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VerenaStahl

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.06.2026

Tolles Buch für Fermentier-Anfänger

Fermentieren – Twist your Taste!
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Das Buch ist wirklich super für alle geeignet, die mit dem Fermentieren beginnen wollen und bisher noch nichts darüber wissen. Ich als blutige Anfängerin habe mich von Anfang an abgeholt gefühlt, weil ...

Das Buch ist wirklich super für alle geeignet, die mit dem Fermentieren beginnen wollen und bisher noch nichts darüber wissen. Ich als blutige Anfängerin habe mich von Anfang an abgeholt gefühlt, weil man hierfür wirklich keinerlei Vorkenntnisse braucht.

Das Buch ist grob unterteilt in Grundlagen, Basisfermente und Rezepte, in denen die Basisfermente zu ganzen Gerichten weiterverarbeitet werden. Die meisten Basisfermente sind vegan, von den anderen Rezepten ist ca. die Hälfte vegan bzw. veganisierbar und ansonsten bis auf zwei Fischrezepte vegetarisch.

Die Grundlagen sind sehr umfangreich und behandeln alles, was man wissen muss: vom Equipment, das man benötigt, bis hin zu den Vorteilen für unseren Körper und chemischen Vorgängen bei der Fermentation. Es werden jegliche Fragen beantwortet, die sich stellen könnten.

Besonders interessant fand ich die fermentierten Getränke und den Foto-Guide über die Anzeichen gelungener und misslungener Fermentation. So kann man sicher sein, ob man alles richtig gemacht hat. Auch das Sauerteig 1 x 1 war für mich sehr hilfreich.

Generell sind die Seiten sehr ansprechend gestaltet: übersichtlich, viele Fotos, gut unterteilt, Tabellen, wo sie Sinn ergeben.

Einziges Manko: Das Buch wird durch sein weißes Cover und das Material schnell schmutzig, was bei Verwendung in der Küche nicht ganz so optimal ist.

Veröffentlicht am 05.06.2026

Gute Dystopie, aber nicht feministisch

Ich, die ich Männer nicht kannte
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Meine Erwartungen an dieses Buch waren hoch, da es laut Werbung so feministisch wie Margaret Atwoods „Der Report der Magd“ sein sollte. Es ist eine gute Dystopie, aber der Vergleich hinkt meiner Meinung ...

Meine Erwartungen an dieses Buch waren hoch, da es laut Werbung so feministisch wie Margaret Atwoods „Der Report der Magd“ sein sollte. Es ist eine gute Dystopie, aber der Vergleich hinkt meiner Meinung nach.

Die Geschichte ist aus der Ich-Perspektive einer Person geschrieben, über die wir nicht viel wissen, denn sie weiß selbst nicht viel von sich. Als Kleinkind kam sie mit 39 anderen Frauen in ein unterirdisches Gefängnis und kann sich deshalb als Einzige weder an ihren Namen noch ihre Vergangenheit oder an ein Leben in Freiheit erinnern. Umso irritierender ist es für sie, als sie diese zusammen mit den anderen unter seltsamen Umständen wiedererlangt. Ich fand die Entwicklung und Handlungen der Protagonistin zwar nicht immer logisch, aber ein interessantes Gedankenexperiment.

Feminismus konnte ich nicht wirklich entdecken, eher das Gegenteil. Die Frauen leben zwar ohne Männer, aber das ist ja keine bewusste und freiwillige Entscheidung. Sie wirkten, als würden sie Männer vermissen und als wäre ihr Leben ohne diese sinnlos. Die namenlose Protagonistin ist aktiver in ihrem Verhalten, wohingegen die anderen Frauen eher passiv sind. Das könnte man natürlich als Auswirkung vom Aufwachsen und Leben im Patriarchat interpretieren, aber so richtig überzeugt mich das nicht.

Ansonsten ist das Buch sehr zeitlos, man merkt beim Lesen nicht, dass die Autorin es schon 1995 geschrieben hat. Vieles wird der Interpretation des Lesers überlassen und nicht aufgeklärt. Mit seinen philosophischen Ansätzen regt es auf jeden Fall zum Nachdenken und zum Austausch darüber an. Das ist meiner Meinung nach das Spannendste an dem Buch: nicht die Geschichte an sich, sondern das, was mit einem während und nach dem Lesen passiert.

Ich würde es auf jeden Fall weiterempfehlen, solange man keine feministische Geschichte erwartet.

Veröffentlicht am 03.06.2026

Bewegendes Buch mit Schwächen

Bis ans Meer
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Ich möchte gar nicht so stark den Inhalt des Buches bewerten, da dieser auf der Familiengeschichte der Autorin beruht. Leider wird bis auf eine Szene nicht genau klar, was real und was fiktiv war bzw. ...

Ich möchte gar nicht so stark den Inhalt des Buches bewerten, da dieser auf der Familiengeschichte der Autorin beruht. Leider wird bis auf eine Szene nicht genau klar, was real und was fiktiv war bzw. welche Quellen wie z.B. Briefe, Tagebücher, persönliche Erzählungen für die Geschichte genutzt wurden. Da hätte ich mir noch etwas mehr Hintergrund gewünscht.

Das Buch wird auf verschiedenen Zeitebenen erzählt, aber nicht immer in chronologischer Reihenfolge. Das hat es mir manchmal etwas schwer gemacht, den Überblick zu behalten. Gerade am Ende gibt es einen sehr großen Zeitsprung, der mir das Gefühl gab, viel verpasst zu haben.

