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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.10.2024

Ein Abenteuerroman, über den ich noch lange nachdenken werde

James
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Kurzmeinung: "James" gelingt es, den unvorstellbar schrecklichen Alltag der Sklaven in den USA in einen spannenden Abenteuerroman zu verpacken.

"James" von Percival Everett wirft ein neues Licht auf „Die ...

Kurzmeinung: "James" gelingt es, den unvorstellbar schrecklichen Alltag der Sklaven in den USA in einen spannenden Abenteuerroman zu verpacken.

"James" von Percival Everett wirft ein neues Licht auf „Die Abenteuer des Huckleberry Finn“ von Mark Twain - dieses Mal wird die Geschichte aus der Sicht vom Sklaven Jim erzählt. Jim begibt sich auf eine lange und beschwerliche Reise - geographisch sowie innerlich - und wird dabei von Huck begleitet. Dabei ist es jedoch nicht notwendig, die Original-Geschichte zu kennen - ich habe sie auch nie gelesen und konnte mich trotzdem sehr schnell in die Charaktere und ihre Lebensumstände hineinversetzen.

Dem Buch gelingt es über den schrecklichen Alltag der Sklaven aufzuklären, darüber wie sie behandelt werden und wie sie versuchen damit umzugehen sowie wie der schmale Grat zwischen Sklaven und Nicht-Sklaven sehr schnell verwischt werden kann - es wird der facettenreiche Umgang aller Menschen mit der Situation aufgezeigt. Anstatt dabei jedoch wie ein Lehrbuch zu wirken, ist der Inhalt in einen spannenden Abenteuerroman verpackt, der viele verschiedene Charaktere beinhaltet: Wir begegnen liebenswerten und mutigen Charakteren, aber auch einigen unliebsamen und unangenehmen Charakteren, die den Protagonisten die Reise erschweren.

Für diesen Abenteuerroman, über den ich noch lange nachdenken werde, gibt es eine klare Empfehlung.

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Veröffentlicht am 19.10.2024

Traumhaftes Setting und authentische Charaktere mit der ein oder anderen spicy Szene

Skye In Our Hearts
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Ein wundertolles Buch mit zwei authentischen Hauptfiguren, die allerlei Höhen und Tiefen erleben und auch sich charakterlich entwickeln können und wollen. Es gibt einen spannende Haupthandlungsdrang, liebenswürdige ...

Ein wundertolles Buch mit zwei authentischen Hauptfiguren, die allerlei Höhen und Tiefen erleben und auch sich charakterlich entwickeln können und wollen. Es gibt einen spannende Haupthandlungsdrang, liebenswürdige und vielschichtige Nebenfiguren sowie die ein oder andere spicy Szene (die sich perfekt in die Handlung einfügen und wirklich schön geschrieben sind).

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Das Buch liest sich flüssig und schnell hinter einander weg - am liebsten hätte ich überhaupt keine Pause gemacht. Auch die gewählte Erzähl-Perspektive hat mir sehr gut gefallen. Die Perspektive des Buches wechselt zwischen den beiden Protagonistinnen April und Mal ab, sodass wir Leserinnen Einblicke in die Gedankenwelt der beiden bekommen und somit verfolgen können, wie die beiden übereinander denken oder auch zum Teil unterschiedlich mit den selben Situationen umgehen. Durch die gewählte Perspektive erhöht sich die Spannung. Zudem wird somit auch noch einmal deutlicher wie unterschiedlich die beiden eigentlich sind. Denn während April als Schauspielerin in der Großstadt London lebte, ist Mal auf der kleinen Insel Skye und in sich gekehrt sehr glücklich. Die beiden Charaktere sind vielschichtig und unglaublich authentisch. Sie sind beide absolut sympathisch und liebenswert, gerade weil sie beide Ecken und Kanten haben, sodass man als Leser*in automatisch mit den beiden mitfiebert.

Eine große Empfehlung an alle, die Lust auf Freundschaft, Romance und Spice in einem wundertollen Setting haben: einer Whiskybrennerei auf der idyllischen schottischen Insel Skye.

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Veröffentlicht am 19.10.2024

Willkommen in der Familie Monet

The Monet Family – Shine Bright Like a Treasure
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Das mit Geheimnissen umwobene Setting gefällt mir sehr gut: Die 14-jährige Hailie zieht nach einem Todesfall in der Familie zu ihren fünf Brüdern, von denen sie bisher noch nichts gehört hat. Die fünf ...

Das mit Geheimnissen umwobene Setting gefällt mir sehr gut: Die 14-jährige Hailie zieht nach einem Todesfall in der Familie zu ihren fünf Brüdern, von denen sie bisher noch nichts gehört hat. Die fünf Jungs leben alleine in einem riesigen Anwesen und haben so ganz andere Werte als Hailie. Als Hailie dann plötzlich zu ihnen zieht, darf sie von all den Geheimnissen nichts erfahren und stellt den gewohnten Alltag auf den Kopf. Erzählt wird die Geschichte ausschließlich aus Hailies Perspektive - manchmal haben mir Einblicke ihrer Brüder gefehlt, aber somit können wir Hailie ganz gut verfolgen, denn auch sie hätte sich manchmal etwas mehr Informationen oder Einblicke gewünscht.

Der Schreibstil gefällt mir sehr gut. Die Gefühlswelt von Hailie wird sehr gut und realistisch beschrieben und es fällt mir leicht mich da reinzudenken. Alles wirkt sehr natürlich. Obwohl mir Hailie an manchen Stellen deutlich jünger und mancherorts deutlich älter als 14/15 vorkommt (das sei aber vielleicht auch einfach dem geschuldet, dass sie echt viel erleben musste). Besonders gut gefällt mir die Anwendung vom Foreshaddowing - manchmal werden Andeutungen gemacht, was im Laufe des Buches noch passieren wird oder dass sich etwas sehr schnell ändern wird. Dadurch können wir uns als Leser*innen gut an etwas festhalten, denn ansonsten ist das Ziel der (Handlungs-)Reise nicht wirklich deutlich.

Aber auch abgesehen von der Haupt-Handlung ist es sehr spannen zu beobachten, wie unterschiedlich die fünf Brüder von Hailie sind und wie sich die Beziehungen mit Hailie im Laufe der Zeit verändern. Jede Person handelt sehr individuell und alle spielen eine unterschiedliche Rolle - sie fügen sich alle wie Puzzelteile nahtlos zur Monet-Familie zusammen.

Das Buch liest sich insgesamt sehr gut und schnell hintereinander weg, die Handlung geht sofort los und man will eigentlich immer wissen, wie es weitergeht oder was noch so passiert. Allerdings endet das Buch mit so einigen losen Enden und nicht alles klärt sich auf. Alles in allem ein spannendes Buch für Zwischendurch, mit ein bisschen Luft nach oben. Ein letzter Hinweis zum Schluss: Es sollten auf jeden Fall die Triggerwarnungen gelesen werden.

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Veröffentlicht am 19.10.2024

Die etwas andere Kennenlerngeschichte: ihr Bruder hat seinen Bruder umgebracht

Even If I fall
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"Even if I fall" von Abigail Johnson fällt aufgrund des schön gestalteten Covers und den ansprechenden Farben sofort ins Auge. Auch der Klappentext - die grobe Handlung - verspricht Spannung pur: Brooke ...

"Even if I fall" von Abigail Johnson fällt aufgrund des schön gestalteten Covers und den ansprechenden Farben sofort ins Auge. Auch der Klappentext - die grobe Handlung - verspricht Spannung pur: Brooke und Heath leben in einer Kleinstadt in der jeder jeden kennt... Während er von den Leuten mitleidige Blicke bekommt, sind die für sie mit Verachtung und Hass erfüllt. Denn Brookes Bruder hat den Bruder von Heath umgebracht und sitzt nun dafür im Gefängnis. Die beiden beginnen nach und nach miteinander über die jeweilige Perspektive zu reden und kommen einander näher.

Die Geschichte wird aus Brooks Perspektive erzählt - es geht darum, wie sie selber und wie ihre Familie mit der Situation ihres Bruders umgeht, wie sich die Beziehung zu ihm verändert, wie die Familie von den Bewohnenden der Kleinstadt behandelt wird und wie sich ihre Beziehung zu Heath und seiner Familie verändert.

Das Setting gefällt mir wirklich gut, es geht nicht nur um zwei Menschen, die einander kennen lernen, sondern zugleich auch noch um den Umgang mit dieser ganz besonderen Situation. Dabei wird das doch sehr schwer verdauliche Thema sehr gut rübergebracht ohne an Tiefe zu verlieren.

Die Haupt- und Nebencharaktere sind alle sehr authentisch. Besonders gelungen fand ich den unterschiedlichen Umgang mit dieser besonderen Schock-Situation.

Das Buch liest sich sehr schön und schnell, es ist spannend und bietet trotz schwerem Thema immer wieder schöne Momente, die die Geschichte auflockern. Eine große Empfehlung für alle, die Interesse an einer etwas anderen Kennenlerngeschichte haben und nicht vor diesem schweren Thema zurückschrecken.

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Veröffentlicht am 19.10.2024

Das Buch geht um... ja, worum geht es eigentlich?

Intermezzo
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Worum geht es eigentlich in diesem Buch? Das ist nicht so ganz eindeutig und einfach zu sagen, daher gehe ich nun einmal etwas anders an die Rezension heran:

Was hat dieses Buch?
- einen fast schon poetischen ...

Worum geht es eigentlich in diesem Buch? Das ist nicht so ganz eindeutig und einfach zu sagen, daher gehe ich nun einmal etwas anders an die Rezension heran:

Was hat dieses Buch?
- einen fast schon poetischen und fließenden Schreibstil, der tiefe Einblicke in das Innerste der Menschen ermöglicht und mir das Gefühlt gibt, die Gedanken der jeweiligen Person zu denken.
- eine fast schon philosophische Auseinandersetzung mit ganz besonderen Themen: das Leben, Normalsein und Zwischenmenschliche Beziehungen
- authentische und wunderbar "anders normale" Menschen, die in anderen Büchern eher weniger auftauchen, aber dafür umso öfter im echten Leben anzutreffen sind.

Was hat dieses Buch nicht?
- es gibt keine klare Struktur: Gegenwart und Vergangenheit verschwimmen, Gedanken, Erinnerungen und Gespräche sind nicht wirklich eindeutig voneinander zu trennen und ganze Sätze sucht man an manchen Stellen vergeblich.
- es gibt auch keine Anti-Kopfschmerz-Garantie: der Schreibstil ist sehr mitreißend und intensiv, ein (Halb-)Satz folgt dem nächsten, es gibt keine Zeit zum ausruhen, daher musste ich öfter eine Pause einlegen als bei manchen Büchern, um mich zu einer Pause zu zwingen und keine Kopfschmerzen zu bekommen.
- es gibt kaum Handlung: es folgt kein Ereignis das nächste
- es gibt kaum Spannung: durch die geringe Handlung fehlt auch die Spannung, die einem bei manch anderen Büchern dazu bringt, hintereinander weg zu lesen.

Ist es schlimm, dass es kaum Struktur, kaum Handlung und kaum Spannung gibt? Absolut nicht. Ich beschreibe so ein Buch immer gerne als ein "Vibe-Buch" - die Stimmung und das Gefühl, das mit dem Buch mitschwingt und was man beim Lesen bekommt, sind viel wichtiger als all die anderen Dinge. Und das schafft dieses Buch hervorragend.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, ich muss allerdings dazu sagen, dass dieser Schreibstil ganz besonders und speziell ist und ich das Gefühl habe, entweder liebt man ihn oder man kann ihn gar nicht leiden - etwas dazwischen gibt es nicht. Daher kann ich keine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen, sondern rate stattdessen eher dazu, die Leseprobe zu lesen und sich dann für oder gegen das Buch zu entscheiden. Aber wenn es passt, dann passt es sehr gut und es ist eine wunderbar spannende Erfahrung das Buch zu lesen.

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