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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.12.2025

Ein solides Buch, jedoch keine Top-Empfehlung

Von hier aus weiter
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Dieser Roman lag schon etwas länger auf meinem Lesestapel und ist jetzt wieder nach oben gewandert. Die Geschichte war nett. Sie las sich gut durch. Aber insgesamt hat es mich (leider) nicht übermäßig ...

Dieser Roman lag schon etwas länger auf meinem Lesestapel und ist jetzt wieder nach oben gewandert. Die Geschichte war nett. Sie las sich gut durch. Aber insgesamt hat es mich (leider) nicht übermäßig vom Hocker gerissen.

Marlene verliert ihren Mann Rolf, der an Krebs erkrankt und sich selbstbestimmt das Leben nimmt. Sie kann nicht trauern. Sie ist wütend. Denn der ursprüngliche Plan sah vor, dass sie beide gemeinsam sterben. Nun ist sie allein in ihrem Haus und zieht sich völlig zurück. Ignoriert alles und jeden. Und möchte einfach nicht mehr leben. Bis ihr ehemaliger Schüler Jack in ihrem Leben auftaucht und sie beginnt, sich mit ihrer Trauer und ihrem Dasein auseinanderzusetzen... die Wärme kehrt zurück.

Im letzten Drittel nimmt das Ganze mehr Fahrt auf, Hintergründe kommen ans Licht. Hier hat es sogar ein wenig Road Movie-Charakter. Jedoch für mein Gefühl etwas, das ich so oder so ähnlich schon kenne. Insgesamt hat die Geschichte für meinen Geschmack zu wenig Spannung, zu wenig Handlung, zu wenig Tiefgang. Positiv: Obwohl es in dem Roman um Tod, Suizid und Trauer geht, ist das Buch nicht so schwer. Nicht zu sentimental. Und, es werden zwischen den Zeilen wichtige Fragen aufgeworfen: Wie bedeutsam ist für manche selbstbestimmtes Sterben? Wie lebt man weiter ohne den anderen? Grundsätzlich ein solides Buch, jedoch würde es nicht auf meiner Top-Empfehlungsliste landen.

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Veröffentlicht am 29.12.2025

Ein schöner Wohlfühlroman mit einer kleinen Portion Spannung und sympathischen Protagonisten

Winterglück im Café am Meer
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Ich lese gern Romane mit schweren Themen. Solche, die mich aufrütteln, bewegen und zum Nachdenken bringen. Und genauso gerne mag ich zwischendurch leichte Frauenromane (dennoch bitte nicht zuuu viel Kitsch). ...

Ich lese gern Romane mit schweren Themen. Solche, die mich aufrütteln, bewegen und zum Nachdenken bringen. Und genauso gerne mag ich zwischendurch leichte Frauenromane (dennoch bitte nicht zuuu viel Kitsch). Bestenfalls spielen sie an der Ost- oder Nordsee. Sie begleiten Frauen, die neue Wege gehen, sich neu erfinden und ihr Lebensglück suchen. Und oftmals auch finden. Das sind Bücher von Autorinnen wie Tanja Janz, Lotte Römer, Susanne Oswald und eben auch Christin-Marie Below. Ihr neuester Roman "Winterglück im Café am Meer" passte perfekt in meine freien Tage und las sich wunderbar durch. Die 32-Jährige versteht ihr Handwerk sehr gut. Ich war gedanklich wirklich auf der winterlich verzauberten Nordseeinsel Norderney unterwegs.

Konditorin Helena steckt mitten in einer privaten und beruflichen Umbruchphase, steht kurz vor Unterzeichnung eines Mietvertrages für ihren langersehnten Traum - ein eigenes Café. Da ereilt sie der Hilferuf ihrer Kindheitsfreundin Fenja und sie macht sich, ohne lange zu zögern, auf nach Norderney. Neben alten Freundschaften, einer alten Liebe und dem Entfachen von alten Leidenschaften, wird plötzlich ein Neuanfang auf der Insel denkbar.

Übrigens ist Christin-Marie Below die Tochter von Autorin Andrea Russo aka Anne Barns. Sie veröffentlichte bereits Romane vor "Winterglück im Café am Meer" - dieses ist jedoch der Auftakt der Muschelketten-Reihe. Ein schöner Wohlfühlroman mit einer kleinen Portion Spannung und sympathischen Protagonisten.

