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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.09.2019

Amüsanter Kampf um ein ungeahntes Lebensglück

Kindsköpfe
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In Kindsköpfe geht es um Niklas, der seit sechs Jahren glücklich mit seinem Freund Oliver liiert ist. Als dieser auf einmal Kinder möchte, ist Niklas wenig begeistert, schließlich ist er eher ein freiheitsliebender ...

In Kindsköpfe geht es um Niklas, der seit sechs Jahren glücklich mit seinem Freund Oliver liiert ist. Als dieser auf einmal Kinder möchte, ist Niklas wenig begeistert, schließlich ist er eher ein freiheitsliebender Typ und kann mit Häuslichkeit nicht so viel anfangen.
Nachdem allerdings kurze Zeit später seine Schwester verstirbt und ihre beiden Kinder zurücklässt, ist die Entscheidung für Niklas schnell klar. Die beiden Racker sollen bei ihm aufwachsen, doch diese Rechnung hat er ohne ihren leiblichen Vater gemacht. Schon bald droht Niklas sein neu gewonnenes Familienglück wieder zu verlieren…


Meinung:

Ein wunderbar authentischer Roman über eine etwas andere Patchworkfamilie. Es geht um ganz praktische Hürden im Alltag genauso wie um elterlichen Stolz, Liebe und Verantwortungsbewusstsein. Auch die homosexuelle Beziehung mit ihren ganz eigenen Tücken kommt nicht zu kurz und bildet mit der erzieherischen Komponente eine schöne Mischung. Die Charaktere sind eigenwillig und alles andere als makellos, was sie so glaubhaft erscheinen lässt. Der ein oder andere nervt auch zwischendurch mal, aber das ist im echten Leben schließlich auch nicht anders.

Der Schreibstil passt meiner Ansicht nach hervorragend zur Geschichte und bringt eine wunderbare Leichtigkeit mit, die auch bei schwierigen Themen erhalten bleibt. Daher liest sich das Buch sehr angenehm und wird sicherlich vielen Lesern Freude bereiten.

Fazit:
Ein wunderbares Buch für einen gemütlichen Nachmittag auf der Couch mit einer ehrlichen Geschichte und liebenswerten Charakteren.

Veröffentlicht am 12.09.2019

Wunderbar kindgerecht

Der magische Blumenladen, Band 10 - Ein Brief voller Geheimnisse
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In diesem Band geht es darum, dass sich die Hauptfigur Violet auf die Suche nach ihrem Vater macht, von dem sie nicht mehr weiß, als ein paar Zeilen enthüllen, die er vor Jahren an ihre Mutter geschickt ...

In diesem Band geht es darum, dass sich die Hauptfigur Violet auf die Suche nach ihrem Vater macht, von dem sie nicht mehr weiß, als ein paar Zeilen enthüllen, die er vor Jahren an ihre Mutter geschickt hat. Dieser Brief gibt viele Rätsel auf, doch mithilfe ihrer Freunde Jack und Zack und ein wenig (natürlich verbotener Blumenmagie) haben sie vielleicht eine Chance ihn endlich zu finden.

Meinung:
Der magische Blumenladen gefällt mir als ganze Reihe sehr gut. Die Aufmachung der Cover, die schönen Illustrationen im Inneren und die kinderfreundliche Schrift überzeugen für mich schon auf den ersten Blick. Ebenso wie die altersgerechte Sprache, die ohne Schimpfwörter und Ähnliches auskommt und dazu leicht verständlich ist.
Die Figuren sind liebevoll angelegt und pflegen einen netten Umgang miteinander, was ich gerade in diesem Lesealter wichtig finde.

In diesem Band wird speziell das Freundschafts- und Familiengefühl hervorgehoben und der Zusammenhalt untereinander – eine schöne Botschaft. Ebenso gut gefiel mir auch noch eine Bastelanleitung am Ende des Buches. Ein kleines Manko war für mich eine fehlende Übersicht der Charaktere. Hier hätten zwei Seiten mehr mit hübschen Bildern nicht geschadet.

Fazit:
Eine schöne Reihe für die ganz jungen Lesern, die ich Eltern bedenkenlos empfehlen kann.

