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Veröffentlicht am 28.05.2025

Trauer und Selbstvorwürfe

Blooming Hope
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Die junge Floristin Thea hat vor kurzem ihre Schwester verloren. Um sich Mia wieder näher zu fühlen zieht sie in deren Wohnung nach Toronto und nimmt einen Job in deren Lieblingsladen „Rose Garden“ an. ...

Die junge Floristin Thea hat vor kurzem ihre Schwester verloren. Um sich Mia wieder näher zu fühlen zieht sie in deren Wohnung nach Toronto und nimmt einen Job in deren Lieblingsladen „Rose Garden“ an. Dort begegnet sie dem Piloten Max, der bei ihr eine wöchentliche Blumenlieferung bestellt. Dieser schickt er stets neue, bewegende Botschaften mit, bei denen Theas Herz sich immer weiter für ihn öffnet. Doch an wen schickt er die Blumen? Hat sie eine Chance bei ihm? Und welches dunkle Geheimnis trägt er mich sich?
„Blooming Hope“ ist der Auftakt von Sara Wests „Rose Garden“-Reihe und verspricht eine romantische Liebesgeschichte angesiedelt in dem verträumten Blumenlädchen. Dieser Ort wird auch sehr ansprechend beschrieben und versprüht somit eine wunderschöne Atmosphäre.
Leider hat mich das Buch inhaltlich wie sprachlich aber überhaupt nicht überzeugt. So wirken zum einen die Dialoge sehr konstruiert, teilweise sogar pathetisch und somit unauthentisch. Ich kann mir nicht vorstellen, dass in der Realität junge Leute so miteinander sprechen. Ich habe mich oftmals an belehrende Kalenderweisheiten erinnert gefühlt.
Auch die Protagonistin empfand ich als schwer greifbar: Sie wurde an vielen Stellen im Buch sehr unterschiedlich, teilweise sogar gegensätzlich, beschrieben. Auch vollzog sich ihre Entwicklung bzw. Wandlung sehr schnell und plötzlich. Für mich war das unglaubwürdig und somit leider nicht authentisch. Sehr gut haben mir in des einige der Nebenfiguren gefallen.
Inhaltlich blieb die Handlung über weite Strecken vorhersehbar. Die Lösung, was letztendlich passiert ist, hat sich so ewig hingezogen, dass ich bei jeder neuen Andeutung irgendwann nur noch genervt mit den Augen rollen konnte. Die letztendliche Auflösung war ebenfalls wenig überraschend und so bzw. sehr ähnlich schon häufig in anderen Büchern dargestellt. Ich hatte das Gefühl, dass auf künstliche Art und Weise unbedingt das ganz große Drama erzeugt werden wollte.
Was mir wiederum ganz gut gefallen hat war die Darstellung des unterschiedlichen Umgangs mit Trauer und Selbstvorwürfen. Auch hier hätte es für mich etwas tiefer gehen können, aber dieses wichtige und sensible Thema wurde in meinen Augen ganz gut umgesetzt.
Letztendlich habe ich „Blooming Hope“ als einen Roman empfunden, der sein Potenzial leider nicht ausgeschöpft hat. Die widersprüchliche Protagonistin, die gestelzt wirkende Sprache und die langgezogene, wenig überraschende Auflösung konnten mich leider nicht wirklich überzeugen.

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Veröffentlicht am 20.05.2025

Traurige Geschichte zum Thema Tod

Eichhörnchenbrüder
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Das Buch Kinderbuch "Eichhörnchenbrüder" möchtee Kindern das Thema Tod näherbringen. Da dies bekanntlich ein hochsensibles Thema ist hätte ich mir zunächst eine Angabe gewünscht, für welches Alter das ...

Das Buch Kinderbuch "Eichhörnchenbrüder" möchtee Kindern das Thema Tod näherbringen. Da dies bekanntlich ein hochsensibles Thema ist hätte ich mir zunächst eine Angabe gewünscht, für welches Alter das Buch angedacht ist, da es doch sehr emotional im Inhalt wird, was viele jüngere Kinder sicherlich überfordert.
Positiv hervorheben möchte ich die hübschen, nicht zu überfrachteten Illustrationen in herbstlichen Farben. Diese passen gut zum Inhalt und lenken nicht zu sehr vom Text ab, sondern unterstützen diesen passend.
Inhaltlich bin ich aber leider nicht überzeugt und werde das Buch aus folgenden Gründen auch nicht mit meinem Kind lesen: Mikas Tod kam meiner Meinung nach viel zu plötzlich und überraschend, hier hätte ich mir etwas mehr Hintergründe gewünscht. Bei Kindern kommen da mehr Fragen als Akzeptanz auf. Überfordert könnten sie auch vom Tempo des Buches sein, es passiert doch sehr viel in sehr kurzer Zeit und die Texte sind teilweise doch recht lang und ausführlich. Die beim Lesen aufkommenden Emotionen hätten etwas mehr Umfang benötigt, um richtig verarbeitet werden zu können. Schön und ermutigend fand ich hingegen die Ansprache der Eichhörnchenmutter zum Umgang mit Trauer.
Zusammenfassend finde ich es prinzipiell begrüßenswert, ein Buch über den Umgang mit Tod und Trauer für Kinder zu schreiben, dass ihnen helfen soll, mit diesen Themen und den dazugehörigen Gefühlen umzugehen. Leider konnte mich „Eichhörnchenbrüder“ hierbei nicht überzeugen.

