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Veröffentlicht am 09.10.2025

Das Mini-Buch über Mentale Gesundheit

Die 1-Minuten-Strategie gegen mentale Erschöpfung
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Im Buch "Die 1-Minuten Strategie gegen mentale Erschöpfung" von Cordula Nussbaum gibt es nicht nur DIE eine Strategie, sondern ganz viele Ansätze, die in geringer Zeit umgesetzt werden können - oder eher ...

Im Buch "Die 1-Minuten Strategie gegen mentale Erschöpfung" von Cordula Nussbaum gibt es nicht nur DIE eine Strategie, sondern ganz viele Ansätze, die in geringer Zeit umgesetzt werden können - oder eher angestoßen werden können. Es geht unter anderem darum, gut zu sich selbst zu sein, den Umgang mit der digitalen Welt anders zu gestalten und den mentalen Schreibtisch zu leeren. Die genannten Ansätze haben mir gut gefallen, brachten allerdings nichts Neues mit sich.

Der Schreibstil war sehr flüssig und einfach, das Buch laß sich wirklich einfach. Ich habe auch gerne mal in einer kleinen Pause danach gegriffen - durch den Schreibstil bin ich jederzeit auch schnell reingekommen. Dieser Ansatz passt sehr zum Mini-Format des Buches - es passt perfekt in jede Tasche und somit in jede Pause.

Besonders gut haben mir die kleinen Exkurse in die neuronale Welt gefallen, die immer mal wieder passend zum Thema dazwischengeschoben wurden. Die Kapitel- und Unterkapitelstruktur jedoch war nicht immer eindeutig erkennbar. Zwischendurch gab es auch immer mal wieder Umsetzungsanregungen, die mit der 1-Minuten-Strategie betitelt waren. Vielleicht lag es daran, dass es nur oberflächliche Anregungen waren oder dass auf einmal direkt viele Anregungen gegeben wurden, aber so richtig in die Umsetzung wurde ich dadurch nicht gebracht.

Ganz besonders gut hat mir die Gestaltung gefallen, es war sehr aufgelockert und ich habe gerne drin geblättert. Manchmal mangelte es mir an Tiefe und an praktischen Aufforderungen habe ich nicht so viel mitgenommen (auch wenn es einige Anregungen gab). Aber trotzdem kann ich dieses Buch weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 03.10.2025

Dazugehören oder sich selbst treu bleiben?

Beste Zeiten
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In dem Buch "Beste Zeiten" von Jenny Mustard ging um den Wunsch - ja fast schon das Verlangen - nach Zugehörigkeit und Anerkennung, es ging darum nicht als anders angesehen zu werden und akzeptiert zu ...

In dem Buch "Beste Zeiten" von Jenny Mustard ging um den Wunsch - ja fast schon das Verlangen - nach Zugehörigkeit und Anerkennung, es ging darum nicht als anders angesehen zu werden und akzeptiert zu werden für die Person, die man ist. Und diese Wünsche unter einen Hut zu bekommen ist echt nicht so einfach und benötigt viel Mut. Ganz besonders habe ich die Einblicke in die Gedankenwelt der Protagonistin genossen, die sicherlich mit der einen oder anderen Person resonieren und bekannt vorkommen. Den Anfang und das Ende habe ich sehr gerne gelesen, im Mittelteil hatte ich allerdings manchmal so meine Probleme mit den Entscheidungen der Protagonistin. Die Message des Buches habe ich als sehr stark empfunden.

Ganz besonders gefallen hat mir die Verwendung von schwedischen Wörtern, einfach dazwischen gestreut und total verständlich. Auch die Beschreibungen der Umgebung haben mir super gefallen. Ich hatte wirklich das Gefühl, dass der Roman in Stockholm in Schweden spielt und ich direkt vorne mit dabei bin.

Alles in allem habe ich das Buch sehr gerne gelesen und kann es auf jeden Fall weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 28.09.2025

Weil wir alle im Rampenlicht unseres eigenen Lebens stehen sollten

Crushing
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Nachdem ich "No hard Feelings" sooo geliebt habe, habe ich mich enorm gefreut, dass Genevieve Novak ein neues Buch rausgebracht hat: "Crushing". Vermutlich war meine Erwartungshaltung daher etwas höher ...

Nachdem ich "No hard Feelings" sooo geliebt habe, habe ich mich enorm gefreut, dass Genevieve Novak ein neues Buch rausgebracht hat: "Crushing". Vermutlich war meine Erwartungshaltung daher etwas höher als sie normalerweise gewesen wäre...

Das Thema dieses Buches ist eins, was uns alle etwas angeht und (hoffentlich) der ein oder anderen Person über die Vergangenheit oder sogar die Gegenwart ein wenig die Augen öffnet. Denn das hat die Autorin wieder wunderbar hinbekommen: Die Realität, über die kaum gesprochen wird, zu erfassen und in einen humorvoll und sympathisch geschriebenen Roman zu verpacken. Es geht darum, dass wir uns selbst als die Hauptperson in unserem Leben benehmen, die wir alle sind. Wir sind nicht die beste Freundin / der beste Freund oder die Partnerin / der Partner von jemandem, sondern wir sind eine eigenständige Person. Wir müssen uns nicht anpassen, wir müssen uns nicht verbiegen, sondern schauen, wie und ob die andere Person in unser Leben passt. All das bekommt die Autorin perfekt rübergebracht - unterstützt von vielen schönen und humorvollen Momenten.

