Platzhalter für Profilbild

agatha4ever

Lesejury-Mitglied
offline

agatha4ever ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit agatha4ever über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.06.2022

Tüdelbüdel ermittelt

Die Leiche am Deich
0

Gesine Felber wird von ihren Freunden liebevoll „Tüdelbüdel“ genannt. Sie betreibt im beschaulichen Sünnum den "Kroog", eine urige Kneipe. Dies ist gleichzeitig das Herzstück des Dorfes, da sich hier all ...

Gesine Felber wird von ihren Freunden liebevoll „Tüdelbüdel“ genannt. Sie betreibt im beschaulichen Sünnum den "Kroog", eine urige Kneipe. Dies ist gleichzeitig das Herzstück des Dorfes, da sich hier all abendlich die Dorfbewohner zum Klönen und Schnacken treffen. Des Weiteren ist sie stolze Braumeisterin des berühmten Tüdelbräus. Eines Abends ist es aber mit dem friedvollen Zusammenleben vorbei, als die Leiche der Ehefrau von Milchbauer Burmeister am Deich gefunden wird. Als dann auch noch Enno, ein Freund von Gesine, des Mordes verdächtigt wird beginnt sie, zum Leidwesen ihrer Tochter Wiebke, selbst zu ermitteln.

Joost Jensen ist es sehr gut gelungen, die einzelnen Protagonisten sehr bildhaft darzustellen. Man kann förmlich die sture Tüdelbüdel vor sich sehen, ebenso wie den etwas mürrischen ehemaligen Kapitän Joris oder Burmeister ein Aas wie aus dem Bilderbuch. Nicht zu vergessen Wiebke, die eine der ermittelnden Polizisten in dem Mordfall ist und die Dank der eigenwilligen Aktionen ihrer Mutter immer wieder an den Rand der Verzweiflung / Wahnsinn getrieben wird.

Der flüssige Schreibstil war sehr angenehm und der Krimi im Nu gelesen.

Das etwas düstere Buchcover mit dem für die Nordseeküste typischem Reet gedecktem Haus im Vordergrund und den bedrohlich dunklen Wolken im Hintergrund passt hervorragend zum Krimi.

Leider muss ich gestehen, dass ich die Aktionen von Gesine teilweise doch etwas zu überzogen und unrealistisch fand. Weniger ist manchmal doch mehr. Aus diesem Grund kann ich leider keine volle Punktzahl vergeben.

Aber für alle Nordsee-Krimi-Fans ist dies eine kurzweilige Urlaubslektüre.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.05.2022

Anders als erwartet

In fünf Jahren
0

Dannie Kohan ist eine erfolgreiche und sehr ehrgeizige junge Firmenanwältin in New York. Sie hat ihr Leben fest im Griff und ihre Ziele / Pläne klar im Blick. Als sie endlich beim lang ersehnten Bewerbungsgespräch ...

Dannie Kohan ist eine erfolgreiche und sehr ehrgeizige junge Firmenanwältin in New York. Sie hat ihr Leben fest im Griff und ihre Ziele / Pläne klar im Blick. Als sie endlich beim lang ersehnten Bewerbungsgespräch bei Wachtell, der besten Kanzlei der Stadt, die Frage gestellt bekommt wo sie sich in 5 Jahren wieder sieht, hat sie darauf sofort die richtige Antwort parat. Aber Dannie wird ein paar Stunden später feststellen, dass im Leben doch nicht immer alles nach Plan verläuft. Denn als sie abends zuhause ist passiert etwas völlig Unvorhersehbares. Sie „erwacht“ 5 Jahre später in einer fremden Wohnung, in fremder Umgebung und mit einem völlig fremden Mann.

Der Autorin ist es wunderbar gelungen die Hauptprotagonisten sehr leb-/ bildhaft darzustellen. Auf der einen Seite die strebsame, hart arbeitende ehrgeizige Dannie und auf der anderen Seite ihre beste Freundin Bella. Eine liebenswerte Künstlerin, die Dank reicher Eltern recht plan- und ziellos durchs Leben wandelt. Aber auch der treue, zuverlässige David war gut gezeichnet.