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Veröffentlicht am 20.05.2025

Ein Buch, das zu viel möchte

Eichhörnchenversprechen
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ider konnte mich „Eichhörnchenversprechen“ als Buch, dass Kindern die Liebe erklärt, so gar nicht überzeugen. Positiv hervorzuheben sind allerdings die Illustrationen, die sehr liebevoll und mit Blick ...

ider konnte mich „Eichhörnchenversprechen“ als Buch, dass Kindern die Liebe erklärt, so gar nicht überzeugen. Positiv hervorzuheben sind allerdings die Illustrationen, die sehr liebevoll und mit Blick fürs Detail gestaltet sind. Die Eichhörnchen sind einfach süß und mir gefällt es, dass die Farbgebung nicht so knallig ist, wie in vielen anderen Kinderbüchern. Hier kommen meine 2 Punkte der Bewertung her.
Ich werde das Buch dennoch nicht mit meinem Kind lesen, da es inhaltlich einige kritische Punkte beinhaltet, die ich so nicht unterstützen kann und will: Nach einem sehr abrupten Start (warum genau möchte Anto wissen, was die Liebe ist?) wird nur die romantische Liebe erläutert, dabei gibt es doch so viele Arten von Liebe, die ich meinem Kind gerne nahebringen möchte. Hier wird Liebe aber sehr einseitig betrachtet. Sofort verliebt sich Anto dann auch in das Eichhörnchenmädchen, die Gefühle werden aber hauptsächlich körperlich beschrieben. Dann ein Kind der Zielgruppe tatsächlich solche Gefühle nachvollziehen?! Eine weitere Stelle, die ich nicht gutheiße ist die Stelle mit den zwei Müttern. Was genau tut das hier zur Sache? Ja, ich finde gut, dass auch gleichgeschlechtliche Beziehungen thematisiert werden, aber hier wird das nur nebenbei erwähnt, ohne dass es zum Fortschritt oder Inhalt der Geschichte beiträgt. Es erweckt den Anschein, dass das Thema nur aufgegriffen wird, weil man das gerade halt so macht und es "in" ist. Die Reaktion, dass das „cool“ sei und man das aber „nicht den Papa hören lassen soll“ ist ein Schlag in alle Papa-Gesichter. Mein Mann würde sich an dieser Stelle wahnsinnig ärgern. Dass am Ende nochmals auf den Vorgängerband „Eichhörnchenbrüder“ verwiesen wird passt in meinen Augen auch nicht und wirkt wie reine Eigenwerbung. Das Thema Tod ist viel zu gewichtig, als es wie hier nebenbei zu erwähnen. Ebenso wie beim Thema Homosexualität will das Buch hier einfach zu viel, ohne dem gerecht zu werden. Dieses kurze Anreißen weiterer wichtiger Themen, ohne dass diese für die Geschichte relevant wären, noch genauer erläutert werden, würde bei meinem Kind mehr Fragen als Antworten aufwerfen. Ich werde das Buch deshalb nicht mit ihm lesen und kann es leider auch nicht weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 06.05.2025

Farben lernen leicht gemacht

Farben lernen mit dem Blätterdieb
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Das Kinderbuch „Farben lernen mit dem Blätterdieb“ ist ein Pappbilderbuch für Kinder ab 2 Jahren aus der beliebten Reihe um das Eichhörnchen, den Blätterdieb und seine Freundin Vogel.
Meinem Kind hat ...

Das Kinderbuch „Farben lernen mit dem Blätterdieb“ ist ein Pappbilderbuch für Kinder ab 2 Jahren aus der beliebten Reihe um das Eichhörnchen, den Blätterdieb und seine Freundin Vogel.
Meinem Kind hat das Buch sehr viel Spaß gemacht, die großen Klappen laden zum entdecken und erkunden ein. Leider sind diese teilweise etwas schwer zu öffnen, was aber sicherlich daran liegt, dass das Buch neu ist. Dafür bleiben sie nach dem Zurückdrücken aber auch wieder geschlossen. Auch erfordert das Öffnen der Klappen etwas Feinmotorik für die Kinder, da die Laschen zum Öffnen relativ klein sind. Insgesamt gefällt mir die Qualität des Buches aber sehr gut, die Farben sind sehr intensiv gedruckt und die Seiten dick und stabil für neugierige Kinderhände.
Schön finde ich auch, dass die Illustrationen sehr klar und auf das Wesentliche beschränkt sind, so dass die Kinder nicht vom eigentlichen Ziel, dem Farben lernen, abgelenkt werden. Die Tiere sind gut zu erkennen und ich mag es, dass sie klar benannt werden und keine Phantasienamen haben.
Super finde ich außerdem die klare Struktur des Buches: Der Text ist kurz und bündig, die Fragestellung gleich und somit klar zu erkennen. Die Ideen, wie die verschiedenen Farben eingeführt werden, fand ich kreativ und abwechslungsreich. Hierbei sind alle wichtigen Farben – inklusive „besonderer“ Farben wie pink oder lila – aufgeführt. Etwas schwierig finde ich die Seite mit den Blättern, da rot, gelb und orange gleichzeitig genannt werden und gerade rot und orange sich nur um kleine Farbnuancen unterscheiden.
Insgesamt ist „Farben lernen mit dem Blätterdieb“ ein tolles, hochwertiges Pappbilderbuch, dass meinem Kind und mir viel Spaß beim Lesen und Farben zuordnen bereitet hat.

