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Veröffentlicht am 03.08.2022

Eine übernatürliche LGTBQIA+ RomCom

Yadriel und Julian. Cemetery Boys
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„Yadriel und Julian – Cemeterey Boys“ ist am 28. Juni 2022 bei Dragonfly erschienen. Autor Aiden Thomas erzählt die Geschichte von Yadriel, der es als Transgender in seiner Familie nicht so leicht hat. ...

„Yadriel und Julian – Cemeterey Boys“ ist am 28. Juni 2022 bei Dragonfly erschienen. Autor Aiden Thomas erzählt die Geschichte von Yadriel, der es als Transgender in seiner Familie nicht so leicht hat. Diese ist Teil einer Brujx-Gemeinschaft in LA, die Santa Muerte verehren. Die Geschlechterrollen sind klar verteilt: brujas (Frauen) können heilen, brujos (Männer) helfen mit ihren Fähigkeiten Geistern auf ihrem Weg ins Jenseits. Yadriel wird die Zeremonie zum brujo verwehrt, deshalb entschließt er sich kurzerhand diese mithilfe seiner Cousine Maritza auf eigene Faust durchzuziehen. Bei seiner ersten Beschwörung steht auf einmal der Bad Boy der Schule vor ihm. Gemeinsam machen sie sich daran, dessen Tod aufzuklären.
Ich muss gestehen, ich kenne mich in der LGTBQIA+ Gemeinschaft nicht besonders gut aus. Bzw. habe ich mich bisher nicht tiefer mit den unterschiedlichen Orientierungen auseinandergesetzt. Daher hatte ich auch das ein oder andere Mal so meine Probleme mit den verwendeten Begriffen, weil ich sie schlichtweg nicht kannte und es leider auch keine Erklärung dazu gab. Mit der Zeit habe ich jedoch sehr gut reingefunden und habe seitdem auch einiges dazugelernt! Ähnlich verhält es sich mit den spanischen Wörtern und Sätzen.
Da ich Spanisch gelernt habe, ist mir dies nicht so schwergefallen. Ich könnte mir jedoch gut vorstellen, dass es so manchem anders ging. Da ich es grundsätzlich gut finde, wenn die Muttersprache der Figuren im Buch vorkommt, ist möglicherweise ein Glossar am Ende des Buches eine hilfreiche Lösung.
Zu Beginn war ich auch von den vielen Namen/Figuren und deren Verwandtschaftsgrad verwirrt. Aber auch hier kommt man nach einer Weile rein und es kristallisieren sich die Hauptcharaktere heraus. Die Protagonisten sind mir allesamt recht sympathisch.
Insgesamt schreibt der Autor sehr ausführlich und detailliert. Dies ermöglicht unter anderem eine gute Vorstellung von der Umgebung. Führt allerdingst auch dazu, dass für die wenigen Tage, über die die Geschichte handelt, sehr viele Seiten benötigt werden. Meiner Meinung nach hätte man hier ruhig an der ein oder anderen Stelle etwas kürzen können. Der Schreibstil an sich ist angenehm und oft sehr witzig. Vor allem gegen Ende nimmt dann auch die Spannung nochmal deutlich zu. Das hat mir gut gefallen.
Die Kombination aus Übernatürlichem und RomCom konnte meinen Erwartungen standhalten. Mir hat die Geschichte der Cemetery Boys gut gefallen, auch wenn ich am Anfang so meine Schwierigkeiten mit manchen Begriffen hatte. Daher würde ich das Buch eher Jugendlichen empfehlen, die sich bereits etwas Vorwissen zum Thema LGTBQIA+ mitbringen.

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Veröffentlicht am 07.07.2022

Von Drachen und Prinzessinnen

Der kleine Raubdrache (Bd. 1)
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Am 02. Juni 2022 ist „Der kleine Raubdrache“ von Dagmar H. Müller bei Coppenrath erschienen. Das Buch handelt vom kleinen Drachen, der keine Lust darauf hat als Raubdrache Prinzessinnen zu stehlen, nur ...