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Veröffentlicht am 23.12.2025

Ein gutes Buch

Taumeln
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Ich hatte dieses Buch schon lange auf meiner Leseliste. Und ich muss sagen: Ich mochte "Taumeln" richtig gern. Es geht um Verlust. Hoffnung. Resignation. Und eben die Gemeinschaft. Es las sich ziemlich ...

Ich hatte dieses Buch schon lange auf meiner Leseliste. Und ich muss sagen: Ich mochte "Taumeln" richtig gern. Es geht um Verlust. Hoffnung. Resignation. Und eben die Gemeinschaft. Es las sich ziemlich gut in beinahe einem Rutsch durch.

Kurzer Inhaltsüberblick: Hannah ist verschwunden. Und das schon seit zwei Jahren. Ihre Schwester Luisa und eine feste Gruppe gehen seither jeden Samstag gemeinsam in den Wald. Neben den Suchaktionen werden die Charaktere peu á peu näher beleuchtet. Allen voran Luisa und ihre Familie. Aber auch alle anderen erhalten im Laufe der Geschichte ein detaillierteres Gesicht. Jeder von ihnen ist aus einem bestimmten Grund bei der Suche dabei. Taumelt im Leben.

Die Geschichte ist melancholisch, und dabei so wunderbar feinfühlig geschrieben. Mit dem richtigen Blick für innere Vorgänge. Zwischenmenschliches. Hier und da ziehen sich zwar die Suchaktionen. Aber dank der Verknüpfung mit den (Lebens-)Geschichten der einzelnen Protagonisten, wird es absolut stimmig. Der Roman hat keinen besonderen Spannungsbogen, er ist langsam und ergreifend.

Im Übrigen ist es nicht immer so, dass mich viele Handlungsstränge oder Erzählperspektiven begeistern können. "Treppe aus Papier" habe ich aus diesem Grund tatsächlich abgebrochen, das jedoch nur am Rande. Aber über eine Sache müssen wir noch reden (Achtung, kleiner Spoiler): Offene Enden? Finde ich großartig. Weil sie noch mal stark zum Nachdenken anregen. Aber ein bissl fertig machen sie mich auch.

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Veröffentlicht am 23.12.2025

Kleiner, aber feiner Wegweiser und Ratgeber

Drei Tage im Schnee
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Ich habe vor wenigen Jahren einige Bücher dieser Art gelesen. Nun bin ich noch einmal auf den Zug aufgesprungen, weil ich "Drei Tage im Schnee" so oft bei Bookstagram gesehen habe. Es ist ein kleiner Ratgeber ...

Ich habe vor wenigen Jahren einige Bücher dieser Art gelesen. Nun bin ich noch einmal auf den Zug aufgesprungen, weil ich "Drei Tage im Schnee" so oft bei Bookstagram gesehen habe. Es ist ein kleiner Ratgeber in Roman-Form. Ein Wegweiser. Und Wachrüttler. Eine Erinnerung an das, was zählt im Leben. Auch für Menschen wie mich, die zum Glück schon ein Stück weiter sind als die Protagonistin Hannah.

Hannah nimmt sich eine Auszeit von ihrem hektischen, fremdbestimmten Leben mit forderndem Job in der Großstadt. Drei Tage im Schnee, allein, in einer einsamen Hütte. Zeit für Gedanken. Zeit für Reflektion. Sie trifft auf die kleine Sophie, die sie an ihre eigene Kindheit, Träume und ihren Weg zu sich selbst erinnert. Hannah's Erkenntnisse nach diesen drei Tagen sind groß. Und wichtig. Mehr mag ich gar nicht vorwegnehmen.

Mein Vergangenheits-Ich konnte viele Parallelen ziehen. Der Druck im Job. Die ständige Erreichbarkeit. Die langen To-Do-Listen. Die Unzufriedenheit im Beruf. Und wie man sich privat zusätzlich verbiegt. Die Liebe zu Büchern. Die immer da war. Und jetzt fester Bestandteil meines (Berufs-)Lebens ist. Es ist nie zu spät, mutig zu sein und neue Wege zu gehen. Zufälle, Glück, Ehrgeiz, Karma regeln. Irgendwann fügt sich alles. So auch bei mir. Und dafür bin ich unendlich dankbar.

