Trauer und Selbstvorwürfe
Blooming HopeDie junge Floristin Thea hat vor kurzem ihre Schwester verloren. Um sich Mia wieder näher zu fühlen zieht sie in deren Wohnung nach Toronto und nimmt einen Job in deren Lieblingsladen „Rose Garden“ an. ...
Die junge Floristin Thea hat vor kurzem ihre Schwester verloren. Um sich Mia wieder näher zu fühlen zieht sie in deren Wohnung nach Toronto und nimmt einen Job in deren Lieblingsladen „Rose Garden“ an. Dort begegnet sie dem Piloten Max, der bei ihr eine wöchentliche Blumenlieferung bestellt. Dieser schickt er stets neue, bewegende Botschaften mit, bei denen Theas Herz sich immer weiter für ihn öffnet. Doch an wen schickt er die Blumen? Hat sie eine Chance bei ihm? Und welches dunkle Geheimnis trägt er mich sich?
„Blooming Hope“ ist der Auftakt von Sara Wests „Rose Garden“-Reihe und verspricht eine romantische Liebesgeschichte angesiedelt in dem verträumten Blumenlädchen. Dieser Ort wird auch sehr ansprechend beschrieben und versprüht somit eine wunderschöne Atmosphäre.
Leider hat mich das Buch inhaltlich wie sprachlich aber überhaupt nicht überzeugt. So wirken zum einen die Dialoge sehr konstruiert, teilweise sogar pathetisch und somit unauthentisch. Ich kann mir nicht vorstellen, dass in der Realität junge Leute so miteinander sprechen. Ich habe mich oftmals an belehrende Kalenderweisheiten erinnert gefühlt.
Auch die Protagonistin empfand ich als schwer greifbar: Sie wurde an vielen Stellen im Buch sehr unterschiedlich, teilweise sogar gegensätzlich, beschrieben. Auch vollzog sich ihre Entwicklung bzw. Wandlung sehr schnell und plötzlich. Für mich war das unglaubwürdig und somit leider nicht authentisch. Sehr gut haben mir in des einige der Nebenfiguren gefallen.
Inhaltlich blieb die Handlung über weite Strecken vorhersehbar. Die Lösung, was letztendlich passiert ist, hat sich so ewig hingezogen, dass ich bei jeder neuen Andeutung irgendwann nur noch genervt mit den Augen rollen konnte. Die letztendliche Auflösung war ebenfalls wenig überraschend und so bzw. sehr ähnlich schon häufig in anderen Büchern dargestellt. Ich hatte das Gefühl, dass auf künstliche Art und Weise unbedingt das ganz große Drama erzeugt werden wollte.
Was mir wiederum ganz gut gefallen hat war die Darstellung des unterschiedlichen Umgangs mit Trauer und Selbstvorwürfen. Auch hier hätte es für mich etwas tiefer gehen können, aber dieses wichtige und sensible Thema wurde in meinen Augen ganz gut umgesetzt.
Letztendlich habe ich „Blooming Hope“ als einen Roman empfunden, der sein Potenzial leider nicht ausgeschöpft hat. Die widersprüchliche Protagonistin, die gestelzt wirkende Sprache und die langgezogene, wenig überraschende Auflösung konnten mich leider nicht wirklich überzeugen.