteren wie Erec, Genovefa oder dem Straßenjungen Peb kreuzen zahlreiche historische Gestalten wie eben die Plantagenêts und Frankreichs König Philipp oder der römisch-deutsche Kaiser Friedrich Barbarossa unsere Wege. Die Figuren, sei es in Haupt- oder Nebenrollen, sind sehr gut gezeichnet und wirken authentisch.

Geschickt verknüpft die Autorin Fakten mit Fiktion. Im Nachwort geht sie auf die Rolle der adeligen Frauen im Mittelalter ein. Nicht alle lassen sich in die Kemenate und auf den Gebärstuhl verbannen. Bespiele wie Eleonore von Aquitanien (die Mutter der Plantagenêt-Brüder und Gemahlin von Henri II.) oder Marie de Champagne, die es als Regentinnen für ihre Söhne manchmal mit ihren Ehemännern in Sachen Intrigen aufnehmen, sind eher selten. Und wenn sie erwähnt werden, dann nur aus Sicht der Männer, und daher wenig schmeichelhaft. Leider weiß man über das Leben der Frauen im Mittelalter viel zu wenig. Die neuere Forschung beschäftigt sich mit dem Thema „Frauen des Mittelalters fallen durch ihre Seltenheit auf - die Präsenz des Nichtvorhandenseins“. Wer hierzu mehr lesen möchte, dem sei das Buch „Femina“ von Janina Ramirez ans Herz gelegt.

Neben der oft schwierigen Situation der Frauen wird auch die unerfüllte Liebe zwischen homosexuellen Männern beiläufig, aber elegant und authentisch, in die Handlung integriert.

Die Autorin versteht es meisterhaft, einen durchgehend hohen Spannungsbogen zu erzeugen, auch wenn der interessierte Leser den Ausgang ein wenig voraussehen kann.

Besonderes Augenmerk legt die Autorin auf die Turniere, die nicht nur aus Schaukämpfen Mann gegen Mann, sondern als Generalprobe für echte Gefechte gesehen bestehen. Die Kämpfe werden auf faszinierende Weise präsentiert. Im Nachwort gewährt uns Juliane Stadler zusätzliche Einblicke, in vielleicht bislang noch nicht so geläufige Fakten.

Fazit:

Wer gerne ein penibel recherchiertes und fesselnd erzähltes Mittelalterepos lesen möchte, ist mit diesem Buch bestens bedient. Gerne gebe ich hier 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.