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Veröffentlicht am 29.10.2025

Flitziblitzi Urviech-Geschichte

Die Streitsaurier
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An diesem Buch gefällt meinen Kindergartenkindern und mir fast alles sehr gut: die bunten Illustrationen, das gelegentliche Urviechisch (eine lustige Fantasiesprache, die ab und zu verwendet und dann gleich ...

An diesem Buch gefällt meinen Kindergartenkindern und mir fast alles sehr gut: die bunten Illustrationen, das gelegentliche Urviechisch (eine lustige Fantasiesprache, die ab und zu verwendet und dann gleich übersetzt wird) und tolle Wortschöpfungen wie „flitziblitzi“. „Die Streitsaurier“ handelt, wie der Titel schon vermuten lässt, von zwei streitenden Sauriern: einem lila Miracelrex und einem orangen Superosaurus. Beim Vorlesen verknotet sich die Zunge schon mal, vor allem, weil das Miracelrex auch noch einen neutralen Artikel hat, was bei einem Dinosaurier unerwartet kommt. Als erstes entdeckt das Miracelrex eine einsame Insel, dann kommt der Superosaurus an, und als sie einander entdeckt haben, beginnen sie auch schon um die Insel zu streiten, was bald in einen Wettkampf ausartet. Doch als die Insel ein Eigenleben entwickelt, kommen die beiden schnell auf andere Gedanken …

Das „Verlassen“ der Insel und die Beilegung des Streits am Ende des Buches passieren Knall auf Fall – finde ich, meine Kinder stört es nicht. Sie sind fasziniert von den vielen Details, wie aus dem Wasser guckenden Augen und lustigen Wörtern („Fliegohaps“). Auf der letzten Seite gibt es noch praktische Redewendungen in Urviechisch und einen QR-Code zu urzeitlichen Wettspielen sowie einem Namensgenerator, das habe ich mit meinen noch nicht 4-Jährigen aber bisher nicht ausprobiert. Insgesamt haben wir viel Spaß mit dem Buch.

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Veröffentlicht am 25.10.2025

Tolle Musik, schwer lesbares Buch

Dass es uns überhaupt gegeben hat
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Wanda war Teil meines persönlichen Lebens-Soundtracks 2015, danach habe ich die Band etwas aus den Augen verloren. Um so mehr habe ich mich auf das Wiedersehen in Buchform gefreut und war sehr gespannt ...

Wanda war Teil meines persönlichen Lebens-Soundtracks 2015, danach habe ich die Band etwas aus den Augen verloren. Um so mehr habe ich mich auf das Wiedersehen in Buchform gefreut und war sehr gespannt auf den Backstage-Bericht. Leider bin ich gar nicht bis dahin vorgestoßen und bedaure das sehr – doch mit „Dass es uns überhaupt gegeben hat“ wurde ich einfach nicht warm.

Sänger Marco Wanda schildert hier die Geschichte seiner Rockband, die ich mit Liedern wie „Bologna“, „Auseinandergehen ist schwer“ und „Bussi Baby“ verbinde. Die Leidenschaft der Lieder geht dem Buch leider völlig ab. Wanda erzählt, wie er ab 2010 orientierungslos durch Wien und kurz auch Berlin und Kairo gondelt, high, betrunken, nicht wissend, wohin mit sich und seinen künstlerischen Ideen. Er lernt diverse Leute kennen, deren Namen ich mir nicht merken konnte, man trifft sich hier in der Kneipe, feiert da eine Party, versackt irgendwo und ich bekam einfach keinen Fuß in die Tür. Name-Dropping verbinde ich eigentlich damit, dass jemand angeben will; Marco Wanda schildert aber wohl einfach, wie es war – extrem unübersichtlich. Ich bin namenstechnisch nicht mitgekommen, gleichzeitig passierte kaum Interessantes und irgendwann habe ich gemerkt, dass ich seit zwei Wochen nicht mehr in das Buch geguckt hatte, obwohl ich es oft mit mir rumgeschleppte. Das Lesen hat mir einfach keinen Spaß gemacht. Schließlich habe ich versucht, noch etwas quer zu lesen, weil ich dachte, dass mir vielleicht nur der Durchhaltewillen für den zähen Anfang fehlt. Zudem hat Marco Wanda durchaus etwas zu erzählen. Aber wie er das macht, ist nicht mein Fall. Ich komme nicht rein in die Geschichte. Vielleicht hätte es besser geklappt, wenn ich ein größerer Fan gewesen wäre, mehr Vorwissen über die Band-Historie gehabt hätte oder mich auch nur in der österreichischen Rockszene besser ausgekannt hätte. Aber so war das kein Match für mich. Ich bleibe lieber bei der Musik.

