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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.10.2025

Gelungene Fortsetzung, aber nichts für Quereinsteiger in die Reihe

Der Donnerstagsmordclub und der unlösbare Code (Die Mordclub-Serie 5)
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Zum fünften Mal lädt Richard Osman uns ein, mit dem Donnerstagsmordclub zu ermitteln. Die Handlung beginnt mit der Hochzeit von Joyces Tochter Joanna. Einer der Treuzeugen verkündet, eine Bombe unter seinem ...

Zum fünften Mal lädt Richard Osman uns ein, mit dem Donnerstagsmordclub zu ermitteln. Die Handlung beginnt mit der Hochzeit von Joyces Tochter Joanna. Einer der Treuzeugen verkündet, eine Bombe unter seinem Auto versteckt gefunden zu haben. Kurz darauf gibt es einen Mord und besagter Treuzeuge verschwindet…Unserer liebgewonnenes Seniorenteam geht dem natürlich nach.
Wie die vorherigen Bände ist auch dieser Roman von einer warmen Atmosphäre und Humor geprägt. Die skurrilen Figuren, vielschichtigen Hauptcharaktere und witzigen Dialoge sind wie immer ein großes Lesevergnügen. Sehr feinfühlig wird Elizabeths Trauer dargestellt. Und wir erfahren mehr über Ibrahims Vergangenheit.
Die Handlung selbst ist spannend, allerdings es ist kein Actionthriller, sondern eher eine gemütlichere Spannung, falls das Sinn ergibt. Ich hatte den Eindruck, dass die Nebenhandlungen hier etwas stärker ausgeprägt sind als in den vorherigen Teilen. Aber ich fand es immer noch gut ausbalaciert.
Das Buch ist extrem ungeeignet für Quereinsteiger in die Reihe. Osman setzt Vorwissen voraus, was Figuren, deren Vergangenheiten und Beziehungen untereinander angeht. Im dritten Band hätte man sich vielleicht ohne dieses Vorwissen zurechtgefunden, aber hier sicher nicht. Es gibt keine kurzen Zusammenfassungen, Erklärungen oder ähnliches, wie man es vielleicht aus anderen Krimireihen kennt.
Alles in allem ein must read für alle Fans der Reihe.

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Veröffentlicht am 04.10.2025

Expedition zur Monsterinsel

A Monster's Heart
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Xena ist eine Diebin. Als sich ihr eine einmalige Gelegenheit bietet, aus der weitverbreiteten Armut ihres kriegsgeplagten Landes zu entkommen, greift sie zu und stiehlt eine Identität. Und plötzlich ist ...

Xena ist eine Diebin. Als sich ihr eine einmalige Gelegenheit bietet, aus der weitverbreiteten Armut ihres kriegsgeplagten Landes zu entkommen, greift sie zu und stiehlt eine Identität. Und plötzlich ist sie, die noch nie ein Monster sah, eine berühmt-berüchtigte Monsterjägerin auf der Reise zu einer Insel voller Monster in Begleitung von einem Halbmonster. Doch die menschlichen Expeditionsmitglieder sind nicht weniger gefährlich…
Der Roman überzeugt von der ersten Seite an, der Schreibstil ist anschaulich und passt perfekt zu der Gedankenwelt von Xena, der Protagonistin. Es ist extrem unterhaltsam aus ihrer Sicht zu lesen, Handlung und Welt sind mit kleinen Details bespickt, die das Ganze sehr lebendig machen. Und Xena ist eine der viel zu seltenen Protagonisten, bei deren Entscheidungen ich nicht den Drang hatte sie lauthals anzuschreien. Das soll nicht heißen, dass sie perfekt ist und immer alles richtig macht, aber sie agiert in sich selbst schlüssig und nicht extrem weltfremd oder schlichtweg dämlich. Sie ist, wie auch die Nebenfiguren, gut und ausgewogen charakterisiert. Es hat mir sehr gut gefallen, dass alle Reisebeteiligten eigene Ziele mit komplexen Beweggründen verfolgten und es so ziemlich zwischen allen Figuren irgendeine Form von Konflikt gab. Dadurch entstand nicht nur durch die Bedrohung von außen Spannung, sondern eben auch immer wieder innerhalb der Gruppe der Eindruck von Gefahr. Und diese Spannung zog sich durch den gesamten Roman. Action und Gefühle sind gut ausbalanciert. Auch das Ende ist überaus gelungen: bedeutende Entwicklungen innerhalb der Figuren und ihrer Konstellationen sind erfolgt, es gab große handlungstechnische Wandlungen und ja, der Einschnitt hier tut etwas weh, weil ich nun monatelang auf Fortsetzung zu warten habe, aber es ist ein sinnvoll gewählter Abschlusspunkt für den ersten Band mit einer guten Menge offener Fragen für Teil zwei. Das Buch hat mich überaus positiv überrascht und für sich eingenommen. Besonders schön finde ich, dass sich die romantische Beziehung nicht überhastet ergibt, sondern langsam und authentisch erwächst. Dynamik und Chemie zwischen den Beiden stimmt einfach.
Expeditionen habe ich in Fantasyromanen bisher extrem selten gelesen, A Monster's Heart zeigt, wie spannend es sein kann.
Nicht zuletzt punktet auch das Worldbuilding durch originelle Ideen was die Monster und Halbmonster angeht, und ich kann es kaum erwarten, auch darüber mehr in der Fortsetzung zu erfahren.
Alles in allem unbedingte Empfehlung an alle, die mitreißende Fantasy mit einer guten Menge an Romantik suchen.

