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Venice

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Veröffentlicht am 16.11.2025

Zwischen Nachkriegszeit und Wiederaufbau

In den Scherben das Licht
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1946, die 14jährige Gisela verläßt den Bunker auf der Suche nach einer neuen Unterkunft. Dabei stößt sie auf ein vermeintlich leerstehendes Haus und kriecht durch das Kellerfenster hinein. Ihr Schreck ...

1946, die 14jährige Gisela verläßt den Bunker auf der Suche nach einer neuen Unterkunft. Dabei stößt sie auf ein vermeintlich leerstehendes Haus und kriecht durch das Kellerfenster hinein. Ihr Schreck ist groß als sie dort auf den 16jährigen Gert trifft der seit einiger Zeit mit Duldung der alternden Schauspielerin Fried im Keller lebt. Die beiden freunden sich an und auch Friede erlaubt es Gisela im Keller zu wohnen und gelegentlich für alle in der Küche zu kochen. In der ersten Zeit dreht sich viel um Schwarzmarktgeschäfte um in den kargen eiskalten Tagen über die Runden zu kommen. Gert ist häufiger Gast in der Suchdienststelle um nach seiner Familie zu suchen bevor er als 'Kanonenfutter' in den letzten Kriegstagen eingezogen wurde. Gisela hat keine Erinnerungen an ihre Familie und findet sich damit ab. Friede Wahrlich lebt in ihrer eigenen Vergangenheit und gibt die Hoffnung auf eine bessere Zeit nicht auf.

Es kommen eine Menge Personen in diesem Buch vor und der häufige Wechsel bringt den Lesefluss zum stocken. Immer wieder muss man sich auf neue Erlebnisse einlassen. Der Schreibstil ist sehr detailreich und bildhaft. Man kann sich gut in die Personen hineinversetzen und erlebt mit ihnen die Zeit nach dem Krieg bis hin zum Wiederaufbau.

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Veröffentlicht am 15.11.2025

Ein Flügelschlag

Aufsteiger
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Felix Licht träumt seit Jahren vom Posten als Chefredakteurs eines bekannten Magazins. Jetzt ist es endlich so weit, der alte Chefredateur hat seinen Sessel geräumt, der Sekt schon kaltgestellt und dann ...

Felix Licht träumt seit Jahren vom Posten als Chefredakteurs eines bekannten Magazins. Jetzt ist es endlich so weit, der alte Chefredateur hat seinen Sessel geräumt, der Sekt schon kaltgestellt und dann das. Neuer Chefredakteur wird eine Frau, und nicht nur das, eine dunkle Frau mit scharfer Zunge die sich mit ihren Ansichten nicht nur Freunde gemacht hat. Vor allem eine ehemalige Geliebte von Felix. Voller Wut zerstört Felix auch noch sein Eheleben und zieht vorübergehend in ein Hotel wo er ein guter Gast an der Hotelbar ist. Dort wird der windige Rechtsanwalt Cornelius Sentheim auf ihn aufmerksam und überzeugt ihn, den Inhaber des Magazins wegen Diskriminierung zu verklagen. Felix lässt sich darauf ein, sucht erneut Kontakt zu Zoe Rauch, der neuen Chefredakteurin und verliebt sich erneut in sie.
Ein Gesellschaftsroman jenseits der glitzernden Metropolen mit aktuellen Themen rund um Trans-Gender, Klimapolitik und Chancengleichheit.

Der Schreibstil ist gut, autentisch und lebensecht, die Personen werden gut eingeführt, die aktuellen Themen werden neutral dargestellt. Dies ist mein erstes Buch von Peter Huth und bin gespannt auf weitere Bücher von ihm. Ein interessanter zeitgemäßer Roman der mir gut gefallen hat. Vor allem der interessante Einstieg wie in einen Kriminalroman.

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Veröffentlicht am 04.10.2025

Depressiv

Die Farbe des Schattens
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Auf dem Weg zum Supermarkt in einer Plattenbausiedlung verschwindet der 11 jährige Matti spurlos. Die großangelegte Suche der Polizei verläuft im Sande. Erst Tage später wird in einem leerstehnden Block ...