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Veröffentlicht am 19.10.2025

Zauberhafte Wintergeschichte

Das Haus mit der kleinen roten Tür
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Dieses großformatige Bilderbuch kommt schon auf den ersten Blick sehr wertig daher: ein geprägter, rotglänzender Titel, Klappen aus hauchdünner Pappe (die schon etwas Fingerspitzengefühl bei den kleinen ...

Dieses großformatige Bilderbuch kommt schon auf den ersten Blick sehr wertig daher: ein geprägter, rotglänzender Titel, Klappen aus hauchdünner Pappe (die schon etwas Fingerspitzengefühl bei den kleinen Leserinnen und Lesern voraussetzen) in ganz unterschiedlichen Formaten und viel Platz für die wunderschönen, detaillierten Illustrationen.

„Das Haus mit der kleinen roten Tür“ handelt von einem Mädchen namens Olivia und „einer Maus namens Maus“, die an einem verschneiten Wintermorgen ins Gespräch kommen und zusammen spielen, bis plötzlich der Baum, in dem das Mäuschen lebt, unter der Schneelast zusammenbricht. Olivia will der plötzlich obdachlosen Maus helfen, doch es ist gar nicht so leicht, eine passende neue Bleibe für sie zu finden. Bis die beiden schließlich auf die beste aller Lösungen kommen …
Weihnachten kommt in der Geschichte gar nicht vor, doch sie mutet trotzdem wie eine Weihnachtsgeschichte an. Es geht um die Suche nach einer Unterkunft, Hilfsbereitschaft, Nächstenliebe und Freundschaft, und am Ende wird Klein und Groß ganz warm ums Herz. Auch Bilderbücher können ein Licht in die dunkle Jahreszeit tragen – dieses Exemplar macht das auf jeden Fall.

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Veröffentlicht am 14.10.2025

Teufel ohne Prada

Die Assistentin
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Teufel ohne Prada

Das erste Buch, das ich von Caroline Wahl gelesen habe. Der Klappentext hatte mich gleich angesprochen. Bücher, die im Verlagswesen spielen, mag ich ab und an ganz gerne und die Geschichte ...

Teufel ohne Prada

Das erste Buch, das ich von Caroline Wahl gelesen habe. Der Klappentext hatte mich gleich angesprochen. Bücher, die im Verlagswesen spielen, mag ich ab und an ganz gerne und die Geschichte – Berufseinsteigerin wird Assistentin von einem schwer aushaltbaren, narzisstischen Verleger – klang interessant. Und auch ein nicht zu kleines Bisschen nach „Der Teufel klingt Prada“, wobei Wahl in ihrem Roman selbst zweimal auf diesen Stoff anspielt.

An Protagonistin Charlotte ist man schnell ganz dicht dran. Sie zieht für den neuen Job nach München, eine ihr unbekannte Stadt, in der sie niemanden kennt. Zu der Stelle haben sie vor allem ihre Eltern gedrängt, die eine Karrierechance für ihre Tochter erkannt zu haben glauben. Generell sind „die Mutter“ und „der Vater“ (Namen werden nicht genannt) sehr selbstsicher und meinen genau zu wissen, was das Beste für die erwachsene Tochter ist. Die wiederum hat sich auch noch nicht komplett abgenabelt, schmollt viel, verhält sich ihren Eltern gegenüber oft kindisch und buhlt um die Anerkennung des Vaters. Die familiären Dynamiken fand ich ziemlich befremdlich, aber überzeugend dargestellt – genau wie die Persönlichkeit des Verlegers. Geschildert werden so viele kleine Grenzüberschreitungen unterschiedlicher Art – was die Aufgaben, die Arbeitszeiten, die Kommunikation etc. angeht – dass die Fülle einen mehr und mehr ratlos zurücklässt. Der Mann hat diverse Spleens, größere Stimmungsschwankungen, legt immer wieder unangebrachtes Verhalten an den Tag und die Frequenz macht das Ganze schließlich unerträglich. Dabei erträgt Charlotte viel, sie will sich beweisen. Doch zu welchem Preis?

