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Veröffentlicht am 05.01.2021

Schade, da hätte mehr draus werden können

Der Mädchenwald
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Elissa ist eine ausgezeichnete Schachspielerin. Sie ist sich sicher, im nächsten Turnier wird sie gewinnen, sie ist gut vorbereitet. In der Pause, während des Turniers, möchte sie kurz im Auto der Mutter ...

Elissa ist eine ausgezeichnete Schachspielerin. Sie ist sich sicher, im nächsten Turnier wird sie gewinnen, sie ist gut vorbereitet. In der Pause, während des Turniers, möchte sie kurz im Auto der Mutter entspannen. Da passiert es. Elissa wird entführt. Stunden später findet sie sich angekettet in einem dunklen Keller wieder. Man hat ihr Streichhölzer, ein paar Kerzen und ihren Rucksack gelassen. Hilferufe sind sinnlos, niemand hört sie.

Aber Elissa ist anders als andere Mädchen. Sie muss überleben, dass ist sie ihrer Mutter schuldig. Ihre erste Strategie, sie misst den Keller ab und teilt ihn in Schachfelder ein. So kann sie die Lage der wenigen Habseligkeiten, die ihr geblieben sind, viel schneller im Dunkeln finden. Sie ist auch relativ schnell in der Lage zu überlegen, wie lange ihre Vorräte reichen können. Wann sie im Dunkeln sitzen wird, wenn sie die Kerzen dauerhaft brennen lässt.

Dann bekommt Elissa Besuch. Sie bemerkt schnell, dass es nicht ihr Entführer ist. Er riecht anders, nicht so unangenehm. Er ist ihr gegenüber verhalten und er spricht wie ein Kind. Elijah freut sich, dass Elissa da ist und nennt sie Gretel. Sie würde ja im Keller des Pfefferkuchenhauses leben. Aber er kann sie auch nicht freilassen, dass ist Elissa schnell klar. Elijah verrät nicht alles, er scheint die Entführer zu kennen und er kannte auch schon die Mädchen, die vor ihr im Keller waren. Die offensichtlich aber alle bereits tot sind.
Kann Elissa es schaffen, Elijah zu überreden, sie freizulassen? Kommt sie überhaupt jemals aus wieder aus dem Keller heraus? Wer ist denn eigentlich der Entführer und warum wurde sie entführt?

Die Erlebnisse von Elissa und Elijah werden fast wechselseitig aus ihrer Sicht erzählt. So lernt man beide auch sehr schnell kennen. Elissa, die durch ihr pragmatisches Denken, durch ihre analytischen Fähigkeiten versucht, bestmöglich mit der Situation umzugehen. Es ist wirklich spannend zu lesen, wie sie ihre Erinnerungen in Abschnitte einteilt und so versucht alles wesentliche vom unwesentlichen zu trennen. So gelingt es ihr auch, Erinnerungen an Nebensächlichkeiten wieder aufzufrischen. Elijah dagegen kommt einem wie ein unbedarftes Kind vor, der mit seinen Eltern abgeschieden und einsam im Wald lebt, der keine Schule besucht, sich aber für intelligent hält. Durch sein Leben im Wald kann er sich jedoch hervorragend im Wald und in dunklen Räumen orientieren. Er ist sogar in der Lage die Gerüche des Waldes zu unterscheiden und genau zuzuordnen. Er weiß, dass Elissa ihr Gefängnis unbedingt verlassen möchte. Aber er kann ihr nicht versprechen, dass er ihr helfen wird.

An sich könnte man sich vorstellen, dass das Buch sich mit so einer dramatischen Handlung sehr gut und schnell liest. Leider ist die Umsetzung nicht so gelungen. Merkwürdig fand ich zum Beispiel, dass das Buch am Tag 6 beginnt. Und so springt die Handlung nicht kontinuierlich von Tag zu Tag sondern immer wieder wild hin und her. Das machte es am Anfang schon extrem schwierig in die Handlung zu kommen und zu folgen. Spannung konnte dabei nicht immer aufkommen, da man einige Geschehnisse ja bereits vorher kannte.

