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Veröffentlicht am 09.06.2021

Die Green-Valley-Reihe zu lesen, ist wie nach Hause kommen...

New Chances
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Klappentext:

Ich schielte auf die Uhr und stellte erschrocken fest, dass es weit nach Mitternacht war. Und auch, wenn Sam wie eine Gravitationskraft wirkte, die mich auf meinem Barhocker halten wollte, ...

Klappentext:

Ich schielte auf die Uhr und stellte erschrocken fest, dass es weit nach Mitternacht war. Und auch, wenn Sam wie eine Gravitationskraft wirkte, die mich auf meinem Barhocker halten wollte, siegte diesmal meine Vernunft.
„Mein Bus geht morgen sehr früh Ich sollte wenigstens noch ein paar Stunden schlafen.“ Obwohl er nickte, blitzte in seinen Augen Bedauern auf, und meine Entschlossenheit geriet gefährlich ins Wanken. So gefährlich, dass ich mich rasch vom Hocker herunterschob und meine Jacke von der Lehne zog. Sein Blick heftete sich auf mich, während ich hineinschlüpfte und an den Knöpfen meiner Jeansjacke nestelte. Gingen die schon immer so schwer zu?
„Danke.“ Überrascht hob ich den Kopf. „Wofür?“
„Dass du meinen Tag noch gerettet hast.“
Seine Stimme war warm und ruhig und bildete einen heftigen Kontrast zu meinem Herz, das nun wie wild in meiner Brust hämmerte.
Vor Aufregung. Vor Freude. Vor Nervosität. Vor...Verlangen.“

New Chances ist das 5. und letzte Buch der Green-Valley-Reihe von Lilly Lucas und wird, wie auch die Vorgänger des Buches, aus der Ich-Perspektive der Protagonistin erzählt. Es handelt sich dabei je Buch um in sich geschlossene Geschichten.

Meine Meinung:

Die Green-Valley-Reihe zu lesen, ist wie nach Hause kommen. Einfach wunderschön.

Diese idyllische Kleinstadtharmonie und die starken weiblichen Protagonistinnen, die ihre Geschichten in der Ich-Perspektive erzählen, haben mir von Anfang an so sehr gefallen.
Nicht nur Green Valley ist unheimlich idyllisch, auch ihre Bewohner und natürlich erst recht die romantischen Beziehungen zwischen unseren Protagonisten. Natürlich haben aber auch sie mit ihren Dämonen zu kämpfen und müssen sich einigen Widrigkeiten stellen, bevor für sie eine Beziehung oder Gefühle in Frage kommen.
Die Entwicklungen der Beziehungen sind allerdings locker, manchmal dramatisch, aber nicht übertrieben und einfach zum dahinschmelzen.
Sie werden mit ganz viel Charme und Witz erzählt.
Genau das liebe ich so an dem Schreibstil der Autorin.

Die Protagonistin Leonie hat mir im letzten Band der Reihe wirklich sehr gut gefallen. Ich konnte mich zum Einen in sie hineinversetzen und mich zum Anderen mit ihr identifizieren, da ich in vielen Entscheidungen und Charaktereigenschaften Parallelen zu mir feststellen konnte.
Leonie hat eine sehr einnehmende und angenehme Art. Durch den Schreibstil der Autorin hat Leonie für mich einen recht ruhigen, aber lebendigen Eindruck gemacht. Sie entscheidet mit dem Herzen oder aus dem Bauch heraus und nicht mit dem Kopf. Gleichzeitig kann sie sich für ihre Leidenschaft auf faszinierende Art und Weise begeistern und den Leser für sich einnehmen. Eine wirklich schön gestaltete Protagonistin.

Ich bin richtig traurig und darf gar nicht daran denken, dass die Green-Valley-Reihe jetzt tatsächlich zu Ende geht. Die Reihe hat mich von Anfang an begeistert und ich habe jedem Band nach New Beginnings entgegengefiebert. New Beginnings war einer der ersten New Adult Romane, die ich gelesen habe und hat mich so zu sagen in dieses Genre geführt und vielleicht auch verführt.
Die Reihe ist einfach ein Träumchen und zwar wortwörtlich.

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Veröffentlicht am 09.06.2021

Sprachlich ein Meisterwerk.

Das Bildnis des Dorian Gray
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„Die Seele durch die Sinne und die Sinne durch die Seele heilen.“
(S. 236)

„Das Bildnis des Dorian Gray“ wird aus der Sicht eines auktorialen Erzählers erzählt.

