Gemütliche Sommerlektüre
Die Frau im Park„Die Frau im Park“ von Ella Janek ist am 01.07.2021 im Knaur Verlag erschienen. Es handelt von Eva. Sie kümmert sich seit einem schweren Autounfall voll und ganz um ihre Tochter, die seitdem im Rollstuhl ...
„Die Frau im Park“ von Ella Janek ist am 01.07.2021 im Knaur Verlag erschienen. Es handelt von Eva. Sie kümmert sich seit einem schweren Autounfall voll und ganz um ihre Tochter, die seitdem im Rollstuhl sitzt. Doch kurz vor ihrem 50. Geburtstag verkündet Alisa, dass sie ausziehen wird. Eva weiß zunächst nichts mit sich anzufangen und auch ihre Ehe hat schon bessere Zeiten gesehen. Sie begibt sich auf lange Spaziergänge in den Park, in den sie früher immer mit ihrer Tochter gegangen ist. Dort trifft sie zunächst immer wieder zufällig auf den Sportlehrer Ben. Mit ihm spricht sie über ihre Wünsche und ihren Traum wieder in ihren ehemaligen Beruf als Schauspielerin einzusteigen.
Das Cover ist wirklich passen gestaltet. Es gefällt mir gut! Leider kann ich das vom Schreibstil der Autorin nicht behaupten. Bis zum Ende des Buches konnte ich damit nicht warm werden. Die Gespräche zwischen den Protagonisten kamen mir oft abgehakt vor. Und ständig wurden die Namen am Satzende verwendet. „Hallo, Eva.“, „Hallo, Johannes.“; „Gute Nacht, Eva.“, „Gute Nacht, Johannes.“. Die Erzählperspektive vermittelt eine gewisse Distanz. Ich könnte mir die Geschichte auch sehr gut aus der 1. Person vorstellen.
Auch wenn ich noch eine Weile hin habe bis zu meinem 50., so kann ich mir Evas Gefühlslage doch sehr gut vorstellen. Schon vor dem Unfall war sie diejenige, die sich hauptsächlich um die Tochter gekümmert hat. Sie hat ihre Karriere als Schauspielerin hintenangestellt, nicht zuletzt, weil ihr Mann ein erfolgreiches Unternehmen leitet. Dieser Umstand führte seit jeher zu Unstimmigkeiten in der Ehe. Mit dem Unfall hat sich Eva nur noch um Alisa gekümmert. Beruf und Liebesleben blieben dabei vollkommen auf der Strecke.
Nachdem ihre Tochter ausgezogen ist, ist Eva zunächst verzweifelt, da sie nicht weiß wie sie ihre Tage füllen soll. Ihr Mann und ihre beste Freundin versuchen ihr verschiedene (gutgemeinte) Beschäftigungen aufs Auge zu drücken. Sie ist davon jedoch überhaupt nicht begeistert, was immer wieder zu kleinen Auseinandersetzungen führt. Sie begibt sich auf Spaziergängen in den Park und schafft es mithilfe von Ben sich darüber klar zu werden, was sie im Leben noch erreichen möchte.
Um nicht zu viel vorweg zu nehmen, springe ich an diesem Punkt direkt zu meinem Fazit. Die Protagonistin befindet sich in einer Art Midlifecrisis. Ihre Tochter zieht aus und mit ihrem Mann hat sie schon lange kaum noch gemeinsame Interessen. Das hauptsächliche Problem liegt hierbei in der fehlenden Kommunikation miteinander. Vor allem Eva hängt sich oft an ihren eigenen Vermutungen auf. Das Buch ist eine eher ruhigere Geschichte. Dennoch hat mich ihr Fortgang interessiert. Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass ich vermutlich nicht ganz der Zielgruppe entspreche und mir das Buch deswegen nicht so gut gefallen hat.