Fasziniert dagegen hat mich das Ende. Damit konnte niemand rechnen und es war absolut unvorhersehbar. Das hat mich dann am Ende doch mit dem Buch versöhnt und vergebe drei Lesesterne.

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Veröffentlicht am 28.12.2020

Unerträglich spannend

Blutroter Schatten
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Samantha, genannt Sam, ist gerade dabei sich eine neue Wohnung einzurichten, damit sie näher an ihrer neuen Arbeit wohnt und der Weg dorthin nicht so weit ist. Alles scheint in Ordnung. Doch dann bricht ...

Samantha, genannt Sam, ist gerade dabei sich eine neue Wohnung einzurichten, damit sie näher an ihrer neuen Arbeit wohnt und der Weg dorthin nicht so weit ist. Alles scheint in Ordnung. Doch dann bricht alles zusammen. Ein Serienmörder ist in München unterwegs. Die Toten, die gefunden werden, haben alle eine Visitenkarte "mit besten Grüßen von Thomas Rohde" in der Hand. Thomas Rohde ein verurteilter Serienmörder ist der Vater von Sam. Sie hatte in damals bei seinem letzten Mord vor fast 10 Jahren "erwischt". Ihr hatte er es zu verdanken, dass er in die geschlossene Sicherheitsverwahrung gekommen ist.

Doch wer ist der Serienmörder, der jetzt quasi im Auftrag von Thomas Rohde wahllos Menschen auf die brutalste Weise tötet. Die Polizei tappt im Dunkeln je mehr Tote gefunden werden. Spuren gibt es scheinbar viele, aber keine führen zu einem Erfolg. Die Vermutung liegt nahe, dass Thomas Rohde weiß wer der Schlitzer, so wird er von der Presse genannt, ist. In ihrer Not wenden sich die Ermittler an Sam. Sie soll mit ihrem Vater, den sie seit 10 Jahren nicht mehr gesehen hat, sprechen. Sie soll ihm den Namen des Schlitzers entlocken. Sam hat Angst, ihr ist klar, dass sie die Ereignisse von damals noch immer nicht verarbeitet hat. Aber sie will helfen. Kann sie es schaffen? Wird ihr Vater ihr den Namen des Täters verraten?

Schon der Einstieg verheißt eine spannende Story. Allein der Prolog, der so normal beginnt, endet in Schockstarre. Aber man ist gleich mitten im Geschehen. Das ist so spannend, dass es einen nicht los lässt. Dazu kommt noch, man hat schon so ein paar Gedanken, was alles so passieren könnte. Einiges geschieht wie geahnt, anderes dagegen ist nicht vorhersehbar. Ganz besonders spannend ich die Auseinandersetzungen zwischen Thomas Rohde und der Polizei. Dieses Verhandeln um weitere Vergünstigungen und dagegen die Ohnmächtigkeit der Polizei, die ja zu diesem Zeitpunkt schon extrem unter Erfolgsdruck standen. Viel Bewunderung aber auch für Sam, die sich den Gesprächen mit ihren Vater stellte, in der Hoffnung damit ein klein wenig die Polizei zu unterstützen.

Alles in allem ein spannender Thriller der unbedingt gelesen werden sollte. Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung und verdiente fünf Lesesterne.

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Veröffentlicht am 21.12.2020

Da will ich noch mehr von lesen

Kinderklinik Weißensee - Zeit der Wunder (Die Kinderärztin 1)
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Der Start von Marlene und Emma als Eleven in der Kinderklinik ist alles andere als leicht. Schon am ersten Tag fällt Marlene auf. Da der Oberin die Herkunft der Beiden aus dem Waisenhaus in Wedding bekannt ...