Am 02. Juni 2022 ist „Der kleine Raubdrache“ von Dagmar H. Müller bei Coppenrath erschienen. Das Buch handelt vom kleinen Drachen, der keine Lust darauf hat als Raubdrache Prinzessinnen zu stehlen, nur damit ein Prinz sie am Ende retten kann. Und ausgerechnet die erste Prinzessin, die er raubt, will gar nicht gerettet werden – geschweige denn heiraten.
Sowohl das Cover als auch der Inhalt sind sehr ansprechend gestaltet. Über das ganze Buch verteilt gibt es immer wieder schöne Illustrationen und bunte Schriftelementen. Die Altersempfehlung des Verlags lautet „ab 5 Jahren“. Dies ist meiner Meinung nach für den ein oder anderen jungen Leser noch etwas zu früh. Das Buch umfasst knapp 180 Seiten, die erst einmal bewältigt werden wollen. Die Geschichte vom kleinen Raubdrachen ist neben dem Umfang noch dazu recht anspruchsvoll, sodass nicht jeder Vorschüler mit ihr thematisch und stilistisch zurechtkommen würden. Man kann es zwar gemeinsam als Vorlesebuch lesen, dennoch glaube ich, dass den Kindern hier einiges verborgen bleibt. Es ist wohl eher ein Buch für leseerfahrene Grundschüler, die den im Buch enthaltenen Witz entdecken können.
Die Protagonisten sind allesamt sympathisch und man kann sich gut in sie hineinversetzen. Die Autorin hinterfragt spielerisch Rollenklischees und unterläuft dabei mit genialem Fingerspitzengefühl jede Erwartung. Es werden viele Themen behandelt, über die man nachdenken und lachen kann. Aber man muss sie kognitiv erfassen können. Man muss sowohl den klassischen Prinzessinnen-Plot kennen als auch die hier gebotenen Abweichungen erkennen. Das aber schaffen Vorschulkinder nicht. Zudem ist das Buch eher auf Selbstlesen ausgelegt und als Vorlesebuch fast zu schade.
Das Ende bietet einen kleinen Cliffhanger, sodass man auf die Fortsetzung der Geschichte in Band 2, der im Frühjahr 2023 erscheint, gespannt sein darf. Ich bin gespannt darauf, wie es mit dem kleinen Drachen weitergeht.
Alles in Allem ein sehr schönes Kinderbuch mit vielen lehrreichen Elementen. Meiner Meinung nach ist es eher für Kinder ab 8 Jahren mit Leseerfahrung und Verständnis für Witz und Ironie geeignet. Jüngere Kinder dürften von den vielen Anspielungen und Transferleistungen überfordert sein.

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Veröffentlicht am 28.06.2022

Eine alternative Vergangenheit

Die Apollo-Morde
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„Die Apollo Morde“ von Autor und Astronaut Christ Hadfield ist am 15. Juni bei dtv erschienen. Wir befinden uns im Jahr 1973 kurz vor dem Start einer letzten streng geheimen Mondmission der Amerikaner ...

„Die Apollo Morde“ von Autor und Astronaut Christ Hadfield ist am 15. Juni bei dtv erschienen. Wir befinden uns im Jahr 1973 kurz vor dem Start einer letzten streng geheimen Mondmission der Amerikaner – Apollo 18. Die Crew soll wichtige Gesteinsproben sammeln. Hiermit sind sie jedoch nicht allein, denn auch die Sowjetunion ist hinter den Schätzen des Mondes her. Neben den Astronauten gehört Kaz Zemeckis als Flugleiter zu den Hauptprotagonisten. Er fungiert als Vermittler zwischen der Crew im Weltall und der Besatzung am Boden. Schon bald häufen sich die Anzeichen, dass nicht jeder an Bord der zu sein scheint, der er vorgibt.
Der Einstieg in das Buch startet äußerst spannend. Das hat mir sehr gut gefallen. Allerdings muss ich im Nachhinein sagen, dass mir der Prolog für die Gesamtgeschichte keinen Mehrwert geliefert hat. Auffallend war hier, dass der Prolog in der ersten Person geschrieben wurde und das weitere Buch anschließend aus der dritten Person.
Insgesamt ist alles sehr detailliert beschrieben, auch viele technische Einzelheiten. Das ist unglaublich interessant. Hierdurch wird es an manchen Stellen jedoch auch etwas langatmig. Es werden außerdem viele Abkürzungen verwendet, die nur teilweise erklärt werden. Dafür werden wiederum des Öfteren die Aussprache bzw. bestimmte Begriffe näher beschrieben. Etwas schwergetan habe ich mir vor allem zu Beginn mit den Wechseln zwischen den Orten und vor allem auch Zeiten. Nach einer Weile hat man sich etwas daran gewöhnt und vor allem die zeitlichen Wechsel werden dann weniger. An sich ließ sich das Buch dennoch einfach lesen.
Die Hauptprotagonisten sind gut gewählt. Vor allem Kaz und JW sind einem hier recht sympathisch. Viele der Nebencharaktere hätte man sich auch sparen können. Ich muss gestehen, dass ich hier teilweise auch einfach den Überblick verloren habe. Hierzu gehört auch die kleine Romanze, die für mich persönlich nicht zur Geschichte gepasst hat.
Wie schon erwähnt, startet das Buch äußerst spannend. Dies lässt jedoch vor allem im Mittelteil stark nach, bevor es dann gegen Ende nochmal ereignisreicher wird. Hier wurde es dann jedoch auch ein wenig chaotisch, wodurch ich der Handlung nicht mehr 100% folgen konnte. Insgesamt war das Ende für mich leider nicht befriedigend. Es sind noch so viele ungeklärte Fragen offengeblieben – schade! Das Buch gibt viele Einblicke in die Welt der Astronauten und auch die Mischung aus Fiktion und Realität ist gut gelungen. Für einen Thriller war es mir persönlich allerdings nicht packend genug.