Das Cover ist, wie auf dem Bild zu sehen, ...

„Die Seele durch die Sinne und die Sinne durch die Seele heilen.“
(S. 236)

„Das Bildnis des Dorian Gray“ wird aus der Sicht eines auktorialen Erzählers erzählt.

Das Cover ist, wie auf dem Bild zu sehen, malerisch gestaltet und mit einem Beispielportrait versehen. Es handelt sich bei dem Hardcover um einen Buchumschlag, der darunter ein grasgrünes Cover enthält.

Zunächst zum Handlungsverlauf und dem Inhalt:
„Das Bildnis des Dorian Gray“ konnte mich dahingehend tatsächlich nicht ganz überzeugen. Besonders der Anfang allerdings war spannend, da Oscar Wilde den Leser zunächst einmal in der Geschichte ankommen lässt und ihm die Figuren und deren Charaktere näher bringt.
Richtung Mitte wird es leider zunächst recht ereignislos und ich musste mich ein wenig zwingen weiterzulesen, da ich unbedingt wissen wollte wie es ausgeht.
Auf den letzten 100 Seiten wird es dann zum Glück recht dramatisch und die Handlung nimmt an Fahrt auf. Gleichzeitig lernt der Leser Dorian noch einmal von einer etwas anderen und für mich unerwarteten Seite kennen.

Sprachlich betrachtet, wird sehr schnell deutlich, dass es sich um ein Meisterwerk der Literatur handelt. Eine so bildliche und romantisch beschreibende Art und Blick auf die Welt, war für mich sehr erfrischend und wunderschön zu lesen.

Die Figurengestaltung war wirklich einzigartig und faszinierend.
Dorian Gray ist ein sehr einzigartiger und auch ein wenig ambivalenter Charakter, zu dem man im Handlungsverlauf ganz unterschiedliche Gefühle entwickelt, die sprachlich herausragend hervorgerufen werden, aber auch vom Charakter des Lesers abhängen.

Mir hat zudem besonders die seltsame Dreiecksbeziehung zwischen Dorian, Basil und Henry Wotton gefallen. Die beiden letzteren haben mich ein wenig an ein Engelchen und der andere an das Teufelchen auf Dorians Schultern erinnert. Wer nun eher Engelchen und wer Teufelchen ist, ist allerdings vermutlich nicht nur Auslegungssache, sondern auch vom Charakter des Lesers abhängig...

Aber lest einfach selbst!

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Veröffentlicht am 01.06.2021

Macht, Intrigen und außergewöhnliche Leidenschaft!

Silver Crown - Forbidden Royals
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„Halt mich fest.
Halt mich zusammen.
Halt mich bis dieser Albtraum vorbei ist.
Halt mich, als würdest du mich nie wieder loslassen.“
(S.220)

Silver Crown ist aus der Ich-Perspektive der Protagonistin ...

Halt mich fest.
Halt mich zusammen.
Halt mich bis dieser Albtraum vorbei ist.
Halt mich, als würdest du mich nie wieder loslassen.
(S.220)

Silver Crown ist aus der Ich-Perspektive der Protagonistin Emilia verfasst worden.

Das Cover ist, wie auf den Bildern zu sehen, wunderschön und gleichzeitig schlicht gehalten. Zudem hat die Pappe des Covers eine besondere Struktur, die das Buch unglaublich edel wirken lässt.

Einige sehr emotionale Szenen, besonders solche, in denen Emilia wütend wird und sich mit Carter streitet, sind häufig etwas überspitzt dargestellt. Da diese aber gehäuft zu Anfang des Buches auftauchen, als Emilia sich mit einer völlig neues Situation konfrontiert sieht, wirken sie dadurch auf mich doch recht realistisch und ich kann mich gut in Emilia hineinversetzen.
Ingesamt ist die Beziehung der Protagonisten zueinander so leidenschaftlich und einzigartig, wie ich sie noch in keinem Buch vor diesem gelesen habe. Der Leser wird förmlich in die Geschichte hineingezogen und kann durch den so bildlichen und Gefühl-projizierenden Schreibstil durch die Augen Emilia‘s auf das Geschehen sehen.

Der Schreibstil macht die Geschichte so nah und lebhaft, dass man das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen kann.