Die Geschichte dieser nicht ganz unsperrigen Protagonistin hat Sogwirkung; ich habe mit ihr mitgefiebert und mich auch immer wieder gefragt, wo meine eigenen Grenzen gewesen wären. Öfters aus dem Lesefluss rausgerissen hat mich allerdings ein Stilelement, das erstaunlich oft zum Einsatz kommt: Foreshadowing. Immer wieder verkündet die Erzählerin zu Ende oder zu Beginn der kurzen Kapitel, wie es generell weitergeht: Ob es Lichtblicke geben, alles immer schlimmer werden wird o.ä. Ich hätte das nicht gebraucht, im Gegenteil, es hat mich gestört, zumindest in dieser Häufung. Die letzte Seite dagegen hat mich zum Lachen gebracht, weil sie wirkt, als hätte die Autorin noch schnell die Erwartungen erfüllen wollen, aber auch absolut keinen Bock mehr.

Insgesamt habe ich die Geschichte sehr gerne gelesen und fand die enge Begleitung Charlottes faszinierend. Wenn ich mir ein weiteres Buch aus dem Universum wünschen dürfte, wäre es wohl ein Roman über die Personalerin Alexandra Liebig – wobei Wahl es tatsächlich schafft, dass alle Haupt- und Nebenfiguren komplex und interessant wirken. Das trägt ihren Roman bestens – die ständigen Spoiler wären gar nicht nötig, um Leserinnen und Leser am Ball zu halten.

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Veröffentlicht am 10.10.2025

Super niedlich illustriert, inhaltlich leicht schief

Löwe sucht einen Freund - oder: Ich hab dich zum Fressen gern
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Dieses quietschbunt-vergnügte Bilderbuch handelt von einem fröhlichen, vegetarisch lebenden Löwen, der gerade umgezogen ist. Nun sucht er neue Freunde und schmeißt sich ins Zeug, um möglichst schnell mit ...

Dieses quietschbunt-vergnügte Bilderbuch handelt von einem fröhlichen, vegetarisch lebenden Löwen, der gerade umgezogen ist. Nun sucht er neue Freunde und schmeißt sich ins Zeug, um möglichst schnell mit seinen Nachbarn in Kontakt zu kommen. Dummerweise unterschätzt er dabei seine Außenwirkung und verschreckt erst ein Zebra, dann einen Hund und zuletzt noch ein Eichhörnchen. Wie gut, dass ihm der Bär von nebenan schließlich auf die Sprünge hilft. Doch geben die anderen Tiere dem Löwen noch eine Chance?

Die farbenfrohen Illustrationen finden meine Kinder und ich super. Die Mimik der Tiere ist sehr ausdrucksstark, der rosa bemähnte Löwe einfach ein lustiger Zeitgenosse. Die Geschichte dagegen ist für kleine Kinder nicht ganz unkompliziert: Dass alle Tiere Angst vor dem Löwen haben, hat meine erst einmal erstaunt – zum einen ist dieser hier besonders lieb, zum anderen gibt es viele Bilderbücher, wo Löwen mit anderen Tieren harmonisch zusammenleben und das gar nicht in Frage gestellt wird. Dann ist schließlich die Mutter Schuld, dass der Löwe die anderen Tiere in die Flucht geschlagen hat – allerdings hat sie nur empfohlen, immer schön nett und hilfsbereit zu sein und sich von seiner besten Seite zu zeigen, was der Löwe dann etwas zu eifrig umgesetzt hat. Dass eine Moral der Geschichte ist, dass Mamas nicht immer recht haben, hat mich erstaunt. Generell stimmt es natürlich, ist aber hier inhaltlich nicht ableitbar. Dass der Löwe den verschreckten Tieren Geschenke macht, damit sie ihm noch eine Chance geben, finde ich auch nicht komplett glücklich. Eine süße Geschichte mit einem Happy End, das meine Kinder sehr erfreut hat, ist „Löwe sucht einen Freund“ aber trotzdem.

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