Veröffentlicht am 08.09.2019

Gute Entwicklung

Beast Changers, Band 1: Im Bann der Eiswölfe
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In „Beast Changers“ geht es um die 12-jährigen Zwillinge Rayna und Anders.
Die beiden sind Waisen und leben seit Jahren auf den Straßen Holbards, wo sie sich mit kleineren Diebstählen und Betrügereien ...

In „Beast Changers“ geht es um die 12-jährigen Zwillinge Rayna und Anders.
Die beiden sind Waisen und leben seit Jahren auf den Straßen Holbards, wo sie sich mit kleineren Diebstählen und Betrügereien über Wasser halten. Bis sich Rayna eines Tages, durch einen dummen Zufall, in einen Feuerdrachen verwandelt und gezwungen ist zu fliehen. Denn nichts wird in Holbard so sehr gehasst, wie die vermeintlich bösen Drachen, die sich vor Jahren eine erbitterte Schlacht mit den Eiswölfen (den Wächtern der Stadt) geliefert haben. Als wäre das nicht schon schlimm genug, entpuppt sich ihr Zwilling Anders als Eiswolf. Ein Ding der Unmöglichkeit, das es Geschwister unter den Tierwandlern geben soll, schließlich sind sie erbitterte Feinde!

Meinung:
Beast Changers ist ein Buch, das für mich nicht unbedingt von seiner Spannung lebt. Diese ist ab und an vorhanden aber nicht der ausschlaggebende Punkt. Viel wichtiger fand ich die persönliche Entwicklung von Anders, der lernt aus dem Schatten seiner toughen Schwester hervorzutreten. Er entwickelt sowohl als Mensch als auch als Wolf überraschende neue Fähigkeiten, die ihn im Laufe des Buches deutlich interessanter machen. Neben ihm als Charakter gefiel mir vor allem die Beschreibung der Wölfe und Drachen. Ihr Zusammemspiel im Rudel, ihre Kommunikation, ihre Gestik. All das was sich ändert, wenn die Formwandler sich in ihre Tiergestalt begeben. Hier ist es Amie Kaufman wirklich gelungen ein Bild davon zu erzeugen, wie unterschiedlich Mensch und Tier ihre Umwelt wahrnehmen.

Allgemein schafft die Autorin es wirklich gut, beim Lesen das eigene Kopfkino anzusprechen. Beispielsweise durch die magischen Artefakte, die in großer Zahl im Buch vorkommen oder auch die Dachgärten, die eine sehr plastisches (und nebenbei sehr schönes) Bild der Stadt erzeugen.

Fazit:
Ein runder Einstieg in eine Welt, bei der ich neugierig geworden bin, was da noch kommen mag.

Veröffentlicht am 14.08.2019

Ein zuckersüßes Kinderbuchhighlight

Aventurine – Das Mädchen mit dem Drachenherz
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Aventurine ist ein junges Drachenmädchen voller Tatendrang, das eigentlich brav noch ein paar Jahrzehnte in ihrer Höhle bleiben sollte, bis sie stark genug ist für die Welt dort draussen. Doch daran denkt ...

Aventurine ist ein junges Drachenmädchen voller Tatendrang, das eigentlich brav noch ein paar Jahrzehnte in ihrer Höhle bleiben sollte, bis sie stark genug ist für die Welt dort draussen. Doch daran denkt die kleine Abenteuerin nicht im Traum. Heimlich schleicht sie sich aus ihrem Unterschlupf und prompt läuft alles schief. Ein Magier verwandelt sie in ein Menschenmädchen, sie wird entführt und landet furchtbar allein in der großen, miefigen Stadt.
Doch einen Trost gibt es in dem ganzen Durcheinander - sie hat endlich ihre Leidenschaft gefunden, etwas was jeder gute Drache unbedingt haben muss. Doch statt sich für Philosophie zu interessieren wie ihr Bruder oder Rhetorik wie ihre Schwester, interessiert sich Aventurine nur für eins - Schokolade. Nun gilt es für sie sich als Menschenkind zurecht zu finden und ihre große Leidenschaft zu leben.