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Veröffentlicht am 27.09.2025

Viel Krieger kaum Königin

Der Krieger und die Königin
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„Eine Liebe, die ganz Deutschland verändert“ heißt es auf dem Buchrücken. Diese Beziehung wird allerdings nur im letzten Neuntel des Buches enttäuschend knapp und oberflächlich abgehandelt. Doch ich greife ...

„Eine Liebe, die ganz Deutschland verändert“ heißt es auf dem Buchrücken. Diese Beziehung wird allerdings nur im letzten Neuntel des Buches enttäuschend knapp und oberflächlich abgehandelt. Doch ich greife vor. Hiervon handelt der Roman: Der junge Krieger Garibald wird von seinem Vater Chlothar nach Italien gesandt. Bereits auf der Reise dorthin macht er sich Freunde und Feinde, bevor er an der Seite der Goten gegen die Oströmer um die Herrschaft in Italien kämpft. Die Handlung besteht weitestgehend aus den Kampfhandlungen, an denen Garibald teilnimmt. Diese waren durchaus spannend geschrieben, allerdings setzt die Vielzahl der historischen Namen und Fraktionen historisches Vorwissen voraus, es wurde geschichtsfremden Lesern nicht gut vermittelt. Es war interessant zu lesen, wie Garibald als Krieger Ruhm, Ansehen und dadurch Gefolgschaft ansammelte, mit der er schließlich einen kulturell vermischten Grundstein des späteren Bayerns legte.
Auf der Figurenebene hingegen konnte mich der Roman nicht überzeugen. Garibald selbst könnte sympathisch sein, aber er wird vom Handlungsgeschehen dermaßen übervorteilt, dass ich ihn irgendwann einfach nicht mehr ausstehen konnte: Von herausragender Geburt fällt ihm gefühlt alles in den Schoß, er erleidet keine Rückschläge und falls er mal Fehler macht, haben diese keine Konsequenzen. Er kann einfach nichts falsch machen. Es ist schwer, unter diesen Umständen mitzufiebern und passagenweise war die Spannung komplett raus. Alle Nebenfiguren, die Garibald nicht mögen oder gegen ihn agieren sind stets negativ dargestellt während die Guten schlichtweg gut und auf seiner Seite sind. Eine innere Entwicklung oder tiefere Gefühle und Gedanken gibt’s bei ihm nicht. Und wie es die heile Welt so will, werden alle seine braven Gefolgsmänner rasch zum Ende der Handlung verkuppelt, was bei mir den faden Beigeschmack von Frauen als Belohnung für Arbeit hinterlassen hat.
Die angekündigte große Liebe zu Waltrada nimmt weniger Raum ein, als eine andere, gescheiterte Liebesbeziehung Garibalds mit der Händlerstochter Daphne. In die Perspektiven beider Frauen erhält man nur kurzen Einblick, was eine verschwendete Gelegenheit war, da sie beide komplett verschiedene, spannende Lebensumstände haben.
Ansonsten lässt sich noch sagen, dass der Roman gut recherchiert ist und die kreativen fiktiven Elemente mich positiv überrascht haben.
Alles in allem war dies leider der schwächste Roman, den ich je von Iny Lorentz gelesen habe.

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Veröffentlicht am 20.09.2025

Schockt und polarisiert

Zeitbrand: Genesis
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Für mich war es der erste Roman aus der Feder des Autors Eryx Vail. Die Triggerwarnungen zu Beginn sind unbedingt ernst zu nehmen, denn die dort angesprochenen Inhalte kommen allesamt vor und werden durch ...

