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Viola

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.10.2018

Stark, mutig und berührend

Ich bin das Mädchen aus Aleppo
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Dieses Buch habe ich direkt in einem Rutsch gelesen, obwohl ich eigentlich nur mal reinblättern wollte. Die Geschichte von Bana hat mich so in ihren Bann gezogen, dass ich gar nicht mehr aufhören konnte ...

Dieses Buch habe ich direkt in einem Rutsch gelesen, obwohl ich eigentlich nur mal reinblättern wollte. Die Geschichte von Bana hat mich so in ihren Bann gezogen, dass ich gar nicht mehr aufhören konnte zu lesen. Jeder von uns hat viel vom Krieg in Syrien gehört und gelesen, aber irgendwann nimmt man es gar nicht mehr so deutlich wahr. Es wird zum Alltag, zur traurigen Realität. Dieses Buch dagegen rüttelt auf. Bana gibt den Opfern des Krieges ein Gesicht, eine Stimme. Gemeinsam mit ihrer Mutter kämpft sie mutig und stark. Mich hat das sehr berührt, vermutlich auch weil man das Gefühl hat, direkt mit dabei zu sein. Dabei zu sein bei Bombenangriffen, Drohungen, Angst, Gewalt, Terror, Hunger und unendlichem Leid. Obwohl man weiß, dass diese spezielle Geschichte gut ausgeht, ist man gespannt und gebannt und hofft bis zur letzten Seite das Beste! Man fiebert mit und leidet auch mit. Besonders berührend fand ich die Beschreibungen aus der Sicht eines Kindes, das durch den Krieg älter ist als es an Jahren ist. Ich konnte die Tränen nicht immer zurück halten und blieb am Ende des Buches sehr traurig und ratlos zurück. Aber auch voller Bewunderung und Begeisterung für dieses Mädchen, das uns den Krieg so deutlich gezeigt hat, und klar macht, dass die Opfer so oft eigentlich Unbeteiligte sind, meist sogar alte Menschen oder Kinder.
Ein unglaublich berührendes Buch, das ich sicherlich irgendwann noch einmal lesen werde. Die vielen Bilder im Buch machen das Geschehen noch deutlicher und erschreckender. Wer dieses Buch gelesen hat, kann nur gegen den Krieg sein – egal wo auch immer dieser tobt. Ein Mahnmal gegen Krieg und Terror, Hass und Gewalt. Beeindruckend!

Veröffentlicht am 30.10.2018

Absolut gelungene Fortsetzung

Hinterhalt
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Auf dieses Buch war ich schon so gespannt, dass ich es mir direkt am ersten Tag in der Buchhandlung gekauft habe. Ich wollte keinen Tag länger warten, da mir der Vorgänger „Kreuzschnitt“ so unglaublich ...

Auf dieses Buch war ich schon so gespannt, dass ich es mir direkt am ersten Tag in der Buchhandlung gekauft habe. Ich wollte keinen Tag länger warten, da mir der Vorgänger „Kreuzschnitt“ so unglaublich gut gefallen hat. Die Hauptfigur Bogart Bull ist eigentlich ein Antiheld, aber man kann nicht anders als ihn zu mögen. Er ist geradlinig und geht seinen Weg, der gerade auch in der Vergangenheit ein sehr schwerer war.
Nun möchte er Urlaub machen, kommt aber wieder nicht zur Ruhe, weil das Verbrechen einfach nie schweigt.
Die Geschichte hinter dem Verbrechen, die weit in die blutige und gewaltsame Historie Irlands eintaucht, hat mir sehr gut gefallen. Auch für alle, die sich bisher nicht ausführlich mit dieser Thematik auseinander gesetzt haben, ist das Geschehen sehr gut nachvollziehbar. Auf mich wirkte es sehr gut recherchiert und das mag ich. Geschichte verbunden mit einem spannenden Krimi, das ist genau meine Welt. Dazu noch eine interessante Hauptfigur, die man gerne näher kennen lernen möchte. Die perfekte Mischung, die dem Autor auch in dieser Fortsetzung wieder gelungen ist. Meiner Meinung nach ist dieses Buch sogar noch besser als der erste Teil. Ich freue mich schon heute auf eine Fortsetzung und hoffe, Bogart Bull bald wieder zu „sehen“.

Veröffentlicht am 24.10.2018

Leider nicht sp ganz überzeugend

Die Party
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Nachdem ich erst von einigen Wochen „Murder Park“ gelesen hatte und so begeistert davon war, habe ich mich riesig auf das neue Buch des Autors Jonas Winner gefreut. Vielleicht waren meine Ansprüche zu ...

Nachdem ich erst von einigen Wochen „Murder Park“ gelesen hatte und so begeistert davon war, habe ich mich riesig auf das neue Buch des Autors Jonas Winner gefreut. Vielleicht waren meine Ansprüche zu hoch, die Vorfreude zu groß, jedenfalls bin ich etwas enttäuscht. Die Party konnte mich nicht so recht überzeugen, auch wenn ich es flott zu Ende gelesen hatte. Insgesamt hat mich das Buch einfach nicht so richtig gepackt. Die Figuren waren mir oft zu hölzern und unglaubwürdig. Dadurch hat mich auch ihr Schicksal nicht so sehr berührt. Auch konnte ich leider das Handeln der einzelnen Personen oft nicht nachvollziehen. Das ewige Hin und Her und die nicht enden wollenden Diskussionen haben mich irgendwann ziemlich genervt.
Zudem fand ich auch die Geschichte, die hinter dem Massaker steht, nicht sonderlich gut. Anfangs war ich noch neugierig, aber es wirkte auf mich dann immer mehr an den Haaren herbeigezogen, sodass ich das Ende dann schon gar nicht mehr so interessant fand. War mir insgesamt alles etwas zuviel und dadurch unglaubwürdig.
Die Idee fand ich gut und auch die Schreibweise ist spannend und rasant, der Geschichte selbst hätte aber etwas weniger gut getan. Hier wäre weniger mehr gewesen, z.B. wenn ich an die Sexszene denke, die meiner Meinung nach an dieser Stelle völlig fehl am Platz ist, oder bei der Auflösung, die einfach ein bisschen zu viel will. Schade. Ich hoffe, dass das nächste Buch von Jonas Winner mich dann wieder mehr begeistern kann.

Veröffentlicht am 24.10.2018

Die Miss Marple des Ruhrpotts

3 Zimmer, Küche, Mord
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Auf dieses Buch war ich sehr gespannt, weil es mein erstes Buch dieser Autorin war und auch das erste von Loretta. Ich hatte von verschiedenen Seiten schon viel über diese besondere Reihe gehört und war ...

Auf dieses Buch war ich sehr gespannt, weil es mein erstes Buch dieser Autorin war und auch das erste von Loretta. Ich hatte von verschiedenen Seiten schon viel über diese besondere Reihe gehört und war sehr neugierig darauf. Besonders auf die Art und Schreibweise war ich sehr gespannt, auch wegen des Untertitels bzw. des Genres Krimödie.
Loretta war mir dann auch gleich sehr sympathisch und ich hatte keine Probleme mit der Lektüre, auch wenn ich die Vorgänger ja nicht kenne. Ab und zu wird mal in einem Nebensatz erwähnt, was früher war und was das für Konsequenzen hatte, z.B. warum Loretta umzieht. Das war für mich auch durchaus ausreichend und ich glaube nicht, dass mir etwas Wichtiges entgangen ist. Klar lese ich Reihen lieber von vorne, aber hier konnte man auch sehr gut quereinsteigen und auch das finde ich gut. Der Fall ist in sich geschlossen und sicherlich ist es noch schöner, wenn man die Entwicklung der Haupt- und Nebenfiguren miterleben kann, aber auch so hat es Spaß gemacht.
Ich kann nun durchaus nachvollziehen, warum die Reihe so viele Fans hat. Loretta ist ein Original und ich glaube, auch die Autorin ist ein solches. Und das ist wirklich positiv gemeint. Mir hat es gut gefallen, wie das Leben im Ruhrpott liebevoll beschrieben wird. Die vielen kleinen Details und Begebenheiten, die soviel Lokolkolorit und Charme in dieses Buch bringen. Auch der Dialekt, der immer wieder vorkommt, aber immer so, dass auch Nichtkenner noch mitkommen.
Eine wunderbare Mischung aus Krimi, Humor und Lokalkolorit. Für mich war Loretta ein einigen Stellen wie Miss Marple, etwas verschroben, herrlich unterhaltsam, eine Spürnase und Detektivin. Wie schön, dass ich Frau Luchs kennen lernen durfte!

Veröffentlicht am 24.10.2018

Ein spannender Blick hinter die Kulissen

Mit Vivienne Westwood an der Nähmaschine
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Auf dieses Buch war ich sehr gespannt, weil ich von Gernot Uhl schon einige wirklich interessante Biographien gelesen habe. Immer wieder begeistert er und zeigt dabei deutlich, dass in der Kürze die Würze ...

Auf dieses Buch war ich sehr gespannt, weil ich von Gernot Uhl schon einige wirklich interessante Biographien gelesen habe. Immer wieder begeistert er und zeigt dabei deutlich, dass in der Kürze die Würze liegt. So auch bei diesem Buch. Vivienne Westwood hat mich besonders interessiert, weil ich bisher nicht viel von ihr wusste, aber sie als „schrägen Vogel“ kannte. Außerdem war mir bekannt, dass sie sich sehr für Umweltschutz einsetzt, was sie mir gleich schon sympathisch gemacht hat.
Das vorliegende Buch macht eine elegante Kurve von Viviennes Kindheit und Jugend über ihre frühe Erwachsenenzeit bis hin ins Alter. Dabei wählt der Autor immer wieder treffende Formulierungen und schildert die Begebenheiten in ihrem Leben so, dass man ihre Handlungen gut nachvollziehen kann – auch wenn sie doch sehr oft aus dem Rahmen fällt. Sie lebt ihr Leben absolut kompromisslos und hat ganz deutliche Vorstellungen, das fand ich sehr beeindruckend. Wobei es für ihr Umfeld und ganz besonders ihre Söhne vermutlich oft nicht einfach war.
Auch mit diesem Buch ist Gernot Uhl wieder ein spannendes Werk gelungen, das einen tollen Blick hinter die Kulissen und in das Leben dieser Ikone bietet. Man bekommt einen guten Eindruck, wie sie als Mensch war und ist und wie ihr Leben verlaufen ist. Einfach spannend!