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Veröffentlicht am 08.02.2022

Mich hat es nicht ganz überzeugt

Perfect Day
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Für Ann ist es ein riesiger Schock als ihr Vater völlig unerwartet in ihrem Beisein verhaftet wird. Der Vorwurf, er ist verdächtigt der Berliner Schleifenmörder zu sein. Er soll über einen Zeitraum von ...

Für Ann ist es ein riesiger Schock als ihr Vater völlig unerwartet in ihrem Beisein verhaftet wird. Der Vorwurf, er ist verdächtigt der Berliner Schleifenmörder zu sein. Er soll über einen Zeitraum von vierzehn Jahren immer wieder kleine Mädchen entführt und umgebracht haben.

Für Ann bricht eine Welt zusammen. Das kann sie nicht glauben. Ihr Vater mit dem sie seit dem Tod ihrer Mutter, als sie sechs Jahre alt war, zusammenlebte, der sich liebevoll um sie gekümmert hat und mit dem sie eine so harmonische und liebevolle Beziehung hat, dieser Mann soll viele Mädchen ermordet haben. Das kann nicht sein. Da die Polizei offensichtlich gar nichts macht und auch der Familienanwalt Ruhe bewahrt, macht Ann sich selbst auf Spurensuche nach dem Mörder der Mädchen.

Der Haupterzählstrang des Buches ist in dem Zeitraum der Verhaftung von Anns Vater. Aber es gibt weitere eingeschobene Nebenschauplätze. Das sind zum Einen die Erinnerungen von Ann, die beim Lesen deutlich werden lassen, wie eng das Verhältnis der Beiden war. Es gibt aber auch sehr interessante Einschübe der kleinen Ann, die ihre Erkenntnisse über verschiedene Emotionen in ihrer kindlichen Art aufgeschrieben hat. Interessant sind die Betrachtungen im "Wir".

Dieser Wechsel zwischen den einzelnen Ebenen machte es mir am Anfang nicht leicht in das Buch zu kommen. Und doch gelang es der Autorin Spannung aufzubauen. Dank überraschender, unvorhersehbarer Ereignisse entwickelte sich der Thriller dann doch ganz anders als gedacht. Das war der Moment, wo ich meinen Frieden mit dem Buch gemacht hatte.

Ja ich empfehle das Buch weiter. Ich kann mir vorstellen, dass es durchaus Leser gibt, die diese Art des Erzählens lieben werden. Von mir gibt es verdiente 3 Lesesterne.

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Veröffentlicht am 02.01.2022

Beeindruckend

Im Auge des Zebras
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Für Kommissarin Olivia Holzmann vom LKA ist der Fall der mysteriös entführten Jugendlichen die Chance. Sie glaubt auch den Tatverdächtigen zu kennen. Denn alle Eltern der Entführten hatten etwas mit dem ...

Für Kommissarin Olivia Holzmann vom LKA ist der Fall der mysteriös entführten Jugendlichen die Chance. Sie glaubt auch den Tatverdächtigen zu kennen. Denn alle Eltern der Entführten hatten etwas mit dem Verdächtigen zu tun. Aber sie kommt mit ihren Ermittlungen nicht voran und der Verdächtige schweigt. Zu Recht fürchtet sie um das Leben der Kinder.

Hilfe erhofft sie sich von ihrem genialen Mentor Severin Bösherz. Doch der hat sich entschieden, er wird sich an keinen Ermittlungen mehr beteiligen. Auch die pensionierte Kommissarin Esther Wardy, die bereits in einem ähnlichen Fall ermittelte, verweigert ihre Unterstützung.

Olivia Holzmann ist auf sich allein gestellt. Kleine Hinweise von Bösherz geben ihr immer wieder neue Ideen und Gedankenimpulse. Doch kann sie den Fall ohne die Unterstützung allein lösen? Ist sie in der Lage, die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen? Lest selbst und seit beeindruckt.

Es gab bereits zwei vorherige Bücher zu Kommissar Bösherz. Beide kannte ich nicht, werde dies aber umgehend nachholen! Mir hat die Beschreibung, wie Bösherz nach Lösungsansätzen und Hilfen für Olivia Holzmann gesucht hat, unwahrscheinlich gut gefallen. Diese Art des langsamen Denkens, des Auseinandernehmens und Zerstückeln des Problems um so auf eine völlig neue Variante zu kommen, war schon genial. Auch die Ausführungen über den "Unsicheren" und den "Mündigen" in dem Buch waren für mich sehr gelungen und wurden spontan markiert. Sie trafen den Nagel auf den Kopf.
Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung und verdiente fünf Lesesterne.