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Veröffentlicht am 08.12.2025

Für die Tiere, immer

Der traurigste Himmel auf Erden
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So viele verlassene und leidende Seelen leben dort draußen in den schlimmsten Verhältnissen. Ich wollte meinen Teil dazu beitragen und wenigstens einer von ihnen ein liebevolles, schützendes Zuhause geben. ...

So viele verlassene und leidende Seelen leben dort draußen in den schlimmsten Verhältnissen. Ich wollte meinen Teil dazu beitragen und wenigstens einer von ihnen ein liebevolles, schützendes Zuhause geben. Meine Hündin Luna kommt aus Rumänien. Sie konnte sich als kleiner Hund kaum im Kennel durchsetzen und hätte den anstehenden Winter wahrscheinlich nicht überlebt. Zum Glück wurde sie rechtzeitig von einer Pflegestelle aufgenommen. Wir sind beide unfassbar dankbar, dass wir uns haben. Sie gehört zur Familie und wird von allen Seiten heiß und innig geliebt. Und gibt so viel Liebe zurück. Es wird Zeit, dass wir alle etwas mehr für Tiere in Not tun. Im Kleinen wie im Großen. Vor unserer Haustür und im Ausland. Sie brauchen uns.

Genau deshalb hat Malte Zierden "Der traurigste Himmel auf Erden" geschrieben. Er ist bekannt als Social-Media-Star und Musiker, widmet sich in diesem Buch seinem Engagement für die Tiere. Er berichtet, wie er zum Tierschutz kam und von seinen Einsätzen in Krisengebieten. Er erzählt von den vielen Herausforderungen, schrecklichen Bildern und auch Verlusten, welche die Tierschutzarbeit mit sich bringen. Wer sich dafür entscheidet, geht "all in". Mit vollem Herzen, allen Emotionen und muss akzeptieren, in die Abgründe dieser Welt zu blicken. In seinem Buch stellt Malte Zierden kapitelweise Hunde in den Mittelpunkt und erzählt ihre Geschichte. Lotti, Armor, Ma und viele weitere: Sie bekommen einen Namen und stehen stellvertretend für das Leid und die Geschichten all der anderen Tiere. Malte ist naiv an die Sache herangegangen, hat massive Gefahren auf sich genommen, ein Tierheim gegründet, sich zwischendurch selbst verloren. Und ist am Ende immer noch dabei: Für die Tiere. Immer.

Maltes Schilderungen tun weh. Ich habe viele Tränen beim Lesen vergossen. In jeder Zeile steckt sein ganzes Herzblut für die Tiere. Hut ab an alle da draußen, die diese Arbeit leisten. Auch Malte würdigt die Menschen, die ihn auf seinem Weg inspiriert und begleitet haben. Und dies bis heute tun. Das Buch ist vor allem eins: aufwühlend und kritisch.

Er appelliert an die Gesellschaft. Spricht über den Umgang mit Tieren, die Verhältnisse in Tierheimen, die Vergessenen bei Krieg und Umweltkatastrophen. Und er wirft auch die Frage auf: Wie viel kann ich selbst tun? Kann ich überhaupt etwas ändern (ja!), und wie viel ertrage ich persönlich, ohne daran kaputt zu gehen? Zwischen diesen Episoden und Rückblicken lernen wir Malte genauer kennen. Er macht sich seelisch nackig. Rechnet mit seinem alten Ich ab. Erzählt von seiner Familie. Seiner persönlichen Entwicklung. Die Prise Humor fehlt zwischendurch auch nicht. "Der traurigste Himmel auf Erden" ist emotional und intensiv. Der Bericht kratzt thematisch zwar nur an der Oberfläche, schafft es jedoch (hoffentlich), sich mehr mit dem Tierschutz auseinanderzusetzen. Es ist ein Appell, sich zu engagieren. Jeder auf seine Weise. Finanzielle Unterstützung für Vereine, Gassigänge im Tierheim, Pflegestelle oder Für-Immer-Zuhause, Aufklärungsarbeit. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Und machen am Ende den kleinen, aber feinen Unterschied. Für Lotti, Amor, Ma. Und all die anderen.

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