Der Fokus der Geschichte ist deutlich auf die starke Anziehungskraft zwischen den beiden Protagonisten Emilia und Carter gelegt, welchen ich persönlich sehr gut gewählt finde und die Sehnsucht der beiden so auch deutlich zum Ausdruck bringt.

Die Handlung des Buches erinnert auf den ersten Blick etwas an Aschenputtel, zumindest was Verlauf und auftretende Figuren anbelangt, entpuppt sich aber nicht als Remake.

Die sprachliche Gestaltung des Buches ist eher gehoben gehalten und stört so (z.B. durch Slang o.ä.) glücklicherweise nicht den edlen Charakter der Geschichte.

Silver Crown ist eine Geschichte purer Leidenschaft, Sehnsucht und Herzschmerz.

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Veröffentlicht am 01.06.2021

Nett, aber nicht gerade der Hit...

Everything I Ever Needed
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„Vergeude nicht die Zeit, die du hast, indem du dem Verlorenen hinterhertrauerst. Schaff ihnen einen Platz in deinem Herzen, und dann lebe für sie weiter.“
(S.191)

„Everything I ever needed“ ist das Folgebuch ...

„Vergeude nicht die Zeit, die du hast, indem du dem Verlorenen hinterhertrauerst. Schaff ihnen einen Platz in deinem Herzen, und dann lebe für sie weiter.“
(S.191)

„Everything I ever needed“ ist das Folgebuch nach „Everything I didn‘t say“ und wird wechselnd aus der Ich-Perspektive der Protagonisten Ava und Dexter erzählt.

Die sprachliche Gestaltung des Buches hat leider nicht so ganz meinen Geschmack getroffen. Durch eine eher herablassende Sprache sowie Verwendung von Slang und gehäuft Kraftausdrücken in eher unpassenden Momenten, handelt es sich hierbei wahrlich nicht um ein sprachliches Meisterwerk.

Zudem sind immer wieder recht gravierende sprachliche Fehler aufgetreten. Zu Beginn des Buches konnte ich noch darüber hinwegsehen, allerdings häufte sich das Ganze dann doch recht stark. Ein Beispiel dafür sind die Namensverwechslungen. Es wird z.B. Jamie anstatt Ava und Carter statt Dexter genutzt.
Jamie und Carter tauchen hier zwar auch wieder auf und sind bestimmt für Fans des ersten Buches ein Highlight, allerdings sind die Stellen der Namensverwechslungen und aufgrund des Kontextes doch recht eindeutig falsch.
Diese beiden Aspekte haben den Lesespaß sowie den Lesefluss ein wenig gedämpft.

Ganz nett gemacht finde ich die recht rührenden Zeilen, wie z.B. am Anfang dieser Rezension. Meist stammen diese von Ava, die nach einer Herztransplantation in der Vergangenheit vermutlich recht viel Zeit damit verbracht hat über den Lebenssinn und Nutzen von verbleibender Zeit nachzudenken. Anderseits handelt Ava ziemlich selten selbst nach diesen Grundsätzen, die sie gerne anderen mitteilt.

Die Protagonistin Ava hat eine recht positive Charakterentwicklung im Laufe der Handlung vollbracht.
Zunächst konnte man Ava als naives Dummchen und sehr launisch bezeichnen und ich war, um ehrlich zu sein, echt genervt von dem ständigen Drama, besonders, da sie, wie eben bereits erwähnt, fleißig Sprüche klopft, selbst aber nicht danach handelt. Nach einiger Zeit wird es ein wenig besser und Ava lebt und handelt selbstständiger sowie näher an ihren eigentlichen Maßstäben orientiert. Ich konnte allerdings nicht so richtig warm werden mit ihr.

Im Gegensatz dazu hat mir die Figur Dexter von Anfang an sehr gut gefallen. Seine interessante Vergangenheit und sein authentischer Umgang mit dieser, hat mich sehr positiv überrascht. Er wirkt natürlich und realistisch, ich konnte mich gut in ihn hineinversetzen.

Nach der ersten Hälfte des Buches hat sich ein gewisser Umschwung in der Geschichte und auch im Wesen der Charaktere deutlich gemacht.
Ich habe Dexter zuvor als eher extrovertiert, vielleicht ein wenig draufgängerisch und herausfordernd, eben als typischen Bad-Boy wahrgenommen, ab der zweiten Hälfte des Buches schleicht sich diese Art ein wenig aus und besonders die Sticheleien und das gegenseitige Ärgern der beiden lässt nach. Ich fand es ein wenig schade, dass das aus den Augen verloren wurde.