Und obwohl ich das Buch sehr gerne gelesen haben, gibt es trotzdem ein paar Kleinigkeiten, die mich stören. Die Nebencharaktere sind mir manchmal zu kurz gekommen. Vielleicht waren sie einfach alle so sehr mit ihrem eigenen Leben beschäftigt, dass wir sie durch die Augen der Protagonistin einfach nicht ausreichend kennen lernen konnten... Und auch wenn das Thema des Buches klar ist und auch schlussendlich so vermittelt wird, hat dies leider nicht - wie erwartet - den Großteil des Buches ausgemacht. Vielleicht ist es aber auch einfach nicht so leicht und dieser Weg geht mit vielen Rückschlägen und einer ganzen Menge an Geduld sich selbst und den Mitmenschen gegenüber einher, sodass die Beschreibung das Thema nur so realistisch rüberbringen konnte. Und obwohl ich mir diese Aspekte anders gewünscht hätte, scheinen sie wohlüberlegt zu sein und dabei zu helfen, die Story noch realitätsnaher zu machen, als sie sowieso schon wäre. Auch wenn ich die Intention aus dem Buch mitnehmen werde, mich selbst als Hauptperson zu betrachten - und das kann jede*r, egal ob Single oder in einer Beziehung, so gehe ich doch nicht ganz so gestärkt und motiviert aus diesem Buch raus, wie anfangs gehofft (was vielleicht auch einfach an der viel zu hohen Erwartungshaltung lag)

Daher gibt es trotzdem eine große Empfehlung, egal ob ihr gerade in einer Beziehung seid oder nicht - man kann und sollte sich immer zur Hauptperson in seinem eigenen Leben machen. Und Marnies Reise kann uns dafür den eventuell notwendigen Anstupser geben. Aber auch abgesehen von der Message ist das Buch eine große Empfehlung, ich habe es sehr gerne gelesen.

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Veröffentlicht am 14.09.2025

Zwei Somme - eine Liebe - zu wenig Kommunikation

Meine Sommer mit Marx
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Zwei Sommer - eine Liebe: so wird das Buch sehr treffend beschrieben. Es geht um Marx und Sassy - heute und vor 10 Jahren. Dazwischen war jahrlang Funkstille und es steht viel Unausgesprochenes zwischen ...

Zwei Sommer - eine Liebe: so wird das Buch sehr treffend beschrieben. Es geht um Marx und Sassy - heute und vor 10 Jahren. Dazwischen war jahrlang Funkstille und es steht viel Unausgesprochenes zwischen den Beiden. Wir begleiten die Geschichte der Beiden aus zwei Perspektiven: Sassy heute und Marx damals. Die Erzählung aus zwei Perspektiven gepaart mit zwei Zeitebenen hat mir gut gefallen. Sie ermöglicht eine Geschichte mit viel Ungewissheit und somit auch mit viel Spannung.

Die Charaktere sind nicht unbedingt jedermanns Liebling, sie haben Ecken und Kanten - gehen sich selber und den Leser*innen manchmal auf die Nerven. Zuweil verhalten sie sich auch kindischer als eigentlich erwartet wird. Ihr größtes Problem ist allerdings die Kommunikation und der Mangel an echten Gesprächen. Es gab einige lose Enden und Momente, an denen ich mir mehr Tiefe gewünscht hätte. Wer damit Probleme hat, sollte um das Buch lieber einen Bogen machen.

Aaaaber trotzdem habe ich das Buch gerne gelesen, der Schreibstil war sehr angenehm. Es ist eine schöne seichte Liebesgeschichte, mit ein wenig Spannung und ein Buch, bei dem nicht der gesamte Verlauf von Anfang an zu erraten war. Das Setting (eine schöne verwunschene Villa auf dem Land) war toll und die Besitzerin der Villa ein echt toller Charakter.

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Veröffentlicht am 23.08.2025

Vom stillen und gefährlichen Rechtsdruck

Heimat
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Jana zieht mit ihrer Familie aufs Land, in ein Einfamilienhaus, in ein besseres Leben - denkt sie. Doch was dort auf ihre Familie und auf sie zukommt, damit konnte sie nicht rechnen. Es geht um den Rechtsdruck ...

Jana zieht mit ihrer Familie aufs Land, in ein Einfamilienhaus, in ein besseres Leben - denkt sie. Doch was dort auf ihre Familie und auf sie zukommt, damit konnte sie nicht rechnen. Es geht um den Rechtsdruck - den offensichtlichen und den stillen verdeckten und damit viel gefährlicheren. Janas neue charismatische Freundin lebt als »Tradwife« zuhause und kümmert sich um ihre Kinder - Jana findet diesen Lebensstil plötzlich sehr verlockend...

Das Buch ist kurz, hat knapp 170 Seiten, die wichtigen Themen, die die Autorin Hannah Lühmann dort unterbringen will, haben nicht alle Platz - nicht in aller Ausführlichkeit. Viele Schlüsse werden nicht ausgeschrieben, sondern den Leser*innen überlassen, genauso wie die Interpretation des Endes. Der Schreibstil ist fast poetisch, steht in starkem Kontrast zum Inhalt, liest sich wirklich sehr gut.

An manchen Stellen hätte ich mir etwas mehr Fakten, mehr Aufklärung durch das Buch gewünscht. Auch hat mich die Unfähigkeit der Personen ordentliche Gespräche zu führen manchmal an den Rand der Verzweiflung gebracht. Trotzdem habe ich das Buch gerne gelesen und bin dankbar über die rübergebrachte Botschaft.

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