Habe anderes erwartet
HomesickZunächst muss ich sagen, dass ich sowohl den Titel als auch den Klappentext des Buches nicht ganz passend finde. Meiner Meinung nach vermitteln sie eine andere Erwartung an die Geschichte, als das Buch ...
Zunächst muss ich sagen, dass ich sowohl den Titel als auch den Klappentext des Buches nicht ganz passend finde. Meiner Meinung nach vermitteln sie eine andere Erwartung an die Geschichte, als das Buch letztlich erfüllt.
Im Zentrum steht Mara, die eine größere Summe Geld erbt und sich davon eine Wohnung kauft. Ursprünglich plant sie, dort gemeinsam mit ihrem Freund Tom einzuziehen. Doch ihre Beziehung wird im Laufe der Handlung zunehmend auf die Probe gestellt.
Thematisch behandelt das Buch mentale Gesundheit, Beziehungskrisen, Freundschaft sowie mehrere ungewöhnliche männliche Figuren. Besonders positiv hervorheben möchte ich, dass hier ausnahmsweise nicht die Protagonistin selbst unter psychischen Problemen leidet, sondern eine männliche Figur. Das habe ich in dieser Form bisher selten gelesen. Auch die liebevolle und authentisch dargestellte Beziehung zwischen Mara und ihrer Mutter hat mir sehr gut gefallen.
Weniger überzeugt hat mich hingegen die Dynamik zwischen Mara und Tom. Zwar kommunizieren die beiden offen miteinander, dennoch entwickelt sich ihre Beziehung zu einem ständigen Hin und Her, das mich mit der Zeit eher genervt als mitgenommen hat.
Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass die Geschichte zwar aus Maras Perspektive erzählt wird, sich aber überwiegend um andere Figuren dreht und darum, wie diese sie in ihre eigenen Themen hineinziehen. Über Mara selbst, ihre Persönlichkeit und ihre Interessen erfährt man hingegen bis zum Ende erstaunlich wenig.
Trotz dieser Kritikpunkte fand ich das Buch insgesamt solide. Es lässt sich sehr angenehm lesen, und obwohl es über 500 Seiten umfasst, kommt man schnell voran. Für mich kein Highlight, aber definitiv eine unterhaltsame Geschichte.