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Veröffentlicht am 23.11.2021

Was für ein Geheimnis!

Das Geheimnis
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Ulla ist kurz vor ihrem 60. Geburtstag und denkt über ihr Leben nach. Da ist die gescheiterte Ehe mit Stephan, dann das merkwürdige Verhältnis zu ihrer Tochter Sandra. Über mehrere Ecken erfährt sie durch ...

Ulla ist kurz vor ihrem 60. Geburtstag und denkt über ihr Leben nach. Da ist die gescheiterte Ehe mit Stephan, dann das merkwürdige Verhältnis zu ihrer Tochter Sandra. Über mehrere Ecken erfährt sie durch Zufall, dass sie Großmutter wird. Doch Sandra lehnt jeglichen Kontakt mit ihr ab.
Um zu sich selbst zu finden, fährt Ulla nach Moosleitn am Chiemsee in das alte Haus ihrer Mutter. Auch mit Helga, ihrer Mutter, war das Verhältnis kompliziert, denn Helga verließ Ulla als diese neun Jahre alt war. Über die Gründe wurde nie wirklich gesprochen und Ulla kann Helga auch nicht mehr fragen, denn dies erschoss sich nur wenige Jahre später nach der Trennung von Ulla.

Eigentlich möchte sie das Haus in Moosleitn verkaufen, den Käufer gibt es sogar schon. Aber im Haus angekommen, gelingt es ihr in das Leben ihrer Mutter einzutauchen. Durch Zufall findet sie alte Musikkassetten, die von ihrer Mutter mit Nachrichten an Ulla besprochen wurden. Und sie findet mehr als sie erwartet hätte.

Das ist wieder so ein wunderbares Buch von Ellen Sandberg. Die Konflikte, mit denen man beim Lesen konfrontiert wird, kann ich so wunderbar verstehen und nachvollziehen. Sie geben einem beim Lesen auch die Möglichkeit sich selbst zu reflektieren. Aber das sind auch die kleinen Schwingungen beim Lesen, die mich ahnen lassen, dass da auf jeden Fall noch mehr kommen wird. Die dabei erzeugte Spannung führt letztlich dazu, dass ich das Buch kaum aus den Händen legen konnte. Interessant dabei war, dass die kleinen Puzzleteilchen, die wir von den jeweiligen Abschnittsprotagonisten erfuhren uns Stück für Stück näher an die Lösung des Rätsels brachten. Sie verrieten aber immer gerade so viel wie nötig war, so dass für mich die Lösung dann wirklich erst am Ende mit einem Aha-Erlebnis kam.

Ich war von diesem Buch begeistert und empfehle es unbedingt weiter. Von mir gibt es dafür verdiente fünf Lesesterne.

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Veröffentlicht am 23.11.2021

Hellers letzter Fall

Feind des Volkes
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Der Fall mit dem Heller im Spätsommer 1959 zu tun hat, ist in seiner Brutalität und Grausamkeit einzigartig. Die Ermittlungen gestalten sich schwierig, da es sich bei den beiden Opfern um angesehene, hochrangige ...

Der Fall mit dem Heller im Spätsommer 1959 zu tun hat, ist in seiner Brutalität und Grausamkeit einzigartig. Die Ermittlungen gestalten sich schwierig, da es sich bei den beiden Opfern um angesehene, hochrangige Bürger der DDR handelt. Da wird dann auch schnell mal die Staatssicherheit bei den Ermittlungen mit einbezogen. Aber die Schwierigkeit ist, es darf so richtig niemand etwas erfahren, denn Mord und Totschlag gibt es in der DDR nicht. Als ein potentiell Verdächtiger die Morde gesteht, sind alle erleichtert.

Doch es zeigt sich zwei Jahre später im Sommer 1961, dass es weitere Todesopfer gibt, die alle auf eine ähnliche Weise umgebracht wurden, wie in dem Fall vor zwei Jahren. Heller, den man mittlerweile im Büro bis zum Ruhestand geparkt hat, wird in die erneuten Ermittlungen miteinbezogen, da sich der Täter bei ihm persönlich meldet und ihn und seine Familie bedroht.