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Veröffentlicht am 01.04.2025

Ungezügelte Magie, eine arrangierte Ehe und eine rebellische Heldin

The Serpent and the Wolf
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Vaasa ist wütend: Die asterische Königstochter wurde nach dem Tod ihrer Eltern von ihrem Bruder gegen ihren Willen mit dem Herrscher des verfeindeten Nachbarreichs Ikruria verheiratet. Mit einer List gelingt ...

Vaasa ist wütend: Die asterische Königstochter wurde nach dem Tod ihrer Eltern von ihrem Bruder gegen ihren Willen mit dem Herrscher des verfeindeten Nachbarreichs Ikruria verheiratet. Mit einer List gelingt es ihr, in der Hochzeitsnacht ihren frisch angetrauten Ehemann Reid zu überlisten und flieht. Denn Vaasa hat noch ein weiteres Problem: Seit dem Tod ihrer Mutter ist sie verflucht und die ihr innewohnende Magie droht sie zu töten. Doch Reid findet sie und bietet ihr einen Handel an: Ihre Loyalität als Ehefrau für drei Jahre gegen Hilfe zur Beherrschung der Kräfte. Vaasa stimmt zu, nichtsahnend, dass sie dadurch Informationen erhält sowie Dinge und Emotionen kennenlernt, die sie alles bisher Bekannte hinterfragen lassen. Wem kann sie vertrauen? Und welche Seite wird sie letztendlich wählen?
„The Serpent and the Wolf” ist der erste Band einer Romantasy-Dilogie der amerikanischen Autorin Rebecca Robinson. Meine Ausgabe hat durch ein mysteriös wirkendes Cover sowie einen wunderschönen Farbschnitt bestochen. Zu Beginn des Buches selbst ist eine Karte der Königreiche dargestellt, welche im Buch behandelt werden. Um diese Karte war ich sehr froh, da ich mir etwas schwergetan habe, mich in der unbekannten Welt mit den teils sehr fremdartig klingenden Namen zurecht zu finden. Ebenfalls sinnvoll wäre für mich ein Personenverzeichnis gewesen, da teilweise sehr viele Namen und Positionen genannt wurden und ich zugegebenermaßen irgendwann den Überblick verloren habe.
Die dargestellte Welt an sich gefällt mir sehr gut, auch wenn ich bezüglich der dargestellten Magie nach wie vor einige Fragen habe, die sich vielleicht aber im zweiten Teil klären werden. Die Autorin hat mich als Leser sehr gut abgeholt und in die Welt eingeführt. Insgesamt hat mich alles etwas ans Mittelalter erinnert, der magische Anteil war dann doch recht begrenzt. Inhaltlich hat der „Enemies-to-lovers“-Anteil den des Fantasy-Genres deutlich überstiegen.
Die Protagonisten haben alle recht eindeutige Charaktere, wobei ich etwas gebraucht habe, um mit Vaasa warm zu werden. Ihre rebellische Art hat mich manchmal etwas genervt, während ich mir den Reid, wie wir ihn kennengelernt haben, nicht als den Krieger vorstellen konnte, als der er wohl im Land bekannt ist. Ihre Wortgefechte fand ich anfangs noch amüsant, irgendwann aber leider eher anstrengend.
Hinsichtlich der Lovestory zwischen Reid und Vaasa war es recht schnell klar, wie diese enden wird. In anderen Handlungssträngen hingegen hat mich die Geschichte positiv überrascht, sie war zudem spannend, prickelnd, grausam und faszinierend gleichermaßen – auf jeden Fall sehr emotional. An manchen Stellen haben mich kleinere Logikfehler und Wiederholungen gestört und der Mittelteil hat sich etwas gezogen, da hier sehr viel Politik und Wirtschaft im Detail besprochen wurde. Insbesondere die politischen Verwirrungen der zahlreichen Personen waren mir irgendwann ein bisschen zu viel. Das Buch endet sehr actionreich mit einigen Wendungen und einem fiesen Cliffhanger, der neugierig auf den zweiten Teil macht, den ich trotzdem sehr gerne lesen würde.

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