Da der Schauplatz der ganzen Geschichte New York ist, passt das Buchcover mit der unverwechselbaren Skyline zur Story.

„In fünf Jahren“ von Rebecca Serle ist definitiv wie bereits im Klappentext beschreiben keine klassische Liebesgeschichte. Ich muss ehrlich zugeben, ich hatte eine leichte, nette Geschichte erwartet und war daher vom Verlauf der Story völlig überrumpelt, da ich aufgrund des Covers und der Leseprobe nicht mit einem solch emotionalen Thema gerechnet hatte. Es ist lange her, dass mich ein Buch so bewegt hat und ich Tränen verdrücken musste. Ich muss aber gestehen, wenn ich vorher gewusst hätte um was es eigentlich in dem Buch geht hätte ich es nicht gelesen, da es mich leider doch sehr beschäftigt hat.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.04.2022

3. Fall des Ermittlerduos Wagner/Norberg

Nordwestnacht
0

Nordwestnacht ist der dritte Teil aus der Reihe um die Ermittler Anna Wagner und Hendrik Norberg in St. Peter Ording (SPO). In einem Nordseeurlaub letztes Jahr wurde ich auf die Reihe aufmerksam und war ...

Nordwestnacht ist der dritte Teil aus der Reihe um die Ermittler Anna Wagner und Hendrik Norberg in St. Peter Ording (SPO). In einem Nordseeurlaub letztes Jahr wurde ich auf die Reihe aufmerksam und war bereits nach dem ersten Buch begeistert. Deshalb habe ich dem neuen Buch umso mehr entgegen gefiebert. Und ich wurde nicht enttäuscht. Der Autorin ist es wieder einmal gelungen, mich in ihren Bann zu ziehen. Das Buch habe ich an einem Tag gelesen, auch weil ich es einfach nicht mehr aus der Hand legen wollte.

SPO wird als Drehort für eine Krimiserie ausgewählt und Nils Scheffler, der Kollege von Anna und Hendrik, fungiert als Berater am Drehort. Eines Morgens wird einer der Aufnahmeleiter tot aufgefunden. Seine Leiche ist spektakulär an den berühmten Pfahlbauten zur Schau gestellt. Parallel verschwindet die neue Hauptdarstellerin der Serie, in die sich Nils heimlich verliebt habt. Gibt es hier einen Zusammenhang oder ist alles nur Zufall? Wollte die andere Hauptdarstellerin ihre neue Kollegin loswerden? Aber wie passt dann der tote Aufnahmeleiter dazu?

SPO und die Umgebung sind mir aus zahlreichen Urlauben gut bekannt. Gut gefallen hat mir dieses Mal auch, dass es hin und wieder auch mal raus aus SPO an andere Küstenorte geht.

Auf der einen Seite ist Anna mit ihrer ruhigen und umsichtigen Art. Auf der anderen Hendrik, der Familienvater, der engagiert ist und manchmal auch eigene Wege geht, wenn ihm etwas wichtig ist. Beide ergänzen sich perfekt als Ermittlerduo, man kann sie nur mögen. Ich freue mich schon auf die nächste Begegnung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.02.2022

Liebenswertes Ermittlertrio aus Marlow

Mrs Potts’ Mordclub und der tote Nachbar
0

An einem drückend heißen Tag geht die 77jährige Judith Potts nackt in der Themse schwimmen. Dabei wird sie Ohrenzeugin, als auf dem Grundstück ihres Nachbars Stefan Dunwoody erst ein Schrei ertönt und ...

