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Viola

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.10.2019

Den Blickwinkel verändern

Holistay
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Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Ist es daheim nicht eigentlich viel schöner, bequemer, gemütlicher? Und kosten tut es auch nichts oder weniger und man kann im eigenen Bett schlafen...

In ...

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Ist es daheim nicht eigentlich viel schöner, bequemer, gemütlicher? Und kosten tut es auch nichts oder weniger und man kann im eigenen Bett schlafen...

In ihrem Buch erklärt Regina Tödter einprägsam und gut nachvollziehbar, wie sie daheim auf Reisen geht und täglich zu Hause Urlaub macht – das verrät auch schon der Untertitel des Buches „Holistay“. Dazu hilft es schon enorm, einfach mal den eigenen Blickwinkel zu verändern, mal anders denken und sich seine gewohnte Umgebung ansehen. Steht vor meinem Balkon vielleicht ein wunderbarer Baum, den ich aber noch nie richtig betrachtet habe? Habe ich mir jemals die Zeit genommen, meine Straße, mein Viertel, meine Stadt genauer zu erkunden? Oder vielleicht auch auf Google Maps genauer anzusehen, um zu überlegen, was ich noch alles entdecken kann. Was direkt vor mir liegt, ohne dass ich es sehe, ohne dass ich es beachte?

Ich finde es sehr interessant, wie die Autorin denkt und mit welch einfachen Mitteln man Abstand vom Alltag gewinnen kann. Das hat mir gut gefallen, vor allem auch weil sie mal andere Idee vorgestellt hat als die vielen gängigen, die man schon kennt. Mir hat zum Beispiel die Idee, im Tandem neue Sprachen zu lernen, gut gefallen. Aber auch vieles andere und ich werde das Buch sicherlich immer mal wieder zur Hand nehmen, um mir einzelne Ideen herauszugreifen. Und außerdem werde ich einige Tipps der Liste der Literarischen Entdeckungsreisen ausprobieren. Ich freu mich drauf!

Ein tolles Buch, das für jeden, der sich darauf einlässt, eine Bereicherung ist.

Veröffentlicht am 25.10.2019

Grausam und mitreißend

Die Rache bleibt
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Bereits das vorangestellte Zitat von mexikanischen Indios ist interessant und passend, finde ich: Im Rausch der Rache wird auch ein guter Mensch zur Bestie.

Wie immer bin ich sehr gespannt, wenn dieser ...

Bereits das vorangestellte Zitat von mexikanischen Indios ist interessant und passend, finde ich: Im Rausch der Rache wird auch ein guter Mensch zur Bestie.

Wie immer bin ich sehr gespannt, wenn dieser Autor ein neues Buch veröffentlicht. Denn ich habe bereits einige gelesen und war immer wieder erschreckt-begeistert, gespannt und fasziniert. Beeindruckend ist nicht nur der Schreibstil, der immer ganz nah am Geschehen ist, sondern auch das Tempo, in dem H.C. Scherf einen Roman nach dem anderen veröffentlicht.

Weiter geht es mit der Reihe Peter Liebig und Rita Momensen. Bereits die Vorgängerbücher waren gewaltig, brutal und sehr, sehr spannend, aber dieses Buch ist noch besser, ausgefeilter und spannender als die Vorgänger. Ich habe das Gefühl, der Autor steigert sich immer mehr.

Die Morde im Buch werden von Mal zu Mal grausamer und berührender, gerade wenn dann auch noch Kinder ins Spiel kommen. Und wenn man quasi live dabei ist.

Der vorliegende Fall ist ein besonderer, denn dieses Mal hat der Killer die Strafverfolger selbst im Auge. Die Gefahr für alle Ermittler ist groß und auch Liebig und seine Leute geraten in Gefahr. Zudem wird Liebig auch immer wieder an die grausamen Vorfälle in seinem eigenen Leben erinnert.

H.C. Scherf zeigt hier wieder einmal mehr, dass er schreiben und den Leser mitreißen kann. Und dass er gut recherchiert, indem er zum Beispiel selbst eine Nacht auf dem Friedhof verbringt – und genau das merkt man den jeweiligen Szenen dann auch an!

Ein Buch, mit dem der Autor uns wieder einmal geschickt und gleichzeitig auch fast schon brutal in die Abgründe der menschlichen Seele schickt. Während der Lektüre überrascht einen mehrfach ein Schauer, der einem eiskalt über den Rücken läuft. Auch weil man sich durchaus vorstellen kann, dass das alles auch real sein könnte.

Veröffentlicht am 25.10.2019

Spannender und interessanter Blick in Berlins Vergangenheit

Die schwarze Fee
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Die goldenen Zwanziger in Berlin, ein Thema, das derzeit in aller Munde ist – auch durch die beliebte Filmreihe „Babylon Berlin“. Berlin war schon immer eine faszinierende Stadt, damals muss sie es noch ...