Für mich war es der erste Roman aus der Feder des Autors Eryx Vail. Die Triggerwarnungen zu Beginn sind unbedingt ernst zu nehmen, denn die dort angesprochenen Inhalte kommen allesamt vor und werden durch den bildlichen Schreibstil überaus explizit in Szene gesetzt.
Der Klappentext trifft auf die Handlung des Romans zu, allerdings stehen weder Handlung noch Charaktere im Vordergrund. Tatsächlich könnte man den Klappentext fast vollständig für den nächsten Band übernehmen, da sich bis zum unbefriedigenden Ende kaum eine Entwicklung stattfindet.
Man könnte sagen, dass Themen das Herzstück darstellen. Doch hier würde ich argumentieren, dass diese innerhalb des Romans nicht diskutiert werden. Vielmehr reihen sich blutig-provokante Episoden aneinander, die nach dem ersten Schock zu ermüdender Brutalität vor einer kulissenhaft gezeichneten Welt und flachen Charakteren verkommt. Das bloße Darstellen von Missständen ohne Dekonstruktion oder weitergehende Reflexion konnte mich nicht in den Bann ziehen. Es gab kein Mitfiebern oder Mitleiden mit den Figuren und keine Atmosphäre, was ich ziemlich schade finde, denn ich wollte vom Roman begeistert sein. Es werden immer wieder interessante Konzepte und Ideen aufgeworfen, doch sie scheinen nur blitzartig auf und werden nicht weiterverfolgt und nur so knapp dargestellt, dass es unglaublich frustrierend war, einen Blick auf etwas so spannendes zu erhalten, nur um es ignoriert zu sehen.
Deshalb funktionierte der Roman für mich weder als klassischer Fantasyroman, der er definitiv weder ist noch sein will, noch als kritisches Werk, weil die Kritik zu simple war. Aber ich finde es sehr gut, dass es veröffentlich wurde, da es viel zu viele Fantasyromane nach Schema X gibt, und das kann man dem Buch wirklich nicht vorwerfen. Es ist einmalig.
Alles in allem war es einfach nicht das Buch für mich, ich würde es allerdings Fans des Autors weiterempfehlen und Personen, die mal etwas ganz anderes suchen.

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Veröffentlicht am 20.09.2025

Serienauftakt mit Potenzial

Heart of Night and Fire
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Zarya wächst als Gefangene fernab von aller Zivilisation auf. Ihre einzige Gesellschaft sind ihr Ziehvater und Gefängniswärter Row, ihr Ziehbruder Aarav, den sie am liebsten töten würde und allgegenwärtige ...

Zarya wächst als Gefangene fernab von aller Zivilisation auf. Ihre einzige Gesellschaft sind ihr Ziehvater und Gefängniswärter Row, ihr Ziehbruder Aarav, den sie am liebsten töten würde und allgegenwärtige Monster, die sie tatsächlich tötet. Doch als ihr eines Tages die Flucht gelingt, entdeckt sie eine Welt, die durch eine unaufhaltsame magische Seuche an den Rand der Vernichtung getrieben wurde. Zarya ist fest entschlossen, für den Erhalt von allem, was sie zuvor nie gekannt hat, zu kämpfen. Und vielleicht nebenbei herauszufinden, wieso sie als Gefangene aufwuchs.
Das Setting der indisch-inspirierten Fantasy ist spannend und originell. Bei manchen der Kreaturen hätten die Beschreibungen ausführlicher sein können, doch auch so sind sie durch den flüssig-anschaulichen Schreibstil sehr bildlich vorstellbar. Neben tödlichen Monstern begegnen uns auch weitere magische Wesen, die eine Gesellschaft bilden, die von rassistischen Vorbehalten gegeneinander durchzogen ist. Da die Protagonistin selbst nicht viel über die Welt weiß, lernt der Leser mit ihr. Dabei war es gelegentlich frustrierend, dass Zarya oftmals wichtige Frage über das Setting oder ihre eigene Herkunft nicht stellt, wenn sich gute Gelegenheiten bieten. Sie lebt oft lieber im Moment und liest sich generell mehr nach Young Adult als New Adult. Daran ändert sich auch im Laufe der Handlung wenig, sie durchläuft keine persönliche Entwicklung außer der bahnbrechenden Erkenntnis, dass die komplizierte Beziehung zu ihrem Ziehbruder nicht nur seine, sondern auch ihre Schuld ist.
Zaryas Beziehung zu Row und Aarav ist spannend zu lesen, weil sie ein Gemisch aus negativem und positivem ist. Noch interessanter allerdings ist ihre Freundschaft zu Yasen. Beide entdecken Gemeinsamkeiten in ihren tragischen Hintergründen und wie diese ihr Handeln beeinflussen. Genau das war eins der Highlights des Buches für mich, dass diese Backstories eben nicht nur genutzt wurden, um Sympathien zu wecken, sondern konkreten Einfluss auf die Handlung, die Figurenkonstellationen etc. haben. Alles romantische in Roman hat für mich nicht funktioniert. Zaryas Anziehung zu Vikram kam mir sehr blass vor und, ohne hier zu Spoilern, auch alle übrigen Romanzen waren mir ziemlich gleichgültig. Gegenüber den Freundschaften und familiären Konflikten waren sie einfach so langweilig und klischeehaft.
Zu Beginn war die Handlung etwas langsam, aber dann nahm sie einmal Fahrt auf und die actionreiche Spannung hielt bis zum Ende an. Es ist zwar ein erster Roman, doch jetzt im Nachhinein erinnert es von der Art und Weise, wie es die Figuren in die Konstellation bringt, die am Ende der Handlung herrscht, mehr an ein Prequel. Manche der Wendungen waren zwar vorhersehbar, aber einige haben mich angenehm überrascht. Ich bin gespannt, wie es mit Zarya weitergehen wird.
Alles in allem ein lesenswerter Fantasyroman, der durch ein spannendes Setting und interessante Figuren punktet.

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