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Veröffentlicht am 28.06.2022

Eine kulinarische Reise durch Istrien

Genießen in Istrien
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Das Buch ist sehr wertig gestaltet. Mir gefällt die Innenklappengestaltung sehr gut. So hat man in der vorderen gleich zu Beginn einen Überblick der verschiedenen Orte (alphabetisch sortiert und auf der ...

Das Buch ist sehr wertig gestaltet. Mir gefällt die Innenklappengestaltung sehr gut. So hat man in der vorderen gleich zu Beginn einen Überblick der verschiedenen Orte (alphabetisch sortiert und auf der Karte). Auffällig ist schon hier, dass Kroatien einen deutlich größeren Teil des Buchs einnimmt. In der hinteren Innenklappe werden zum einen alle Restaurants aufgelistet und zum anderen gibt es ein Glossar zu üblichen kroatischen und slowenischen Wörtern bzw. Gerichten.
Nach der Lektüre der Inhaltsangabe dachte ich, dass im ersten Teil des Buches "Kroatisches Istrien" die Restaurants nach kulinarischen Besonderheiten sortiert wären. Also z.B. Pasta, Olivenöl oder Trüffel. Und in Teil zwei über Slowenien ist dies nicht mehr der Fall. Dies ist jedoch nicht so. Das Inhaltsverzeichnis zeigt lediglich die Seiten der so genannten kulinarischen Besonderheiten, sowie die Seitenzahl auf denen die Rezepte zu finden sind. Sowohl die Rezepte als auch die weiterführenden Informationen zu den kulinarischen Besonderheiten finde ich sehr gut! Mich hat nur die Darstellung im Inhaltsverzeichnis etwas verwirrt. Noch zur Info: die Restaurants werden in alphabetischer Reihenfolge ihres Ortes aufgelistet.
Insgesamt sind die Seiten sehr schön gestaltet. Man erfährt zu den einzelnen Restaurants und Hotels mal mehr und mal weniger. Bekommt jedoch immer einen schönen Einblick. Gibt es irgendwo eine Besonderheit, z.B. Wein oder Olivenöl, ist dies auch sofort ersichtlich. Auch die Fotos sind perfekt ausgewählt und rufen sofort Urlaubsfeeling bei mir wach.
Da keine Preise oder Preiskategorien angegeben werden fällt eine Einschätzung hier manchmal schwer. Die Autorin erläutert ihre Beweggründe hierfür jedoch im Vorwort. Anhand der Bilder und Beschreibungen handelt es sich jedoch zumeist eher um höherpreisige Lokalitäten. Ich finde es etwas schade, dass der Fokus so stark daraufgelegt wurde. Denn es gibt eine Vielzahl an kleinen Familienbetrieben, die eher gutbürgerlich kochen und bei denen es mindestens genauso lecker schmeckt!
Der slowenische Teil des Buches ist leider deutlich kürzer als der kroatische. Das finde ich etwas schade. Mir hätte es besser gefallen, wenn beide Teile etwas ausgeglichener wären.
Sonst gibt es hierzu nicht viel anderes zu sagen als bereits zum kroatischen Teil des Buches. Die Gestaltung ist sehr hübsch und man hat auch mittlerweile den Aufbau der Seiten soweit verinnerlicht, dass man sich schnell zurechtfindet.
Insgesamt gefällt mir das Buch recht gut. Es macht auf jeden Fall Lust auf eine kulinarische Reise nach Istrien. Wie bereits erwähnt finde ich die Unausgewogenheit der beiden Länder und den Fokus auf eher höherpreisige Restaurants nicht ganz so gut gewählt. Die Rezepte und weiterführenden Informationen zu kulinarischen Besonderheiten sind eine tolle Ergänzung. Alles in allem aber ein hübsch gestaltetes Buch, von dem ich mit Sicherheit sowohl die ein oder andere Lokalität einmal ausprobieren werde.

