Tolle Musik, schwer lesbares Buch
Dass es uns überhaupt gegeben hatWanda war Teil meines persönlichen Lebens-Soundtracks 2015, danach habe ich die Band etwas aus den Augen verloren. Um so mehr habe ich mich auf das Wiedersehen in Buchform gefreut und war sehr gespannt ...
Wanda war Teil meines persönlichen Lebens-Soundtracks 2015, danach habe ich die Band etwas aus den Augen verloren. Um so mehr habe ich mich auf das Wiedersehen in Buchform gefreut und war sehr gespannt auf den Backstage-Bericht. Leider bin ich gar nicht bis dahin vorgestoßen und bedaure das sehr – doch mit „Dass es uns überhaupt gegeben hat“ wurde ich einfach nicht warm.
Sänger Marco Wanda schildert hier die Geschichte seiner Rockband, die ich mit Liedern wie „Bologna“, „Auseinandergehen ist schwer“ und „Bussi Baby“ verbinde. Die Leidenschaft der Lieder geht dem Buch leider völlig ab. Wanda erzählt, wie er ab 2010 orientierungslos durch Wien und kurz auch Berlin und Kairo gondelt, high, betrunken, nicht wissend, wohin mit sich und seinen künstlerischen Ideen. Er lernt diverse Leute kennen, deren Namen ich mir nicht merken konnte, man trifft sich hier in der Kneipe, feiert da eine Party, versackt irgendwo und ich bekam einfach keinen Fuß in die Tür. Name-Dropping verbinde ich eigentlich damit, dass jemand angeben will; Marco Wanda schildert aber wohl einfach, wie es war – extrem unübersichtlich. Ich bin namenstechnisch nicht mitgekommen, gleichzeitig passierte kaum Interessantes und irgendwann habe ich gemerkt, dass ich seit zwei Wochen nicht mehr in das Buch geguckt hatte, obwohl ich es oft mit mir rumgeschleppte. Das Lesen hat mir einfach keinen Spaß gemacht. Schließlich habe ich versucht, noch etwas quer zu lesen, weil ich dachte, dass mir vielleicht nur der Durchhaltewillen für den zähen Anfang fehlt. Zudem hat Marco Wanda durchaus etwas zu erzählen. Aber wie er das macht, ist nicht mein Fall. Ich komme nicht rein in die Geschichte. Vielleicht hätte es besser geklappt, wenn ich ein größerer Fan gewesen wäre, mehr Vorwissen über die Band-Historie gehabt hätte oder mich auch nur in der österreichischen Rockszene besser ausgekannt hätte. Aber so war das kein Match für mich. Ich bleibe lieber bei der Musik.