Der Start von Marlene und Emma als Eleven in der Kinderklinik ist alles andere als leicht. Schon am ersten Tag fällt Marlene auf. Da der Oberin die Herkunft der Beiden aus dem Waisenhaus in Wedding bekannt ist, beschließt sie ein besonderes Auge auf die Mädchen zu haben. Das macht es für beide besonders schwer. Geradezu ungerecht empfand ich die Probezeit für beide in der Ausbildung, die bei den höheren Töchtern nicht angewandt wurde. Aber beiden ist klar, dass diese Ausbildung eine Riesenchance ist. Und dieser Gedanke ist es, der sie durchhalten lässt. Die Ungerechtigkeiten der höheren Töchter müssen sie aushalten. Es wird für Marlene noch schlimmer als bemerkt wird, dass Assistenzarzt Dr. Maximilian von Weilert sich für sie interessiert. Er bemerkt sehr schnell, wie wissbegierig und talentiert Marlene ist. Er ist derjenige, der versucht sie unauffällig zu fördern. Das macht Marlene noch angreifbarer, vor allem als bemerkt wird, dass beide Schwestern aus dem Waisenhaus kamen.

Aber auch Emma schafft es sich in der Ausbildung durchzusetzen. Gerade bei ihr merkt man deutlich wie gut sie mit Kindern umgehen kann und wie sehr dieser liebevolle Umgang den kleinen Patienten hilft. Dass Emma sich verliebt ist Marlene gar nicht recht. Zu sehr macht sie sich Sorgen um ihre kleine Schwester und will sie nur beschützen. Aber genau das führt dazu, dass sich beide Schwestern entzweien. Sie reden nicht mehr miteinander und können sich auch nicht mehr beistehen.

Ob es beide schaffen werden, trotz dieser Widerstände und Widrigkeiten ihren Weg zu meistern? Lest es selbst! Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Ganz besonders interessant fand ich, dass dieser Roman in Anlehnung der echten Kinderklinik in Weißensee geschrieben wurde. Die Autorin hat die Geschichte dieser damals einmaligen Kinderklinik sehr anschaulich beschrieben. Viele von den Fakten waren mir nicht bekannt, der Ort aber schon. Denn die Kinderklinik, zumindest die traurigen Reste von ihr steht heute noch in Weißensee und ich bin damals oft daran vorbei gelaufen.

Von mir ein großes Dankeschön an Antonia Blum, die uns die Historie der Kinderklinik Weißensee auf so eine wunderbare Art und Weise nahebracht hat.
Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung und verdiente fünf Lesesterne.

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Veröffentlicht am 13.12.2020

Gelungener Abschluss

Die Farben der Schönheit – Sophias Triumph (Sophia 3)
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Es beginnt genau da, wo der letzte Band endete. Henny ist mit letzter Kraft bei Sophia angekommen und benötigt dringend Hilfe und Unterstützung. Die bekommt sie natürlich von Sophia. Sie ist es auch, die ...

Es beginnt genau da, wo der letzte Band endete. Henny ist mit letzter Kraft bei Sophia angekommen und benötigt dringend Hilfe und Unterstützung. Die bekommt sie natürlich von Sophia. Sie ist es auch, die sich um die weitere medizinische Versorgung, dem klinischen Drogenentzug und auch der psychologischen Weiterbetreuung kümmert. Dank Sophia gelingt es Henny wieder in das normale Leben zurückzufinden.

Aber auch Sophia gelingt der Neubeginn. Sie kehrt zu Madame Helena Rubinstein zurück. Diese bietet ihr die Finanzierung eines Studiums in Wirtschaftswissenschaften und eine weitere Tätigkeit in ihrem Unternehmen an. Sophia lässt sich darauf ein, entscheidet sich aber auch noch für ein zusätzliches Chemiestudium um ihrem eigentlichen Jugendtraum näher zu kommen.

