Niedliche Hommage
Henri-Jette-Sausebahn„Henriette Bimmelbahn“ begeistert seit Generationen. Anlässlich des hundertsten Geburtstags ihres Autors James Krüss hat die rüstige Dampflok nun eine Hommage auf den Stahlleib geschrieben bekommen. Es ...
„Henriette Bimmelbahn“ begeistert seit Generationen. Anlässlich des hundertsten Geburtstags ihres Autors James Krüss hat die rüstige Dampflok nun eine Hommage auf den Stahlleib geschrieben bekommen. Es fängt schon gut an: Unverkennbar Henriette schaut freundlich einer anderen Bahn hinterher, die sich gerade mit zwei Loks auf die Reise macht – es sind ihre Enkel! Eine Lok fährt vorne, eine hinten, sie heißen Henri und Jette. Die Zwillingsbähnchen bringen ebenfalls Passagiere ans Ziel, im Gegensatz zum Original auch tierische. Da spielt ein Oktopus mit einer Katze Karten, ein Papa schläft und ein Eisbär schiebt ein Kind im Rollstuhl. Wer schon andere von Pina Gertenbach illustrierte Bilderbücher gelesen hat, wird ihren Stil bei den Tierfiguren schnell wiedererkennen. Gleichzeitig hat sie würdige Nachfahren der netten, alten, kleinen Bimmelbahn geschaffen – Henri und Jette passen einfach ins Bild. Spaß machen auch die unaufdringlichen Anlehnungen ans Original; ob es nun Hasen, Brombeerranken oder Klee- und Blumenfelder sind.
Der Text kann nicht mit dem Original mithalten. Es wird zwar eine nette, sich reimende Geschichte erzählt, aber so etwas wie „Doch dann pfeift sie und sie bimmelt; rattert, knattert, dampft und faucht; ruckelt, zuckelt, klappert, plappert (…)“ – das fehlt, dieser originelle Wortwitz, der auch beim Vorlesen besonderes Vergnügen bereitet. James Krüss‘ Stil lässt sich offensichtlich nicht mal eben imitieren; der Versuch könnte vermutlich auch schnell peinlich wirken. Autorin Cornelia Boese unternimmt ihn nicht, aber sie hat mit ihrer Story eine schöne Hommage an „Henriette Bimmelbahn“ geschrieben. Meinen Kindern macht das Buch großen Spaß.