An einem drückend heißen Tag geht die 77jährige Judith Potts nackt in der Themse schwimmen. Dabei wird sie Ohrenzeugin, als auf dem Grundstück ihres Nachbars Stefan Dunwoody erst ein Schrei ertönt und dann ein Schuss fällt. Die von ihr herbei gerufene Polizei kann aber keinen Verletzten, Toten oder Stefan finden. Da sich Mrs. Potts ihrer Sache aber ganz sicher ist, beginnt sie selbst mit der Suche auf dem Grundstück und findet ihren Nachbarn mit einem Einschussloch in der Stirn im Teich. Die Polizei in Form von DS Tanika Malik zweifelt aber an der Mordtheorie von Mrs. Potts, was diese zur weiteren Eigenrecherche anspornt.

Dem Autor, Robert Thorogood, ist es wunderbar gelungen die einzelnen Protagonisten bildhaft darzustellen. Besonders gut gefällt mir die liebenswert exzentrische Mrs. Potts, die immer noch als Kreuzworträtsel-Autorin arbeitet und in einem heruntergekommenen und chaotischen Herrenhaus wohnt. Aber auch die anderen Personen wie Becks die neurotische Pfarrersgattin oder Elliot, der undurchsichtige Galleriebesitzer und Mordverdächtige Nr. 1 mit wasserfestem Alibi sind gut getroffen.

Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig, was das Buch zu einem schönen und leichten Lesevergnügen macht.

Das Buchcover verkörpert für mich ein typisches kleines englisches Dorf und passt sehr gut zur Geschichte.

Mrs. Potts erinnert mich in der Tat an eine modernere Version der von Margaret Rutherford verkörperten Miss Marple. Als großer Agatha Christie Fan muss ich aber zugeben, dass es leider nicht 100%ig an die Raffinesse / Klasse dieser für mich sensationellen Bücher heranreicht.

Mein Resümee für das Buch ist, dass es sich um einen sehr guten britischen Krimi mit einer amüsanten Mordermittlung und einem liebenswerten Ermittler-Trio handelt und ich freue mich sehr, dass es nächstes Jahr einen 2. Band geben wird wo wir hoffentlich noch mehr Details von den 3 Mädels erfahren werden.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.02.2022

Cosy Crime mit einem ganz speziellen Zimmermädchen

The Maid
0

Molly Maid ist mit Leib und Seele Zimmermädchen im Regency Grand Hotel. Sie wird zwar von den meisten Gästen übersehen (was ihr auch ganz Recht ist), liebt es aber die Zimmer in einen Zustand der Perfektion ...

Molly Maid ist mit Leib und Seele Zimmermädchen im Regency Grand Hotel. Sie wird zwar von den meisten Gästen übersehen (was ihr auch ganz Recht ist), liebt es aber die Zimmer in einen Zustand der Perfektion zu versetzten. Sie schafft es durch ihre Art sich immer wieder selber in Schwierigkeiten zu bringen. Eines Tages findet sie den reichen Immobilienmogul und Stammgast Mr. Black tot in seiner Suite, worauf sie von der Polizei als Zeugin vernommen wird. Aber bald wendet sich das Blatt für Molly und sie wird zur Tatverdächtigen. Kann Molly ihre Unschuld beweisen und wem kann sie vertrauen?

Nita Prose ist es sehr gut gelungen die Protagonisten bildhaft darzustellen. Vor allem Molly die zu Beginn des Krimis sehr perfektionistisch, naiv und stellenweise gefühlskalt mit fast schon autistischen Zügen dargestellt wird, aber auch ihre Freunde Mr. Preston und Juan Manuel kann man sich gut vorstellen. Besonders gut finde ich ist der Barkeeper Rodney gelungen.

Das Buchcover mit dem auf dem Türschild sitzenden Zimmermädchen gefällt mir sehr gut und passt für mich hervorragend zur Geschichte.

Ich war von der Leseprobe sehr angetan, aber leider konnte mich das komplette Buch nicht zu 100% überzeugen. Bis zur Hälfte des Buches war die Geschichte für mich teilweise etwas langatmig. Im letzten Drittel gibt es allerdings noch Wendungen, die ich so nicht erwartet hätte und die den ganzen Krimi und Molly in ein anderes Licht rücken. Den Bezug zu Colombo kann ich nur bedingt nachvollziehen. Deshalb auch nur 4 von 5 möglichen Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere