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Veröffentlicht am 30.04.2023

Regt zum Nachdenken an

Der Putsch
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Autor und Historiker hat sich diesmal eines Themas angenommen, das im Jahr 2023 sein (unrühmliches) 100-Jahr-Jubiläum feiert: Der Hitler-Putsch im Jahr 1923. Ob es da wirklich etwas zu feiern gibt?

In ...

Autor und Historiker hat sich diesmal eines Themas angenommen, das im Jahr 2023 sein (unrühmliches) 100-Jahr-Jubiläum feiert: Der Hitler-Putsch im Jahr 1923. Ob es da wirklich etwas zu feiern gibt?

In seinen Analysen, die auf neuem, bislang unbekannten Material aufbauen, zeigt er, dass der misslungene Putsch keineswegs so operettenhaft war, wie es manche so gerne gesehen haben (bzw. noch immer sehen).

In folgenden Kapiteln erläutert er die neuen Erkenntnisse:

Prolog
Ausgangslage
Vorbild
Anlauf
Volksfront
Sonderweg
Konfrontation
Entscheidung
Sturm
Scheitern
Epilog

Kellerhoff setzt das Geschehen sowohl in zeitlichem als auch in den geopolitischen Kontext. So finden die Ursachen (verlorener Krieg, Besetzung des Ruhrgebietes hohe Inflation etc.) genauso ihren Niederschlag wie die Sicht auf ein gelungenes Vorbild zur kompromisslosen Machtübernahme: Mussolinis Marsch auf Rom von 1922. Dennoch haben die zahlreichen Regierungen der Weimarer Republik die Gefahr von rechts sträflich unterschätzte, da sie von der Angst vor dem Kommunismus wie paralysiert waren, wie gleich zu Beginn des Kapitels „Ausgangslage“ der scharfsichtige Joseph Wirth zitiert wird:

„Da steht der Feind, der sein Gift in die Wunden seines Volkes träufelt. Da steht der Feind, und darüber ist kein Zweifel: Der Feind steht rechts.“

Und doch scheitert Hitlers Versuch mit so etwas wie einem „Marsch auf Berline“ von München aus, die Macht an sich zu reißen. Die Regierungsmitglieder in Berlin und in München lassen sich (vorerst)nicht in dieses Abenteuer ungewissen Ausgangs hineinziehen, obwohl (oder) weil sie alles anders als überzeugte Demokraten waren.

Genau diese Betrachtung der unterschiedlichen Sichtweisen zeichnet dieses Buch aus. Autor Kellerhoff bezieht das Zusammenwirken unterschiedlichster Kräfte und Strömungen mit ein. Ein interessanter Hinweis ist dann auch noch die Verurteilung Hitlers nach dem missglückten Putsch. Die vergleichsweise milde Strafe hat er einem Richter mit ähnlichem Gedankengut zu verdanken.

Wie wir es von Sven Felix Kellerhoff gewöhnt sind, schreibt er verständlich, manchmal pointiert und fesselnd.

Fazit:

Dieses Sachbuch richtet sich an Leser, die sich für Geschichte interessieren. Gerne gebe ich hier 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 30.04.2023

Quer durch Kanada mit dem Kanu - Natur pur

Die Klänge der Stille
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Adam Shoalts, ein junger Kanadier, erfüllt sich den Traum seines Lebens: Mit seinem Kanu legt er rund 4.000 km durch Kanada zurück - vom Yukon River im Westen bis zum Baker Lake im Osten Kanadas.

Wir ...

Adam Shoalts, ein junger Kanadier, erfüllt sich den Traum seines Lebens: Mit seinem Kanu legt er rund 4.000 km durch Kanada zurück - vom Yukon River im Westen bis zum Baker Lake im Osten Kanadas.

Wir dürfen den jungen Mann von seiner ersten vagen Idee bis zur Umsetzung und seiner Reise begleiten. Dabei geht es ihm nicht nur um die anstrengende Fahrt selbst, sondern um die Betrachtung der noch unberührten Natur, die ja immer weniger wird. Shoalts durchquert unbekannte, noch auf keiner Landkarte eingezeichnete Gebiete und muss sich den Naturgewalten stellen. Dabei erlebt er faszinierende Eindrücke von Flora und Fauna, muss aber gleichzeitig entdecken, dass diese Paradiese durch von Menschen gemachte Umwelteinflüsse gefährdet sind.

Der Schreibstil ist bildgewaltig und tolle Fotos lassen ein Kopfkino anlaufen.

Fazit:

Dieser interessanten Reise quer durch Kanada gebe ich 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 30.04.2023

Eine gelungene Fortsetzung

Kommissarin Moll und die Tote aus der HafenCity
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In diesem dritten Krimi mit Kommissarin Frederica Moll und Christian Lauterbach kommt es zur Bewährungsprobe ihrer neuen Abteilung, die CCU - Cold Case Unit, also einer Stelle, die alte, unaufgeklärte ...

In diesem dritten Krimi mit Kommissarin Frederica Moll und Christian Lauterbach kommt es zur Bewährungsprobe ihrer neuen Abteilung, die CCU - Cold Case Unit, also einer Stelle, die alte, unaufgeklärte Kriminalfälle neuerlich überprüft. Zunächst wühlen sie sich durch staubige Akten, als sie von ihrem Vorgesetzten einen besonders seltsamen Fall zugeteilt bekommen: Vor sieben Jahren wurde unweit des Alten Zollhauses in einer Baustelle der HafenCity eine junge Frau ermordet aufgefunden. Bislang hat sie niemand vermisst gemeldet, weshalb sie als Jane Doe in den Akten geführt wird.

Bei ihrer Recherche entdecken Frederica und Christian gemeinsam mit Tanja, dass damals - beinahe gleichzeitig - die Schwester der Inhaberin des Restaurants im Alten Zollhaus verschwunden ist.

Recht bald ist klar, dass die beiden Fälle zusammenhängen. Die Frage ist nur WIE?

Erst als Frederica wieder einmal ihre verquere Art, einen Fall zu betrachten, einsetzt, findet sich der Anfang eines raffiniertes verwickelten Wollknäuels.

Meine Meinung:

Langsam raufen sich Frederica und Christian wieder zusammen. Frederica, die Tochter aus reichem Haus, die sich in den Kopf gesetzt hat, als Polizistin den Tod des Vaters aufzuklären und Christian, ein Familienmensch, der Ehefrau und Kinder nicht vernachlässigt.

Schmunzeln muss ich immer über den Shopper Fredericas, der einen schier unerschöpflichen Vorrat an Schokoriegeln, Gummiviechern oder Lakritzschnecken beinhaltet. Allerdings kann ich mich nicht erinnern, gelesen zu haben, dass sie diese Tasche jemals auffüllt. Irgendwann müsste er doch leer sein, oder?

Wie schon in den beiden Vorgängern werden auch diesmal nicht alle offenen Fragen schlüssig beantwortet. So erfährt man nur häppchenweise etwas aus der Vergangenheit von Fredericas Vater Klaus. Ein Brief von ihm, den Frederica nun in einem ihrer Kinderbücher findet, deutet an, dass sein Tod kein Zufall war. Doch bis zur Antwort auf diese Fragen werden wir uns wohl oder übel gedulden müssen.

Den Täter hatte ich recht bald auf dem Radar. Spannend war jedenfalls das WIE der Entlarvung.

Jetzt heißt es, wohl wieder warten, bis der der nächste Fall für Hamburgs CCU in die Regale der Buchhändler kommt.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem Hamburg-Krimi 4 Sterne.

Veröffentlicht am 30.04.2023

Macht Lust auf gutes Essen

Oberösterreich genießen
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Josef Leitner hat mit diesem Buch seine „Oberösterreich“-Reihe fortgesetzt. Nach „Oberösterreich entdecken“ und „Oberösterreich erleben“ dürfen wir nun „Oberösterreich genießen“ (was vermutlich die angenehmste ...

Josef Leitner hat mit diesem Buch seine „Oberösterreich“-Reihe fortgesetzt. Nach „Oberösterreich entdecken“ und „Oberösterreich erleben“ dürfen wir nun „Oberösterreich genießen“ (was vermutlich die angenehmste Art ist).

Auf dieser Genussreise begleiten wir den Autor durch folgende Regionen Oberösterreichs:

Mühlviertel
Traunviertel
Salzkammergut
Innviertel
Hausruckviertel
Zentralraum

In insgesamt 60 Routen dürfen wir sowohl landschaftliche als auch kulinarische Highlights kennenlernen, die wir zu Fuß pedes oder mit dem Fahrrad erreichen.