Auf dem Weg zum Supermarkt in einer Plattenbausiedlung verschwindet der 11 jährige Matti spurlos. Die großangelegte Suche der Polizei verläuft im Sande. Erst Tage später wird in einem leerstehnden Block die Leiche des Jungen gefunden. Der wohnungslose Hausmeister der sich in dem Gebäude einquatiert hat, gerät in Verdacht. Doch Kriminalkommissar Groth spürt dass er es nicht ist. Die Polizei und die Bevölkerung ist besorgt, vor etlichen Jahren verschwandt ebenfalls ein Junge spurlos.

Das Buch spielt 1992 in einer ostdeutschen Stadt, die Bevölkerung nach der Wende frustriert, zum Teil arbeitslos und haben wenig Geld. Dazu ist es Januar. Alles in allem ein eher dunkler melancholischer Krimi. Dazu kommt, dass Kommissar Groth selbst mit den Schatten seiner Vergangenheit und seiner toten Tochter kämpft. Der Schreibstil ist ebenfalls ruhig und fast depressiv. Irgendwie habe ich sehr lange gebraucht das Buch zu lesen und richtige Spannung ist bei mir nicht aufgekommen. Das Ende hat mich etwas überrascht.

Dies ist das erste Buch von Susanne Tägders gelesen habe, aber ich möchte dem ersten Teil gerne noch eine Chance geben. Das Cover passt eher zu der depressiven Grundstimmung der Geschichte

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Veröffentlicht am 04.10.2025

Vergangenheitsbewältigung

Die Ausweichschule
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Kaleb ist gerade 11 Jahre als in einem Erfurter Gymnasium im April 2002 Schüsse fallen. Zusammen mit der Klasse wird er evakuiert und erlebt die Hilflosigkeit der Erwachsenen mit diesem grausamen Ereignis. ...

Kaleb ist gerade 11 Jahre als in einem Erfurter Gymnasium im April 2002 Schüsse fallen. Zusammen mit der Klasse wird er evakuiert und erlebt die Hilflosigkeit der Erwachsenen mit diesem grausamen Ereignis. Die Zeit danach erlebt er mit Therapien in einer Ausweichschule da das Gymnasium zeitweilig geschlossen wurde
20 Jahre später arbeitet er literarisch dieses Erlebnis auf. Teilweise aus eigener Erinnerung oder Polizeiberichten beschreibt er die schwierige Zeit der eigenen Jugend.

Der Schreibstil ist klasse, detailliert wird der innere Konflikt beschrieben ob man über ein solch traumatisches Erlebnis überhaupt schreiben darf. Es wird vieles hinterfragt und die Auswirkungen auf seinen späteren Lebensweg beschrieben. Ein sehr pilosophisches, nachdenklich machendes Buch eines noch jungen Autors.

Lediglich die Wahl ohne wörtliche Rede finde ich gewöhnungsbedürftig. Das Cover passt zu dem düsteren Inhalt, ein nüchtern wirkendes trostoses Treppenhaus.

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Veröffentlicht am 04.10.2025

nicht ganz leicht

Lázár
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Über mehrere Generationen wird hier die Geschichte der Lazars erzählt, eine Adelsfamilie in Ungarn. Beginnend 1920 mit der Geburt von Lajos, einem durchsichtigen Kind, das dem eigenen Vater zeitlebens ...

Über mehrere Generationen wird hier die Geschichte der Lazars erzählt, eine Adelsfamilie in Ungarn. Beginnend 1920 mit der Geburt von Lajos, einem durchsichtigen Kind, das dem eigenen Vater zeitlebens fremd vorkommt. Lajos wächst abwechselnd im Waldschloss und einer Stadtresidenz in Ungarn auf. Das luxuriöse Leben gerät durch den Zusammenbruch des Habsburger Reiches durcheinander erlebt mit dem Antritt des Erbes erneuten Glanz.

Der Schreibstil ist nicht ganz leicht, sehr poetisch mit langen Schachtelsätzen aber grammatikalisch einwandfrei. Das Buch hat mich teilweise verwirrt zurückgelassen. Insgesamt ein beeindruckendes Werk für den sehr jungen Autor der hier teilweise auch seine eigene Familiengeschichte erzählt.

Das Cover mit dem Pferd vor dem roten Hintergrund ist passend zu Ungarn obwohl in diesem Buch Pferde keine große Rolle spielen.

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