Meinung:
Das Mädchen mit dem Drachenherz ist im wahrsten Sinne des Wortes zuckersüß. Es besticht neben einer tollen Geschichte über Familie, Freundschaft und Zusammenhalt vor allem durch die Protagonistin. Jung, frech, leidenschaftlich und stolz ist sie auch in Menschengestalt im Innern noch ganz der kämpferische Drache und hebt sich so wunderbar von anderen Figuren ab. Ich habe es sehr genossen ihrer Geschichte zu folgen und mochte neben ihr auch die anderen Charaktere sehr. Sie sind alle liebevoll gezeichnet und machen das Buch zu einem Schatz für jedes Kinderzimmer. Kritik gibt es ,bis auf ein paar doch eher dialektbehaftete Wörter, die in meinen Augen sprachlich nicht passen, keine.
Einzig vor der Nachahmungsgefahr seien Eltern gewarnt. Im Buch wird so viel Schokolade konsumiert, das die Charaktere eigentlich die ganze Zeit Bauchschmerzen haben müssten. Packt also die Süßigkeiten möglichst weit weg, denn Hunger ist beim Lesen garantiert.

Fazit:
Ein Schatz in jedem Kinderzimmer

Veröffentlicht am 11.08.2019

Es ist erst der Anfang

Eve of Man (I)
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"Sie ist die Antwort auf ihre Gebete,
die letzte Hoffnung der Menschen.
Mit angehaltenem Atem haben sie auf ihre Ankunft gewartet. Und tatsächlich hat
sie gegen jede Wahrscheinlichkeit überlebt.
Eve, so ...

"Sie ist die Antwort auf ihre Gebete,
die letzte Hoffnung der Menschen.
Mit angehaltenem Atem haben sie auf ihre Ankunft gewartet. Und tatsächlich hat
sie gegen jede Wahrscheinlichkeit überlebt.
Eve, so nannten sie das erste Mädchen,
das nach 50 Jahren geboren wurde." (Auszug Klappentext)

Eve – die sie nun in einem goldenen Käfig hoch oben über der Stadt aufwachsen lassen, bis sie mit ihrem 16ten Lebensjahr soweit ist, für den Fortbestand der Menschheit zu sorgen. Doch dabei hatten die Verantwortlichen nicht damit gerechnet, dass sich Eve vorher verlieben könnte und damit alles aufs Spiel setzt, an dem sie gearbeitet haben.

Meinung:
Ich mochte das Buch ganz gern, auch wenn noch recht wenig passiert.
Man bekommt zunächst einen guten Eindruck von Eve und ihrer Umgebung, die eigens für sie geschaffen wurde. Ein goldener Käfig, der die einzige gebärfähige Frau des Planeten vor den großen Übeln der Welt schützen soll. In dieser Blase wächst Eve zu einem naiven kleinen Mädchen heran, das erst spät beginnt Fragen zu stellen und für sich zu kämpfen. Das macht sie im Moment als Person noch nicht sonderlich interessant, die Wandlung zum Schluss lässt hier aber auf Potenzial im zweiten Band hoffen.

Allgemein glaube ich, dass es erst nach dem Buch so richtig losgeht und wir die „echte“ Welt wirklich kennenlernen. In diesem Band wurde sie nur sehr vage beschrieben, sodass man sich kein wirklich gutes Bild machen konnte. Ob das Absicht war oder einem schlechten World-Building zugrunde liegt weiß ich nicht sicher. Ich hoffe aber ganz klar auf Ersteres. Denn für mich ist die Welt inklusive der Charaktere bisher zu blass geblieben, was sich beim nächsten Teil ändern muss.
Ich hatte beim Lesen manchmal das Gefühl eines Pilotfilms, der einen ersten Einblick gibt und neugierig machen soll, auf das was noch kommt. Neugierig bin ich, aber ich denke das Prinzip funktioniert nicht bei Jedem. Durch die mangelnde Spannung gehen die Autoren ein ordentliches Risiko ein. Mal sehen, ob es sich lohnt, da es hohe Erwartungen an einen weiteren Teil setzt, die erstmal erfüllt werden wollen.

Fazit:
Potenzial ist da, aber da muss noch mehr kommen. Ich bin aber angefixt und hoffe auf einen spannungsreicheren zweiten Teil.