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Veröffentlicht am 08.06.2022

Viele Details, wenig Krimi

Tiefes, dunkles Blau
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„Tiefes, dunkles Blau“ von Seraina Kobler erschien am 27. April 2022 bei Diogenes. Der Krimi spielt in Zürich. Hier ermittelt Seepolizistin Rosa Zambrano im Mordfall ihres Arztes, bei dem sie ihre Eizellen ...

„Tiefes, dunkles Blau“ von Seraina Kobler erschien am 27. April 2022 bei Diogenes. Der Krimi spielt in Zürich. Hier ermittelt Seepolizistin Rosa Zambrano im Mordfall ihres Arztes, bei dem sie ihre Eizellen hat einfrieren lassen. Es führen verschieden Spuren unter anderem in die Genforschung und ins Rotlichtmilieu. Vier Frauen stehen schon bald im Fokus der Ermittlungen, jede für sich mit ihrem eigenen Motiv.
Mir wurde eindeutig viel und zu detailliert alles Mögliche nur nicht das Wesentliche beschrieben. Es ist zwar ganz nett ein bisschen drum herum für das Feeling erzählt zu bekommen, doch hier ist es mir definitiv viel zu viel. Meiner Meinung nach geht hierdurch leider auch die Spannung verloren. Rosa ist mir grundsätzlich recht sympathisch und auch das gewählte Thema hat großes Potenzial.
Mich haben die vielen Protagonisten, die teilweise aus dem Nichts heraus und auch ohne weitere Erklärungen auftauchen, immer wieder verwirrt. Letztendlich habe ich mich dafür entschieden "darüber hinweg zu lesen". Mit Sicherheit ist mir hierdurch der ein oder andere Zusammenhang abhandengekommen. Allerdings hat der Schreibstil sowieso schon meine ganze Aufmerksamkeit gefordert, sodass ich nicht auch noch die Muse hatte, mich da tiefer reinzufuchsen.
Insgesamt handelt es sich um einen eher entspannten und unaufgeregten Roman mit einer sympathischen Protagonistin. Allerdings hätte ich mir weniger Essensbeschreibungen und dafür mehr Kriminalanteil gewünscht. Das gewählte Thema Kinderwunsch und Genmanipulation ist unglaublich interessant. Leider wurde hier meiner Meinung nach großes Potenzial verschenkt. Auch die verschiedenen Szenen/Milieus waren mir fast ein bisschen zu sehr durcheinander gewählt. Ebenso wie die Nebenprotagonisten, bei denen viele (unnötige) Informationen mitgegeben wurden. Ich aber letztendlich oft gar nicht so genau wusste, um wen es sich eigentlich handelt. Hierzu zählen für mich auch die Beziehungen der Protagonisten untereinander.
Ich habe mir allgemein schwergetan, der Geschichte zu folgen, da es für mich einfach zu viele unwichtige Details gibt. Ein Krimi muss für mich spannend sein, damit ich mitfiebern und -rätseln kann. Hier hat es eher etwas von einem Wohlfühlroman bzw. Cosy-Krimi, der den Fokus auf die Beschreibung der schönen Stadt und Rezepte legt.
Mich konnte das Buch leider nicht überzeugen. Auch wenn es gegen Ende doch noch einmal etwas spannend wurde. Insgesamt waren es mir zu viele unrelevante Details und zu wenig Kriminalfall.

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