Die Geschichte fokussiert sich neben der jeweiligen Vergangenheit und Gegenwart in der Uni von Ava und Dexter, auf die Situationen von Herztransplantationspatienten und deren Angehörige. Das dieses Thema so behandelt wurde, fand ich sehr eindrucksvoll und hat der Geschichte einen tragischen, aber auch wunderschönen Charakter verliehen.
Leider verliert die Geschichte dadurch die Beziehung zwischen den beiden Protagonisten aus den Augen und sie kommt dadurch leider zu kurz.

Insgesamt ein recht nettes Buch für zwischendurch, das allerdings meiner Meinung nach in einigen Bereichen sein Potential versteckt hält und eher für jüngere LeserInnen geeignet ist.

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Veröffentlicht am 20.05.2021

Zutiefst berührend!

Die Bücherdiebin
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„Sie konnte nicht anders. Ich nehme an, dass jeder Mensch hin und wieder ein wenig Zerstörung genießt. Sandburgen, Kartenhäuser, so fängt es an. Was den Menschen aber erst zum Menschen macht, ist seine ...

„Sie konnte nicht anders. Ich nehme an, dass jeder Mensch hin und wieder ein wenig Zerstörung genießt. Sandburgen, Kartenhäuser, so fängt es an. Was den Menschen aber erst zum Menschen macht, ist seine Fähigkeit zur Steigerung.“ (S.122)


Klappentext:
„Molching bei München.
Hans und Rosa Hubermann nehmen die kleine Liesel Meminger bei sich auf - für eine bescheidene Beihilfe, die ihnen die ersten Kriegsjahre kaum erträglicher macht. Für Liesel jedoch bricht eine Zeit voller Hoffnung, voll schieren Glücks an - in dem Augenblick, als sie zu stehlen beginnt. Anfangs ist es nur ein Buch, das im Schnee liegen geblieben ist. Dann eines, das sie aus dem Feuer rettet.
Eine Diebin zu beherbergen, wäre halb so wild, sind die Zeiten doch ohnehin barbarischer denn je. Doch eines Tages betritt ein jüdischer Faustkämpfer die Küche der Hubermanns...“

Die Bücherdiebin von Markus Zusak wird aus der Sicht des Todes, der hier ebenfalls eine Figur darstellt und auktorial erzählt.

Der Leser lernt in diesem Buch nicht nur die Geschichte der Bücherdiebin kennen, sondern erhält Einblicke in die freudlose Arbeit des Todes, dessen Charakter und Aussehen aber alles andere ist, als wir es uns vorstellen.

Liesel ist eine starke Protagonistin. Im Laufe ihres jungen Lebens muss sie immer wieder Schicksalsschläge einstecken und erfährt schon früh großen Kummer und Leid, nicht zuletzt durch Armut. Während der Verlust von geliebten Menschen durch die Folgen des Krieges für viele Figuren ihr eigener Untergang und der Weg in die Depression ist, überrascht Liesel mit einem Optimismus, der nicht nur ihren Mitmenschen, sondern auch dem Stehlen und dem Rückzug in ihren Büchern geschuldet ist.

Besonders schön fand ich zudem die große Rolle der Bücher in Liesels Leben. Wir dürfen Liesel anhand ihrer Diebstähle kennen lernen und über sich hinaus wachsen sehen.

„Die Bücherdiebin“ behandelt außerdem recht zentral das Thema Nationalsozialismus, den Zweiten Weltkrieg und unter anderem auch Armut. Das alles am Beispiel von Liesel Memminger und ich finde, dass es besonders in der heutigen Zeit, in der wir in Fülle und Wohlstand leben, jeden wieder ein Stück weit auf den Boden der Tatsachen zurückholt und aufzeigt, was wirklich wichtig ist. Wir lernen von Liesel das Leben wertzuschätzen, auch wenn es uns vielleicht gerade keinen Grund dazu gibt.

Dieses Buch raubt einem schlichtweg den Atem und es hat mich besonders zum Ende hin zu Tränen gerührt.

Die Bücherdiebin lockte auch im Laufe der Geschichte alle erdenklichen Gefühle und Emotionen in mir hervor. Wut über Liesels Schicksal und den Nationalsozialismus, Mitleid, Trauer über ihre Verluste, Freude über das Gewonnene und Glück.
Alles vereint in diesem Buch, ein wahres Meisterwerk!

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