Die goldenen Zwanziger in Berlin, ein Thema, das derzeit in aller Munde ist – auch durch die beliebte Filmreihe „Babylon Berlin“. Berlin war schon immer eine faszinierende Stadt, damals muss sie es noch mehr gewesen sein als heute. Ich habe die Bücher von Volker Kutscher bereits verschlungen, lange bevor der Hype um die zugegebenermaßen tolle Filmreihe entstand. Daran musste ich sofort denken, als ich die Beschreibung zu diesem Buch las und so waren auch meine Erwartungen sehr hoch. Und ich wurde nicht enttäuscht – im Gegenteil! Ich bin begeistert von diesem Buch, von Kommissar Spiro, der hier bereits seinen zweiten Fall bearbeitet. Auch wenn ich Teil 1 leider nicht kannte, war das kein Problem. Man konnte das Buch auch ganz wunderbar so lesen, allerdings werde ich mir das Vergnügen, den Vorgängerband auch noch zu lesen, nicht nehmen lassen.
Denn die Autorin Kerstin Ehmer schreibt wunderbar flüssig, anschaulich und zur Zeit der Goldenen Zwanziger in der deutschen Hauptstadt passend. Das macht das Leseerlebnis so authentisch, detailreich und unterhaltsam, einfach toll. Zugleich ist es natürlich auch richtig spannend und man fiebert bis zu den letzten Seiten richtig mit. Man kann das Flair dieser besonderen Zeit spüren, fast als wäre man dabei und mittendrin. Es war wie ein Sog, ich wollte das Buch gar nicht mehr zur Seite legen. Berlin galt während der Weimarer Republik als eine der aufregendsten Städte Europas und genau das kommt auch deutlich rüber. Man wünscht sich so sehr, man könnte wenigstens einen Tag oder einen Abend dort verleben und erleben.
Eine wunderbare Mischung aus Zeitgeschichte, Krimi und Lokalkolorit, einfach herrlich! Ich will mehr davon! Gut, dass Band 1 noch vor mir liegt und dann hoffe ich einfach auf einen Nachfolger!

Veröffentlicht am 25.10.2019

Eindringlich und tiefgreifend

Alea Aquarius 5. Die Botschaft des Regens
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Bei dieser Reihe merkt man deutlich, dass Alea und ihre Mitstreiter älter werden. Und damit vermutlich auch die jungen Leser. Die Themen werden ernster und tiefgreifender, die Verschmutzung der Umwelt ...

Bei dieser Reihe merkt man deutlich, dass Alea und ihre Mitstreiter älter werden. Und damit vermutlich auch die jungen Leser. Die Themen werden ernster und tiefgreifender, die Verschmutzung der Umwelt und der Meere wird erneut thematisiert – aber deutlich eindringlicher und fast schon brutal dieses Mal. Gleichzeitig wird aber auch deutlich, wie wichtig Freundschaft, Familie und Zusammenhalt sind, dass es nur so und gemeinsam geht. Selbst der Nixenprinz rettet Aleas Leben und sie ihm auch – auch sie sind untrennbar miteinander verbunden und müssen sich helfen, um ans Ziel zu kommen. Gut gefallen hat mir, dass seine verletzliche Seite gezeigt wurde, dass erklärt wurde, warum er so schroff und schrecklich ist. Das fand ich wichtig, denn es zeigt auch, was es anrichten kann, wenn jemand gemobbt und gehänselt wird, wenn jemand denkt, niemand habe ihn gerne...

Den Schluss fand ich hart und sehr trostlos, aber trotzdem habe ich immer noch die Hoffnung, dass alles gut wird. Schließlich kann das Böse nicht gewinnen – das will ich einfach nicht akzeptieren.

Wieder gut gefallen hat mir die liebevolle Gestaltung der Seiten und des Covers. Auch die Sprache ist wunderbar kindgerecht und immer wieder passieren witzige Dinge, sodass die jungen Leser auch immer wieder lachen können – auch wenn es zwischendrin sehr ernst wird.

Ein schöne Fortsetzung, die den Leser gespannt und voller Neugier auf das nächste Buch zurücklässt.

Veröffentlicht am 25.10.2019

Beeindruckend und berührend

Stille Havel
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Liest man die Kurzbeschreibung für dieses Buch, ist man schon neugierig und interessiert. Hat man die ersten Seiten gelesen, ist man noch interessierter und neugieriger, aber irgendwann, wenn man dann ...

Liest man die Kurzbeschreibung für dieses Buch, ist man schon neugierig und interessiert. Hat man die ersten Seiten gelesen, ist man noch interessierter und neugieriger, aber irgendwann, wenn man dann noch ein paar Seiten mehr gelesen hat, will man einfach immer nur noch weiterlesen und ist begeistert. Ich fand es wirklich beeindruckend, was alles an historischen Begebenheiten im Buch vorkommt und wieviel der Autor recherchiert haben muss. Einfach toll und wirklich interessant. Nicht nur der Kriminalfall, der mich in seinen Bann gezogen hat, sondern auch das Leben von Lydia, das zeitgleich erzählt wird.

Es gefiel mir sehr, wie sich die beiden so unterschiedlichen Erzählstränge in Gegenwart und Vergangenheit immer weiter verflochten haben, um am Ende quasi zu verschmelzen.

Die Figuren sind voller Details und mit viel Liebe gezeichnet und so ist man als Leser ganz nah dran, man kann fast die Bomben im Kriegs-Berlin spüren und auch die Gefühle des Mörders kamen sehr deutlich und eindringlich rüber. Die geschichtlichen Hintergründe wirken unglaublich authentisch und mitreißend. Der Autor zeigt deutlich, dass Geschichte nicht trocken sein muss – ganz im Gegenteil! Eine tolle Verbindung von Krimi und historischem Roman, einfach herrlich!

Ich kannte die Hauptfigur Toni bisher noch nicht, was aber ein Verlust ist. Zum Glück konnte ich diesen Mangel nun beheben und werde mir auch die Vorgängerbücher noch besorgen. Ich freue mich darauf, ihn noch näher und besser kennen zu lernen und hoffe, dass es bald auch eine Fortsetzung geben wird.