Natürlich läuft es nicht alles so geradeaus und perfekt, wie man es als Leser hoffen würde. Das Darren und Sophia heiraten werden, konnte man ja bereits ahnen. Aber es kommen auch ungeahnte Konflikte auf sie zu. Die Arbeit und das Studium nebenbei belastet die Ehe und die Beziehung der beiden. Auch die sich nicht einstellende Schwangerschaft erschwert das Leben der Beiden.

An diesen Punkten im Buch wird es dann für meinen Geschmack etwas zu langatmig. Auch bei die Konflikte sind für mich zu oberflächlich. Hier hätte es durchaus etwas intensiver sein können. Ob es nun das Verhältnis zu Helena Rubinstein ist, die Sophia nach all den vielen Jahren und der Loyalität immer noch mit sehr wenig Respekt behandelt. Oder aber auch bei der Diskussion um das Thema Adoption passiert sehr wenig. Selbst die Argumente Sophias warum sie keine Adoption möchte, kommen erst sehr spät, sind aber durchaus verständlich.

Trotz allem hat mir diese Trilogie sehr gut gefallen. Ich empfehle sie sehr gerne weiter und vergebe für diesen Band verdiente vier Lesesterne.

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Veröffentlicht am 02.12.2020

Absolut lohnenswert

Der Todesspieler
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Colter Shaw ist Ermittler. Nein er ist nicht bei der Polizei und er ist kein Kopfgeldjäger. Aber er sucht gegen Belohnung nach vermissten Personen. Wobei er auch hier genau abwägt, ob er den Fall übernimmt ...

Colter Shaw ist Ermittler. Nein er ist nicht bei der Polizei und er ist kein Kopfgeldjäger. Aber er sucht gegen Belohnung nach vermissten Personen. Wobei er auch hier genau abwägt, ob er den Fall übernimmt oder nicht. Das ist nicht nur von der Höhe der Belohnung abhängig, er allein entscheidet ob er die vermisste Person sucht oder nicht. Colter Shaw ist ein hervorragender Spurenleser, vielleicht der Beste überhaupt. Und er kann sich hervorragend in Menschen hinein versetzen. Diese Fähigkeit macht in den meisten Fällen seine Suche so erfolgreich.

Als eine junge Studentin im Silicon Valley verschwindet, bietet er dem verzweifelten Vater seine Hilfe an. Auch wenn es der örtlichen Polizei unwahrscheinlich erscheint, gelingt Colter Shaw in relativ kurzer Zeit der Durchbruch und er kann die junge Frau finden und befreien. Doch es dauert nicht lange und es gibt ein weiteres Entführungsopfer. Colter Shaw begibt sich erneut auf die Suche.

Ich kenne einige der Bücher von Jeffery Deaver und muss sagen, dieses war anders. Schon der Protagonist, der nicht wie gewohnt ein professioneller Ermittler bzw. Profiler der Polizei ist, sondern nur eine Art Privatdetektiv. Das war so völlig anders. Aber die Person des Colter Shaw gefällt mir richtig gut. Seine Art, wie er an die Fälle geht, die Art und Weise wie er alles angeht und analysiert, das ist bewundernswert beim Lesen. Es macht auch Spaß und ist vor allem interessant zu erfahren, wie es dazu kam, dass Colter Shaw so geworden ist. Man erfährt viel aus seiner Kindheit und Jugend. Und das Beste ist, das passt alles perfekt in diesen Thriller, auch wenn sich bestimmte Dinge erst im Nachhinein ergeben.

Mir hat dieser neue Ermittler von Jeffery Deaver richtig gut gefallen. Der Thriller war, wie schon beschrieben, völlig anders dafür aber genauso spannend. Er hat sich richtig gut gelesen. Toll fand ich auch die kleinen Skizzen, die im Buch abgedruckt sind und die einem beim Lesen die Tatorte sehr viel anschaulicher machen.

Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung und verdiente fünf Lesesterne.

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