Die Vergangenheitsebene hat mir ganz gut gefallen. Vor allem Frieda ist eine starke Frau, die alles für ihre Kinder gibt. Die Autorin schafft es wirklich gut, ein realistisches Bild vom Leben nach dem zweiten Weltkrieg zu zeichnen. Dabei ist sie einfühlsam, beschönigt aber nichts. Es wird schonungslos dargestellt, wie durch und nach dem Krieg Familien auseinandergerissen wurden und unter welchen Entbehrungen die Menschen litten. An der ein oder anderen Stelle sind bei mir Tränen geflossen. Besonders die Schilderungen der Flucht aus Schlesien haben mich berührt. Im Fokus steht aber auch die Liebesgeschichte zwischen Frieda und ihrem Mann Karl. Durch Rückblicke erfahren wir, wie sie sich kennengelernt haben und wie sich ihre Beziehung entwickelt hat.

Die Perspektive der Gegenwart war meiner Meinung nach dagegen deutlich schwächer. Wir erfahren nicht einmal den Namen der Gegenwarts-Protagonisten und eigentlich dient sie nur dazu, dass Thema transgenerationale Traumata anzusprechen. An sich ist das ja eine wichtige Thematik, aber wirklich tiefergehend wird sie nicht behandelt.

Insgesamt kein schlechtes Buch, ein paar kleine Schwächen gibt es aber.

Veröffentlicht am 25.05.2026

Das Leben kommt dazwischen

Die Mitternachtsreise
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Auch wenn der Name des Buches es nahelegt, muss man „Die Mitternachtsbibliothek“ des Autors nicht davor gelesen haben, denn es sind zwei getrennte, nicht aufeinander aufbauende Geschichten.

Wir begleiten ...

Auch wenn der Name des Buches es nahelegt, muss man „Die Mitternachtsbibliothek“ des Autors nicht davor gelesen haben, denn es sind zwei getrennte, nicht aufeinander aufbauende Geschichten.

Wir begleiten Wilbur nach seinem Tod. Er fährt als Geist mit dem Mitternachtszug sein ganzes Leben chronologisch ab und hält bei allen wichtigen Situationen, die ihn in seinem Dasein geprägt haben. Spannend fand ich, dass nicht nur große Ereignisse im Mittelpunkt standen, sondern manchmal ein kleiner Augenblick genügte, um etwas zu verändern. Im Fokus ist dabei fast immer die Liebe zu Maggie.

Insgesamt ist das Buch ein Auf und Ab der Gefühle wie das Leben selbst. Man betrachtet Wilbur in guten wie in schlechten Zeiten. Am Anfang habe ich etwas gebraucht, um in die Geschichte einzutauchen, aber spätestens ab der Rückschau auf die Flitterwochen hatte es mich dann gepackt. Ich mochte, dass das Thema Bücher immer wieder aufkam, da Wilbur selbst in der Buchbranche tätig war und oft Bezüge zu älteren Titeln erwähnt wurden.

Ich muss sagen, dass mir „Die Mitternachtsbibliothek“ trotzdem etwas besser gefallen hat, einfach weil ich persönlich mehr daraus mitnehmen konnte. Es war meiner Meinung nach vielschichtiger. Das kleine Crossover zwischen beiden Büchern fand ich aber sehr gelungen und hat mich gefreut.

Der Autor regt auch hier wieder zum Nachdenken und Reflektieren des eigenen Lebens an und es ist vielleicht ein kleiner Weckruf, seine Prioritäten zu überdenken, denn Wilbur bereut Einiges, was er getan oder eben auch gerade nicht getan hat.

Veröffentlicht am 19.04.2026

Etwas enttäuschendes Ende

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
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Das war mein erstes Buch der Autorin und auch wenn es das Dritte einer Reihe ist, lies es sich ohne Vorkenntnisse gut nachvollziehen.

Mir hat die abwechselnde Erzählperspektive in zwei unterschiedlichen ...

Das war mein erstes Buch der Autorin und auch wenn es das Dritte einer Reihe ist, lies es sich ohne Vorkenntnisse gut nachvollziehen.

Mir hat die abwechselnde Erzählperspektive in zwei unterschiedlichen Zeitebenen gut gefallen. Wir befinden uns einmal im Jahr 2023, arbeiten uns aber zudem aus dem Jahr 1945 weiter in die Zukunft vor. Auch die Thematik rund um das Thema Malen mochte ich.

Bei den Figuren bin ich etwas zwiegespalten. Die Figur von Hannahs Mitbewohner Justus war mir viel zu überzeichnet dargestellt. Ich hatte generell nicht das Gefühl, dass die Autorin insbesondere jüngere Personen in der heutigen Zeit authentisch beschreibt, sondern sich eher von Klischees hat leiten lassen.

Marlen hingegen fand ich sehr interessant. Ich konnte richtig gut ihre innere Zerrissenheit nachempfinden, das eigene Leben leben zu wollen, sich aber auch für andere verantwortlich zu fühlen.

Der historische Hintergrund wurde eher nur am Rande geschildert und hätte ruhig ausführlicher sein können.

Die Auflösung hat mich enttäuscht, ich hatte mehr Raffinesse und einen Aha-Moment erwartet, weil man die ganze Zeit daraufhin fiebert, wie alles zusammenhängt. Außerdem sind noch einige Fragen bei mir offengeblieben.

Insgesamt für mich eher ein durchschnittliches Buch.