Spannend war in diesem Buch die gelungene Verknüpfung zwischen dem Privatleben Hellers, den Ermittlungen der Polizei und den schwelenden Veränderungen damals in der DDR. Heller, der zunehmend weniger bereit ist, sich die Einschränkungen und Bevormundungen seiner Vorgesetzten gefallen zu lassen und daraus kurzerhand die Konsequenzen zieht. Man merkt beim Lesen deutlich, wie sehr die Luft brennt. Beim Lesen wird einem auch bewusst, wie sehr die Stasi Einfluss auf die Ermittlungen und auch auf das Leben der Beteiligten nahm. Wer die richtigen Leute an der richtigen Position kannte, dem konnte einfach nichts passieren. Die wurden von Oben geschützt, auch wenn es vielleicht Verdachtsmomente in die richtige Richtung gab. In dem Falle gab es für Heller große Sympathie, denn er ließ sich von den Oberen nicht einschüchtern.

Ich finde es schade, dass dies nun der letzte Ermittlungserfolg von Heller ist und die Reihe damit endet. Vielleicht hat der Autor und lässt den Kommissar unter veränderten Bedingungen weiter wirken.

Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung und verdiente fünf Lesesterne.

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Veröffentlicht am 07.11.2021

Hier habe ich mir mehr erhofft

Die Blankenburgs
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Die Blankenburgs sind eine alte Frankfurter Familiendynastie. 1929 feiern sie groß das 150jährige Jubiläum der familieneigenen Porzellanmanufaktur. Doch mit dem Börsencrash 1929, dem Tod des Familienoberhaupts ...

Die Blankenburgs sind eine alte Frankfurter Familiendynastie. 1929 feiern sie groß das 150jährige Jubiläum der familieneigenen Porzellanmanufaktur. Doch mit dem Börsencrash 1929, dem Tod des Familienoberhaupts und seines Schwiegersohns droht die Familie alles zu verlieren. Plötzlich sind die beiden Schwester Ophélie und Elisa auf sich gestellt und sollen die Porzellanmanufaktur retten. Doch beide sind seit vielen Jahren zerstritten. Beide haben keine Ahnung vom Geschäft, wollen aber alles tun, um die Manufaktur zu retten. Es droht ein erbitterter Erbstreit. Jedoch das Auftauchen von Tante Arabella und Tankred, dem unehelichen Sohn des Onkel, verändert alles. Plötzlich gibt es weitere Erbberechtigte und das Kräfteverhältnis der Erben verschiebt sich.

Als die Nazis an die Macht kommen, geht ein erneuter Ruck durch die Porzellanmanufaktur. Tankred macht große Karriere bei den Nazis und sorgt mit seinem Einfluss dafür, dass es in der Manufaktur aufwärts geht.
Die dramatische Geschichte dieser Familiendynastie, dass war es was mich angesprochen hatte. Aber ganz so viel habe ich dann doch nicht bekommen. Der geschichtliche Abriss der Ereignisse, der war schon sehr gut und auch informativ. Wobei ich natürlich schon vorher viel über die damalige Zeit wusste. Aber die eigentliche Familiengeschichte, die hat mich nicht wirklich berührt. Das lag zum Einen an den großen Zeitsprüngen in den Erzählungen, die man beim Lesen nicht immer mitbekam. Zum Anderen fand ich, dass diese Geschichte zu sachlich erzählt wurde. Mir fehlten die Emotionen, die Gedanken der Protagonisten. Es gab einige wenige . Aber das war mir zu wenig. Dadurch ist man mit den handelnden Figuren überhaupt nicht warm geworden.

Im Grunde endete das Buch genauso sachlich, wie es angefangen hatte. Einige der Ereignisse konnte man aufgrund der geschichtlichen Ereignisse ahnen. Nichtsdestotrotz gab es dann doch noch die Überraschung. Ophélies Deal mit Elise bei dem sie Himmler genial ausgebootet haben, das hat mir beim Lesen dann doch noch ein Lächeln gezaubert.

Trotz allem fand ich das Buch sehr lesenswert und empfehle es sehr gerne weiter.

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