Die vorgestellten Gasthäuser kochen mit Liebe ihre traditionellen Gerichte, die behutsam modernisiert wurden. Dabei werden vorrangig regionale Produkte der jeweils aktuellen Saison verwendet.

Neben Tipps zu den Orten der Gastlichkeit erfährt der Leser auch einiges, das in die Rubrik „Wissen für eine Quizshow“ einzuordnen ist. Zum Beispiel, wo der größte Smoker-Griller Österreichs betrieben wird, wo man 170(!) Biersortenverkosten kann oder wo es die knusprigsten Reinanken zu essen gibt.

Jede Genusswanderung enthält Angaben zu Länge und Beschaffenheit der Tour, einen Kartenausschnitt sowie Hinweise zu Kulturdenkmälern. Natürlich dürfen die Gasthäuser und Fotos nicht fehlen. Hingehen und genießen!

Fazit:

Ein gelungenes Buch, das den Appetit der Leser gleich auf mehreren Ebenen anspricht. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

Veröffentlicht am 30.04.2023

Natur und Kultur genießen

Rund um den Schafberg
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Das Salzkammergut an sich, ist schon ein wunderschöner Flecken Österreichs. Dennoch kann man mit Fug und Recht behaupten, dass der Schafberg ein ganz besonderes Highlight ist. Er ist quasi die „Aussichtswarte“ ...

Das Salzkammergut an sich, ist schon ein wunderschöner Flecken Österreichs. Dennoch kann man mit Fug und Recht behaupten, dass der Schafberg ein ganz besonderes Highlight ist. Er ist quasi die „Aussichtswarte“ des Salzkammerguts, da man von ihm aus weit ins Land blicken kann.

Gemeinsam mit Peter Pfarl (Text) und den wunderschönen Fotos von Karin und Wolfgang Mayerhoffer dürfen wir (zumindest vorab) dieses an Kultur und Natur reiche Gebiet Österreichs entdecken.

Unsere Stationen sind:

Der Schafberg
Der wundersame Wolfgangsee
Im Weissen Rössl
Sommerfrische im Künstlerparadies
Die Flanken des Berges
Mondsee
Das Südufer des Attersees
Das West-, Ost- und Nordufer des Attersees
Leichte Wanderungen rund um den Schafberg

Schon Mitte des 19. Jahrhunderts, also im Biedermeier, kamen zahlreiche Touristen, die sich in unbequemer Kleidung auf den 1.782m hohen Berg quälten. Selbst Erzherzöge waren darunter und auch Kaiserin Elisabeth. Schon um 1870 wurde die Idee zu einer Zahnradbahn laut. Aufgrund der Wirtschaftskrise 1873 wurde das Unternehmen zurückgestellt und letztendlich im April 1892 begonnen. Rund 350 vorwiegend italienische Bauarbeiter errichteten in nur knapp 14 Monaten die 5,85 km lange Zahnradbahn. Wenn man bedenkt, dass hierbei 1.185 Höhenmeter überwunden werden mussten und das Material mit 6.000 Maultierfuhren hinauf- und hinunter gebracht werden musste, eine gewaltige Meisterleistung.

Bekannt ist die Gegend rund um den Schafberg auch für seine Jugendstilvillen, die das vermögende Großbürgertum errichten hat lassen, um die Sommerfrische in angenehmer Atmosphäre verbringen zu können. Mit dem Großbürgertum Wien eng verbunden sind Kulturschaffende wie Maler, Dichter und Komponisten. Klingende Namen aus der Vergangenheit wie Gustav Klimt, Emilie Flöge oder Arthur Schnitzler haben ihre Zeit rund um den Schafberg verbracht. Auch Künstler und Promis der Gegenwart ziehen die gemütliche Sommerfrische vor.

Die neben dem Schafberg wohl bekannteste Sehenswürdigkeit ist das Gasthaus „Zum Weissen Rössl“, dem Ralph Benatzky in der gleichnamigen Operette ein Denkmal gesetzt hat. Unvergessen die Verfilmung mit Peter Alexander als Kellner Leopold.

Fazit:

Hier im Salzkammergut, rund um den Schafberg, lassen sich Natur und Kultur gemeinsam oder abwechselnd sehr gut erleben. Dieses Buch macht Lust, seinen Urlaub dort zu verbringen. Gerne gebe ich diesem Buch, das reich an schönen Bildern ist, 5 Sterne.